Raum(konzept) für alle:
| Vorlage: | 2014/0015 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 17.07.2014 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Umwelt- und Arbeitsschutz |
| Erwähnte Stadtteile: | Innenstadt-Ost, Waldstadt |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 23.09.2014
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: verwiesen in Planungsausschuss
Zusätzliche Dateien
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag KAL-Gemeinderatsfraktion vom: 07.07.2014 eingegangen: 07.07.2014 Gremium: 2. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 23.09.2014 2014/0015 18 öffentlich Dez. 6 Raum(konzept) für alle: Planungswettbewerb östliche Kaiserstraße - Kurzfassung - Die Aufwertung der östlichen Kaiserstraße ist ein Ziel der Stadtplanung. Ab 2017 ist die Er- arbeitung eines "Konzeptes Zukunft Innenstadt" beabsichtigt. Das Konzept wird auf die Er- gebnisse des Räumlichen Leitbildes aufbauen und in der Herangehensweise fachübergrei- fend und integriert angelegt sein. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Aufwertung der östlichen Kaiserstraße ist ein Ziel der Stadtplanung. Ab 2017 ist die Er- arbeitung eines "Konzeptes Zukunft Innenstadt" beabsichtigt. Das Konzept wird auf die Er- gebnisse des Räumlichen Leitbildes aufbauen und in der Herangehensweise fachübergrei- fend und integriert angelegt sein. Daher sind die Einbeziehung einer breiten Öffentlichkeit und die Einbindung der wesentlichen Akteure unabdingbar. Die Verwaltung hat bereits die vorbereitenden Schritte für das Konzept definiert. Ein Einzelhandelsgutachten, Datenerhe- bungen u. a. aus dem City-Monitoring sowie ein Farbmasterplan sollen das Innenstadtkon- zept mit grundlegenden und fundierten Informationen untermauern. Diese Untersuchungen werden teilweise ab 2017 beauftragt, da erst dann die positiven Auswirkungen der Kombi- lösung ersichtlich und für alle begreifbar werden. Die Erarbeitung und Verabschiedung von Gestaltungssatzungen und Sondernutzungsrichtli- nien ist ebenfalls erst nach der Fertigstellung der Kombilösung zielführend. Neben der Aufwertung der freiräumlichen und gestalterischen Qualität sowie der Förderung einer vielfältigen Einzelhandelsstruktur werden verkehrliche Aspekte berücksichtigt. Aus dieser Sicht gilt es u. a. zu prüfen, welche Lösung die geeignetste für die östliche Kaiser- straße ist und ob diese als Fahrradstraße oder als Mischfläche deklariert werden kann. Auch in diesem Fall ist eine Datenerhebung notwendig, die erst nach der Fertigstellung der Bau- maßnahmen zur Kombilösung 2017 durchgeführt werden kann. In Rahmen eines übergreifenden Konzeptes für das Innenstadtgebiet, welches Mühlburger Tor bis zum Durlacher Tor, Zirkel bis zur Kriegsstraße umfasst, werden Vertiefungsgebiete deklariert, die durch Wettbewerbs- sowie partizipative Verfahren bis ins Detail dekliniert wer- den. Hierzu zählt die östliche Kaiserstraße unter Einbeziehung der angrenzenden öffentli- chen Räume. Im September wird das weitere Vorgehen zum Räumlichen Leitbild und dem darauf aufbau- enden Konzept Zukunft Innenstadt im Planungsausschuss erläutert.
