Sicherung Kleingartenanlagen
| Vorlage: | 2014/0146 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 17.09.2014 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Südstadt |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 21.10.2014
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Keine Angabe
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom: 12.09.2014 eingegangen: 12.09.2014 Gremium: 3. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 21.10.2014 2014/0146 31 öffentlich Dez. 6 Sicherung Kleingartenanlagen A. Wie ist der Stand des Kleingartenentwicklungsplanes? Es gibt keinen separaten Kleingartenentwicklungsplan, sondern er stellt eine Komponente des Landschaftsplanes dar. Alle im Landschaftsplan bzw. im Flächennutzungsplan dargestellten Dauer- kleingartenanlagen sind damit planungsrechtlich gesichert. Der Landschaftsplan wird derzeit fortge- schrieben. Bei einigen Kleingartenanlagen gibt es allerdings im gegenwärtigen Flächennutzungsplan konver- gierende Entwicklungsziele, wie z. B. bei dem Kleingartenverein Fasanengarten, bei einer Teilfläche des Kleingartenvereines Exerzierplatz sowie einer Teilfläche des Kleingartenvereines Seewiese. B. Welche innovativen Nutzungskonzepte von Kleingartenanlagen, die zur Nutzungsvielfalt beitragen und eine Bereicherung bei der Einordnung dieser Grünflächen in die städtebau- liche Flächennutzungs- und Landschaftsplanung darstellen, werden in Karlsruhe erarbei- tet? Generell funktioniert das Kleingartenwesen in Karlsruhe sehr gut. Es gibt daher auch keinen Bedarf, dieses zu verändern. Neue, interessante urbane Nutzungsformen des Gärtnerns wurden in den letz- ten Jahren angeregt. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Aktivitäten, die auf Nutzungen in Kleingartenanlagen abzielen. Vielmehr geht es beim sog. "Urban Gardening" um gemeinschaftli- ches, auch interkulturelles Gärtnern auf öffentlichen Flächen. Solchen Ideen gegenüber ist die Ver- waltung aufgeschlossen. So konnte 2013 eine Gartenfläche beim Schloss Gottesaue südlich des Marstallgebäudes mit Unterstützung des Gartenbauamtes angelegt werden. Im Sommer 2014 wurde ein weiteres Projekt in der neuen Südstadt-Ost in der Rahel-Strauss-Straße gegründet. Der- zeit wird gerade eine weitere Projektidee eines Gemeinschaftsgartens geprüft. Bei solchen innovati- ven Projektideen ist die Verwaltung immer unterstützend und beratend tätig. C. Auf den Wartelisten der Vereine stehen nach Aussage des Bezirksverbandes der Garten- freunde ca. 1 300 Bewerber. Was wird von Seiten der Stadt unternommen, die Anzahl der bestehenden Kleingärten zu sichern bzw. bedarfsgerecht auszubauen? In der Tat gibt es eine Warteliste von Interessenten. Die Zahl von 1 300 Personen erscheint auf den ersten Blick sehr dramatisch. In der Realität ist dies aber eine dynamische Zahl. Im jahreszeitlichen Verlauf kommt ein Großteil der Interessenten zum Zuge und erhält eine frei werdende Parzelle, an- dererseits kommen neue Interessierte hinzu. Aus der Website des Bezirksverbandes der Garten- freunde e. V. werden in der Kleingartenbörse freie Parzellen angeboten. Aktuell sind dort zum Bei- spiel 50 freie Gärten gelistet. Weitere Kleingartenparzellen stehen in Karlsruhe über die Bahnland- Seite 2 wirtschaft als Verpächter zur Verfügung. Selbstverständlich sind je nach Kleingartenanlage die War- tezeiten unterschiedlich. Für innenstadtnahe Parzellen sind die Wartezeiten u. U. höher als für peri- phere Lagen, mitunter können Anfragende jedoch auch sofort einen Garten anpachten. Im Hinblick auf künftigen Bedarf sind im Landschaftsplan auch weitere Dauerkleingartenanlagen dargestellt. Aktuell wird jedoch von Seiten der Verwaltung kein Bedarf gesehen, neue Kleingärten zu realisie- ren.
