Fahrradparkplatzkonzept
| Vorlage: | 2013/0125 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 26.09.2013 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Dezernat 6 |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 22.10.2013
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANFRAGE Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) vom 23. September 2013 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 54. Plenarsitzung Gemeinderat 22.10.2013 2013/0125 27 öffentlich Fahrradparkplatzkonzept 1. Wo sollen in Karlsruhe Schwerpunkte für große Fahrradabstellmöglichkeiten gesetzt werden und wie viele soll es geben? Welche konkreten Vorstellungen gibt es von Seiten der Stadtverwaltung betreffs eines Fahrradparkhauses? 2. Welche Rolle spielen in den strategischen Überlegungen der Verwaltung die Schnittstellen unterschiedlicher Verkehrsmittel, etwa „Park-&-Ride-Plätze“ oder Haltestellen des ÖPNV im Zusammenhang mit Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder? Wie hoch schätzt die Verwaltung die Chance ein, durch diese Maßnahmen mehr Autos aus der Stadt herauszuhalten, weil Pendler sie vor der Stadt parken und mit dem Rad weiterfahren? 3. Wie steht die Stadtverwaltung zu der Idee, im verdichteten Innenstadtbereich Fahrradhäuschen nach dem Hamburger Vorbild zu errichten? 4. Wie kann nach Ansicht der Stadt den Problemen beim Abstellen von Fahrrädern mit Anhängern begegnet werden? Welche Möglichkeiten gibt es, eine Gleichstellung mit Kfz anzustreben und somit auf Straßen und öffentlichen Parkplätzen einen Abstellplatz für Fahrradgespanne zu schaffen? 5. Wie sieht das Fahrradparkplatzkonzept der Stadt aus, bis wann wird es fertig gestellt sein und in welchem Zeitraum soll es umgesetzt sein? Begründung: Dass Karlsruhe eine fahrradfreundliche Stadt ist, wurde durch den Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) eindrucksvoll belegt. Nun gilt es, diesen Standard zu halten. Um dem wachsenden Bedarf nach Abstellplätzen im gesamten Stadtgebiet gerecht zu werden, bedarf es eines neuen Fahrradparkplatzkonzeptes. Ohne dieses können die vielen abgestellten Fahrräder in der Stadt mehr und mehr zu Chaos Seite 2 __________________________________________________________________________________________ führen. Dies kann sich negativ auf den Spaß am Radfahren auswirken und somit zum Rückgang unseres Fahrradaufschwungs führen. In der Innenstadt müssten auf jeden Fall mehr Fahrradparkplätze ausgewiesen werden, bei denen man die Räder anschließen kann und die das einfache Abstellen und Herausholen der Fahrräder ermöglichen, um Chaos zu vermeiden. Weitere Fahrradparkplätze an den Schnittstellen unterschiedlicher Verkehrsmittel sind notwendig, damit Pendler aus dem Umland die Möglichkeit haben, ihr Stadtfahrrad über Nacht sicher abzustellen, wenn sie mit den ÖPNV oder dem Auto kommen und sich dann innerhalb der Stadt mit dem Rad bewegen wollen. Die Ausweisung von Fahrradanhänger- Parkplätzen bringt Karlsruhe neben dem fahrradfreundlichen auch wiederum in einen familienfreundlichen Zusammenhang. GfK mahnt, diese Thematik gezielt und mit Nachdruck zu verfolgen, um Karlsruhe als Fahrradstadt noch weiter nach vorne zu bringen. unterzeichnet von: Friedemann Kalmbach Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 11. Oktober 2013