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadtrat Lüppo Cramer (KAL) Stadtrat Dr. Eberhard Fischer (KAL) Stadträtin Margot Döring (KAL) KAL-Gemeinderatsfraktion vom 07.07.2014 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 2. Plenarsitzung Gemeinderat 23.09.2014 2014/0015 18 öffentlich Raum(konzept) für alle: Planungswettbewerb östliche Kaiserstraße Die Stadtverwaltung organisiert zur östlichen Kaiserstraße einen kooperativen Planungs- wettbewerb mit geeignetem Bürgerbeteiligungsverfahren mit dem Ziel: attraktiven öffentlichen Raum für alle schaffen, östliche Kaiserstraße aufwerten. Ein innovatives Raum- und Verkehrskonzept und eine klare Richtlinie/Satzung für die Gestaltung des öffentlichen Raumes und des Außenraums der Geschäfte/Erdgeschossbereiche werden erwartet. Die Kombilösung mit der Tieferlegung der Straßenbahn ist eine stadtgestalterische Chance, auch für den östlichen Teil der City-Achse. Da die Bauarbeiten 2017/2018 in der Kaiserstraße beendet sein sollen, ist es nun an der Zeit, die Planungen westlich und östlich der bestehenden Fußgängerzone in der Kaiserstraße sowie südlich des Marktplatzes bis zum Ettlinger Tor zu vertiefen. Die Maxime lautet hierbei: von Tor zu Tor denken. Die Anforderungen an das Gebiet der östlichen Kaiserstraße zwischen Ende der heutigen Fußgängerzone und Durlacher Tor sind enorm: 1. Die Durchschneidung des Gebietes durch die Kreuzung mit der Fritz-Erler- Straße/nördliche Waldhornstraße (Teil des Innenstadtrings für den Individualverkehr) 2. Parkierung entlang der Kaiserstraße (derzeit beidseitig) 3. die Einbindung des Berliner Platzes 4. dichter Radverkehr wegen Studierenden 5. Fußgängerverkehr in viele Richtungen, zukünftig aus zwei U- sowie zwei oberirdischen Haltestellen kommend Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ 6. oberirdische Straßenbahn mit zukünftig wohl einer Linie (Tram 4 in die Waldstadt) und die trennende Wirkung durch den derzeit eigenen Gleiskörper 7. die Zugänge und Einbindung des KIT-Campus 8. der Branchenmix der vorhandenen Geschäfte, stark ausgerichtet auf eine studentische Zielgruppe, und deren öffentlicher Auftritt. Das Ziel des Planungskonzeptes muss ein Raumkonzept für alle sein. Das Haupt- augenmerk sollte auf die Aufwertung des öffentlichen Raumes und auf Raum für „Begegnungen“ gelegt werden. Als direkt beteiligte Betroffene sind zu nennen die Anwohner, die Ladenbesitzer, das KIT, die Studierendenschaft, die VBK mit ihren Fahrgästen, die Individualverkehr-Nutzer sowie alle Nutzer der Angebote in dem Bereich. Am Prozess sollten zudem der ansässige Bürgerverein sowie alle interessierten Bürger, die die Stadtentwicklung vorantreiben möchten, beteiligt werden. Dieses komplexe Anforderungsprofil sowie die Vielzahl der involvierten Personen stellen hohe Anforderungen an den Planungsprozess. Die Kompetenzen vieler städtischer Einrichtungen, von der Sozialbehörde über die VBK bis zum Stadtplanungsamt, gilt es zu bündeln und externes Wissen über innovative Raumkonzepte, die der Situation gerecht werden, einzubinden. Aufgrund der hohen Anforderungen dieses Gebietes ist ein innovatives Raum- und Verkehrskonzept erforderlich; Shared Space, Gemeinschafts- straße oder Begegnungszone sind in der Ausschreibung des Wettbewerbs dezidiert als etwaige Optionen zu nennen. Hierzu sind im Vorfeld Erfahrungen aus bestehenden Projekten zu eruieren (z. B. Stadt Bohmte und Hamburg) und der Öffentlichkeit in geeigneter Form vorzustellen. Die Verknüpfungen mit Angeboten außerhalb des Gebiets (z. B. Parkhaus „Fritz-Erler- Straße“) und die erwarteten Veränderungen bei der Wahl des Verkehrsmittels und der Route Richtung Innenstadt-Ost nach Fertigstellung der Kombilösung sind Grundlagen der Planung. unterzeichnet von: Lüppo Cramer Dr. Eberhard Fischer Margot Döring Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 11.09.2014
