Stadtteilentwicklungsprozess Neureut 2020
| Vorlage: | 2014/0165 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 26.09.2014 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Amt für Stadtentwicklung |
| Erwähnte Stadtteile: | Neureut |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 21.10.2014
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig beschlossen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 3. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 21.10.2014 2014/0165 10 öffentlich Dez. 2 Stadtteilentwicklungsprozess Neureut 2020 Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 21.10.2014 10 genehmigt Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat nimmt den Kurzbericht zum Stadtteilentwicklungsprozess Neureut zur Kennt- nis. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Bürgergesellschaft Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am 16.07.2013 Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 In Neureut wurde im Januar 2014 auf Initiative der Ortsverwaltung ein Stadtteilentwicklungs- prozess mit rund einjähriger intensiver Bürgerbeteiligung eingeleitet. Das Amt für Stadtentwick- lung begleitet den vom Stuttgarter Büro Reschl und Höschele moderierten Beteiligungsprozess zum Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept Neureut 2020, das dem Gemeinderat im Som- mer 2015 vorgelegt werden soll. Der folgende Kurzbericht informiert über den bisherigen Beteiligungsprozess. Im Neureuter Ortschaftsrat gab es bereits seit dem Jahr 2000 Überlegungen für eine langfristige Entwicklungsplanung unter intensiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Dieses Vorhaben wurde 2013 aufgegriffen. Das Amt für Stadtentwicklung hat in einer ersten Bestandsaufnahme Daten zur Bevölkerungs- und Sozialstruktur, zum Wohnen sowie zur Zufriedenheit mit verschie- denen Lebensbereichen zusammengetragen und einen Konzeptvorschlag zum Beteiligungspro- zess erarbeitet. Dieses wurde dem Ortschaftsrat Neureut am 16. Juli 2013 vorgelegt. Ziel des rund zweijährigen Stadtteilentwicklungsprozesses mit einjähriger intensiver Bürgerbeteiligung ist die Erstellung eines Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes Neureut 2020, das sich an den strategischen Vorgaben des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts Karlsruhe 2020 orientiert. Dabei ist die Verwaltung bestrebt, die strategisch ausgerichteten Integrierten Leitvorhaben aus den Fokusbereichen des ISEK für Neureut zu konkretisieren und unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und Bedarfe auszugestalten. Prozessstruktur und Prozessbausteine Der Stadtteilentwicklungsprozess ist wie folgt aufgebaut: Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Der Prozess sieht folgende Beteiligungs-Bausteine vor: - Zukunftskonferenz am 18. Januar 2014 - 1. Zukunftswerkstatt am 29. März 2014 - 2. Zukunftswerkstatt am 28. Juni 2014 - Fokusgruppensitzungen am 24. Juli, 17. September und 20. November 2014 - Abschlussveranstaltung im Mai 2015. Ergänzt wird der Prozess durch: - eine Online-Blitzumfrage zur Einschätzung der Lebensqualität in Neureut, - zwei Klausurtagungen mit Vertreterinnen und Vertretern aus OR und Verwaltung sowie loka- ler Akteure (u. a. Bürgervereine) zu Beginn und zum Ende des Prozesses, - Sitzungen der prozessbegleitenden und verwaltungsinternen Koordinierungsgruppe, - laufende Öffentlichkeitsarbeit u. a. auch über einen eigenen facebook-Auftritt. Das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Neureut 2020 wird als Handlungsempfehlung für