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom 12.09.20214 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 3. Plenarsitzung Gemeinderat 21.10.2014 2014/0146 31 öffentlich Sicherung Kleingartenanlagen A. Wie ist der Stand des Kleingartenentwicklungsplanes? B. Welche innovativen Nutzungskonzepte von Kleingartenanlagen, die zur Nutzungsvielfalt beitragen und eine Bereicherung bei der Einordnung dieser Grünflächen in die städtebauliche Flächennutzungs- und Landschaftsplanung darstellen, werden in Karlsruhe erarbeitet? C. Auf den Wartelisten der Vereine stehen nach Aussage des Bezirksverbandes der Gartenfreunde ca. 1 300 Bewerber. Was wird von Seiten der Stadt unternommen, die Anzahl der bestehenden Kleingärten zu sichern bzw. bedarfsgerecht auszubauen? Kleingärten geben den Familien in der Stadt die Möglichkeit, die Natur mit allen Sinnen zu erleben und die Jahreszeiten aktiv zu spüren. Die Arbeit im Kleingarten ist ein idealer Ausgleich für stressbelastete Menschen. Aber nicht nur für die Kleingartenpächter, sondern für alle sind und werden Kleingartenanlagen immer wichtiger. Sie erzeugen Unmengen von Sauerstoff, binden Staub, befeuchten und kühlen die Luft und tragen dadurch erheblich zur Verbesserung des innerstädtischen Klimas bei und können sogar die Gesundheit fördern. Hierzu ein Zitat von Prof. Dipl.-Ing. Robert Mürb, Gartenoberbaudirektor a. D., aus seinem Referat „Langfristige Sicherung des Kleingartenwesens als Fundament für die Erhaltung des Grüns durch Kleingartenentwicklungskonzepte“, das er im Rahmen des Kleingartenkongresses 2014 in Kassel hielt: „In den letzten Jahrzehnten haben sich umweltbedingte Gesundheitsschäden in einem nie gekannten Ausmaß vergrößert. Die Folge davon ist, ein erschreckendes Anwachsen der Kosten, die für Krankenhäuser, ärztliche Leistungen und Arzneien zur Verfügung gestellt werden müssen. Es ist interessant, dass in der Diskussion um eine Kostensenkung als Ursache dieser Kostenexplosion die gestiegenen Personalkosten, die hohe Inanspruchnahme hochentwickelter Apparaturen, die zu großen Arzneimittelpackungen und viele andere Ursachen eine Rolle spielen. Die Hauptursache, Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ nämlich die ungesunde Lebensweise, die Einflüsse von modernen Bauweisen, städtebauliche Situationen, Industrie, der Straßenverkehr u. a. werden kaum in diesen Zusammenhang gebracht. Interessant ist auch, dass die Luftverschmutzung in der Diskussion um das Waldsterben als Hauptursache genannt werden, aber im Zusammenhang mit menschlicher Gesundheit spielen sie bis jetzt eine untergeordnete Rolle. Auch Fragen der Bewegungsarmut werden zwar als Ursache für manche Krankheiten erkannt, aber als Ausgleich wird vordergründig sportliche Betätigung und nur selten eine Bewegung bei Gartenarbeit gesehen. Erkenntnisse, dass Kleingärten Krankenhausbetten ersetzen bzw. deren Bedarf verringern können, sind Insidern bekannt, aber in das allgemeine Bewusstsein, insbesondere in den politischen Gremien hat dieses Argument noch nicht durchgeschlagen. Selbst aufgeschlossene politische Gremien, die sich für den Ausbau von Kleingartenanlagen einsetzen, sehen nicht diesen Zusammenhang. Eine Untersuchung, die das sportwissenschaftliche Institut der Universität Frankfurt vor einigen Jahren durchgeführt hat, zeigt sehr deutlich, dass sich auf einem Hektar Kleingartenfläche weit mehr Menschen erholen als auf einem Hektar Sportfläche. Dennoch ist eine Kleingartenanlage in den Augen weiter Kreise der Bevölkerung nach wie vor eine Fläche für wenige Privilegierte, während die Sportanlagen, wie Befragungen immer wieder zeigen, eher als allgemein zugänglich empfunden werden“. Auch wird der Kleingarten als wichtiger Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten ist in unseren Städten meist noch zu wenig anerkannt, denn immer wieder sind Kleingarten- und Gartenanlagen in ihrer Existenz bedroht, wie das jüngste Beispiel der Gartenanlage an der Stuttgarter Straße zeigt. unterzeichnet von: Jürgen Wenzel Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 9. Oktober 2014
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 3. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 21. Oktober 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 38. Punkt 31 der Tagesordnung: Sicherung Kleingartenanlagen Anfrage des Stadtrats Jürgen Wenzel (FW) vom 12. September 2014 Vorlage: 2014/0146 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 31 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 13. November 2014