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NIEDERSCHRIFT Stadt Karlsruhe Gremium: 2. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: 23. September 2014, 15:30 Uhr öffentlich Ort: Bürgersaal des Rathauses Vorsitzende/r: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 30 Punkt 18 der Tagesordnung: Raum(konzept) für alle: Planungswettbewerb östliche Kaiserstraße Antrag der Stadträte Lüppo Cramer und Dr. Eberhard Fischer, der Stadträtin Margot Döring (KAL) sowie der KAL-Gemeinderatsfraktion vom 7. Juli 2014 Vorlage 2014/0015 Beschluss: Einverstanden mit der Stellungnahme der Verwaltung und Weiterbehandlung im Pla- nungsausschuss Abstimmungsergebnis: keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 18 zur Behandlung auf und verweist auf die vorliegende Stellungnahme der Verwaltung. Stadtrat Cramer (KAL): Bei diesem Antrag "Raum(konzept) für alle: Planungswettbe- werb östliche Kaiserstraße" geht es ganz klar um eine Aufwertung der östlichen Kaiser- straße. Wir sind zufrieden, dass das "Konzept Zukunft Innenstadt" von Tor zu Tor denkt, d. h. vom Mühlburger Tor bis zum Durlacher Tor. Wir haben uns aber mit unse- rem Antrag auf die östliche Kaiserstraße fokussiert. Die beginnt letztendlich für uns bei C&A. Es ist schon seit vielen Jahrzehnten so - besonders seit der Flächensanierung in der Altstadt -, dass die östliche Kaiserstraße zwar ihr besonderes Flair hatte, aber doch in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr abgefallen ist in der Attraktivität. Wir sehen, dass jetzt die Zeit da ist, im Zusammenhang mit dem Bau der Kombilösung, dass das jetzt vom Durlacher Tor bis zum Kronenplatz angefasst und neu gedacht wird, wie wir das machen können. Wir sehen es so, dass dieses Gebiet die ganzen Jahre doch sehr stiefmütterlich behandelt wurde. Alle wissen es, man weiß es in der Politik, man weiß es in der Verwaltung. Aber wirklich rangegangen ist man nicht. Wir sind von daher schon im Prinzip zufrieden mit der Antwort, dass dieses Raum- und Verkehrskonzept erstellt werden soll, auch mit Einbeziehung einer breiten Öffentlich- - 2 - keit. Das ist uns sehr wichtig. Vor allem auch natürlich der ansässige Bürgerverein Alt- stadt, der schon seit vielen Jahren diese Forderungen immer wieder in die Politik hinein trägt. Wir denken, es ist jetzt wirklich an der Zeit, dass es gemacht wird. Die Antwort, dass es im September im Planungsausschuss mit behandelt wird, ist für uns ein Lichtblick. Aber das einzige, was uns wirklich nicht gefällt an der Antwort, Herr Bürgermeister Obert, ist, dass man abwarten will, bis die Kombilösung fertig ist. Ich glaube, das wäre der größte Fehler. Denn wir meinen, jetzt muss das ganze Prozedere in Gang gesetzt werden, mit den Betroffenen dort, mit den Einzelhändlern, mit der Wohnbevölkerung und mit den örtlichen Vertretern, sprich: dem Bürgerverein. Denn es macht für uns keinen Sinn, wenn die Kombilösung fertig ist, dann anzufangen zu über- legen, was kann man dort machen und gegebenenfalls noch einmal in diesem Gebiet bauliche Veränderungen macht. Ich glaube, es ist keinem zumutbar, zu sagen: Jetzt ist endlich die Kombilösung fertig. Jetzt fängt man an, weil man ein neues Raum- und Verkehrskonzept machen will, dass man zu Spitzhacke und Bagger greift. Das kann nicht der richtige Weg sein. Ich möchte an Sie appellieren, dass im Planungsausschuss noch einmal darauf einge- gangen wird, inwieweit man wirklich Ende dieses Jahres den Prozess beginnt und dann 2016 fort- und zum Ende führt, bis dann auch die Kombilösung fertig ist und alles, was dort passieren soll, mit