Junge Menschen ohne Schulabschluss bzw. Ausbildung

Vorlage: 2014/0068
Art: Anfrage
Datum: 22.08.2014
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 23.09.2014

    TOP: 35

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Stellungnahme TOP 35
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke) Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom: 20.08.2014 eingegangen: 20.08.2014 Gremium: 2. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 23.09.2014 2014/0068 35 öffentlich Dez. 3 Junge Menschen ohne Schulabschluss bzw. Ausbildung 1. Wie viele arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren gibt es derzeit im Bezirk der Arbeitsagentur Karlsruhe? Im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt waren am Stichtag 15. August 2014 2 679 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Zum Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt gehören neben der Stadt Karlsruhe auch der Landkreis Karlsruhe, Baden- Baden, Rastatt, Calw, Freudenstadt. Im Stadtkreis Karlsruhe waren am Stichtag 828 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. 2. Wie viele davon haben nach abgeschlossener Ausbildung keinen Arbeitsplatz ge- funden und sind aus diesem Grund arbeitslos? Von den zum Stadtkreis Karlsruhe zählenden 828 arbeitslosen jungen Menschen unter 25 Jahren haben 362 eine betriebliche oder schulische Ausbildung. Diese Daten geben allerdings nur Auskunft darüber, ob die jungen Arbeitslosen eine Ausbildung absolviert haben. Aus welchen Gründen sie arbeitslos sind, geht daraus nicht hervor. 3. Wie viele junge Menschen unter 25 Jahren leben derzeit im Bezirk der Arbeits- agentur Karlsruhe, die nach dem Schulabschluss keine Ausbildung absolviert bzw. beendet haben? Zu dieser Frage sind keine Daten verfügbar. Seite 2 4. Wie hat sich die Quote der Schulabbrecher/-innen in den letzten 5 Jahren in Karls- ruhe entwickelt (Prozentanteil Schulabbruch zu Schulabschluss)? Die Abbrecherquote umfasst alle Schularten (Gymnasium, Realschule und Haupt- /Werkrealschulen) Schuljahr Abschlusszahlen Abbrecher Quoten 2008/2009 2.102 81 3,9 % 2009/2010 1.991 71 3,6 % 2010/2011 2.007 57 2,8 % 2011/2012 2.757 48 1,7 % 2012/2013 2.035 46 2,3 % Die Abbrecherquote an den Haupt- und Werkrealschulen verringert sich von Schuljahr zu Schuljahr kontinuierlich von 6,8 % (2008/2009) auf 2,7% (2012/2013) 5. Wie viele davon haben nachholend den Schulabschluss geschafft? Zu dieser Frage sind keine Daten verfügbar. 6. Wie viele davon haben danach eine Ausbildung begonnen bzw. einen Ausbildungsplatz gefunden? Zu dieser Frage sind keine Daten verfügbar. 7. Welche Möglichkeiten ergeben sich durch jüngere Tendenzen (mehr Ausbildungs- stellen als jugendliche Bewerber im Bezirk der Arbeitsagentur Karlsruhe) a) für diese jungen Menschen selbst? Flexible und motivierte junge Menschen haben bessere Chancen. Die Auswahl an Ausbil- dungsstellen ist größer geworden. Laut Arbeitsmarktreport der Bundesagentur für Arbeit stehen zum Stichtag August 2014 im Kreis Karlsruhe 661 unbesetzte Ausbildungsstellen 211 gemeldeten unversorgten Bewerbern gegenüber, das bedeutet rechnerisch 3,13 Stellen pro Bewerber. Bei der Betrachtung dieser Situation muss man berücksichtigen, dass sich unter den unver- sorgten Bewerbern zahlreiche Jugendliche finden, die enorme Defizite hinsichtlich Ausbil- dungsreife und Persönlichkeitsentwicklung mitbringen. Die Erfahrung zeigt darüber hinaus, dass gerade diese leistungsschwächeren Jugendlichen besonders dazu neigen, sich bei ihrer Berufsorientierung auf wenige vermeintlich attraktive Berufe zu versteifen, ohne die Gesamtpalette von rund 350 Ausbildungsberufen näher zu betrachten. Zum Ausgleich der Defizite sind Maßnahmen hilfreich, die diese jungen Menschen in der Entwicklung ihrer Seite 3 Ausbildungsreife fördern und gleichzeitig die Bandbreite ihrer Interessen erhöhen, um auf diese Weise die Lücke zwischen Anforderungen und Bewerberprofilen zumindest zu ver- kleinern. b) für entsprechende, diese Jugendliche unterstützende Einrichtungen? Wichtig sind gut funktionierende Netzwerke, die im regelmäßigen Austausch mit Eltern, Schulen, Betrieben, Kammern, den Berufsberatern der Arbeitsagenturen und Berufsbeglei- tern stehen. Durch koordinierte Zusammenarbeit kann es gelingen, einerseits möglichst allen Jugendlichen zum Berufseinstieg zu verhelfen und anderseits die betrieblichen Aus- bildungsstellen zu besetzen. Unabhängig von der konjunkturellen Lage werden die Themen Demografie und steigender Fachkräftebedarf den Arbeits- und Ausbildungsmarkt der Zukunft bestimmen. Viele Firmen sind aktuell auch bereit, leistungsschwächeren Jugendlichen einen Ausbil- dungsvertrag anzubieten. Allerdings ist zu befürchten, dass die Zahl der Ausbildungsab- brüche damit tendenziell steigt. Um dem entgegenzusteuern, gibt es derzeit folgende Angebote:  ausbildungsbegleitende Hilfen der Bundesagentur für Arbeit (rund 100 Plätze für Karls- ruhe)  Ausbildungsbegleitprojekt „Abbruch vermeiden – Ausbildung begleiten“ der Hand- werkskammer Karlsruhe in Kooperation mit der Fachstelle Ausbildungsbegleitung der AFB - Arbeitsförderungsbetriebe gGmbH  Ausbildungsbegleitprojekt der Industrie- und Handelskammer in Kooperation mit BBQ Berufliche Bildung gGmbH  ehrenamtliche Individualbegleitung von Auszubildenden durch Senior Experten des Bundesprojekts VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) Der Bedarf an Angeboten, die Ausbilder und Auszubildende bei der Stabilisierung gefähr- deter Ausbildungsverhältnisse unterstützen, wird voraussichtlich steigen. Bedauerlich ist in diesem Zusammenhang, dass derzeit noch nicht absehbar ist, inwieweit das Land Baden- Württemberg sich über den 31.12.2014 hinaus an einer Finanzierung der Ausbildungsbe- gleitprojekte beteiligt.

