Bestandsaufnahme Bürgerzentren in den Stadtteilen

Vorlage: 2014/0102
Art: Beschlussvorlage
Datum: 12.09.2014
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Palmbach, Rintheim, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt, Wolfartsweier

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 21.10.2014

    TOP: 7

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Bestandsaufnahme BZ_neuI
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 3. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 21.10.2014 2014/0102 7 nichtöffentlich Dez. 2 Bestandsaufnahme Bürgerzentren in den Stadtteilen Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 07.10.2014 5 vorberaten Gemeinderat 21.10.2014 7 genehmigt Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat nimmt nach Vorberatung im Hauptausschuss die Bestandsaufnahme zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung: a) die bestehenden Bürgerzentren und Treffpunkte in den Stadtteilen Südstadt, Oststadt, Mühlburg, Oberreut, Rintheim und Neureut zu unterstützen und im Sinne der Konzeption Bürgerzentren inhaltlich weiterzuentwickeln und ab 2015 Mietzuschüsse für die Südstadt (15.000 €), Oststadt (12.000 €), Mühlburg (32.138,50 €) und Rintheim (7.200 €) in Höhe von zusammen 66.338,50 € (wie bereits 2014) zu gewähren. b) in den anderen Stadtteilen interessierte Gruppen bei der Realisierung eines Bürgerzentrums in- tensiv zu unterstützen und für weitere sechs bis acht Stadteile, wie z. B. Daxlanden, Nordwest- stadt, Knielingen etc., für 2015 Mietzuschüsse in Höhe von ca. 184.000 €, für 2016 von ca. 284.000 € einzuplanen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 2014: 66.338,50 € 2015: ca. 250.000 € 2016: ca. 350.000 € ff. 2014: 66.338,50 € 2015: ca. 250.000 € 2016: ca. 350.000 € ff. Haushaltsmittel stehen teilweise zur Verfügung Kontierungsobjekt: PSP-Element: 1.120.51.10.01.02 Kontenart: 43180000 Ergänzende Erläuterungen: Die Haushaltsmittel für 2014 stehen im DHH 2013/2014 zur Verfügung. Für den DHH 2015/2016 sind die oben genannten Mittel angemeldet. ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Sozialer Zusammenhalt und Bildung Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Bestandsaufnahme Bürgerzentren 1. Zusammenfassung Der Hauptausschuss hat in seiner Sitzung am 15. Oktober 2013 die Verwaltung beauftragt, in einer Bestandsaufnahme den Bedarf und die Potenziale für die Einrichtung von Bürgerzentren in den Stadtteilen zu erheben. Gleichzeitig wurden in dem Beschluss für Bürgerzentren die folgen- den Ziele benannt: - Bürgerzentren können Teil einer kommunalen, präventiv ausgerichteten Sozialpolitik sein. - Sie sollen bei der Bewältigung des demografischen Wandels helfen, indem sie Eigenverantwor- tung, gegenseitige Hilfeleistungen, Integration und bürgerschaftliches Engagement stärken und den Zusammenhalt im Stadtteil fördern. - Sie sind als Orte des Miteinanders offen für alle Bürgerinnen und Bürger eines Stadtteils. Be- sondere Aufmerksamkeit ist auf die Einbeziehung von Familien mit Kindern, von Alleinstehen- den, von älteren Menschen sowie von Personen mit Migrationshintergrund zu legen. - Sie verbinden selbst organisierte und bürgerschaftliche Aktivitäten mit professionellen Ange- boten und Dienstleistungen (zum Beispiel Frühe Hilfen, Sozialberatung, Seniorenberatung, Alt und Jung Hand in Hand etc.). Dabei sollen sie mit Einrichtungen und Initiativen im Stadtteil vernetzt arbeiten. In erster Linie geht es darum, vorhandene Angebote und Strategien zusammenzuführen, um eine bessere Wirkung für die Stadtteilbevölkerung zu erreichen. Auch unter Kostenaspekten geht es nicht darum, neue aufwendige Angebote zu schaffen. So gilt es vorrangig, in Stadttei- len, in denen bereits geeignete Sozial- bzw. Bildungseinrichtungen vorhanden sind, diese als Bürgerzentren weiterzuentwickeln. Mögliche Aufgaben eines Bürgerzentrums: - Stätte der Begegnung - für alle Lebensalter und Kulturen, für bürgerschaftlich organisierte Aktivitäten, Selbsthilfe und gegenseitige Unterstützung, für kulturelle Aktivitäten und als offe- ner Treff, - Förderung des bürgerschaftlichen Engagements - zum Beispiel Alt und Jung Hand in Hand, Ältere für Ältere, niedrigschwellige Unterstützung von Hilfe- und Pflegebedürftigen, - Ort gelebter Integration - soziale Integration unterschiedlicher Lebensalter und Kulturen, Ab- bau von Anonymität und Vereinzelung, - Koordinierung und Unterstützung sozialer Anliegen der Bevölkerung - Stärkung der Identifika- tion mit dem Stadtteil, Prävention von sozialer Ausgrenzung, - Vernetzung von Initiativen, Organisationen und Hilfsangeboten sowie von Bürgerinnen und Bürgern, - Bewegungs- und Ernährungszentrum - Anlaufstelle für Informationen in Kooperation mit Krankenkassen, Sportvereinen, Ernährungsberatung, - Bildung - Schwerpunkt „Alltagsbildung“, Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung. Ein Bürgerzentrum kann ein individuelles Profil und eigene Schwerpunkte entwickeln, muss jedoch grundlegende Kriterien erfüllen, um eine städtische Förderung zu erhalten. Folgende Kriterien zur Gewährung einer Förderung hat der Hauptausschuss am 15. Okto- ber 2013 beschlossen: Bürgerzentren können durch inhaltliche Beratung und Mietkostenzu- schüsse unterstützt werden. Unverzichtbare Voraussetzungen dafür sind der Wunsch, die Initia- tive und die Mitarbeit der Stadtteilbevölkerung. Träger eines Bürgerzentrums kann ein Bürger- verein, ein Trägerverein, eine Institution oder ein Zusammenschluss von freien Trägern und Ver- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 einen sein. Die Konzeption für ein Bürgerzentrum ist eng mit der Stadtverwaltung und den Akt- euren im Stadtteil abzustimmen, um vorhandene räumliche und personelle Ressourcen und Bedarfe einzubeziehen. Ein Zuschuss kann gewährt werden, wenn ein Verein, Bürgerverein oder ein sonstiger Träger ein Bürgerzentrum ehrenamtlich oder durch anderweitig finanzierte Projekte und Institutionen (zum Beispiel Wohlfahrtsverbände, Vereine, Krankenkassen, Volkshochschule, eingeworbene Pro- jektmittel etc.) oder - im Falle eines sonstigen Trägers - auf eigene Kosten betreiben will und ein dauerhaft tragfähiges Nutzungskonzept einreicht, das die folgenden Kriterien erfüllt. Über ent- sprechende Anträge entscheidet der Hauptausschuss bzw. der Gemeinderat. Nachzuweisende Kriterien für eine Förderung als Bürgerzentrum Frühzeitige Abstimmung mit der Stadtverwaltung, um vorhandene Ressourcen und Bedarfe im Stadtteil zu prüfen Verlässliche Trägerschaft für das Bürgerzentrum durch einen neu gegründeten Ver- ein, den Bürgerverein oder eine andere Trägerkonstruktion Erarbeitung eines im Stadtteil abgestimmten Konzepts mit wichtigen Akteuren der Stadtteilgesellschaft inkl. Bürgerverein bzw. Ortsverwaltung Stätte der Begegnung (mind. 2 der nachfolgenden 4 Kriterien): - Angebote für unterschiedliche Alters- und Zielgruppen - Kooperationen mit sozialen oder kulturellen Einrichtungen - Kooperationen mit Gewerbetreibenden - Offener Treff für alle, offen für neue Initiativen, Projekte, Zielgruppen Ort gelebter Integration zur Stärkung des Miteinanders in der Stadtteilgesellschaft - Angebote zur Förderung der Integration - Angebote zur Förderung des Miteinanders (Alt + Jung, Familien + Senioren, verschiedene Herkunftsländer) Förderung bürgerschaftlichen Engagements Belegungsplan mit geplanten Nutzungen für die ersten Monate (mind. 2 - 5 regel- mäßige Termine pro Woche für die Anfangsphase) Räumlichkeiten zur Miete: Miethöhe und Mietnebenkosten inkl. Reinigung Prüfung von Lage, Zugänglichkeit, ÖPNV-Anbindung, Stellplatzsituation Konditionen für die Untervermietung der Räume (wenn Untervermietung vorgese- hen ist) Träger eines Bürgerzentrums legen der Verwaltung jährlich einen Jahresbericht über die Aktivitäten inklusive einer Einnahmen-Ausgaben-Übersicht vor. Dieser Bericht stellt die Grundlage für die Entscheidung der weiteren Förderung dar. Au- ßerdem legt die Verwaltung dem Gemeinderat nach vier Jahren einen Bericht zur Evaluation der Bürgerzentren vor. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob die darge- stellten Kriterien sachgerecht sind. Ergebnisse der Bestandsaufnahme Die Situation in den Stadtteilen im Hinblick auf vorhandene Treffpunkte und Bedarfe ist sehr vielschichtig: 1.) In einigen Stadtteilen bestehen bereits Bürgerzentren oder Treffpunkte, wie in der Südstadt, Oststadt, Mühlburg, Oberreut, Rintheim und Neureut. Diese sind historisch unterschiedlich gewachsen und werden nach unterschiedlichen Fördermodalitäten von der Stadt bezu- schusst. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 2.) In Daxlanden gibt es konkrete Pläne für ein Bürgerzentrum. 3.) Es gibt Stadtteile mit starkem Interesse an einem Bürgerzentrum, 4.) Stadtteile mit unterschiedlich ausgeprägtem Interesse an einem Bürgerzentrum und 5.) Stadtteile, die derzeit keinen Bedarf an einem Bürgerzentrum/Bürgertreff haben. zu 1.) Stadtteile mit bereits bestehenden Bürgerzentren oder Treffpunkten Südstadt: Das Bürgerzentrum Südwerk wurde auf einen Beschluss des Gemeinderats hin gegründet und wird als GmbH geführt. Gebäude und Grundstück gehören der Stadt, die GmbH bezahlt einen ermäßigten Erbbauzins. Von den fünf Vereinen, die die Südwerk GmbH gegründet haben, sind heute noch vier als Gesellschafter der GmbH vertreten: die Bürger-Gesellschaft Südstadt e. V., der Tanzsportclub Astoria e. V., der Karlsruher Carnevals Club e. V. und Südstadt Inside e. V. Hauptnutzer des Südwerks ist der Tanzsportclub Astoria. Die Bürger-Gesellschaft möchte das Südwerk mehr als bislang als Ort für bürgerschaftliche Veranstaltungen etablieren. Da die Süd- werk GmbH Gelder für Erbbauzinsen sowie für Kreditverbindlichkeiten erwirtschaften muss, ist sie auf Einnahmen angewiesen. Am besten gelang dies in der Vergangenheit durch Vermietung des großen Saals an externe Nutzer. Um die Abhängigkeit der Betreiber von externen, teilweise lärmintensiven Veranstaltungen reduzieren zu können, beschloss der Gemeinderat, für den DHH 2013/2014 einen Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro pro Jahr vorzusehen. Zuschussbedarf für 2015/2016: 15.000 Euro p. a. Oststadt: Das Stadtteilbüro Oststadt ist aus dem Soziale-Stadt-Prozess Oststadt hervorgegangen. Es dient als Treffpunkt für unterschiedliche Gruppen und Institutionen sowie als Gesprächs-Plattform des Oststadt-Forums. Träger des Stadtteilbüros ist der Bürgerverein Oststadt e. V., der das Stadtteil- büro ehrenamtlich betreibt. Zuschuss in 2014: 12.000 Euro Zuschussbedarf für 2015/2016: 12.000 Euro p. a. Mühlburg: Im Zuge des Bürgerbeteiligungsprozesses zum Programm "Soziale Stadt" Mühlburg hat sich der Verein Bürgerzentrum Mühlburg gegründet, der derzeit Räume im Bau 2 der ehemaligen Sel- deneck'schen Brauerei angemietet hat und diese ehrenamtlich als Bürgerzentrum betreibt. Ziel des Vereins Bürgerzentrum ist ein gemeinsamer Standort für das Bürgerzentrum und die Stadt- teilbibliothek Mühlburg, mit der bereits jetzt kooperiert wird. Zu diesem Zweck plant die Volks- wohnung einen Neubau in der Weinbrennerstraße für die Stadtteilbibliothek und das Bürger- zentrum. Derzeit läuft das Bebauungsplanverfahren für das Vorhaben. Zuschuss in 2014: 32.138,50 Euro, Zuschussbedarf für 2015: 32.138,50 Euro, Zuschussbedarf für 2016: 32.138,50 Euro, falls das Bürgerzentrum weiterhin im Bau 2 der ehemaligen Seldeneck'schen Brauerei bleibt. Bei einem Umzug in ein neu gebautes Bürgerzent- rum wird sich die Miete erhöhen. Rintheim: Im Stadtteilentwicklungsprozess "Soziale Stadt Rintheimer Feld" wurde der Bedarf für einen Bürgertreff artikuliert. Der Bürgerverein Rintheim nutzt seit Juni 2013 Räumlichkeiten der Dia- konie im "Startpunkt Familienzentrum" in Untermiete als Bürgertreff für ehrenamtliche Aktivitä- ten aller Altersgruppen. Die Kosten für Miete, Mietnebenkosten und Reinigung werden analog der Nutzung zu zwei Dritteln von der Diakonie und zu einem Drittel vom Bürgerverein getragen, der dafür einen Zuschuss der Stadt erhält. Zuschuss in 2014: 7.200 Euro Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Zuschussbedarf für 2015/2016: 7.200 Euro p. a. Oberreut: Das Jugend- und Begegnungszentrum "Weiße Rose" (Träger: Stadtjugendausschuss) wird vom Bürgerverein als Oberreuter Bürgerzentrum betrachtet, das für alle Bevölkerungsgruppen offen ist. Die Weiße Rose macht mit einem hauptamtlich arbeitenden Team Angebote für unter- schiedliche Altersgruppen und Gruppierungen. Neben einem Startpunkt Familienzentrum gibt es unter anderem auch eine AWO-Begegnungsstätte im Haus. Die Räumlichkeiten können auch für private Anlässe