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STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Friedemann Kalmbach (GfK) vom: 23.09.2013 eingegangen: 23.09.2013 Gremium: 54. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 22.10.2013 2013/0125 27 öffentlich Dez. 6 Fahrradparkplatzkonzept 1. Wo sollen in Karlsruhe Schwerpunkte für große Fahrradabstellmöglichkeiten ge- setzt werden und wie viele soll es geben? Welche konkreten Vorstellungen gibt es von Seiten der Stadtverwaltung betreffs eines Fahrradparkhauses? In Karlsruhe soll es keine Schwerpunkte für große Fahrradabstellmöglichkeiten geben. Stattdessen wird bei der Konzeptionierung für einzelne Stadtteile oder Projekte auf de- zentrale, kleinere Abstellanlagen Wert gelegt. Bzgl. eines Fahrradparkhauses gibt es am Hauptbahnhof die Fahrradstation. Weitere konkrete Überlegungen zum Thema Fahrrad- parkhaus gibt es bisher nicht. Automatische Parkhäuser für Fahrräder an Orten mit gerin- ger Flächenverfügbarkeit, hohem Radaufkommen und langen Aufenthaltsräumen sind prinzipiell sicherlich von Interesse. Es müssen jedoch Aspekte wie Gestaltung und somit Einpassung in die Umgebung in die Waagschale geworfen werden, was sich innerstäd- tisch in Karlsruhe als sehr schwierig erweist. Kosten für Fahrradparkhäuser sind erheblich höher als für ebenerdige Radabstellanlagen. So muss bei einem automatischen Parkhaus für ca. 100 Räder mit Kosten zwischen 150.000 und 300.000 Euro gerechnet werden. Ein weiterer Gesichtspunkt der sich in den letzten Jahren in Städten mit Fahrradstationen oder Fahrradparkhäusern gezeigt hat ist, dass diese Stationen nach einer gewissen Ein- gewöhnungszeit von denen genutzt werden, die ihr meist hochwertiges Fahrrad sicher und trocken parken möchten, ein Abstellen im öffentlichen Raum im näheren Umfeld auf Dauer jedoch auch in diesen Städten nicht verhindert werden kann. Den Städten sind straßenverkehrsrechtlich die Hände gebunden, da das Abstellen des Fahrrades im öffent- lichen Raum eine zulässige Nutzung ist und außerhalb von Fluchtwegen oder Brand- schutzzonen nicht untersagt werden kann. Eine Lösung dieses Problems durch Fahr- radparkhäuser würde sich erst dann ergeben, wenn in solchen hochfrequentierten Berei- chen ausreichend Abstellmöglichkeiten vorhanden wären, die größtenteils unentgeltlich zur Verfügung stehen. 2. Welche Rolle spielen in den strategischen Überlegungen der Verwaltung die Schnittstellen unterschiedlicher Verkehrsmittel, etwa „Park-&-Ride-Plätze“ oder Hal- testellen des ÖPNV im Zusammenhang mit Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder? Wie hoch schätzt die Verwaltung die Chance ein, durch diese Maßnahmen mehr Au- tos aus der Stadt herauszuhalten, weil Pendler sie vor der Stadt parken und mit dem Rad weiterfahren? Multimodalität und Intermodalität sind im Verkehrsentwicklungsplan verankert. Sowohl seitens der Verkehrsbetriebe wie auch der Stadtverwaltung spielen die Schnittstellen un- terschiedlicher Verkehrsmittel auch im Zusammenhang mit den Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder eine große Rolle. Bereits heute gibt es im gesamten Netz des Karlsruher ÖPNV Seite 2 zahlreiche Bike&Ride-Anlagen in Form von überdachten Fahrradabstellanlagen im Be- reich der Haltestellen. Bei Neuplanungen von Linien wird dies verstärkte berücksichtigt. Im Altbestand wird vor allem im Bereich der S-Bahn-Linien ein Augenmerk darauf gelegt, alte Anlagen mit sog. Felgenkillern ohne Überdachung durch moderne Fahrradständer mit Überdachung sukzessive zu ersetzen. Sowohl die Park&Ride-Anlagen der Verkehrsbe- triebe im Umland wie auch die Bike&Ride-Anlagen im Karlsruher Stadtgebiet und im Um- land sind dezentrale kleinere Anlagen an vielen Haltestellen. Der Erfolg des ÖPNV in Karlsruhe hält bereits heute viele Autos aus der Stadt, wobei hierbei die Pendler nicht mit dem Rad sondern mit dem ÖPNV weiterfahren. Das Umsteigen vom Auto auf das Fahrrad hat in den bisherigen strategischen Überlegungen der Verwaltung keine Rolle gespielt, ist aber möglich, da an