die künftige Entwicklung Neureuts im Sommer 2015 dem Gemeinderat vorgelegt und soll zu- kunftsweisende Strategien sowie konkrete Projekte und Empfehlungen aus der Bürgerschaft beinhalten. Prozessbegleitende Koordinierungsgruppe Die Auswahl des extern beauftragten Büros erfolgte im Oktober 2013 unter Einbeziehung der prozessbegleitenden Koordinierungsgruppe – bestehend aus Experten und Multiplikatoren aus dem Bereich Politik, Soziales, Kultur, Bürgerverein, Verwaltung. Aufgaben der begleitenden Koordinierungsgruppe sind u. a.: - die allgemeine Steuerung des Prozesses, - die Beratung und Unterstützung hinsichtlich übergeordneter Themen und konkreter Sachver- halte, - die Rückkopplung von Meinungen, Anregungen und Ergebnissen mit den jeweiligen Interessensgruppen, - die Abstimmung relevanter Prozessverläufe und Entscheidungen. Die prozessbegleitende Koordinierungsgruppe wurde bisher im Oktober 2013 und Februar 2014 einberufen. Ein weiteres Treffen - erweitert um den gesamten Ortschaftsrat - ist vorgese- hen im Dezember 2014. Klausurtagung am 29. November 2013 Die knapp dreistündige Klausurtagung mit Vertreterinnen und Vertretern der OR-Fraktionen, der Bürgervereine, lokaler Akteure und der Verwaltung zu Beginn des Beteiligungsprozesses diente in erster Linie der Information und der Analyse gemeinsamer Interessen, Vorstellungen und möglicher Entwicklungschancen. Leitplanken und Schwerpunkte wurden aus Sicht der Be- teiligten erörtert. Eine weitere Klausurtagung mit dem gesamten Ortschaftsrat, den Bürgerver- einen, lokalen Akteuren und der Verwaltung zur Abstimmung des Integrierten Stadtteilentwick- lungskonzepts Neureut 2020 ist zum Ende des Prozesses im Frühjahr 2015 vorgesehen. Online-Umfrage zur Einschätzung der Lebensqualität in Neureut Das Amt für Stadtentwicklung hat zur Einstimmung des Beteiligungsprozesses eine Online- Kurzumfrage gestartet, zu der 2 000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger einen Zu- gangscode erhielten. An der Ende Dezember/Anfang Januar durchgeführten Umfrage haben Ergänzende Erläuterungen Seite 4 254 Personen teilgenommen. Die Ergebnisse spiegeln insgesamt eine hohe Zufriedenheit mit der Situation in Neureut wider: 1.) Wie zufrieden sind Sie im Allgemeinen mit der Lebensqualität in Neureut? Die Lebensqualität in Neureut ist... sehr gut (36,9 %), gut (59,5 %), weniger gut (3,6 %). 2.) Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnumfeld – also den Verhältnissen der unmittelbaren Umgebung des Hauses? Sehr zufrieden (31,5 %), zufrieden (59 %), weniger zufrieden (8 %), nicht zufrieden (1,6 %). 3.) In jedem Stadtteil leben Menschen mit unterschiedlichen Interessen und Wünschen. Wie würden Sie das Zusammenleben der Menschen in Neureut alles in allem bewerten? Auf einer Skala von 1 (sehr harmonisch) bis 10 (sehr konfliktreich) wurde das Zusammenleben im Durchschnitt mit drei bewertet. 4.) Gibt es etwas, das Sie in Neureut vermissen oder das Ihnen nicht gefällt? Nein (31,3 %), Ja (68,7 %) – dies betrifft überwiegend die Bereiche Einkaufen/Nahversorgung, Verkehr/Parken, Adolf-Ehrmann-Bad, ÖPNV-Anbindung und Ausstattung, Sauber- keit/Erscheinungsbild, Post/Bank etc. 5.) Was ist für Sie das wichtigste Thema für die Zukunft Neureuts? Verkehr/Straßen/Ortseinfahrten/ÖPNV (32,1 %), Kinder/Jugendliche/Schule/Kita (13,1 %), Mit- einander/Stadtteilidentität/Zusammenwachsen/Integration (11,8 %) und weitere Themen mit Antwortanteilen von unter 10 Prozent. 