einbezieht. (Beifall bei der KAL) Bürgermeister Obert: Es geht um die Zeitschiene. Die Kombilösung wird nicht 2017 fertig, sondern, wenn es so läuft, wie es laufen soll, Ende 2019. Ende 2018 geht der Tunnel in Betrieb. Dann wird aber oberirdisch noch gefahren. Danach wird auch das Gleis oberirdisch herausgenommen. Es ist natürlich nicht geplant, nach Fertigstellung der Kombilösung verschiedene Baumaßnahmen zu machen. Aber ich kann beispielswei- se die Gestaltung der Kaiserstraße erst machen, wenn die oberirdischen Schienen drau- ßen sind. Es hat mehrere Gründe, warum das nicht anders geht. Auch wenn sich die Situation mit Inbetriebnahme des Tunnels - wie gesagt, das ist dann Ende 2018 - schon verändern wird. Wenn wir also 2017 beginnen, haben wir etwa einen Vorlauf von rund zwei Jahren. Wenn wir heute beginnen, haben wir einen Vorlauf von fünf Jahren. Wir haben leider die Erfahrung gemacht - neben anderen Dingen, die dafür sprechen -, dass es nicht so gut ist, dass man Gestaltungsvereinbarungen oder Gestaltungswettbewerbe macht, die erst in vielen späteren Jahren umgesetzt werden, weil sich dann Verschiedenes vielleicht auch wieder verändert hat oder andere Bedingungen dazugekommen sind. Nur vom Zeitablauf: Kombilösung fertig erst Ende 2019. Wir beginnen zwei Jahre vor- her mit diesem Prozess, der vorher aber schon auch eingeleitet wird - das haben wir geschrieben - mit bestimmten Erhebungen. Nur um es klarzustellen: 2017 ist die Kom- bilösung noch lange nicht fertig. - 3 - Stadtrat Pfannkuch (CDU): Der Antrag ist absolut berechtigt. Er beschränkt sich aller- dings nur auf einen Teilaspekt. Würde man nämlich so vorgehen, liefe man Gefahr, dass man das Gesamte aus den Augen verliert. So wäre es kein Konzept für alle. Die Antwort der Verwaltung ist daher noch richtiger. Man muss die gesamte Innenstadt in den Blick nehmen. Dabei erinnern wir natürlich in aller Bescheidenheit an unseren Antrag vom 20.11.2012, in dem wir das - zum Teil auf Unverständnis anderer Fraktio- nen stoßend - schon einmal in die Diskussion hier eingeführt haben. Wir hatten uns allen damals Mut zu einem großen Wurf zusprechen wollen, nämlich zum Gesamter- lebnis Innenstadt. Da muss man sich über die räumliche Ausbreitung Gedanken ma- chen, wie man planerisch vorgeht. Es verbietet sich aber jede lupenartige Betrachtung einzelner Sektoren der Innenstadt. Wenn wir uns da einig wären, muss es um die quali- tative Entwicklung dieses Bereiches Innenstadt gehen. Einkaufserlebnis war beispielsweise ein Schlagwort, unter dem man ein Workshop lau- fen lassen müsste. Wohnen ist das andere. Unter diesen Aspekten müssten die Planun- gen laufen. Das alles muss mit Fachleuten passieren. Da müssen vor allem auch die Ge- schäftsleute ran, die nämlich in der Innenstadt Erfolg haben sollen. Viele andere Aspek- te müssen da mit einfließen. Die Antwort der Verwaltung lässt zunächst erwarten, dass man die Chancen der Innenstadt im Blick hat. Vor zwei Jahren war bereits unser Ansatz, das Licht am Ende des Tunnels der Kombilö- sung nicht zu übersehen. Nicht, dass wir beim Verlassen des Tunnels, etwa an der Hal- testelle KIT oder am Ettlinger Tor, nach Abziehen der Staubwolken enttäuscht feststel- len müssen, dass sich in unserer Innenstadt rein gar nichts verändert hat. Das wäre fa- tal, nach dem, was wir unseren Bürgerinnen und Bürgern derzeit alles zumuten. Hier setzt - da stimme ich ganz überein mit Kollege Cramer - auch unsere Sorge an. Herr Bürgermeister Obert, die Zeitschiene haben Sie uns erläutert. Wir haben aber auch durchaus verstanden, dass die Kombilösung erst in 2019 fertig ist. Sie muss fertig sein, wenn ich richtig informiert bin. Aber das ist doch viel zu kurz. Wenn ich all das in An- griff