  • Die Linke-Schulabschluss
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadträtin Sabine Zürn (Die Linke) Stadtrat Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom 20.08.2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 2. Plenarsitzung Gemeinderat 23.09.2014 2014/0068 35 öffentlich Junge Menschen ohne Schulabschluss bzw. Ausbildung 1. Wie viele arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahren gibt es derzeit im Bezirk der Arbeitsagentur Karlsruhe? 2. Wie viele davon haben nach abgeschlossener Ausbildung keinen Arbeitsplatz gefunden und sind aus diesem Grund arbeitslos? 3. Wie viele junge Menschen unter 25 Jahren leben derzeit im Bezirk der Arbeitsagentur Karlsruhe, die nach dem Schulabschluss keine Ausbildung absolviert bzw. beendet haben? 4. Wie hat sich die Quote der Schulabbrecher/-innen in den letzten 5 Jahren in Karlsruhe entwickelt (Prozentanteil Schulabbruch zu Schulabschluss)? 5. Wie viele davon haben nachholend den Schulabschluss geschafft? 6. Wie viele davon haben danach eine Ausbildung begonnen bzw. einen Ausbildungsplatz gefunden? 7. Welche Möglichkeiten ergeben sich durch jüngere Tendenzen (mehr Ausbildungsstellen als jugendliche Bewerber im Bezirk der Arbeitsagentur Karlsruhe): a) für diese jungen Menschen selbst ? b) für entsprechende, diese Jugendlichen unterstützende Einrichtungen? Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Sachverhalt/Begründung: Die Arbeitsagentur Karlsruhe meldete jüngst mehr Ausbildungsstellen als Bewerber/- innen. Dies erfasst noch nicht diejenigen Jugendlichen, die in den letzten Jahren keine Ausbildung angefangen bzw. die Schule vorzeitig abgebrochen haben. unterzeichnet von: Sabine Zürn Niko Fostiropoulos Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 11.09.2014

  • Protokoll TOP 35
    Extrahierter Text

    NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 2. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 23. September 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 47. Punkt 35 der Tagesordnung: Junge Menschen ohne Schulabschluss bzw. Aus- bildung Anfrage der Stadträtin Sabine Zürn und des Stadtrats Niko Fostiropoulos (Die Linke) vom 20. August 2014 Vorlage: 2014/0068 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 35 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 3. November 2014