6.) Haben Sie sich schon einmal ganz allgemein Gedanken über das Wohnen im Alter gemacht? Ja (75,8 %), Nein (24,2 %). Die Ergebnisse wurden für die einzelnen Stadtviertel ausgewertet und auf der Zukunftskonfe- renz am 18. Januar vorgestellt. Zukunftskonferenz am 18. Januar 2014 Mit der Zukunftskonferenz am 18. Januar 2014 wurde der Bürgerbeteiligungsprozess offiziell eingeleitet. Rund 150 interessierte Bürgerinnen und Bürger fanden sich zu dieser Ganztagesver- anstaltung in die Badnerlandhalle ein, um an der Zukunft Neureuts mitzuwirken. Die Teilnehme- rinnen und Teilnehmer diskutierten in acht selbstorganisierten Arbeitsgruppen die Handlungs- felder "Wohnen, Familie und Soziales", "Arbeit und Versorgung", "Stadtgestaltung und Frei- flächen", "Mobilität", "Energie und Nachhaltigkeit" sowie weitere Themen, die ihnen wichtig waren. Dabei ging es in erster Linie darum, die Themen für den weiteren Bügerbeteiligungspro- zess zu "setzen" und diese mit ersten Ideen und Zukunftsbildern zu hinterlegen. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 1. Zukunftswerkstatt am 29. März 2014 In der fünfstündigen Zukunftswerkstatt setzten rund 100 Neureuterinnen und Neureuter ihr Engagement im Rahmen der Stadtteilentwicklung Neureut 2020 fort. Neu in den Prozess einge- stiegen ist nach gezielter Ansprache eine Gruppe von Jugendlichen. Aufbauend auf den in der Zukunftskonferenz ausgedeuteten Themen ging es in einer ersten Arbeitsphase zunächst da- rum, die Vielzahl von Themen zu bündeln und zu priorisieren. Hierfür verteilten die Beteiligten jeweils bis zu fünf Klebepunkte auf unterschiedliche Themen. Im nächsten Arbeitsschritt wähl- ten sie mit jeweils einem Klebepunkt die Themen aus, die sie im Rahmen des eigenen Engage- ments weiterbearbeiten möchten. Daraus ergaben sich fünf Fokusgruppen: FG 1: Verkehrslenkung und Verkehrsberuhigung (inkl. ÖPNV, Rad- und Fußwege) FG 2: Freiflächenerhaltung/-nutzung/-umgestaltung (inkl. Freizeitflächen, Sauberkeit/Müll) FG 3: Generationenprojekte (inkl. Treffpunkte, Begegnungsstätten, Soziales Netzwerk, Neureut für die Bürger und medizinische Versorgung) FG 4: Schulstruktur/Bildungsangebote (inkl. Kinderbetreuung/Kita) FG 5: Jugendgruppe mit den Themen: Vereine, Mehrgenerationenwohnen und -projekte und Freizeitflächen. In diesen Gruppen wurden bereits erste Themenschwerpunkte bzw. Projekte ausgearbeitet, die im Rahmen des Prozesses weiter konkretisiert werden. Zu Themen und Projekten, die seitens der Bürgerschaft angeregt wurden, erfolgt eine Stellungnahme der Verwaltung. Somit werden auch die Themen weiterverfolgt, die im Rahmen des Beteiligungsprozesses nicht bearbeitet werden können. Außerdem fließen alle Anregungen in das Stadtteilentwicklungskonzept Neu- reut 2020 ein. 2. Zukunftswerkstatt am 28. Juni 2014 Die zweite Zukunftswerkstatt bildete den Auftakt für die Arbeit in den Fokusgruppen, zu der sich rund 70 Neureuterinnen und Neureuter einfanden. In den fünf Fokusgruppen wurden wei- tere Projektteams gebildet, so dass mehrere Projekte pro Fokusgruppe - insgesamt rund 20 Projekte - bearbeitet werden. In jedem Projekt gibt es einen Projektverantwortlichen. Mit Hilfe von Projektdatenblättern wurde die Gruppenarbeit strukturiert. Für jedes Projekt wurden Ziele definiert, die nächsten Arbeitsschritte benannt und Informationen und Fragen gesammelt, die für die Bearbeitung der Projekte benötigt werden. Die Projektgruppen arbeiten selbstorganisiert und selbstmoderiert und nehmen die Projektbearbeitung im weiteren Prozessverlauf weitge- Ergänzende Erläuterungen Seite 6 hend selbst in die Hand. Einige Projektgruppen treffen sich auch zwischen den offiziellen