Maßnahmen bei Problemen bei Tunnelbohrer
| Vorlage: | 2014/0052 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 15.08.2014 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 23.09.2014
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom 13.08.2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 2. Plenarsitzung Gemeinderat 23.09.2014 2014/0052 34 öffentlich Maßnahmen bei Problemen beim Tunnelbohrer A. Der sicherste Weg, auf Hindernisse im Untergrund vorbereitet zu sein, ist ein Baugrundgutachten. Verfügt die KASIG über ein solches für die zwei Kilometer lange Stadtbahntunnelstrecke? 1. Wenn JA, was besagt dieses über die möglichen Risiken? B. In Medienberichten wird mitgeteilt, dass vor dem Einsatz des Tunnelbohrers der Untergrund nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht wird. Wie erfolgt diese Suche? C. Neben Blindgängern stellen Findlinge, die in unserer Gegend nicht unüblich sind, und Baumstämme die größtmöglichen Hindernisse für den Tunnelbohrer dar. Vor allem, weil der Tunnel wohl größtenteils im Grundwasser liegen wird. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn immer wieder in der Öffentlichkeit die Frage aufkommt, „was passiert, wenn der Tunnelbohrer stecken bleibt?“ 1. Wie hoch wird die Wahrscheinlichkeit angesehen, dass der Tunnelbohrer sich festsetzt? 2. Wie ist man auf einen solchen Fall vorbereitet? 3. Welche Konsequenzen hatte ein solcher Fall für den Bau des Tunnels? a. In finanzieller Hinsicht? b. In zeitlicher Hinsicht? c. Kann ein solcher Fall den sehr knapp bemessenen Zeitplan für die Fertigstellung gefährden? Seite 2 __________________________________________________________________________________________ D. Die Firma Herrenknecht als Entwickler und Hersteller der Karlsruher Tunnelvortriebsmaschine rüstet gegen Mehrkosten ihre Tunnelbohrer mit technischen „Frühwarnsystemen“ wie „Georadar“ aus. Verfügung der Karlsruher Tunnelbohrer über ein solches System? 1. Wenn JA, um welches System handelt es sich? 2. Wie funktioniert dieses System? E. Sollte trotz aller Vorsicht der Fall „X“ eintreten und der Tunnelbohrer sitzt fest: Kann der geringe Durchmesser der Kaiserstraße zum Problem werden? 1. Im Durchschnitt ist die Kaiserstraße ca. 25 Meter breit. Der Schneidkopf des Tunnelbohrers wird mit 9,30 Meter angegeben. Könnte da der Raum zwischen Maschine und Erdreich (Ringraum, der mit Bentonit verpresst wird, um Hohlraumbildungen zu vermeiden) nicht zu nahe an bestehende Fundamente reichen und diese gefährden? 2. Die Überdeckung beträgt nur 4 - 5 Meter, wird dieser Umstand nicht als problematisch angesehen? 3. Ist es richtig, dass eine Bergung von Hindernissen nur von oben möglich ist mit der Folge der Vollsperrung der Kaiserstraße? Sachverhalt/Begründung: Ende Oktober 2014 soll die Tunnelvortriebsmaschine Mixschild S-869 zum Einsatz kommen und soll unter der Kaiserstraße den ca. zwei Kilometer langen Stadtbahntunnel herstellen. Da bekanntlich „vor der Hacke alles duster ist“, ist bei einem solchen Vorhaben so manche Überraschung im Untergrund nicht ausgeschlossen. Auch dann, wenn Experten „nur Sand und Kies“ in neun Meter Tiefe erwarten. unterzeichnet von: Jürgen Wenzel Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 11.09.2014
