Zusatzantrag - Mehr Recyclingpapier an Schulen und in der Stadtverwaltung
| Vorlage: | 2013/0225 |
|---|---|
| Art: | Änderungs-/Ergänzungsantrag |
| Datum: | 19.11.2013 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Keine Angaben |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ZUSATZANTRAG Stadtrat Tom Høyem (FDP) vom 18. November 2013 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 55. Plenarsitzung Gemeinderat 19.11.2011 2013/0225 15 öffentlich Mehr Recyclingpapier an Schulen und in der Stadtverwaltung Ist es ökologisch besser und preisgünstiger, weißes Recyclingpapier zu produzieren als weißes Neupapier, wenn der ganze Produktionsprozess mitkalkuliert wird? Die Stadtverwaltung möge einen Kosten/Nutzenvergleich darlegen. Weißes Recyclingpapier ist nach unserer Information teurer als weißes Neupapier. Nach unserer Information braucht man für den Deinking-Prozess (das Bleichen des Papiermaterials) sehr viele aufwändige und chemikalienintensive Verfahrensschritte. unterzeichnet von: Tom Høyem Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 19. November 2013 Sachverhalt / Begründung:
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Zusatzantrag Stadtrat Tom Høyem (FDP) vom: 18.11.2013 eingegangen: 18.11.2013 Gremium: 55. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 19.11.2013 2015/0225 15 öffentlich Dez. 5 Mehr Recyclingpapier an Schulen und in der Stadtverwaltung - Kurzfassung - Ein qualitativer Vergleich zeigt, dass weißes Recycling-Papier ökologisch besser als weißes Frischfaserpapier zu bewerten ist. Bezüglich der Kopfbogen wird mit einem niedrigen vierstelligen Euro-Betrag an Mehrkos- ten pro Jahr gerechnet. Beim üblichen "Alltags-Recyclingpapier" mit 80er bis 90er Weiße kann eine Kostenersparnis von 12-15 % erzielt werden. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel (bitte auswählen) Kontierungsobjekt: (bitte auswählen) Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: (bitte auswählen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Das vom Hauptamt vorgesehene hochweiße Papierfabrikat besteht zu 100 Prozent aus Re- cyclingpapier, d. h. für seine Herstellung werden keine Bäume zusätzlich abgeholzt, was den enormen Nutzungsdruck auf die Wälder deutlich entlastet. Generell kann bei der Produktion von Recyclingpapier der Wasserverbrauch um bis zu 70 Prozent, der Energieverbrauch um bis zu 60 Prozent und die Abwasserbelastung bis zu 90 Prozent gesenkt werden. Bereits die Produktion von sechs Blatt Recyclingpapier spart einen Liter Wasser im Vergleich zu her- kömmlichem Frischfaserpapier. Lt. Berechnung des IFEU-Institutes spart eine Tonne Recyc- lingpapier im Vergleich zum Frischfaserpapier aus nordischem Zellstoff die Menge an CO 2 ein, die ein durchschnittliches Auto auf rund 1000 km ausstößt. In mehreren unabhängigen Studien wurde somit erwiesen, dass die Nutzung von Recyclingpapier eine enorme gesamt- ökologische Entlastung bewirkt. Zur Produktion von hochweißen Papieren, wie beispielsweise für den städtischen Kopfbogen bei entsprechend hohen optischen Ansprüchen vorgesehen, werden so genannte Pre- Consomer-Papiere verwendet. Dabei handelt es sich um noch nicht bedruckte Schnitt- Abfälle aus der weiterverarbeitenden Papierproduktion. Dadurch entfällt der in der Anfrage befürchtete De-Inking-Prozess so wie eine damit ggf. verbundene aufwändige chemische Belastung. Das vorgesehene Papier ist zudem "ungestrichen", so dass auch hier keine chemische Zusatzbelastung entsteht. Angesichts dieses qualitativen Vergleichs wird deutlich, dass weißes Recyclingpapier in öko- logischer Hinsicht besser als weißes Frischfaserpapier ist. Die Verwendung eines gleichwertigen Recyclingpapieres mit dem Qualitätssiegel "Blauer Engel" als Garant für höchstmögliche ökologische Einspareffekte mit den umfangreichsten ökologischen Vorgaben für Papier konnte angesichts drucktechnischer Vorgaben bei der Angebotseinholung durch das Hauptamt noch nicht erreicht werden, wird aber mittelfristig angestrebt. Angesichts der oben genannten ökologischen Eigenschaften bei moderater Preisgestaltung stellt das jetzt gewählte Fabrikat bis dahin jedoch einen gangbaren Kom- promiss dar. Für einen städtischen Jahresbedarf des farbig vorgedruckten Kopfbogens von 300.000 Blatt (Vergleichswert aus 2012) gibt das Hauptamt zu erwartende Mehrkosten von 1.257 Euro an. Für unbedruckte Zweitbögen im gleichen Material kann erfahrungsgemäß maximal noch einmal die gleiche Summe anfallen. Damit wird deutlich, dass weißes Recylingpapier nur unwesentlich teurer als Frischfaserpa- pier ist. Die Mehrkosten bewegen sich jedoch in einem derart kleinem Rahmen, dass dieses Kriterium den oben beschriebenen Vorteilen in ökologischer Hinsicht nicht entgegenstehen sollte. Zudem ist zu berücksichtigen, dass für alltägliche Büroanwendungen die Verwendung von Recyclingpapier mit 80er bis 90er Weiße voll ausreichend ist. Bei allen Anwendungen und ausgehenden städtischen Druckerzeugnissen, die keines erhöhten Archivierungsstandards gemäß DIN ISO 9706 (Archivierbarkeit "auf unbestimmte Zeit") bedürfen, kann so eine Kos- tenersparnis von 12 bis 15 Prozent gegenüber den gängigen Frischfaserpapieren erzielt werden. Daher liegt beispielsweise im Druck von Standardkorrespondenzen auf Normal- Recyclingpapier mit schwarz-weißer Briefkopfgestaltung ein nicht zu unterschätzendes Po- tenzial für Kosteneinsparungen, das noch weitergehend genutzt werden kann. Vom Presse- und Informationsamt sind entsprechende Vorlagen für den schwarz-weißen Briefdruck be- reits im aktuellen städtischen Corporate Design erarbeitet worden. Die dazu geeigneten Re- cyclingpapiere werden im städtischen Papierkatalog bereits seit mehreren Jahren gelistet und ermöglichen den entsprechenden direkten Kostenvergleich.