nehmen will, die Fachleute, Workshops - wir haben doch Erfahrungen, wie diese Dinge mittlerweile laufen -, brauchen wir diese Zeit allemal. Wir hatten schon 2012 Veranlassung gesehen, Gas zu geben. Damals hat die damalige Planungsamtsverwal- tung das nicht so ganz ernst genommen. Aber ich glaube, wir müssen jetzt - da gebe ich den KULT-Leuten Recht - dringend anfangen. Die Umsetzung braucht Zeit und Geld. Wenn wir erst in 2017 mit einem "Konzept Zukunft Innenstadt" beginnen, dann könn- te es zu spät sein. (Beifall bei der CDU) Stadtrat Zeh (SPD): Ich glaube, das Problem ist uns allen bewusst. Die SPD hat bereits vor drei Jahren eine entsprechende Kreisdelegiertenkonferenz gemacht, hat auch ent- sprechende Forderungen im Wahlprogramm aufgenommen. Von Tor zu Tor denken. Natürlich muss man die ganze Innenstadt im Blick haben. Speziell hat Herr Stadtrat Cramer noch einmal die Lupe auf den östlichen Teil gelegt. Hier hat man auch mit der Fußgängerzone - Herr Cramer sprach, ab C&A nimmt es et- - 4 - was ab - in den vergangenen zehn Jahren immer wieder Probleme, wie man diese auf- wertet. Es bietet sich an, hier in diesem östlichen Teil - die Nordseite ist weitgehend durch die Universität geprägt - etwas mehr den Fokus auf den studentischen Teil zu legen. Wir müssen natürlich Ideen haben, die wir dann auch nach und nach umsetzen können. Der eigentliche Umbau kann erst dann geschehen, wenn z. B. die provisorische Haltestelle Durlacher Tor wieder weg ist und man die richtige Haltestelle Durlacher Tor wieder eröffnet. Aber ich beobachte auch, der Berliner Platz ist inzwischen eine große, freie, geteerte Fläche, auf der nichts drauf ist. Das wird jetzt als Hilfsparkplatz genutzt. Wollen wir hier Parken haben? Die Gastronomie freut sich natürlich. Aber das ist eine Überlegung, die man jetzt schon in der Umbauphase einbringen muss. Links um den Kronenplatz gibt es verschiedene geistige Nahrung, sprich: Büchereien und verschiede- ne richtige Nahrung, sprich: Imbissbuden. Ist das das Zielkonzept für den Kronenplatz in der Zukunft? Diesen Fragen und Diskussionen müssen wir uns stellen. Wir sind dazu bereit. Es ist der erste Ansatz, im Planungsausschuss einmal Ideen darüber auszutauschen. Aber nur auf die lange Bank schieben und dann sagen: Jetzt sind wir fertig, welches Konzept haben wir denn für die Belebung? Das wäre der falsche Ansatz. Da bin ich auch bei Herrn Cramer. In dem Sinne wird sich die SPD auch an der weiteren Diskussion beteiligen. (Beifall bei der SPD) Stadträtin Lisbach (GRÜNE): Auch wir unterstützen diesen Wunsch nach einer Pla- nung für die östliche Kaiserstraße. Auch wir sehen darin jetzt ein wichtiges Signal, auch für die Bürgerinnen und Bürger und den derzeit dort sehr geplagten Einzelhandel. Die wesentlichen Eckpunkte sind für uns: Aufwertung der Fußgängerzone, Wiederbegrü- nung des Berliner Platzes nach dem Kahlschlag, der im Zuge der Kombilösungsbaustelle erfolgt ist. Wir wollen die Aufenthaltsqualität gerade des Berliner Platzes verbessern und auch für Fußgänger und Radfahrer in diesem ganzen Bereich noch einmal deutliche Verbesserungen erreichen. Ich will auch schon gleich sagen, dass der Radverkehr für uns zwischen Durlacher Tor und Berliner Platz klar den Vorrang hat, dass wir da eine Fahrradstraße wollen. Es stimmt auch, dass diese Zugangssituation im Augenblick noch sehr ungünstig ist. Wir teilen die Auffassung, die jetzt schon mehrfach kundgetan wurde, dass 2017 schon zu spät ist für solche planerischen Überlegungen. Wir sehen auch, dass das Stadtpla- nungsamt sehr viel zu tun hat. Dann müssen wir bestimmt auch über personelle Ver- besserungen nachdenken. Aber mit vielen Überlegungen sollte man früher anfangen als 2017. Man sollte auch