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) vom: 13.08.2014 eingegangen: 13.08.2014 Gremium: 2. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 23.09.2014 2014/0052 34 öffentlich Dez. 4 Maßnahmen bei Problemen beim Tunnelbohrer A. Der sicherste Weg, auf Hindernisse im Untergrund vorbereitet zu sein, ist ein Bau- grundgutachten. Verfügt die KASIG über ein solches für die zwei Kilometer lange Stadtbahntunnelstrecke? Auch im Bereich des maschinellen Vortriebs für den Stadtbahntunnel wurde im Vorfeld ein entsprechendes Baugrundgutachten erstellt. 1. Wenn JA - was besagt dieses über die möglichen Risiken? Mögliche Risken beim maschinellen Tunnelvortrieb für den Stadtbahntunnel resultieren weniger aus den vorherrschenden Baugrundeigenschaften, sondern können dann entste- hen, wenn unerwartete größere Hindernisse im Vortriebsbereich angetroffen werden. B. In Medienberichten wird mitgeteilt, dass vor dem Einsatz des Tunnelbohrers der Un- tergrund nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht wird. Wie erfolgt diese Suche? Für die vorauseilende Kampfmittelerkundung werden im ersten Schritt bis zu 10 m lange Kunststoffrohre mit einem Durchmesser zwischen 50 und 70 mm mittels Vorbohrung in den Untergrund eingebracht. Bei der anschließenden sogenannten Kampfmittelfreimessung wird eine Sonde abgelassen, die den ferromagnetischen Widerstand misst und auf Störungen im Erdmagnetfeld reagiert, die durch Metallgegenstände hervorgerufen werden. C. Neben Blindgängern stellen Findlinge, die in unserer Gegend nicht unüblich sind, und Baumstämme die größtmöglichen Hindernisse für den Tunnelbohrer dar. Vor allem, weil der Tunnel wohl größtenteils im Grundwasser liegen wird. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn immer wieder in der Öffentlichkeit die Frage aufkommt „Was passiert, wenn der Tunnelbohrer stecken bleibt?“ Seite 2 1. Wie hoch wird die Wahrscheinlichkeit angesehen, dass der Tunnelbohrer sich fest- setzt? Aufgrund der vorhandenen Baugrundbeschaffenheit aus Kiesen und Sanden in Verbin- dung mit der gestreckten Linienführung des Tunnelvortriebs wird das Risiko, dass die Tun- nelvortriebsmaschine sich "festsetzt", als sehr unwahrscheinlich betrachtet. 2. Wie ist man auf einen solchen Fall vorbereitet? Für den Fall, dass beim Tunnelvortrieb unerwartete Hindernisse oder größere Bodenstö- rungen auftauchen und ein Eingreifen erfordern, können mehrere Maßnahmen herange- zogen werden. Ein sogenannter Backenbrecher im Abbaubereich kann Findlinge oder sonstige Hindernisse bis zu einer Kantenlänge von 60 cm zerkleinern. Wenn erforderlich, werden Taucher zur Bergung von nicht abbaubaren Gegenständen zum Einsatz gebracht. Zur Verbesserung der Baugrundeigenschaften können bei Bedarf Injektionsbohrungen im Schutze der Tunnelvortriebsmaschine ausgeführt werden. 3. Welche Konsequenzen hätte ein solcher Fall für den Bau des Tunnels a. in finanzieller Hinsicht? b. in zeitlicher Hinsicht? c. Kann ein solcher Fall den sehr knapp bemessenen Zeitplan für die Fertigstel- lung gefährden? Erfahrungen bei anderen Tunnelbaumaßnahmen zeigen, dass Beseitigungen von Hinder- nissen in den meisten Fällen innerhalb von einer Woche durchgeführt werden können. Ei- ne Gefährdung des Fertigstellungszeitraums ist bei dieser zeitlichen Größenordnung nicht zu befürchten. Wie stark sich eine Verzögerung finanziell auswirkt, hängt natürlich vom konkreten Fall ab und lässt sich nicht vorab beziffern. D. Die Firma Herrenknecht als Entwickler und Hersteller der Karlsruher Tunnelvor- triebsmaschine rüstet gegen Mehrkosten ihre Tunnelbohrer mit technischen „Früh- warnsystemen“ wie „Georadar“ aus. Verfügung der Karlsruher Tunnelbohrer über ein solches System? 