vielen Haltestellen in der Region sowohl Park&Ride als auch Bi- ke&Ride angeboten wird. 3. Wie steht die Stadtverwaltung zu der Idee, im verdichteten Innenstadtbereich Fahrradhäuschen nach dem Hamburger Vorbild zu errichten? Der öffentliche Raum obliegt vielen konkurrierenden Nutzungsansprüchen und kann den von Bebauung generierten Bedarf an Fahrradabstellanlagen nicht decken. Seitens der Verwaltung wird bei dem Neubau von Gebäuden explizit darauf geachtet, dass eine ent- sprechende Anzahl von ebenerdigen und überdachten Fahrradabstellanlagen auf pri- vatem Grund nachgewiesen wird, der von Bewohnern und Besuchern genutzt werden kann. Ob der Bauherr statt einer anderen Lösung, das wie in Hamburg verwendete Fahr- radhäuschen aufstellt, ist dem Bauherrn selbst überlassen. Ist im Bereich von Altbauge- bieten kein geeigneter Platz auf privatem Grund vorhanden, geht Hamburg den Weg im öffentlichen Grund den Platz für ein solches Fahrradhäuschen zu suchen. Die Verwaltung in Karlsruhe versucht auf Anfrage von Bürgern im öffentlichen Raum in diesen Fällen die Möglichkeit zusätzliche Fahrradabstellanlagen in Form von öffentlichen Fahrradständern auf Kosten der Stadt aufzustellen. Für das Hamburger Fahrradhäuschen gilt im Übrigen die gleiche Problematik wie für größere Fahrradparkhäuser. Aspekte wie die Gestaltung und somit Einpassung in die Umgebung müssen auch hier in die Waagschale geworfen werden und erweisen sich oftmals gerade in den verdichteten Bereichen als schwierig. 4. Wie kann nach Ansicht der Stadt den Problemen beim Abstellen von Fahrrädern mit Anhängern begegnet werden? Welche Möglichkeiten gibt es, eine Gleichstel- lung mit Kfz anzustreben und somit auf Straßen und öffentlichen Parkplätzen einen Abstellplatz für Fahrradgespanne zu schaffen? Bisher hat sich die Stadt nicht damit auseinander gesetzt, Fahrradabstellanlagen eigens für Fahrräder mit Anhängern auszuweisen oder ein entsprechendes Konzept zu entwer- fen. Prinzipiell ist es im Bereich von Fahrradbügeln, die sich auch an vielen Stellen des Stadtgebietes wiederfinden, möglich Fahrradgespanne abzustellen. Bei der Erstellung des Fahrradparkkonzeptes für den Innenstadtbereich oder andere Teilkonzepte wird diese Problematik in Zukunft auf jeden Fall mitberücksichtigt. Bereits heute mussten an man- chen Stellen im Stadtgebiet, auf Grund hoher Bürgeranfragen nach Fahrradabstellanla- gen, Kfz-Parkplätze Fahrradständern weichen. Hierbei hat es noch kein explizites Augen- merk auf das Abstellen von Fahrradgespannen gegeben. Eine politisch gewollte Gleich- stellung von Kfz- und Fahrradgespannabstellplätzen ist der Verwaltung nicht bekannt. 5. Wie sieht das Fahrradparkplatzkonzept der Stadt aus, bis wann wird es fertig ge- stellt sein und in welchem Zeitraum soll es umgesetzt sein? Es gibt kein stadtweites Fahrradparkierungskonzept der Stadt Karlsruhe. Konzepte wer- den objekt- oder stadtteilbezogen erstellt. In diesem Jahr wurde z. B. ein Konzept für den Durlacher Kernbereich erstellt und befindet sich in der Umsetzung. Im Übrigen obliegt der Seite 3 Bedarf, was Anzahl und Örtlichkeiten für Fahrradabstellanlagen angeht, einem steten Wandel, so dass man nicht wirklich von einer Fertigstellung reden kann. Wie man am Bei- spiel des Hbf Karlsruhe sieht, wurde hier vor zwei Jahren ein Konzept erstellt und umge- setzt. Es wurden viele zusätzliche Fahrradabstellanlagen geschaffen, der neu entstande- ne Bedarf wird durch das zwei Jahre alte Konzept jedoch bereits nicht mal mehr im Ansatz gedeckt. So dass in den nächsten Jahren davon auszugehen ist, dass selbst vorhandene Konzepte für Teilbereiche der Stadt Karlsruhe stetig überarbeitet und angepasst werden müssen.