Maßnahmen schon vorher umsetzen und vielleicht auch teilwei- se Übergangslösungen schaffen, die eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität in dem Bereich ermöglicht. Wenn man 2019 sagt, wird es dann doch noch einmal länger, bis die Schienen drauf sind und alles weitere. Das zieht sich alles in die Länge. Es ist auch klar, dass man so lange einfach nicht warten kann, wie z. B. bei einer Maßnahme wie die Fahrradstraße oder Umgestaltung des Berliner Platzes. Da gibt es viele Dinge, die man schon vorziehen könnte. Deswegen sollte man auch die Planungen vorziehen und vielleicht ein Stufenkonzept für die Umsetzung entwickeln. - 5 - Insgesamt aber auch Unterstützung für den Antrag. Dann wird es eine weitere Bera- tung im Planungsausschuss geben. (Beifall bei den Grünen) Stadtrat Høyem (FDP): Wir sind mit der Antwort und besonders mit Herrn Bürger- meister Oberts Erklärung sehr zufrieden. Wir freuen uns, im Planungsausschuss das ganze Thema weiter zu diskutieren. (Beifall bei der FDP) Stadtrat Wenzel (FW): Ich will noch zwei Punkte aufgreifen zu der ganzen Sache. Wir sollten auch die Einzelhändler bedenken, die dort sehr lange Zeit gelitten haben. Ich denke, es wäre ihnen eine Ruhephase zu gönnen nach dem vielen Umbau, Abriss, Fäl- len der Platanen. Man sollte sich über eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage oder eines Konzeptes Gedanken machen. Wir wissen, die Kombilösung besteht aus drei Tei- len. Das ist einmal die Untertunnelung der Kaiserstraße, es ist der Umbau der Kriegs- straße und die straßenbahnfreie Fußgängerzone. Das sind alles Elemente, die ineinan- dergreifen müssen. Da gebe ich einerseits Recht. Wir müssen das Ganze im Auge behal- ten, denn das Konzept muss die Kaiserstraße sein. Wir müssen einen Zeitrahmen haben. In diesem Zeitrahmen, der nicht zu lange sein sollte, muss aber auch die Phase sein, dass die Einzelhändler, die dort sehr lange Zeit gelitten haben, die Möglichkeit haben, diese Phase zu überstehen. Da ist zu überlegen, dass der große Parkplatz am Berliner Platz vielleicht doch als erstes angenommen wird, bevor wir zum großen Wurf kom- men. Alles Weitere können wir dann im Planungsausschuss bereden. Der Vorsitzende: Das war die letzte Wortmeldung. Ich würde gerne die Diskussion im Planungsausschuss weiterführen und Sie stimmen dann mit uns ab, welche Punkte Sie gegebenenfalls schon vor 2017 diskutieren wollen. Wir sind uns einig, dass es keinen Sinn macht, mehrmals hintereinander dieselbe Oberfläche aufzureißen, sondern dass man mit der Fertigstellung der Kombilösung auch die Umbaumaßnahmen im Bereich der östlichen Kaiserstraße harmonisieren sollte. Es gibt jetzt unterschiedliche Meinungen darüber, wie früh man mit der Diskussion dar- über beginnt. Aber das kann man im Fachausschuss noch ausführen. Gleichzeitig wurde ich eben noch einmal darauf hingewiesen: Für manches steht schon abgestimmte Pla- nung fest. Auch darüber sollte man im Herbst noch einmal in Ruhe reden, damit jetzt nicht die Fantasien mancher Beteiligter in Veränderungen hineinragen, die eigentlich nach dem, was schon einmal beschlossen worden ist, so gar nicht vorstellbar sind. Mög- licherweise muss man es an der einen oder anderen Stelle aber auch nachbessern. Das ist genau das Problem dieses langen Prozesses, auf das Herr Obert ausdrücklich hinge- wiesen hat. Wenn die nächste Generation dann die schon beschlossene Oberflächengestaltung der vorherigen Generation akzeptieren soll, wird sie das zu Teilen auch nur begrenzt bereit - 6 - sein. Das spricht auch noch einmal dafür, die Dinge eher eng aneinander abzustimmen, als jetzt zu viele Zeiträume dazwischen zuzulassen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 3. November 2014