1. Wenn JA - um welches System handelt es sich? 2. Wie funktioniert dieses System? Das von der Firma Herrenknecht angebotene sogenannte Vorauserkundungssystem SSP (Sonic Softground Probing) gehört bereits zum Ausrüstungsumfang der Karlsruher Tunnelvortriebs- maschine und muss daher nicht mit Mehrkosten nachgerüstet werden. Es handelt sich hierbei um das System "Sonic Boom", bei dem während des Vortriebs laufend Radarimpulse ausge- sendet werden. Die von möglichen Hindernissen im Vortriebsbereich reflektierten Signale wer- Seite 3 den von Empfängern erfasst und ausgewertet. Damit können bis zu 40 Meter vorausliegende Hindernisse erkannt und visualisiert werden. D. Sollte trotz aller Vorsicht, der Fall „X“ eintreten und der Tunnelbohrer sitzt fest. Kann der geringe Durchmesser der Kaiserstraße zum Problem werden? siehe hierzu Antwort zu C.1. 1. Im Durchschnitt ist die Kaiserstraße ca. 25 Meter breit. Der Schneidkopf des Tun- nelbohrers wird mit 9,30 Meter angegeben. Könnte da der Raum zwischen Ma- schine und Erdreich (Ringraum, der mit Bentonit verpresst wird, um Hohlraumbil- dungen zu vermeiden) nicht zu nahe an bestehende Fundamente reichen und die- se gefährden? Um die Auswirkungen infolge des Schildvortriebs abzuschätzen, wurden im Vorfeld um- fangreiche Bodenuntersuchungen und detaillierte Berechnungen durchgeführt. Dabei hat sich gezeigt, dass die zu erwartenden Setzungen im Bereich der Randbebauung als weitestgehend unkritisch angesehen werden können. Unabhängig davon wird vor Beginn des Tunnelvortriebs für sämtliche im Einflussbereich liegenden Gebäude eine Bestandsdokumentation zur Beweissicherung durchgeführt. Gebäude, bei denen auf- grund ihrer statisch konstruktiven Beschaffenheit erkennbare Rissbildungen nicht aus- zuschließen sind, werden bei Bedarf im Fundamentbereich stabilisiert und gesichert. 2. Die Überdeckung beträgt nur 4 - 5 Meter, wird dieser Umstand nicht als proble- matisch anzusehen? Bis auf den Übergangsbereich zu den Rampen beträgt die durchschnittliche Überdeckung des Stadtbahntunnels ungefähr 7 Meter. Bei einem äußeren Tunneldurchmesser von 9,30 Meter entspricht dies durchaus dem Stand der Technik und ist daher nicht als problema- tisch anzusehen. 3. Ist es richtig, dass eine Bergung von Hindernissen nur von oben möglich ist mit der Folge der Vollsperrung der Kaiserstraße? Wie unter Punkt C.2 beschrieben, bestehen mehrere Möglichkeiten, Hindernisse bereits unter Tage auszuräumen. Im Fall von alten Verbauträgern oder Spundwänden, die auf- grund ihrer Lage und Abmessungen nicht vor dem Schneidrad geborgen werden können, kann es unter Umständen notwendig werden, die Beseitigung von der Oberfläche her durchzuführen. Die Art einer notwendigen Bergung wird im konkreten Fall nach techni- schen und auch wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu entscheiden sein.
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 2. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 23. September 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 46. Punkt 34 der Tagesordnung: Maßnahmen bei Problemen beim Tunnelbohrer Anfrage des Stadtrats Jürgen Wenzel (FW) vom 13. August 2014 Vorlage: 2014/0052 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 34 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwaltung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 3. November 2014