gemietet werden. Der Betrieb ist gesichert durch die Trägerschaft des Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe. Neureut: Das Mehrgenerationenhaus Brunhilde-Baur in Neureut ist ein Ort der Begegnung für alle Gene- rationen und Treffpunkt für Initiativen und Vereine. Neben Programmangeboten für verschie- dene Bevölkerungsgruppen gibt es einen täglichen Mittagstisch. Das Brunhilde-Baur-Haus wird über das Mehrgenerationenhaus-Programm des Bundesfamilienministeriums finanziert. Die Fi- nanzierung ist für die Jahre 2015 und 2016 gesichert. Die Finanzierung beinhaltet auch eine Koordinierungsstelle im Umfang von zehn Wochenstunden. Ferner erhält das Brunhilde-Baur- Haus Mittel aus dem Haushalt der Sozial- und Jugendbehörde der Stadt Karlsruhe. Der Betrieb ist gesichert durch die Trägerschaft der Hardtstiftung. Empfehlung: Bei den unter 1.) genannten Stadtteilen Südstadt, Oststadt, Mühlburg, Oberreut, Rintheim und Neureut empfiehlt die Verwaltung, die bestehenden Bürgerzentren und Treffpunkte weiter zu fördern und im Sinne der Konzeption Bürgerzentren fortzuentwickeln. Dies impliziert je nach Bürgerzentrum unter anderem folgende Maßnahmen: Unterstützung des Ausbaus bürger- schaftlicher Aktivitäten, Unterstützung beim Betrieb und bei der Angebotsgestaltung vor Ort und - wo notwendig - bei der Entwicklung eines Betriebskonzeptes, Unterstützung bei der Ent- wicklung von Ehrenamtsstrukturen sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit und bei der Gewinnung von Drittmitteln für besondere Projekte. Am Ende eines jeden Förderjahres ist - bis auf Oberreut und Neureut - ein Tätigkeitsbericht vorzulegen, der die Grundlage für die Entscheidung der wei- teren städtischen Förderung ist. Für die unter 1.) genannten Bürgerzentren/Treffpunkte ist - legt man die derzeit geltenden För- dermodalitäten zugrunde - insgesamt von folgenden Zuschussbedarfen auszugehen: Zuschuss für 2014: 66.338,50 Euro Zuschussbedarf für 2015: 66.338,50 Euro Zuschussbedarf für 2016: 66.338,50 Euro zu 2.) Stadtteile mit konkreten Plänen für ein Bürgerzentrum Daxlanden In Daxlanden hat der Caritasverband für das Begegnungszentrum im Seniorenzentrum St. Va- lentin einen mit dem Bürgerverein Daxlanden abgestimmten Antrag auf Förderung als Bürger- zentrum bei der Stadtverwaltung Karlsruhe eingereicht. Das Begegnungs- und Beratungszent- rum wurde in dem neu gebauten Seniorenzentrum sowohl als interne Verbindung in der Senio- renwohnanlage als auch als externes Bindeglied in den Stadtteil Daxlanden konzipiert. Zu dem Begegnungszentrum gehören ein Café/Bistro sowie ein Raum für ca. 20 Personen. Eine Quar- tiersmanagerin kümmert sich um die Entwicklung des Quartiersansatzes des Seniorenzentrums und koordiniert die Aktivitäten im Begegnungs- und Beratungszentrum. Darüber hinaus betreibt Ergänzende Erläuterungen Seite 6 der Caritasverband das Quartiersbüro "WILLkommen - Nachbarschaft in Kontakt" in der Pap- pelallee (Rheinstrandsiedlung) als Anlaufstelle für ältere Menschen mit verschiedenen Bera- tungsangeboten. Das Quartiersbüro dient darüber hinaus auch als generationenübergreifender Ort der Begegnung und als Knotenpunkt bürgerschaftlicher und nachbarschaftlicher Hilfen. Empfehlung: Die Verwaltung wird den Caritasverband bei der Entwicklung eines Bürgerzentrums in St. Valen- tin weiter unterstützen. Zuschussbetrag für Daxlanden in 2015/2016: noch zu prüfen zu 3.) Stadtteile mit starkem Interesse an einem Bürgerzentrum In der Nordweststadt und in Knielingen haben die Bürgervereine ein starkes Interesse, ein Bür- gerzentrum in ihrem Stadtteil zu betreiben und haben hierfür auch bereits konzeptionelle Über- legungen angestellt. Die Verwaltung schlägt für die Nordweststadt vor, die Wünsche nach ei- nem Bürgerzentrum in die 2016 beginnende Stadtteilrahmenplanung einzubringen. Da es in diesem Stadtteil nur wenige Treffpunkte für die Bevölkerung gibt, wäre hier außerdem eine kleinere Übergangslösung, etwa in einem Ladengeschäft, denkbar. In Knielingen gibt es aktuell mehrere Räumlichkeiten, die für die Entwicklung eines Bürgerzentrums in Frage kommen könn- ten. Die Verwaltung schlägt vor, den Bürgerverein bei der weiteren Konkretisierung des Vorha- bens zu unterstützen. Empfehlung: Die Verwaltung wird die Bemühungen in diesen Stadtteilen konzeptionell unterstützen. zu 4.) Stadtteile mit unterschiedlich ausgeprägtem Interesse an einem Bürgerzentrum In den weiteren Stadtteilen ist das Interesse an einem Bürgerzentrum unterschiedlich ausge- prägt: In mehreren Stadtteilen stehen die Überlegungen noch am Anfang. So wird seitens eini- ger Bürgervereine und Ortsverwaltungen - zum Beispiel in der Waldstadt, Hohenwettersbach, Nordstadt - ein Bürgerzentrum gewünscht, allerdings ist der genaue Bedarf noch zu ermitteln und eine inhaltliche Konzeption zu erarbeiten. In manchen Stadtteilen - zum Beispiel in Grünwinkel, Weiherfeld-Dammerstock - besteht der Wunsch nach eher kleineren Räumlichkeiten, die von der Bürgerschaft und von Vereinen ge- nutzt werden können. Dabei ist teilweise noch zu klären, ob solche kleineren Räume ehrenamt- lich betrieben werden können. Einige Stadtteile, wie beispielsweise die Innenstadt-West, Südweststadt und Durlach, verfügen wiederum über eine Vielzahl von Einrichtungen, die Teilaspekte eines Bürgerzentrums abdecken (z. B. Startpunkt Familienzentren, Jugendtreff, Seniorenbegegnungsstätte, Pflegeheim mit öf- fentlichem Mittagstisch etc.). Diese gewachsenen Strukturen lassen sich nicht nachträglich in einem Bürgerzentrum zentralisieren. Zielführend erscheint in diesen Stadtteilen vor allem die Vernetzung der Akteure sowie eine bessere Bekanntmachung und Abstimmung der Angebote. In einigen Fällen kann auch eine punktuelle Erweiterung der Angebote sinnvoll sein. Empfehlung: Die Verwaltung wird die Bedarfserhebung in einigen Stadtteilen noch vertiefen und interessierte Gruppen bei der Entwicklung einer Konzeption für ein Bürgerzentrum bzw. für einen Bürger- treff unterstützen. Ergänzende Erläuterungen Seite 7 Übersicht über voraussichtliche Finanzbedarfe aus Punkt 2, Punkt 3 und Punkt 4 Für den Fall, dass sechs bis acht Stadtteile, wie zum Beispiel Daxlanden (Punkt 2), die Nordwest- stadt und Knielingen (Punkt 3) sowie weitere Stadtteile (Punkt 4), zuschussfähige Anträge vor- legen, geht die Verwaltung von folgendem geschätzten Zuschussbedarf in 2015 und 2016 aus: Zuschussbedarf für 2015: ca. 184.000 Euro Zuschussbedarf für 2016: ca. 284.000 Euro zu 5.) Stadtteile, die derzeit keinen Bedarf an einem Bürgerzentrum haben In den Stadtteilen Stupferich und Wolfartsweier wird nach Aussage der Ortsverwaltungen auf- grund der vor Ort bereits vorhandenen Angebote kein Bürgerzentrum/Bürgertreff benötigt. Einschätzung aus Sicht der Bürgervereine und Ortsverwaltungen sowie weiterer Ge- sprächspartnerinnen und -partner Die Mehrzahl der Bürgervereine sieht sich nicht in der Lage, ein Bürgerzentrum ehrenamtlich zu betreiben. Vor allem in der Karlsruher Innenstadt mit hoher Bevölkerungsfluktuation, über- durchschnittlichem Migrantenanteil und wenig ausgeprägtem Vereinsleben sind kaum Potenzia- le für einen ehrenamtlichen Betrieb erkennbar. Die Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgerverei- ne (AKB) sieht im ehrenamtlichen Betrieb eines Bürgerzentrums eine Überforderung der Bürger- vereine. Darüber hinaus regt die AKB an, im Karlsruher Stadtgebiet einige größere Bürgerzen- tren mit hauptamtlichem Personal zu schaffen, in den übrigen Stadtteilen dagegen kleinere Bürgertreffs einzurichten, in denen sich Gruppen treffen können, wie beispielsweise derzeit im Oststadtbüro. Auch für die kleineren Bürgertreffs ist nach Meinung der AKB in gewissem Um- fang eine hauptamtliche Unterstützung wünschenswert. Auch die Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher der Stadtteile mit Ortsverfassung sind der Mei- nung, dass für den Betrieb eines Bürgerzentrums eine Kombination aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften erforderlich ist. Idealerweise sollte nach Einschätzung der Ortsvorstehe- rinnen und Ortsvorsteher die Koordination der Aktivitäten durch die Ortsverwaltung erfolgen, allerdings wäre auch hierfür Personal erforderlich. Weitere Gesprächspartnerinnen und -partner aus Vereinen und Verbänden sehen einen rein ehrenamtlichen Betrieb ebenfalls kritisch. 2. Vorgehen bei der Bestandaufnahme und Bedarfserhebung Die Bestandsaufnahme und Bedarfserhebung erfolgte im Wesentlichen in zwei aufeinander aufbauenden Schritten: Zum einen wurden für alle Stadtteile das Erfahrungswissen, die Ein- schätzungen und Kenntnisse der Arbeitsbereiche der Sozial- und Jugendbehörde aufgenom- men. Mit Vertreterinnen und Vertretern des Schul- und Sportamtes, des Seniorenbüros, des Sozialen Dienstes, des Stadtjugendausschusses sowie einzelner Verbände fanden stadtteilüber- greifende Gespräche statt. Entsprechend den Rückmeldungen fanden Gespräche mit den jewei- ligen Bürgervereinen bzw. den Ortsverwaltungen und weiteren Akteuren in den Stadtteilen statt, um vorhandene Ansätze und Ressourcen im Stadtteil sowie die Bereitschaft zum Betrieb eines Bürgerzentrums zu identifizieren und um eine Bedarfseinschätzung der Akteure vor Ort zu gewinnen. Bei allen Gesprächen standen folgende Fragen im Mittelpunkt: 1. Gibt es fachlich nicht abgedeckte Bedarfe im Stadtteil? Ergänzende Erläuterungen Seite 8 2. Welche Schlüsselakteure sollten im jeweiligen Stadtteil zum Thema Bürgerzentrum angespro- chen werden? 3. Welche Institutionen kommen als Träger oder Partner für ein Bürgerzentrum in Frage? 4. Gibt es Raumoptionen für ein Bürgerzentrum? 5. Sind neue Projekte im Stadtteil geplant, die für die Ausgestaltung eines Bürgerzentrums rele- vant sein könnten? Um alle Bürgervereine zunächst auf einen einheitlichen Informationsstand zu bringen, hat die Verwaltung am 15. Januar 2014 das Konzept zur Förderung von Bürgerzentren beim 8. Koope- rationsgespräch mit den Karlsruher Bürgervereinen vorgestellt und das Vorgehen bei der Be- standsaufnahme erläutert. In den Stadtteilen wurde anschließend Kontakt mit relevanten Akt- euren (z. B. Bürgervereinsvorsitzende, Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Verbände und sozialer Einrichtungen) aufgenommen. Dabei wurden sowohl Einzelgespräche als auch Gesprä- che mit mehreren Beteiligten geführt. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass das "Konzept zur Förderung von Bürgerzentren" von allen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern mit großem Interesse und sehr positiv aufge- nommen wurde. Mehrere Sozialverbände berichteten auch von eigenen Ansätzen, die bereits Teilfunktionen eines Bürgerzentrums in ihren jeweiligen Konzepten abbilden. Ergänzende Erläuterungen Seite 9 3. Bestandsaufnahme in den Stadtteilen 3.1 Stadtteile mit bestehenden Bürgerzentren oder Treffpunkten Bestandsaufnahme Südstadt Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 18.333 - Neubaugebiet Südstadt-Ost mit ca. 2.800 Wohneinheiten; Bautätigkeit ist noch nicht abge- schlossen - Multikulturelle Bevölkerungsstruktur mit überdurchschnittlich hohen Anteilen an Alleinerzie- henden, Erziehungshilfefällen, Transferleistungsempfängern, Arbeitslosen - Wenig Angebote für Seniorinnen und Senioren - Wenig Aufenthaltsräume für Jugendliche - Wohnungen sind teilweise überteuert und in schlechtem Zustand - Ausbau des interkulturellen Dialogs ist anzustreben Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürger-Gesellschaft Südstadt e. V. - Südwerk Bürgerzentrum Südstadt GmbH - Sozialer Dienst Mitte-Süd Position Bürgerverein Die Bürger-Gesellschaft Südstadt hat ihre Geschäftsstelle außerhalb des Südwerks in der Nebe- niusschule. Der Bürgertreff der Bürger-Gesellschaft findet in unterschiedlichen Lokalen der Süd- stadt statt. Die Bürger-Gesellschaft möchte das Südwerk stärker als Ort für bürgerschaftliche Veranstaltungen etablieren. Daher wurde Ende 2013/Anfang 2014 mehrfach in der Stadtteil- zeitung RUDI unter der Überschrift "Wie kann das Bürgerzentrum Südwerk stärker als Bürger- zentrum genutzt werden?" inseriert und um Ideen und Beteiligung der Bevölkerung gebeten. Seit Mai 2014 wird im Südwerk ein "Computer-Internetcafé 55+" der Bürgergesellschaft an- geboten. Im Einvernehmen mit der Geschäftsführung der GmbH werden dabei lediglich die Betriebskosten und nicht die Raummiete auf die Teilnehmenden umgelegt. Die Bürgergesell- schaft wünscht sich künftig bei der Entwicklung von Programmangeboten für das Südwerk die Unterstützung durch die Verwaltung. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil Das Bürgerzentrum Südwerk wird als GmbH geführt. Gebäude und Grundstück gehören der Stadt, die GmbH bezahlt einen ermäßigten Erbbauzins. Von den fünf Gründungsvereinen der Südwerk GmbH sind heute noch vier als Gesellschafterinnen und Gesellschafter der GmbH vertreten: Die Bürger-Gesellschaft Südstadt e. V., der Tanzsportclub Astoria e. V., der Karlsru- her Carnevals Club e. V. und Südstadt Inside e. V. Als ehrenamtliche Geschäftsführer des Süd- werks fungieren die ersten Vorsitzenden des Tanzsportclub Astoria und des Karlsruher Carne- vals Club. Ein weiterer Gesellschafter ist Vorsitzender des Inside e. V. und gleichzeitig ehren- amtlicher Leiter des Kinder- und Jugendtreff Südost (Träger: Stadtjugendausschuss), der sich im Untergeschoss des Südwerks befindet. In diesen Räumen trifft sich zudem viermal im Jahr das Vernetzungsgremium "Miteinander für die Südstadt". Hauptnutzer des Südwerks ist der Tanz- sportclub Astoria, der den großen Saal (unterteilbar in drei kleinere Säle) an sechs Tagen pro Woche ab nachmittags bis in den Abend hinein nutzt. Der große Saal kann am Wochenende gemietet werden. Hinzu kommt ein Seminarraum, der auch unter der Woche gemietet werden kann. Eine Agentur ist mit der Bearbeitung und Ver- waltung von Terminanfragen und Raumvermietungen beauftragt. Diese hat im Gegenzug da- für das alleinige Bewirtungsrecht im Südwerk. Da die Südwerk GmbH Gelder für die Erbbauzinsen sowie für Kreditverbindlichkeiten erwirt- schaften muss, ist sie auf Einnahmen angewiesen. Am besten gelingt dies durch Vermietung des großen Saals an externe Nutzer. Die damit teilweise verbundenen Lärm- und Verkehrsbe- Ergänzende Erläuterungen Seite 10 lastungen führten im Umfeld des Bürgerzentrums immer wieder zu massiven Beschwerden. Um die Abhängigkeit der Betreiber von externen Veranstaltungen reduzieren zu können, be- schloss der Gemeinderat, im DHH 2013/2014 einen Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro pro Jahr vorzusehen. Die Südwerk GmbH beabsichtigt, auch für den DHH 2015/2016 einen Betrag in dieser Höhe zu beantragen. Ferner gibt es im Stadtteil den Kinder- und Jugendtreff Südstadt mit Startpunkt Familienzent- rum, das Mütterzentrum, dessen Räume ebenfalls gemietet werden können, sowie die Nehe- mia-Initiative, eine gemeindeübergreifende Plattform für verschiedene soziale Projekte. Unter anderem wird dort Nachhilfe für sozial benachteiligte Kinder angeboten. Einmal wöchentlich findet dort auch das Café Plus statt. Punktuell werden Kurse und Seminare angeboten. In der Südstadt Ost spielt die evangelische Ladenkirche Senfkorn besonders für Familien eine wichtige Rolle. Dort finden einmal wöchentlich ein Eltern-Kind-Café statt, einmal monatlich ein Sonntagsbrunch sowie u. a. diverse Gottesdienste. Diakonie und evangelische Kirche erwägen darüber hinaus, in den Räumen der Johannis- Paulus- Gemeinde am Werderplatz ein sozialdiakonisches Zentrum mit Begegnungscharakter einzurichten. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Bei der Südstadt handelt es sich um einen Stadtteil, in dem sowohl sozialer Entwicklungsbedarf (alte Südstadt) besteht, als auch ein großes Neubaugebiet (Südstadt-Ost) vorhanden ist. Das Bürgerzentrum Südwerk liegt zwischen diesen beiden Quartieren und wäre aufgrund seiner Lage prädestiniert, eine integrative Funktion einzunehmen. Die Verwaltung schlägt vor, den Ausbau bürgerschaftlicher Aktivitäten und Angebote im Süd- werk durch folgende Maßnahmen zu unterstützen: a) Bewilligung des Zuschusses in Höhe von 15.000 Euro p. a. für die Jahre 2015/2016, um die Abhängigkeit von externen Veranstaltungen zu mindern. b) Unterstützung der Bürgergesellschaft bei der Entwicklung von Programmangeboten im Sin- ne eines Bürgerzentrums. c) Jährliche Zusammenstellung aller Aktivitäten im Südwerk durch die Südwerk GmbH. Zu erwartender Zuschuss (in 2015/2016) In 2015 und 2016: 15.000 Euro p. a. Ergänzende Erläuterungen Seite 11 Bestandsaufnahme Oststadt Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 20.295 - Mehrere Studentenwohnheime - Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (LEA) - Kein ausgeprägtes Stadtteilzentrum Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein Oststadt - Sozialer Dienst Ost - Kinder- und Jugendhaus Oststadt Position Bürgerverein Der Bürgerverein ist Träger des Stadtteilbüros Oststadt in der Gottesauer Straße 3. Er bietet dort eine Sprechstunde an und organisiert die Raumbelegung sowie die Reinigung. Bei Vor- standssitzungen und größeren Veranstaltungen nutzt der Bürgerverein verschiedene Lokale. Der Bürgerverein regt an, kleinere Treffpunkte wie das Stadtteilbüro in möglichst jedem Stadt- teil vorzusehen und über die ganze Stadt verteilt fünf bis sechs größere Zentren einzurichten, die jedoch über Personal verfügen sollten. Auch für die kleineren Treffpunkte wäre in gewis- sem Umfang eine hauptamtliche Unterstützung wünschenswert, beispielsweise eine hauptamt- liche Kraft für mehrere Bürgerzentren. Nach Auffassung des Bürgervereins ist der Betrieb eines Bürgerzentrums mit ausschließlich ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern nicht zu bewälti- gen. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil Das Stadtteilbüro Oststadt befindet sich in einem ehemaligen Ladengeschäft und dient als Treffpunkt für unterschiedliche Gruppen und Institutionen: Aktuell treffen sich hier die islami- sche internationale Frauengemeinschaft, eine äthiopische Männergruppe, eine chinesische Kin- dergruppe, das edukative Ethnozentrum und eine Gruppe zur Lernentwicklung. Ebenso tagt hier alle sechs Wochen das Oststadt-Forum, ein Netzwerk aus Gruppen und Vereinen, das aus einem mehrjährigen Bürgerbeteiligungsprozess im Rahmen des Projektes "Soziale Stadt" her- vorgegangen ist. Eine Vernetzung der Nutzer untereinander oder eine aktive Bewerbung der Räumlichkeiten kann der Bürgerverein aus zeitlichen Gründen nicht leisten. Aus Sicht der Leite- rin des Sozialen Dienstes Ost wäre auch ein anderer Standort des Stadtteilbüros denkbar, bei- spielsweise das Menschenrechtszentrum in der Schlachthausstraße. Das Kinder- und Jugend- haus Oststadt macht vielfältige offene Angebote im Kinder- und Jugendbereich. Hinzu kommt der Bereich der Medienarbeit. In diesem Zusammenhang finden auch generationenübergrei- fende Projekte beispielsweise mit Jugendlichen und Seniorinnen und Senioren statt- Ferner gibt es ein Vätercafé und einen Mittagstisch für Schülerinnen und Schüler der umliegenden Schu- len. Das Kinder- und Jugendhaus erhält viele Anfragen, Räume für private Feiern und Ver- sammlungen zu mieten. Der Eigenraumbedarf des Kinder- und Jugendhauses lässt jedoch nur eine bestimmte Anzahl an Vermietungen pro Monat zu. Die IGO (Interessengemeinschaft Ge- schäftswelt Oststadt e. V.) engagiert sich im Stadtteil, kooperiert mit Behörden, Institutionen, Vereinen, Schulen, Kindergärten und sonstigen Gruppen, unterstützt bei Vereinsfesten, Kinder- festen und organisiert auch z. B. Straßenfeste. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Aktuell gibt es in der Oststadt keine Gruppierung, die die Idee eines Bürgerzentrums, das über das bereits bestehende Stadtteilbüro hinausgeht, aktiv vorantreibt. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner halten den rein ehrenamtlichen Betrieb eines Bürgerzentrums für nicht praktika- bel. Die Verwaltung wird mit dem Bürgerverein sowie mit der IGO und dem Oststadtforum im Gespräch bleiben und bietet an, die Akteurinnen und Akteure bei der Belebung des Stadtteil- büros als Treffpunkt im Sinne eines Bürgerzentrums zu unterstützen. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) In 2015 und 2016: 12.000 Euro p. a. Ergänzende Erläuterungen Seite 12 Bestandsaufnahme Mühlburg Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 16.245 - Multikulturelle Bevölkerungsstruktur mit erhöhten Anteilen an Alleinerziehenden, Arbeitslo- sen, Transferleistungsempfängerinnen und -empfängern, sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen - Seit 2007 werden große Teile Mühlburgs im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt" gefördert Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein Mühlburg - Verein Bürgerzentrum Mühlburg e. V. Position Bürgerverein Wunsch des Bürgervereins ist ein Bürgerzentrum in zentraler Lage in Mühlburg, in dem der Bürgerverein eine Sprechstunde und Veranstaltungen (beispielsweise Neujahrsempfang) durch- führen kann. Betreiber des Bürgerzentrums soll der Verein Bürgerzentrum Mühlburg e. V. sein mit Unterstützung des Bürgervereins Mühlburg e. V. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil Der Bürgerverein nutzt ein Büro mit Garage in der Lameystraße als Geschäftsstelle und Bespre- chungsraum sowie zum Lagern von Materialien. Die Miete in Höhe von ca. 150 Euro pro Mo- nat zzgl. Nebenkosten trägt der Bürgerverein aus eigenen Mitteln. Die Räume der Freiwilligen Feuerwehr Mühlburg werden für Veranstaltungen und Versammlungen genutzt. In der Carl- Benz-Mehrzweckhalle finden Sportveranstaltungen, Konzerte und Feste statt, unter anderem organisiert der Bürgerverein hier die Hobbythek und einen Flohmarkt. Im Zuge des Bürgerbeteiligungsprozesses zum Programm "Soziale Stadt" Mühlburg hat sich der Verein Bürgerzentrum Mühlburg gegründet, der Räume im Bau 2 der ehemaligen Sel- deneck'schen Brauerei angemietet hat und diese ehrenamtlich als Bürgerzentrum betreibt. Die Räumlichkeiten werden durch Sport- und Bewegungsangebote, Deutschkurse der Volkshoch- schule, Erzählcafé, Veranstaltungen des Kulturnetzwerks Mühlburg e. V., verschiedene interna- tionale Gruppen sowie private Feiern bereits intensiv genutzt. Eine Befragung potenzieller Nut- zerinnen und Nutzer im November 2009 hat weitere Akteurinnen und Akteure identifiziert, die grundsätzlich Interesse hätten, (größere) Räumlichkeiten zu nutzen, u. a. für Beratung, Kurse, Veranstaltungen von Vereinen. Ziel des Vereins Bürgerzentrum ist ein gemeinsamer Standort für das Bürgerzentrum und die Stadtteilbibliothek Mühlburg, mit der bereits jetzt kooperiert wird. Zu diesem Zweck plant die Volkswohnung einen Neubau in der Weinbrennerstraße für die Stadtteilbibliothek und das Bürgerzentrum. Aus einer Mehrfachbeauftragung von fünf Archi- tekturbüros wurde der Entwurf des Büros Klinkott Architekten ausgewählt, der Gegenstand der weiteren Planung ist. Auf Basis einer mit der Stadtverwaltung, dem Architekten und den Nutzern abgestimmten Detailplanung hat die Volkswohnung GmbH die Gestellungskosten ermittelt und eine Mietkalkulation erstellt. Derzeit werden Abstimmungsgespräche zwischen Stadt und Volkswohnung geführt. Parallel läuft das Bebauungsplanverfahren für das Vorhaben. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung wird die Überlegungen für einen Neubau weiter begleiten und den Verein Bür- gerzentrum bei der Weiterentwicklung eines Betriebskonzepts und beim Betrieb des Zentrums unterstützen. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) Zuschussbedarf für 2015: 32.138,50 Euro Zuschussbedarf für 2016: 32.138,50 Euro, falls das Bürgerzentrum weiterhin im Bau 2 der ehemaligen Seldeneck'schen Brauerei bleibt. Bei einem Umzug in ein neu gebautes Bürgerzen- trum wird sich die Miete darüber hinaus erhöhen. Ergänzende Erläuterungen Seite 13 Bestandsaufnahme Oberreut Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 9.575 - Überdurchschnittliche Anteile an Alleinerziehenden, Arbeitslosen, Transferleistungsempfänge- rinnen und -empfängern und Empfängerinnen und Empfängern von Jugendunterstützungs- maßnahmen; in Oberreut-Waldlage darüber hinaus überdurchschnittlich hoher Anteil von Kindern und Hochbetagten - Für Alleinerziehende fehlen niederschwellige Angebote Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein Oberreut - Jugend- und Gemeinschaftszentrum Weiße Rose (Träger: Stadtjugendausschuss) Position Bürgerverein Der Bürgerverein nutzt für seine Vereinssitzungen die Weiße Rose, die der Bürgerverein als Oberreuter Bürgerzentrum betrachtet, das für alle Bevölkerungsgruppen offen ist. Sollte das von der Volkswohnung GmbH geplante "Zentrum für Integriertes Wohnen" (ZIW) realisiert werden, hält der Bürgervereinsvorsitzende ein Bürgerzentrum, wie es in St. Valentin, Daxlanden entwickelt wird, – zusätzlich zur Weißen Rose – für sinnvoll. Die evangelische Kirche möchte im Rahmen des ZIW ein Familienzentrum einrichten. Ebenso habe die AWO bereits Interesse ge- äußert, dort ein Quartiersmanagement nach dem Bielefelder Modell zu betreiben. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil Die Weiße Rose bietet als Jugend- und Begegnungszentrum Angebote für unterschiedliche Altersgruppen und Gruppierungen. So besteht neben einem Startpunkt-Familienzentrum u. a. eine AWO-Seniorenbegegnungsstätte im Haus, in der sich auch Russlanddeutsche treffen. Dar- über hinaus können die Räumlichkeiten für private Feste und Familienfeiern gemietet werden. Immer wieder müssen jedoch Nutzungsfragen mangels freier Kapazitäten abschlägig beschie- den werden. Die Weiße Rose wurde nach dem Prinzip eines "offenen Hauses" konzipiert. Das Zentrum besteht aus zwei Baukörpern, die mit einem durchgehenden Glaspultdach verbunden sind. Durch die offene Architektur können Veranstaltungen nicht parallel stattfinden. Nach Aussage des Einrichtungsleiters (StJA) können aufgrund der begrenzten Räume nicht alle An- gebote durchgeführt werden, die aus pädagogischer und stadtteilbezogener Sicht sinnvoll wä- ren. Daher wäre aus Sicht der Weißen Rose der Einbau einer Zwischenebene über dem Ge- samtsaal wünschenswert. Durch diese Umbaumaßnahme entstünden zahlreiche neue Nut- zungs- und Angebotsmöglichkeiten für das Haus, beispielsweise: - Räume für Betreuungsplätze für unter Dreijährige, - Cliquenräume, die von Jugendlichen aus dem Stadtteil eigenverantwortlich genutzt werden können, - Stadtteilcafé als intergenerativer Treffpunkt, das alternierend von verschiedenen Initiati- ven/Personengruppen betreut werden könnte, - Ausbau der Spiel- und Lernstube für die hohe Zahl von Familien und Alleinerziehenden. Räu- me für Kursangebote in Kooperation mit anderen Institutionen (Erweiterung des Bildungsan- gebots im Stadtteil). Durch den Umbau könnten die offene Kinder- und Jugendarbeit und die Nutzung durch Verei- ne und Institutionen aus dem Stadtteil besser voneinander getrennt werden. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung schlägt vor, ein Konzept zur inhaltlichen Weiterentwicklung der Weißen Rose zusammen mit dem Stadtjugendausschuss zu entwickeln. Für diese Angebotserweiterung wäre dann auch die Entwicklung entsprechender Ehrenamtsstrukturen erforderlich. Welche Rolle das geplante Zentrum für integriertes Wohnen für die Entwicklung des Gemeinwesens im Stadtteil spielen kann, ist in weiteren Gesprächen ebenfalls abzustimmen. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) - derzeit nicht absehbar Ergänzende Erläuterungen Seite 14 Bestandsaufnahme Rintheim Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 5.656 - Seit 2010 wird das "Rintheimer Feld" im Rahmen des Bund-Länder-Programms"Soziale Stadt" gefördert - Hoher Anteil von Transferleistungsempfängerinnen und -empfängern im Rintheimer Feld Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein - Kinder- und Jugendtreff (Träger: Stadtjugendausschuss) - Sozialer Dienst Position Bürgerverein Der Bürgerverein nutzt die Räume der Diakonie in der Forststraße 5 am späten Nachmittag und Abend sowie gelegentlich am Wochenende als Bürgertreff. Der Bürgerverein hält dort seine Vorstandssitzungen und Bürgersprechstunden ab. Mit dieser gemeinsamen Lösung ist der Bür- gerverein sehr zufrieden, da die Zeiten, in denen die Räume zur Verfügung stehen, ausreichen, und der mit dem Betrieb verbundene Aufwand ehrenamtlich leistbar ist. Bei größeren Veran- staltungen, wie der Jahreshauptversammlung oder einer Bürgerversammlung, nutzt der Bür- gerverein die Gaststätte des TSV Rintheim. Für den Bürgerverein ist es schwierig, die Bevölke- rung im Rintheimer Feld zu erreichen und zu Aktivitäten zu motivieren. Für eine direkte An- sprache der Bewohnerinnen und Bewohner hat der Bürgerverein nicht genügend Kapazitäten. Der Bürgertreff selbst wird überwiegend von Alt-Rintheimerinnen und -Rintheimern genutzt. Bezogen auf die Raumauslastung sind noch Kapazitäten frei. Mit dem Kulturwerk Rintheim e. V. hat der Bürgerverein gerade Gespräche aufgenommen. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil Der Bürgertreff in der Forststraße 5 wurde am 30. Juli 2013 eröffnet. Die beiden Räume bieten für ca. 50 Personen Platz und stehen für Veranstaltungen von öffentlichem Interesse ohne Ge- winnerzielungsabsicht kostenlos zur Verfügung. Tagsüber werden die Räume von der Diakonie für ein Startpunkt-Elterncafé, tägliche Hausaufgabenbetreuung sowie Gruppenangebote ge- nutzt. Die Kosten für Miete, Mietnebenkosten und Reinigung werden anteilig zu zwei Dritteln von der Diakonie und zu einem Drittel vom Bürgerverein getragen, der dafür einen Zuschuss der Stadt erhält. Im Bürgertreff finden neben den Terminen des Bürgervereins (Bürgersprechstunden, Vorstands- sitzungen, Sitzungen des AK 2015 und des AK Verkehr) regelmäßig unter anderem Proben eines Kinderchors, ein ehrenamtlich durchgeführter Kurs zur Gewaltprävention, Proben eines Carnevalvereins sowie Treffen einer deutsch-georgischen Gruppe statt. Hinzu kommen Vor- standssitzungen und Veranstaltungen anderer Vereine und Organisationen. Der Kinder- und Jugendtreff Rintheim wurde von der Volkswohnung finanziert und von Ju- gendlichen gemeinsam mit Architekten entwickelt. Im Treff gibt es ein von Children for a bet- ter world e. V. unterstütztes Projekt, bei dem zweimal wöchentlich mit Kindern gekocht wird. Weitere Akteurinnen und Akteure sind das Mieterbüro der Volkswohnung sowie das von der Volkswohnung in Kooperation mit der AWO betriebene Quartiersprojekt "Gut versorgt daheim - Selbstbestimmt Wohnen ohne Betreuungspauschale im Rintheimer Feld". Im ganztägig ge- öffneten Wohncafé besteht die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, gemeinsam zu kochen und zu essen sowie Veranstaltungen und nachbarschaftliche Hilfen zu organisieren. Ferner sind die Kirchengemeinden sowie die Rintheimer Vereine, die in einem Dachverband organisiert. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung bietet an, den Bürgerverein bei der Entwicklung von Programmangeboten und bei der Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Die Verwaltung wird die Bedarfserhebung in Rintheim noch vertiefen. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) - In 2015 und 2016: 7.200 Euro p. a. Ergänzende Erläuterungen Seite 15 Bestandsaufnahme Neureut Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 18.248 - Neubaugebiet Kirchfeld-Nord mit Wohneinheiten für ca. 1.500 Personen - Vielfältige Vereinslandschaft; die Vereine treffen sich auch, um ihre jeweiligen Anlässe zu koordinieren Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Ortsvorsteher - Mehrgenerationenhaus Brunhilde-Baur-Haus (Träger: Hardtstiftung) Im Rahmen der Bestandsaufnahme wurden in diesem Stadtteil zunächst keine weiteren Ge- spräche geführt, da die Ortsverwaltung Neureut zusammen mit der Stadtverwaltung derzeit einen Stadtteilentwicklungsprozess mit Bürgerbeteiligung durchführt. Eine der dabei entstan- denen Fokusgruppen befasst sich unter dem Oberbegriff "Generationenprojekte" auch mit dem Thema "Begegnungsstätten und Treffpunkte". Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses fließen in das "Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Neureut 2020" ein, das dem Ort- schaftsrat Neureut und dem Karlsruher Gemeinderat als Handlungsempfehlung vorgelegt wird. Position Ortsverwaltung Der Bürgerverein Neureut-Kirchfeld hat den Wunsch nach einem Raum geäußert. Auch der Bürgerverein Neureut-Heide hätte gerne ein Bürgerzentrum. Drei Bürgerzentren sind aus Sicht der Ortsverwaltung jedoch nicht vorstellbar. Der Fokus soll daher auf dem Brunhilde-Baur-Haus liegen, das die Hardtstiftung mit hauptamtlichem Personal betreibt. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil Das Mehrgenerationenhaus Brunhilde-Baur ist ein Ort der Begegnung für alle Generationen. Hier können sich Initiativen und Vereine treffen. Neben Programmangeboten für verschiedene Bevölkerungsgruppen gibt es einen täglichen Mittagstisch. Dies ist, ebenso wie die einmal wö- chentlich stattfindende "Kaffeezeit", ein offenes Angebot. Im Haus sind außerdem eine Kita sowie Wohnungen für betreutes Wohnen vorhanden. Eine Großküche bietet Ausbildungsmög- lichkeiten. Hinzu kommt ein Seminarbereich mit mehreren Räumen. Im Brunhilde-Baur-Haus wird über das Mehrgenerationenhaus-Programm des Bundesfamilienministeriums eine Koordi- nierungsstelle im Umfang von zehn Wochenstunden finanziert. Die Finanzierung hierfür ist für die Jahre 2015 und 2016 gesichert. Dieser Zuschuss ermöglicht auch die günstige Überlassung von Räumlichkeiten für Gruppen. Darüber hinaus erhält das Brundhilde-Baur-Haus Mittel aus dem Haushalt der Sozial- und Jugendbehörde. Der Geschäftsführer des Brunhilde-Baur-Hauses kann sich eine Erweiterung des Hauses zu einem Bürgerzentrum vorstellen, hält jedoch den ehrenamtlichen Betrieb eines Bürgerzentrums für problematisch. Außerdem gibt es beim Sportverein Fortuna-Kirchfeld einen Alt-&-Jung-Treff sowie als Modellprojekt des Kinderbüros ein Elterncafé als Startpunkt-Familienzentrum. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen In dem laufenden Bürgerbeteiligungsprozess Neureut 2020 wird derzeit der Bedarf für bürger- schaftlich nutzbare Räumlichkeiten in Neureut aus Sicht der Bürgerschaft ermittelt. Die Verwal- tung wird gemeinsam mit der Ortsverwaltung Realisierungsmöglichkeiten - zunächst vor allem im Brunhilde-Baur-Haus - prüfen. Ziel eines Treffpunkts in Neureut sollte es unter anderem sein, dass sich Alteingesessene und Neuzugezogene dort begegnen können und die Neureuter Quartiere zusammenwachsen. Außerdem sollte sich auch das Neureuter Vereinsleben in einem Treffpunkt widerspiegeln. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) - derzeit nicht absehbar Ergänzende Erläuterungen Seite 16 3.2 Stadtteile mit konkreten Plänen für ein Bürgerzentrum Bestandsaufnahme Daxlanden Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 11.788 - In der Rheinstrandsiedlung überdurchschnittlich hoher Anteil an Transferleistungsempfänge- rinnen und -empfängern sowie Kinder und Jugendliche, die Hilfe zur Erziehung in Anspruch nehmen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein Daxlanden - Christophorus-Haus Daxlanden (Träger: Verein für Jugendhilfe Karlsruhe e. V.) - Seniorenzentrum St. Valentin (Träger: Caritasverband Karlsruhe e. V.) Position Bürgerverein Der Bürgerverein Daxlanden hält seine Sprechstunden und Sitzungen im Begegnungszentrum des Seniorenzentrums St. Valentin ab und unterstützt die Weiterentwicklung des Begegnungs- zentrums zu einem Bürgerzentrum. Den rein ehrenamtlichen Betrieb eines Bürgerzentrums hält der Bürgerverein nicht für leistbar. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil Das Seniorenzentrum St. Valentin wurde im Herbst 2013 eröffnet. Es setzt sich aus einem Pfle- geheim mit Hausgemeinschaftsmodell und einem Flügel für Betreutes Wohnen zusammen. Dazwischen liegt das Begegnungs- und Beratungszentrum. Im Mittelpunkt des Zentrums steht das "Valentins" - ein Café und Bistro mit Mittagstisch. Dieses Angebot steht Seniorinnen und Senioren der Wohnanlage, Bürgerinnen und Bürgern des Stadtteils und Beschäftigten der orts- ansässigen Firmen offen. Direkt neben dem Bistro befindet sich ein Raum für ca. 20 Personen. Dieser kann mittels einer beweglichen Trennwand zum Bistro hin geöffnet werden. Das Begegnungs- und Beratungszentrum ist sowohl als interne Verbindung in der Senioren- wohnanlage als auch als externes Bindeglied in den Stadtteil Daxlanden konzipiert. Zum Senio- renzentrum St. Valentin gehört das am 22. Mai 2014 in der Pappelallee eröffnete Quartiersbü- ro "WILLkommen - Nachbarschaft in Kontakt". In diesem Nachbarschaftsbüro in der Daxlander Rheinstrandsiedlung befindet sich eine Anlaufstelle für ältere Menschen mit verschiedenen Beratungsangeboten. Darüber hinaus dient es als generationenübergreifender Ort der Begeg- nung und als Knotenpunkt bürgerschaftlicher und nachbarschaftlicher Hilfen. Für die Entwicklung des Quartiersansatzes des Seniorenzentrums St. Valentin ist im Rahmen einer 35-%-Stelle eine Quartiersmanagerin zuständig. Diese Stelle wird für die Dauer von drei Jahren von der Stiftung Deutsches Hilfswerk - Deutsche Fernsehlotterie gefördert. Es ist vorgesehen, dass die Quartiersmanagerin im Rahmen ihrer Teilzeitstelle auch die Koordi- nation für das Bürgerzentrum in St. Valentin übernimmt. Die Caritas sieht das in der Rheinstrandsiedlung gelegene Quartiersbüro als Filiale des Bürgerzentrums in St. Valentin. Die Caritas hat bei der Stadtverwaltung Karlsruhe einen Zuschussantrag zur Gewährung einer För- derung als Bürgerzentrum für das Begegnungszentrum in St. Valentin eingereicht. Außerdem betreibt der Verein für Jugendhilfe Karlsruhe e. V. im Christophorus-Haus in der Rheinstrandsiedlung verschiedene Angebote im Bereich der Jugend- und Straffälligenhilfe (be- treutes Jugendwohnen, Hauptschulabschlusskurs, sozialpädagogische Familienhilfe, Erzie- hungshilfe, Kompetenzagentur etc.). Darüber hinaus sind drei Außengruppen der städtischen Kindertagesstätte und der Soziale Dienst West im Haus untergebracht und die Heimstiftung hat vier Stockwerke für Wohnprojekte angemietet. Mit dem Startpunkt Familienzentrum und dem Projekt "Alt und Jung. Hand in Hand" in Kooperation mit dem Bürgerverein sind auch Angebo- te für Familien kleiner Kinder vorhanden. Ein Saal mit kleiner Küche kann für private Feiern gemietet werden. Der Verein für Jugendhilfe ist nach eigenen Angaben bereits seit Jahren be- müht, das Christophorus-Haus zu einem sozialen Zentrum für den Stadtteil weiterzuentwickeln und könnte sich eine Nutzung als Bürgerzentrum vorstellen. Ergänzende Erläuterungen Seite 17 Der Bürgerverein hat sich für ein Bürgerzentrum in St. Valentin ausgesprochen, hält jedoch, ebenso wie der Verein für Jugendhilfe, eine Vernetzung im Stadtteil für wünschenswert und wird die Vernetzung gemeinsam mit dem Verein für Jugendhilfe noch ausbauen. Die Gesprächspartnerinnen und -partner halten den rein ehrenamtlichen Betrieb eines Bürger- zentrums gerade auch in einer größeren Immobilie nicht für leistbar. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung wird den Antrag der Caritas zur Förderung eines Bürgerzentrums in Daxlanden prüfen und dem Hauptausschuss zur Beschlussfassung vorlegen. Ferner regt die Verwaltung Kooperationen zwischen dem in St. Valentin angestrebten Bürgerzentrum und dem Christo- phorus-Haus an. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) - In 2015 und 2016: noch zu prüfen Ergänzende Erläuterungen Seite 18 3.3 Stadtteile mit starkem Interesse an einem Bürgerzentrum Bestandsaufnahme Nordweststadt Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 11.326 - Der Stadtteil besteht aus einer Zusammenführung verschiedener Siedlungsteile; es gibt keinen markanten Kern und keine historische Mitte - Wenig Angebote für die ältere Generation und für Familien - Wegfall von Veranstaltungsräumen (unter anderem Fusion der evangelischen Petrus- und Jakobusgemeinde; Abriss der Cafeteria neben Haus Bethlehem) - Kaum gastronomische Angebote - Stadtteilrahmenplanung in den nächsten Jahren vorgesehen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgergemeinschaft Nordweststadt e. V. Position Bürgerverein Die Bürgergemeinschaft Nordweststadt e. V. hat ein Büro im Diakonissenhaus Bethlehem. Be- reits 2010 hat die Bürgergemeinschaft einen Workshop initiiert, der sich mit Bezug auf den Karlsruhe Masterplan 2015 mit dem Thema "Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Nordwest- stadt" beschäftigte. Dabei wurde der Einrichtung eines Bürgerzentrums für die künftige Ent- wicklung des Stadtteils große Bedeutung beigemessen. In der Folge wurde ein Konzeptpapier für ein Bürgerzentrum erarbeitet. Die Bürgergemeinschaft ist sehr an einem Bürgerzentrum interessiert und möchte dies in einem Gesamtkonzept aus öffentlicher Förde- rung/Unterstützung und durch ehrenamtliches Engagement mitbetreiben. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil Für das Karlsruher Stadtjubiläum 2015 hat die Bürgergemeinschaft das Projekt "Schaufenster Nordwest" geplant: Für die Dauer von acht bis neun Monaten werden auf dem Walther- Rathenau-Platz vier Container mit einer Gesamtfläche von ca. 60 Quadratmetern aufgestellt, finanziert durch Zuschüsse für Stadtteilprojekte. Während dieser Zeit können sich Gruppen im Container präsentieren oder Veranstaltungen durchführen. Durch diese Aktion möchte die Bürgergemeinschaft einen Einblick in die Aktivitäten und möglichen Angebote eines Bürger- zentrums in der Nordweststadt geben. Perspektivisch ist die Bürgergemeinschaft am Schulgelände am Anebosweg interessiert. Dieses Gelände wird allerdings frühestens ab 2020/21 frei, wenn die Werner-von-Siemens-Schule bau- lich auf ihren Hauptstandort konzentriert wird. Im Zuge einer Ganztagskonzeption könnte auch der Richard-Eck-Schülerhort frei werden. Gleichzeitig gibt es in der Nordweststadt einen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. Die benachbarte Neuapostolische Kirche steht zum Verkauf. Eine Umwandlung dieses Gebäudes in ein Bürgerzentrum scheidet jedoch aus Kostengründen aus. Insofern sind in diesem zentralen Bereich der Nordweststadt in den nächsten Jahren Verände- rungen absehbar, die durch eine Stadtteil-Rahmenplanung koordiniert werden sollen. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung schlägt vor, die Wünsche nach einem Bürgerzentrum in die vorgesehene Stadt- teilrahmenplanung einzubringen. Da in der Nordweststadt nur wenige Treffpunkte für die Be- völkerung existieren und der Bürgerverein großes Engagement einbringt, könnte versucht wer- den, zusätzlich zu einem mittel- bis langfristigen Ansatz eine kleinere, kurzfristig umsetzbare Lösung zu erarbeiten. So käme als Übergangslösung beispielsweise ein leer stehendes Laden- geschäft in Frage. Die Verwaltung wird mit den Akteurinnen und Akteuren weiter im Gespräch bleiben. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) - derzeit nicht absehbar Ergänzende Erläuterungen Seite 19 Bestandsaufnahme Knielingen Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 9.497 - Vielfältige und lebendige Vereinsszene (über 50 Vereine) - Netzwerk der Vereine (monatlicher Vereinsstammtisch) - Neues Wohngebiet "Knielingen 2.0" auf dem ehemaligen Kasernengelände mit Wohnraum für etwa 1.500 Personen - Mangel an Kitaplätzen im U3-Bereich sowie bei der Schulkindbetreuung - Die infolge des Konversionsgebiets Knielingen 2.0 wachsende Bevölkerung und der Ausbau der Ganztagsschulen machen eine Überplanung der Viktor-von-Scheffel-Schule er- forderlich Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein Knielingen e. V. - Stadtjugendausschuss - Schülerhort Knielingen - Seniorenbüro - Schul- und Sportamt Position Bürgerverein Der Bürgerverein Knielingen e. V. ist seit 1980 Träger der Begegnungsstätte in einer Gebäude- hälfte der ehemaligen Schule in der Eggensteiner Straße 1. Aktuell finden dort die Treffen des Bürgervereins sowie Angebote verschiedener Träger für Seniorinnen und Senioren statt. Ferner nutzt der Gesangverein Eintracht 1889 die Räumlichkeit. Die Räumlichkeiten seien nicht ausrei- chend für den Bürgerverein und die anderen Knielinger Vereine. Bereits 2004 hat der Bürger- verein ein Nutzungskonzept für ein im Casino auf dem ehemaligen Kasernengelände (Knielin- gen 2.0) geplantes Bürgerzentrum entwickelt, das die aktive Beteiligung von ca. zehn Vereinen vorsah sowie ein gastronomisches Konzept beinhaltete. Im Sommer 2012 hat sich der Bürger- verein aus dem Vorhaben zurückgezogen. Der Bürgerverein Knielingen ist jedoch weiterhin an einem Bürgerzentrum für den Stadtteil interessiert. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil Vom Bürgerverein werden mehrere Möglichkeiten für ein Bürgerzentrum in Betracht gezogen: a) Das ehemalige Rathaus in Alt-Knielingen, in dem das Musikmobil Soundtruck (Träger Stadtjugendausschuss) und das JuKuz (selbstverwaltetes Jugendzentrum) untergebracht sind. Für den Stadtjugendausschuss kommt ein Umzug aus dem ehemaligen Rathaus erst mittel- bis langfristig in Frage. b) Die andere Gebäudehälfte in der Eggensteiner Straße 1: Diese ist derzeit an einen Künstler vermietet. Gleichwertige Räume zu vergleichbaren Konditionen vorausgesetzt wäre der Künstler ggf. zu einem Umzug bereit. c) Kirchliche Gemeindezentren. Gespräche des Bürgervereins stehen hier noch aus. Die vom Bürgerverein ursprünglich angedachten Räumlichkeiten im ehemaligen Casino stehen nicht zur Verfügung, da diese bereits vermietet sind. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen In Knielingen gibt es mehrere räumliche Optionen, die kurz- bis langfristig für die Entwicklung eines Bürgerzentrums in Frage kommen könnten: kirchliche Gemeindezentren, die aktuell noch vermietete Gebäudehälfte in der Eggensteiner Straße 1 sowie das ehemalige Rathaus in Alt- Knielingen. Ob eine dieser Varianten umgesetzt werden kann, ist noch zu prüfen. Die Verwal- tung bietet an, den Bürgerverein bei der weiteren Entwicklung zu unterstützen. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) - derzeit nicht absehbar Ergänzende Erläuterungen Seite 20 3.4 Stadtteile mit unterschiedlich ausgeprägtem Interesse an einem Bürgerzentrum Bestandsaufnahme Innenstadt-Ost Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 6.482 - Multikulturelle Bevölkerungsstruktur - Neben einem hohen Anteil Alleinerziehender gibt es in der Innenstadt-Ost einen hohen Anteil an Kindern, die einen Karlsruher Kinderpass besitzen, sowie einen hohen Anteil an Personen, die Transferleistungen erhalten - Bevölkerungsfluktuation erschwert nachbarschaftliche Beziehungen und Stadtteilidentität - Zum Teil schlechte Wohnverhältnisse - Es gibt kaum gewachsene Vereinsstrukturen im Stadtteil Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Stadtjugendausschuss - Seniorenbüro - Schul- und Sportamt - Bürgerverein Altstadt e. V. - Haus der Familie (AWO) - AWO - Club 50+ e. V. Position Bürgerverein Der Bürgerverein benötigt selbst keine Räumlichkeiten. Er hält keine Bürgersprechstunden ab. Der Bürgerverein kann den Bedarf für ein Bürgerzentrum im Stadtteil nicht abschätzen, hält ein Bürgerzentrum in den Räumlichkeiten des Club 50+ e. V. jedoch für ein interessantes Angebot für die Bevölkerung. Voraussetzung wäre jedoch die Finanzierung einer hauptamtli- chen Kraft durch die Stadt, da der ehrenamtliche Betrieb eines Bürgerzentrums als nicht prakti- kabel erachtet wird. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil - Das am Kronenplatz gelegene Jubez (Träger: Stadtjugendausschuss) macht vielfältige Ange- bote für ein gesamtstädtisches Publikum, hat jedoch keine freien Raumkapazitäten zur Verfü- gung. Eine kontinuierliche sozialraumbezogene Angebotsstruktur ist dort nicht umsetzbar. - Das Haus der Familie der AWO in der Kronenstraße bietet viele familienbezogene Angebote, hat jedoch keine freien Raumkapazitäten für ein Bürgerzentrum zur Verfügung. - Die Seniorenbegegnungsstätte Club 50+ e. V. hat noch Raumkapazitäten zur Verfügung und wäre bereit, sich für weitere Altersgruppen - neben Seniorinnen und Senioren - zu öffnen. Der Club 50+ erhält einen Mietkostenzuschuss aus Altenhilfemitteln. Es bestehen allerdings zunehmend Schwierigkeiten, Ehrenamtliche zu rekrutieren, die den Betrieb und die bisheri- gen Angebote im Seniorenbereich verantwortlich organisieren. Zur Aufrechterhaltung des Angebotes und um die Begegnungsstätte zu einem Bürgerzentrum weiterzuentwickeln, wur- de über die AWO eine Stelle über den Bundesfreiwilligendienst beantragt. Derzeit ist der An- trag noch in Bearbeitung. Dessen ungeachtet, hat der Mitarbeiter die Arbeit im Club 50+ be- reits aufgenommen. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Alle Gesprächspartnerinnen und -partner halten den rein ehrenamtlichen Betrieb eines Bürger- zentrums in der Innenstadt-Ost mit einem Mietkostenzuschuss für nicht machbar. Raumpoten- zial für Bedarfe aus dem Stadtteil wäre im Club 50+ vorhanden. Die Verwaltung schlägt vor, den Club 50+ e. V. bei der Weiterentwicklung zu einem Bürgerzentrum fachlich zu begleiten und mit den Akteurinnen und Akteuren weiter im Gespräch zu bleiben. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) - derzeit nicht absehbar Ergänzende Erläuterungen Seite 21 Bestandsaufnahme Innenstadt-West Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 9.848 - Multikulturelle Bevölkerungsstruktur - Hohe Fluktuation der Wohnbevölkerung erschwert die Ausbildung einer starken Stadtteiliden- tität sowie ausgeprägter nachbarschaftlicher Beziehungen - Bewegungsräume und Freiflächen für Kinder fehlen - Begegnungsräume für die lokale Quartiersbevölkerung fehlen - Es gibt kaum eine gewachsene Vereinsstruktur im Stadtteil Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein Stadtmitte e. V. - Beratungs- und Familienzentrum Caritashaus in der Sophienstraße - Caritas Kindertagesstätte und -krippe Haus Sonnensang - TafF (Tagestreff für Frauen) - AWO - Wissens- und Hobbybörse e. V. - Schul- und Sportamt Position Bürgerverein Der Bürgerverein Stadtmitte e. V. hat den Wunsch nach einem Bürgerzentrum formuliert, wür- de dort jedoch aufgrund limitierter zeitlicher Ressourcen nur die wöchentlich stattfindende Bürgersprechstunde sowie den monatlichen Bürgerstammtisch abhalten können. Der Betrieb des Bürgerzentrums ist für den Bürgerverein nicht leistbar. Ideal wäre es aus Sicht des Bürger- vereins, wenn im neuen Bürgerzentrum ein gastronomisches Angebot vorhanden wäre. Eine Zusammenarbeit zwischen dem Bürgerverein Altstadt (Innenstadt Ost) und dem Bürgerverein Stadtmitte (Innenstadt-West) im Hinblick auf ein gemeinsames Bürgerzentrum ist für den Bür- gerverein Stadtmitte denkbar. Ein rein ehrenamtlich betriebenes Bürgerzentrum hält der Bür- gerverein in der Innenstadt-West nicht für machbar. Ein Bürgerzentrum nach dem Modell der Quartiertreffpunkte in Basel mit hauptamtlichem Personal sei erstrebenswert. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil Derzeit erkennen die Gesprächspartnerinnen und -partner keine bestehende Einrichtung, aus der heraus die Entwicklung eines Bürgerzentrums sinnvoll realisiert werden könnte: - Das Beratungszentrum Caritashaus in der Sophienstraße mit Startpunkt Familienzentrum ist zentral gelegen, hat aber kaum freie Raumkapazitäten für weitere Aktivitäten und Angebote. - Die sich zurzeit in Bau befindende Caritas Kindertagesstätte und -krippe Haus Sonnensang in der Moltkestraße ließe sich seitens des Trägers zu einem Bürgerzentrum weiterentwickeln. Voraussetzung wäre jedoch aus Sicht der Beteiligten eine hauptamtliche Person, die entspre- chende Angebote koordiniert. Die Lage der Einrichtung ist für die Mehrheit der Innenstadt- West-Bevölkerung ungünstig gelegen. - Die Nutzung des TafF wäre allenfalls in den Abendstunden denkbar, da tagsüber die aus- schließliche Nutzung von Frauen gewährleistet sein muss. - Die Räumlichkeiten des ehemaligen "Leo ́s Café" haben sich als wenig geeignet für die Ver- anstaltungen des Bürgervereins und für die Bedürfnisse der AWO (Mieterin) erwiesen. Letzte- re hat daher das Mietverhältnis auf Ende Mai 2014 gekündigt. - Darüber hinaus gibt es ein Startpunkt Familienzentrum des Sozialdienstes katholischer Frauen. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Alle Gesprächspartnerinnen und -partner halten den rein ehrenamtlichen Betrieb eines Bürger- zentrums in der Innenstadt West mit einem Mietkostenzuschuss für nicht machbar. Derzeit sind keine bürgerschaftlichen Akteurinnen und Akteure für den Betrieb eines Bürgerzentrums zu erkennen. Die Verwaltung wird mit den Akteurinnen und Akteuren im Gespräch bleiben. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016): - derzeit nicht absehbar Ergänzende Erläuterungen Seite 22 Bestandsaufnahme Südweststadt Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 19.832 - Starker Mangel an Betreuungsplätzen im Kindertagesstätten- und Grundschulbereich Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein Südweststadt - AWO Begegnungsstätte "Irma Zöller" - Kinder- und Jugendtreff Südweststadt - Badischer Landesverein für Innere Mission (BLV) Position Bürgerverein Der Bürgerverein hat für seine Vorstandssitzungen, die Mitgliederversammlungen und die Bür- gerstammtische keine festen Räumlichkeiten. Je nach benötigter Raumkapazität finden diese Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten statt, wobei stets Raummiete bezahlt werden muss. In der Südweststadt besteht nach Ansicht des Bürgervereins Bedarf für einen Raum, in dem Bürger- und Mitgliederversammlungen sowie Bürgerstammtische stattfinden können. Wünschenswert sei es, hierfür gemeinsam mit anderen Vereinen das Gebäude der Hauptfeu- erwache zu nutzen, das voraussichtlich in zwei bis drei Jahren frei werde. Vorhandene Aktivitäten von Akteuren im Stadtteil Der Kinder- und Jugendtreff Südweststadt hat keine räumlichen und personellen Ressourcen, um den Treff zu einem Bürgerzentrum weiterzuentwickeln. Es bestehe ein Bedarf an Räumen, die für Familienfeiern und Versammlungen gemietet werden können. Hier lässt der Eigenraum- bedarf des Jugendtreffs jedoch nur eine bestimmte Anzahl an Vermietungen pro Monat zu. Ein Bürgerzentrum ist nach Vorstellung der Einrichtungsleitung ein Begegnungsort, an dem Ver- ständnis für unterschiedliche Lebenswelten, Kulturen und Generationen geweckt wird. Hierfür bedürfe es moderierter Prozesse, die in einem ehrenamtlich betriebenen Bürgerzentrum nicht leistbar seien. Möglicherweise bedeute der Terminus Bürgerzentrum in der Südweststadt eher ein Netzwerk verschiedener zielgruppenspezifischer Angebote und Institutionen sowie (Quar- tiers-)Projekte, die über Einzelprojekte miteinander verbunden werden. Die Altenhilfeeinrichtung Friedensheim soll zu einem "Quartiershaus" und zu einer generatio- nenübergreifenden Begegnungsstätte weiterentwickelt werden. Als Raum steht dafür das so- genannte "Grüne Zimmer" zur Verfügung. Grundlage für das vom BLV ausgehende Quar- tiersprojekt "Miteinander älter werden in der mittleren Südweststadt" war eine Sozialraumana- lyse für den Bereich mittlere Südweststadt. Seit März 2014 wird im Rahmen einer 50-%-Stelle (für drei Jahre über die Stiftung Deutsches Hilfswerk gefördert) ein Quartiersmanager beschäf- tigt, der eng mit der Bevölkerung und mit zahlreichen Institutionen vor Ort zusammenarbeitet und Aktivitäten im Quartier koordiniert. Der Vorstand des BLV regt an, zunächst das begonnene Quartiersprojekt gemeinsam mit dem Bürgerverein zu einem Bürgerzentrum weiterzuentwickeln. Dieses wäre in mehreren Räumen in verschiedenen Gebäuden lokalisiert, zum einen in dem "Grünen Zimmer" im Friedensheim (Redtenbacherstraße 10), zum anderen in zwei Räumen (davon ein Büro) im Verwaltungsge- bäude des BLV (Südendstraße 12), die ausschließlich zu Bürgerzentrumszwecken genutzt wer- den könnten sowie einem weiteren Raum im BLV, der nach Absprache genutzt werden könnte. Denkbar ist für den Vorstand des BLV auch die punktuelle Einbeziehung der Räume in der AWO-Begegnungsstätte "Irma Zöller". Eine zentrale Anlaufstelle, beispielsweise an der Pforte des BLV in der Südendstraße, wäre Netzwerkknotenpunkt und Zentrale des "virtuellen" Bür- gerzentrums: Hier könnten alle Informationen über Angebote im Stadtteil zusammenlaufen. Der Quartiersmanager könnte die Vernetzung herstellen zwischen Angeboten in den verschie- denen Gebäuden und den jeweiligen Akteurinnen und Akteuren. Vorbehaltlich des Freiwer- dens geeigneter Räumlichkeiten, beispielsweise in der Alten Feuerwache, könnten die verschie- denen Angebote dann ggf. zu einem späteren Zeitpunkt dorthin umgesiedelt werden. Der Vor- stand des BLV schlägt vor, dass der BLV zusammen mit dem Bürgerverein zu einer Stadtteilrun- Ergänzende Erläuterungen Seite 23 de einlädt und die Bevölkerung fragt, was sie sich von einem Bürgerzentrum wünscht. Der ehrenamtliche Leiter der AWO Begegnungsstätte " ́Irma Zöller` und Kunstwohlfahrt" hält es für wünschenswert, zusammen mit der AWO einen Quartiersmanager nach dem Bielefelder Modell 1 für die Südweststadt beschäftigen zu können. Vorbehaltlich des Vorliegens bestimmter Konditionen - zum einen finanzieller Mittel für Umbaumaßnahmen, die Barrierefreiheit und den Einbau einer Trittschalldämmung ermöglichen, und zum anderen finanzieller Mittel für eine 50-%-Stelle, die koordinierende Tätigkeiten sowie Hausmeisterdienste übernimmt, kann sich der Leiter der Begegnungsstätte eine Angebotserweiterung im Sinne eines Bürgerzentrums vorstellen. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Gesprächspartnerinnen und -partner halten ein ehrenamtlich betriebenes Bürgerzentrum mehrheitlich für nicht praktikabel. Durch die Quartiersmanagement-Stelle besteht die Möglich- keit, die Ideenfindung und Diskussion auf eine breitere Basis zu stellen. Die Verwaltung schlägt vor, die Zusammenarbeit mit den Akteurinnen und Akteuren im Stadt- teil zu intensivieren, Ideen aus der Bürgerschaft aufzugreifen und Umsetzungsmöglichkeiten zu prüfen. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) - derzeit nicht absehbar Bestandsaufnahme Weststadt Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 19.826 Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein Position Bürgerverein Der Bürgerverein der Weststadt e. V. verfügt über keine eigenen Räumlichkeiten. Der monatli- che und gut besuchte Stammtisch auch für Nichtmitglieder des Bürgervereins findet in einem Lokal in der Weststadt statt. Ab Januar 2015 will der Bürgerverein Bürgersprechstunden in vierwöchigem Turnus anbieten. Dabei soll auch gefragt werden, ob seitens der Bevölkerung der Wunsch nach einem Bürgerzentrum besteht. Der Bürgerverein hat bislang keine Erfahrung, ob hierfür im Stadtteil ein Bedarf vorliegt, da es sich um einen sehr ruhigen Stadtteil ohne sozi- ale Brennpunkte handelt. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung wird die Bestandsaufnahme in der Weststadt noch vertiefen und mit dem Bür- gerverein im Gespräch bleiben. Bestandsaufnahme Grünwinkel Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 10.524 Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein Position Bürgerverein Der Bürgerverein hält seine Treffen in privaten Räumen sowie im Mehrzweckraum der Gruppe "Vielfalt" des Mehrgenerationenprojekts "Am Albgrün" ab. In diesem Mehrgenerationenpro- 1 Dabei handelt es sich um einen quartiersbezogenen Ansatz des Wohnens mit Versorgungssicherheit ohne Betreuungspauschale. Dieser Ansatz wird von der AWO bereits im Rintheimer Feld praktiziert. Ergänzende Erläuterungen Seite 24 jekt hätte der Bürgerverein gern eigenständige Räumlichkeiten integriert, konnte dies jedoch aufgrund der Höhe der Mietkosten nicht realisieren. Nach wie vor wünscht sich der Bürgerverein Räumlichkeiten, in denen neben Bürgersprech- stunden weitere Aktivitäten der Gruppe "Älter werden in Grünwinkel", der Grünwinkler Ge- schichtskreis, ein Literaturkreis sowie verschiedene Arbeitskreise stattfinden können. Gegen- über dem Seniorenzentrum Grünwinkel, das von der AWO betrieben wird, steht ein Senioren- domizil, das sich in Privatbesitz befindet. Dort stehen derzeit ein Büro und ein Aufenthaltsraum frei. Diese Räume würde der Bürgerverein gerne anmieten, kann die Kosten jedoch nicht aus eigener Kraft tragen. Den ehrenamtlichen Betrieb eines Bürgerzentrums hält der Bürgerverein für nicht praktikabel. Hierfür ließen sich nicht genügend Ehrenamtliche finden. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung wird die Bedarfserhebung in Grünwinkel noch vertiefen und mit dem Bürger- verein im Gespräch bleiben. Bestandsaufnahme Beiertheim-Bulach Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 6.683 Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein Beiertheim - Bürgerverein Bulach Position Bürgervereine Der Bürgerverein Beiertheim hat ein Geschäftszimmer in der Paul-Gerhard-Kirche im ehemali- gen Stephanienbad. Es sei denkbar, ein Bürgerzentrum sowohl alleine als auch mit Bulach ge- meinsam zu nutzen, wenn die Räume paritätisch besetzt werden. Früher konnten die Vereine in Beiertheim das ehemalige Rathaus für Veranstaltungen nutzen. Zwischenzeitlich wird dies jedoch für den Schülerhort benötigt. Der Bürgerverein Beiertheim führt im Schülerhort einmal im Jahr einen Neujahrsempfang durch. Es fehle an Räumlichkeiten für derartige Veranstaltun- gen bzw. für Vereine. Sollte mittelfristig kein Bedarf mehr für einen Schülerhort gegeben sein und das Beiertheimer Rathaus wieder frei werden, wäre eine Nutzung als Bürgerzentrum sinn- voll. Der Bürgerverein Bulach wünscht sich eine Wiederbelebung des Gasthauses "Traube" als Be- gegnungsstätte für die Bulacher Bürgerinnen und Bürger, hauptsächlich auch für ältere Mitbe- wohnerinnen und Mitbewohner. Bis 2011 fanden die Versammlungen des Bürgervereins dort statt, seitdem im Rathaussaal in der Grünwinkler Straße. Ein Bürgerzentrum in Eigenregie kön- ne der Bürgerverein nicht führen, da die Kontinuität ehrenamtlichen Engagements nicht für den Betrieb eines Bürgerzentrums ausreiche. Vereine haben im Großen und Ganzen jedoch Räumlichkeiten für Treffen und Vereinsarbeit, oft wird dazu der Rathaussaal genutzt. Dieser Saal, im Obergeschoss gelegen, ist jedoch nicht barrierefrei zugänglich. Dem Bürgerverein Bu- lach ist es ein dringendes Anliegen, einen barrierefreien Zugang zu schaffen. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung wird die Bedarfserhebung in Beiertheim-Bulach noch vertiefen und mit den Bürgervereinen im Gespräch bleiben. Ergänzende Erläuterungen Seite 25 Bestandsaufnahme Weiherfeld-Dammerstock Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 5.981 Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgerverein Position Bürgerverein Der Vorsitzende des Bürgervereins sieht in Weiherfeld-Dammerstock den Bedarf für einen Kommunikations- und Treffpunkt gegeben. Ein Bürgerzentrum alleine für diesen Stadtteil hält er hingegen für überdimensioniert. Ein gemeinsames größeres Bürgerzentrum für Rüppurr und Weiherfeld-Dammerstock im Bereich am Rüppurrer Schloss beim Polizeiposten wäre jedoch denkbar - möglicherweise auch in Kombination mit dem geplanten Wohnmobilstellplatz. Der Bürgervereinsvorsitzende hält es nicht für machbar, ein größeres Bürgerzentrum ehrenamt- lich zu betreiben. Einen kleineren Bürgertreff nur für Weiherfeld-Dammerstock könnte man hingegen ehrenamtlich organisieren. Der Bürgerverein selbst nutzt für Bürgerversammlungen oder Jahreshauptversammlungen das Gemeindezentrum St. Franziskus. Für kleinere Veranstaltungen, beispielsweise die Vorstandssit- zungen des Bürgervereins, wird das evangelische Gemeindezentrum genutzt. Es fehlen Räum- lichkeiten, um Bürgersprechstunden abzuhalten. Nach Gesprächen mit verschiedenen Akteuren zeichnen sich derzeit folgende potenzielle Nut- zer für einen Bürgertreff ab: der Bürgerverein mit Bürgersprechstunde und Vorstandssitzungen, Volkshochschulkurse, Beratungen durch das städtische Aktivbüro und den Sozialen Dienst. Ebenso seien Veranstaltungen vom Sozialverband VdK vorstellbar, da es trotz zahlreicher älte- rer Menschen keinen Seniorentreff in Weiherfeld-Dammerstock gibt. Auch einen Jung-&-Alt- Treff oder ein Startpunkt-Familienzentrum gibt es nicht im Stadtteil. Wünschenswert wären Räume bis zu 100 m² für Kurse und Besprechungen. Der Bürgerverein wird sich weiterhin um Kooperationspartner und Räumlichkeiten bemühen. Falls das derzeit zurückgestellte Bauvorhaben eines Pflegezentrums im Klostergarten St. Fran- ziskus realisiert werden sollte, wäre auch hier die Integration eines Bürgertreffs vorstellbar. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung wird die Bestandsaufnahme in Weiherfeld-Dammerstock noch vertiefen und mit dem Bürgerverein im Gespräch bleiben. Ergänzende Erläuterungen Seite 26 Bestandsaufnahme Rüppurr Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 10.453 - Vielfältige und lebendige Vereinsszene Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Bürgergemeinschaft Rüppurr Position Bürgerverein Die Bürgergemeinschaft Rüppurr hat Räumlichkeiten im "Alten Rathäusle" in der Lange Straße 69 gemietet. Diese umfassen einen Raum für ca. 20 Personen und eine kleine Küche. Die Räumlichkeiten im ersten Obergeschoss sind nicht barrierefrei. Die Stadt ist Eigentümerin des Gebäudes, die Miete beläuft sich auf ca. 250 Euro pro Monat. Die Bürgergemeinschaft trägt die Kosten für Miete und Mietnebenkosten aus Mitgliedsbeiträgen, dem städtischen Zuschuss für Bürgervereine und aus Einnahmen von Festen etc. Im Raum der Bürgergemeinschaft finden unter anderem Handarbeits- und Malkurse statt. Au- ßerdem werden Ausstellungen lokaler Künstler präsentiert. Der Raum wird an die VHS unter- vermietet, gelegentlich auch an andere Gruppen, die in der Regel nur die Nebenkosten zahlen. Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich die Senioren-Begegnungsstätte "Oskar Hartlieb" der AWO. Die Weiterentwicklung der Aktivitäten im Sinne eines Bürgerzentrums ginge weit über das hinaus, was der Bürgerverein personell leisten könnte. Für größere Veranstaltungen mietet die Bürgergemeinschaft im Wechsel den Gemeindesaal der evangelischen und der katholischen Kirche. In der Dreschhalle, einer nach drei Seiten offenen Halle, finden gelegentlich Feste des Dreschvereins statt. Vorhandene Aktivitäten von Akteuren im Stadtteil Die Rüppurrer Vereine haben nach Auskunft des Bürgervereins in der Vergangenheit Bedarf nach Räumlichkeiten für Versammlungen und Proben geäußert. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung empfiehlt, in weiteren Gesprächen mit der Bürgergemeinschaft Rüppurr und anderen Akteurinnen und Akteuren zu prüfen, welche Bedarfe beispielsweise von Seiten der Vereine bestehen. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) - derzeit nicht absehbar Ergänzende Erläuterungen Seite 27 Bestandsaufnahme Waldstadt Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 12.399 Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner: - Begegnungsstätte Waldstadt - Sozialer Dienst Ost - Bürgerverein Waldstadt e. V. Position Bürgerverein Der Bürgerverein hält seine Sitzungen in der Begegnungsstätte in der Glogauer Straße ab. Die Weiterentwicklung der Begegnungsstätte zu einem Bürgerzentrum wird vom Bürgerverein aus verschiedenen Gründen nicht für sinnvoll erachtet: Die Begegnungsstätte wird mit Mitteln aus der Altenhilfe gefördert. Hauptzielgruppe sind daher Seniorinnen und Senioren. Es wird be- fürchtet, dass der Zuschuss gekürzt wird, wenn die Angebotspalette auf andere Zielgruppen und Generationen erweitert würde. Zudem sind die Räumlichkeiten der Begegnungsstätte rela- tiv klein, so dass Veranstaltungen für mehr als 20 Personen kaum durchführbar sind. Für größe- re Veranstaltungen wird daher ein Raum im Gemeindezentrum St. Hedwig gemietet oder in andere Stadtteile ausgewichen. Letzteres wirke sich jedoch nachteilig auf die Anzahl der Teil- nehmenden aus der Waldstadt aus. Der Bürgerverein wünscht sich für die Waldstadt ein größeres Bürgerzentrum, in dem Aktivitä- ten gebündelt werden können. So soll dort ein Frauenbuchladen seinen Platz finden und der 1. Carneval Club Waldstadt 1984 e. V. einen Übungsraum bekommen. Darüber hinaus sollen dort bürgerschaftliche Aktivitäten, wie beispielsweise Chorproben, lokalisiert werden. Ehrenamtlich sei der Betrieb eines größeren Bürgerzentrums in keinem Fall zu bewerkstelligen. Man wünsche sich ein mit hauptamtlichem Personal geführtes Bürgerzentrum. Es sei unab- dingbar, dass es dafür von Seiten der Stadt eine verlässliche Finanzierung gebe. Wenn Kontinu- ität gewährleistet sein solle, müsse es Planungssicherheit geben. Das Konzept zur Förderung der Bürgerzentren sei in der jetzigen Form nicht belastbar. Man habe ein grobes Konzept für ein Bürgerzentrum, das man sich beim evangelischen Kirchengemeindezentrum Nord in der Insterburger Straße vorstellen könnte. Das Gemeindezentrum sei bereits im jetzigen Zustand als Bürgerzentrum nutzbar. Durch einen Neubau ließe sich allerdings ein besserer Nutzwert reali- sieren. Auch unter wirtschaftlichen Aspekten könnte ein Neubau sinnvoller sein. Ein ausgear- beitetes Konzept möchte der Bürgerverein erst vorlegen, wenn eine verlässliche Zusage der Stadt für die Unterstützung eines Bürgerzentrums in der Waldstadt vorliege. Vorhandene Aktivitäten von Akteuren im Stadtteil Die Begegnungsstätte Waldstadt wurde vor 20 Jahren gegründet, um den Bewohnerinnen und Bewohnern im anliegenden Altenhilfezentrum ein weiteres Angebot zu ermöglichen. Sie be- steht aus einem Gruppenraum, einer Küche sowie WC inkl. Behinderten-WC. Betreiber sind der Bürgerverein, die evangelische und die katholische Kirche sowie der SSC. Die Leitung der Begegnungsstätte erfolgt ehrenamtlich. Die Mitarbeiterin beziffert ihren Arbeitsaufwand mit durchschnittlich 20 Wochenstunden. Pro Quartal steht eine Pauschale in Höhe von 400 Euro für Telefon, Kopierkosten und Sonstiges zur Verfügung, die vom Bürgerverein finanziert wird. Einige Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner besuchen gemeinsam mit Angehörigen die Veranstaltungen. Davon abgesehen kommen die Besucherinnen und Besucher der Begeg- nungsstätte vor allem aus der Waldstadt. Die Programmangebote, wie beispielsweise der Spie- lenachmittag, der Kreativkreis, Konversationsgruppen, der Chor, das türkische Frauencafé und die Mathematiknachhilfe für Kinder, werden überwiegend ehrenamtlich durchgeführt, wobei es immer schwieriger werde, hierfür Ehrenamtliche zu gewinnen. Weitere Angebote sind ein Sonntagsbegegnungscafé, die monatlich stattfindenden Seniorentreffs und Computerkurse für Seniorinnen und Senioren. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung wird die Bestandsaufnahme in der Waldstadt noch vertiefen und mit dem Bür- gerverein im Gespräch bleiben. Ergänzende Erläuterungen Seite 28 Bestandsaufnahme Hagsfeld Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 7.042 Position Bürgerverein Der Bürgerverein Hagsfeld wird sich Ende September 2014 mit dem Thema Bürgerzentrum befassen. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung wird anschließend mit dem Bürgerverein das Gespräch suchen. Bestandsaufnahme Durlach Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 29.699 - Vielfältiges und dichtes Vereinsleben - Vielfältiges Angebot verschiedener Träger für Seniorinnen- und Senioren Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Ortsvorsteherin - Stadtamt Durlach - Seniorenclub Durlach e. V. - AWO Durlach Position Ortsverwaltung Durlach und Aue zeichnen sich durch ein vielfältiges, ehrenamtliches Engagement aus. Die Vereine, Institutionen, kirchlichen Organisationen und Glaubensgemeinschaften sowie die Stadtverwaltung stellen im gesamten Stadtteil Räume für Angebote, Kurse, Treffen etc. zur Verfügung. Dem Dachverband ortsansässiger Vereine aller Sparten "Arbeitsgemeinschaft Dur- lacher und Auer Vereine (ARGE) e. V." sind ca. 80 Mitgliedsvereine angeschlossen. Viele Ange- bote, die in einem Bürgerzentrum stattfinden können, sind in Durlach bereits in verschiedenen Institutionen und Räumen vorhanden. Platz für ein zentrales Bürgerzentrum, in dem die vielen Vereine beherbergt wären, steht in Durlach und Aue nicht zur Verfügung. Aufgrund der bereits bestehenden breit gefächerten Angebotspalette und aufgrund des Wun- sches der Vereine und Institutionen nach einer stärkeren Vernetzung und Kommunikation mit- einander sowie nach einer besseren Sichtbarmachung des vorhandenen Angebots, bittet das Stadtamt Durlach um Prüfung, ob eine Förderung des Konzeptes des "Durlacher Verbundes" mit einer Personalstelle möglich ist. Die Aufgaben und Ziele des "Durlacher Verbundes" bestehen in: - der Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, - der Koordinierung und Unterstützung sozialer Anliegen der Bevölkerung, - der Vernetzung von Initiativen, Organisationen und Hilfsangeboten sowie von Bürgerinnen und Bürgern. Das Stadtamt Durlach sieht die Voraussetzungen für eine Förderung als Bürgerzentrum durch dieses Konzept erfüllt, da die Vereine und Institutionen mit ihrer Arbeit bereits viele Aufgaben eines Bürgerzentrums (Stätte der Begegnung, Orte gelebter Integration, Stärkung des Mitei- nander, Förderung bürgerschaftlichen Engagements) abdecken. Die angestrebte Personalstelle beim Stadtamt Durlach soll als aktivierende Schnittstelle zwischen Bürgerschaft, Vereinen und Verwaltung die Angebote und Veranstaltungen koordinieren, bürgerschaftliches Engagement fördern, Vereine beraten, Öffentlichkeitsarbeit machen etc. Vorhandene Ansätze von Akteuren im Stadtteil Neben städtischen Räumlichkeiten (Gewölbe Rathaus Durlach, Schülerhort, Nikolauskapelle, Karlsburg) werden in Durlach und Aue zahlreiche weitere Räumlichkeiten von Vereinen ge- Ergänzende Erläuterungen Seite 29 nutzt: Kinder- und Jugendhaus Durlach, Orgelfabrik, Festhalle Durlach, AWO Durlach in der Gritznerstraße. In der Rappenstraße 5 befindet sich der Seniorenclub Durlach e. V. (vormals Seniorenbüro Dur- lach e. V.). Integriert in den Seniorenclub Durlach e. V. ist der Senioren Computerclub Durlach e. V., der an fünf Tagen pro Woche Kurse rund um PC, Tablets, Smartphones, Software etc. anbietet. Im selben Gebäude bietet die AWO Durlach soziale Gruppenarbeit mit Kindern und Jugendlichen (z. B. Hausaufgabenbetreuung), Sprachkurse in Kooperation mit der Volkshoch- schule sowie Eltern-Kind-Kurse an. Sowohl die Räume des Seniorenclubs Durlach e. V. als auch die der AWO Durlach können gemietet werden. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Eine Personalstelle, die - angesiedelt bei der Ortsverwaltung - vorhandene Angebote in Durlach herausstellt und miteinander vernetzt, ist bislang im Konzept zur Förderung der Bürgerzentren nicht vorgesehen. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) - derzeit nicht absehbar Bestandsaufnahme Grötzingen Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 9.160 Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Ortsvorsteher Position Ortsverwaltung Viele Aufgaben eines Bürgerzentrums, so wie sie im Konzept zur Förderung der Bürgerzentren beschrieben sind, werden bereits durch Angebote in verschiedenen Einrichtungen abgedeckt, die über den Stadtteil verteilt sind, beispielsweise Angebote wie "Alt & Jung", Internetcafé 55+ sowie Volkshochschule im Rathaus, Hausaufgabenhilfe und teilweise auch Volkshochschule an der Schule. Der Verein Grötzinger Mitte wollte einen Generationentreffpunkt etablieren und hat Räume einer Kirchengemeinde genutzt, sich aber 2010 wieder aufgelöst. Die Begegnungs- stätte Grötzingen, eine Veranstaltungshalle mit angeschlossenem Restaurant, ist durch die Grötzinger Vereine weitgehend ausgelastet. In der Begegnungsstätte findet unter anderem das Café Meilenstein, eine Betreuungsgruppe für Demenzkranke, statt. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung wird die Bestandsaufnahme in Grötzingen noch vertiefen und mit der Ortsver- waltung im Gespräch bleiben. Bestandsaufnahme Hohenwettersbach Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 2.917 Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Ortsvorsteherin Position Ortsverwaltung Die Lustgartenhalle in Hohenwettersbach ist für kleinere Veranstaltungen überdimensioniert und zu teuer. Zudem ist sie nur bedingt behindertengerecht. Kulturelle Vereine können einmal im Jahr einen Zuschuss für Veranstaltungen in der Halle erhalten (Kulturamt), ansonsten müs- sen generell Miete und Hausmeistergebühren bezahlt werden. Die Raumvergabe sowie die Abrechnung der Miete und der Mietnebenkosten erfolgt über die Ortsverwaltung/Karlsruher Sportstätten-Betriebs GmbH. Bedarf an Räumlichkeiten besteht in Hohenwettersbach für Pro- ben von Musik- und Gesangsvereinen, Kurse oder Vorträge der Volkshochschule sowie private Ergänzende Erläuterungen Seite 30 Kurse und Besprechungen, da die Lustgartenhalle hierfür zu groß ist. Derzeit finden Bespre- chungen teilweise im Haus der Freiwilligen Feuerwehr statt. Der evangelische Kirchenkeller sei aufgrund der Kellerlage unwirtlich und wenig geeignet. Es gibt nur noch ein Lokal mit Neben- zimmer in Hohenwettersbach, in dem Vereine ihre Sitzungen durchführen können. Attraktiv wären Räumlichkeiten im historischen Hofgut Hohenwettersbach. Hier wären Räume im Alten Milchhäusle, wo die Gastronomie schließen musste, oder in der Pferdescheune denk- bar. Die Ortsvorsteherin möchte hierzu mit dem Eigentümer sprechen. Ein weiterer Ansatz könnten die bislang von der Volksbank genutzten Räume sein, die sich allerdings im Erdge- schoss eines Wohnhauses befinden. Bei den vorgeschlagenen Alternativen wären jeweils Um- bauarbeiten erforderlich. Der Betrieb solcher Räumlichkeiten sollte nach Ansicht der Ortsvor- steherin über die Ortsverwaltung erfolgen. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung wird die Bestandsaufnahme in Hohenwettersbach noch vertiefen und mit der Ortsverwaltung im Gespräch bleiben. Bestandsaufnahme Wettersbach (Palmbach und Grünwettersbach) Besonderheiten im Stadtteil Grünwettersbach - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 3.138 Palmbach - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 4.022 Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Ortsvorsteher Position Ortsverwaltung In der Heinz-Barth-Schule in Wettersbach befinden sich bereits der Wettersbacher Kulturtreff sowie zwei Kindergartengruppen. Im Ortskern von Wettersbach gibt es mit der ehemaligen Grundschule Dorfwies ein nicht mehr genutztes Schulgebäude, das der Ortsverwaltung gehört und das man als Bürgerzentrum nut- zen könnte. Diese Idee wurde im Prozess der Rahmenplanung für die Höhenstadteile einge- bracht. Das Gebäude verfügt über einen schönen Innenhof. Denkbar wären VHS-Kurse, Vor- träge oder ein Internet-Café. Bevor dieses Schulgebäude zu einem Bürgerzentrum weiterentwi- ckelt werden kann, sind aber zwei wesentliche Punkte zu berücksichtigen. 1.) Es ist zu prüfen, wie groß der Bedarf wirklich ist. 2.) Ehrenamtlich ist der Betrieb eines Bürgerzentrums nicht zu bewerkstelligen. Der Betrieb eines Bürgerzentrums sollte mit hauptamtlichem Personal über die Ortsverwaltung laufen. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung wird die Bestandsaufnahme in Wettersbach noch vertiefen und mit der Orts- verwaltung im Gespräch bleiben. Bestandsaufnahme Nordstadt Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 9.667 - Der Stadtteil besteht aus einer Zusammenführung der ehemaligen Amerikanersiedlung und der Hardtwaldsiedlung. Es gibt keinen markanten Kern und keine historische Mitte. Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner: - Bürgerverein Nordstadt e. V. - Hardtwaldzentrum (Träger: Paritätische Sozialdienste gGmbH) Ergänzende Erläuterungen Seite 31 Position Bürgerverein: Der Bürgerverein Nordstadt wünscht sich ein Bürgerzentrum in der Mitte des Stadtteils zwi- schen Amerikaner- und Hardtwaldsiedlung. Aufgrund der Lage am Rand des Stadtteils seien weder das Mikado noch das Hardtwaldzentrum als Bürgerzentrum geeignet. Der Bürgerverein nutzt das Kinder- und Jugendhaus NCO-Club (Träger: Stadtjugendausschuss) für seine Sitzun- gen. Derzeit wird das Gebäude als ausreichend empfunden. Allerdings liege es dezentral und habe auch keine freien Raumkapazitäten mehr für weitere Aktivitäten. Der Bürgerverein for- dert, dass der NCO-Club und der Skaterplatz an ihren Standorten bleiben. Sollte es im Zusam- menhang mit der Entwicklung des C-Areals jedoch zu einer Verlagerung des NCO-Clubs kom- men, sollten sich die derzeitigen räumlichen Gegebenheiten nicht verschlechtern. Die Entwicklung eines Bürgerzentrums auf dem C-Areal wird gewünscht. Noch günstiger wäre das Areal südlich des C-Areals, das dem Land gehört. Der Bürgerverein spricht sich dafür aus, dass die Stadt Karlsruhe dieses Gelände kauft. Auch im ehemaligen Flughafen-Casino sei ein Bürgerzentrum vorstellbar. Der NCO-Jugendclub, neben dem derzeit auch ein lärmintensiver Skaterplatz liegt, sei dort aufgrund der Nähe zur Wohnbebauung jedoch nicht vorstellbar. Noch bestehen keine konkreten Vorstellungen darüber, was in einem Bürgerzentrum in der Nordstadt inhaltlich geschehen soll. Dies müsse sich erst entwickeln, Ideen müssten reifen. An den Bürgerverein wurden bereits Anfragen für Kinderbetreuung, Sprachkurse für ausländische Kinder und Musikkurse gerichtet. Vorhandene Aktivitäten von Akteuren im Stadtteil: Das 1999 eröffnete Hardtwaldzentrum ist ein modernes multifunktionales Gesundheits- und Begegnungszentrum. Es bietet Dienstleistungen im sozialen, pflegerischen und therapeutischen Bereich und vernetzt Aktivitäten von Selbsthilfegruppen und Bürgerschaftlichem Engagement. So gibt es dort unter anderem ein Startpunkt Familienzentrum, einen Alt-&-Jung Treff sowie einen Freiwilligendienst. Mehrere Räume können für Seminare und auch für private Anlässe gemietet werden. Bürgerinnen und Bürgern steht ein "Offener Treff" zur Verfügung. Das Haus ist barrierefrei und behindertengerecht ausgebaut. Der Seniorenbereich stellt die eine Kompe- tenzlinie des Hardtwaldzentrums dar, die andere Kompetenzlinie beinhaltet den Bereich Kinder und junge Familien. Im Haus sind mehrere Initiativen und Institutionen untergebracht: die Paritätische Sozialdienste gGmbH Karlsruhe, der Paritätische Baden-Württemberg Kreisverband Karlsruhe, das Therapie- Zentrum Nordstadt, das Rehabilitationszentrum Südwest für Behinderte gGmbH sowie eine zahnärztliche Gemeinschaftspraxis. Den ehrenamtlichen Betrieb eines Bürgerzentrums sieht das Hardtwaldzentrum kritisch, da bestimmte Bereiche nicht durch Ehrenamt abgedeckt werden können. Ein "modernes" Ehren- amt habe einen klar umrissenen Zeithorizont und sei ein abgegrenztes Projekt. Wichtig sei das Verhältnis zwischen Ehrenamt und Hauptamt. Ehrenamtliche müssen sich qualifizieren können und auch qualifizierte Unterstützung bekommen wie beispielsweise beim Projekt " ́wellcome`. Praktische Hilfen für Familien. Im Kultur- und Gemeinschaftshaus Mikado (Träger: Verein Kulturhaus Mikado e. V.) finden an den Wochenenden verschiedene Kulturveranstaltungen statt. Unter der Woche gibt es ein ab- wechslungsreiches Kursangebot. Die Vereinsziele sind die Förderung von Kultur, bürgerschaftli- chem Engagement und Eigeninitiative sowie die Schaffung eines Ortes der Kommunikation. Organisation und Durchführung der Aktivitäten erfolgen ehrenamtlich. Fazit/Empfehlung zum weiteren Vorgehen Die Verwaltung empfiehlt, in weiteren Gesprächen mit dem Bürgerverein und anderen Akteu- rinnen und Akteuren, u. a. dem Kultur- und Gemeinschaftshaus Mikado (Träger: Verein Kul- turhaus Mikado e. V.), dem Hardtwaldzentrum, der Karl Friedrich-, Leopold- und Sophien- Stiftung sowie dem NCO Club (Träger: Stadtjugendausschuss) zu prüfen, welche Bedarfe im Stadtteil für ein Bürgerzentrum bestehen. Zu erwartender Mietkostenzuschuss (in 2015/2016) - derzeit nicht absehbar Ergänzende Erläuterungen Seite 32 3.5. Stadtteile, die derzeit keinen Bedarf an einem Bürgerzentrum haben Bestandsaufnahme Stupferich Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 2.647 - Es fehlen Räumlichkeiten für Kindergartengruppen Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Ortsvorsteher Position Ortsverwaltung In Stupferich gibt es mit dem städtischen Gemeindezentrum eine Begegnungsstätte, die von Vereinen sowie von Bürgerinnen und Bürgern vielfältig genutzt wird. U. a. finden dort Senio- rennachmittage, das Projekt "Alt & Jung - Hand in Hand" sowie Vereinsproben statt. Darüber hinaus können die verschiedenen Räumlichkeiten des Gemeindezentrums für private und be- triebliche Feierlichkeiten, Tagungen, Schulungen u. a. angemietet werden. Für Jugendliche gibt es in der Bergleshalle einen Jugendraum. Über das bestehende Gemeindezentrum hinaus sieht die Ortsverwaltung keinen Bedarf an ei- nem weiteren Bürgerzentrum. Bestandsaufnahme Wolfartsweier Besonderheiten im Stadtteil - Bevölkerung mit Hauptwohnsitz: 3.156 Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner - Ortsvorsteher Position Ortsverwaltung In Wolfartsweier wird nach Einschätzung der Ortsverwaltung kein Bürgerzentrum benötigt. Die Begegnungsstätte Wolfartsweier wird für Vereinsproben und private Feiern genutzt. Das katho- lische Gemeindezentrum steht häufig leer; im evangelischen Gemeindezentrum trifft sich re- gelmäßig eine bulgarische Gemeinde sowie ein Seniorentreff. Seit 15 Jahren gibt es den Verein MOSAIK (Mütter orientieren sich an ihren Kompetenzen). Dieser Verein organisiert zahlreiche Angebote für Familien mit Kindern bzw. für Mütter. Ein Seniorenstammtisch trifft sich regel- mäßig in der Bäckerei. Darüber hinaus verfügt Wolfartsweier über die Hermann-Ringwald- Halle. Ergänzende Erläuterungen Seite 33 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt nach Vorberatung im Hauptausschuss die Bestandsaufnahme zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, a) die bestehenden Bürgerzentren und Treffpunkte in den Stadtteilen Südstadt, Oststadt, Mühlburg, Oberreut, Rintheim und Neureut zu unterstützen und im Sinne der Konzeption Bürgerzentren inhaltlich weiterzuentwickeln und ab 2015 Mietzuschüsse für die Südstadt (15.000 €), Oststadt (12.000 €), Mühlburg (32.138,50 €) und Rintheim (7.200 €) in Höhe von zusammen 66.338,50 € (wie bereits 2014) zu gewähren. b) in den anderen Stadtteilen interessierte Gruppen bei der Realisierung eines Bürgerzentrums intensiv zu unterstützen und für weitere sechs bis acht Stadteile, wie z. B. Daxlanden, Nordweststadt, Knielingen etc., für 2015 Mietzuschüsse in Höhe von ca. 184.000 €, für 2016 von ca. 284.000 € einzuplanen. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 9. Oktober 2014

  • Protokoll GR TOP 7
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 3. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 21. Oktober 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 13. Punkt 7 der Tagesordnung: Bestandsaufnahme Bürgerzentren in den Stadt- teilen Vorlage: 2014/0102 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt nach Vorberatung im Hauptausschuss die Bestandsaufnahme zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, a) die bestehenden Bürgerzentren und Treffpunkte in den Stadtteilen Südstadt, Oststadt, Mühlburg, Oberreut, Rintheim und Neureut zu unterstützen und im Sinne der Konzeption Bürgerzentren inhaltlich weiterzuentwickeln und ab 2015 Mietzuschüsse für die Südstadt (15.000 €), Oststadt (12.000 €), Mühlburg (32.138,50 €) und Rintheim (7.200 €) in Höhe von zusammen 66.338,50 € (wie bereits 2014) zu gewähren. b) in den anderen Stadtteilen interessierte Gruppen bei der Realisierung eines Bür- gerzentrums intensiv zu unterstützen und für weitere sechs bis acht Stadtteile, wie z. B. Daxlanden, Nordweststadt, Knielingen etc., für 2015 Mietzuschüsse in Höhe von ca. 184.000 €, für 2016 von ca. 284.000 € einzuplanen. Abstimmungsergebnis: Zustimmende Kenntnisnahme Der Vorsitzende setzt um 19.15 Uhr die unterbrochene Sitzung fort, ruft Tagesord- nungspunkt 7 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Haupt- ausschuss: Ich würde vorschlagen, dass wir hier gleich zur Abstimmung kommen. Es gibt keinen Widerspruch. Dann bitte ich um das Kartenzeichen. Ich sehe nur gelbe Karten, einstim- mig so beschlossen. - 2 - Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 12. November 2014