Betei- ligungsterminen. Fokusgruppensitzung am 24. Juli 2014 Rund 80 Neureuterinnen und Neureuter haben sich für die Mitarbeit in Projektgruppen einge- tragen. Etwa 50 Teilnehmende fanden sich am 24. Juli im Brunhilde-Baur-Haus ein und arbeite- ten an den Projekten weiter. Die Sitzung wurde durch eine kurze Führung durch die Räumlich- keiten des Mehrgenerationenhauses eröffnet, das vielen Teilnehmenden weitgehend unbekannt war, jedoch wichtige Funktionen im Stadtteil erfüllt und als Ort für ehrenamtliche Aktivitäten genutzt werden kann. Erstmals nahmen an der Sitzung auch Vertreterinnen und Vertreter ver- schiedener Fachämter teil. Öffentlichkeitsarbeit Die Bürgerbeteiligungsveranstaltungen werden per Pressemitteilung in den Neureuter Nachrich- ten und im allgemeinen Pressedienst beworben. Darüber hinaus werden Einladungen und Pro- tokolle an die rund 450 interessierten Neureuterinnen und Neureuter verschickt. Informationen zum Prozess, Termine und Protokolle sind auch im Internet unter www.karlsruhe.de/neureut abrufbar. Darüber hinaus ist der Stadtteilentwicklungsprozess Neu- reut 2020 auch bei Facebook präsent unter www.facebook.com/neureut2020. Mit 80 Follo- wers erweist sich dieser seitens der Stadtteilentwicklung neue Informationskanal als durchaus sinnvolle Maßnahme. Mit dem Auftritt bei Facebook wurde vor allem das Ziel verfolgt, jüngere und schwerer erreichbare Gruppen anzusprechen. Die Seite wird bislang lediglich zu Informati- onszwecken genutzt, nicht als Austausch- und Kommunikationsplattform. Der Betreuungsauf- wand der Seite ist daher relativ gering. Wie geht es weiter? Die Projekte sollen im weiteren Prozessverlauf bis Ende dieses Jahres so weit konkretisiert wer- den, dass sie möglichst zeitnah umgesetzt werden können. Sie finden Eingang in das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Neureut 2020 und werden damit die künftige Entwicklung des Stadtteils wesentlich mitbestimmen. Das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Neureut 2020 berücksichtigt aber auch verwaltungsrelevante Vorhaben und Maßnahmen und formuliert Stra- tegien zur künftigen Entwicklung Neureuts. Die Erstellung des Integrierten Stadtteilentwick- lungskonzepts Neureut 2020 erfordert daher einen intensiven Abstimmungsprozess innerhalb der Verwaltung. Ergänzende Erläuterungen Seite 7 Das „Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Neureut 2020“ wird dem Ortschaftsrat Neureut und dem Karlsruher Gemeinderat im Sommer 2015 als Handlungsempfehlung vorgelegt. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt den Kurzbericht zum Stadtteilentwicklungsprozess Neureut zur Kenntnis. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 9. Oktober 2014
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Extrahierter Text
NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 3. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 21. Oktober 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 16. Punkt 10 der Tagesordnung: Stadtteilentwicklungsprozess Neureut 2020 Vorlage: 2014/0165 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt den Kurzbericht zum Stadtteilentwicklungsprozess Neureut zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Einstimmige Zustimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 10 zur Behandlung auf: Sie möchten gleich abstimmen. Herr Stober ist auch einverstanden, wenn alle mit der gelben Karte sagen, dass sie das toll finden. Herr Stober, machen Sie weiter so - mit uns natürlich. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 12. November 2014