Entwicklung eines Karlsruher Mietsystems für Fahrräder in Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe, den Stadtwerken Karlsruhe und anderen Partnern

Vorlage: 2013/0007
Art: Antrag
Datum: 03.09.2013
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Stadtkämmerei
Erwähnte Stadtteile: Durlach

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 24.09.2013

    TOP: 8

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: verwiesen in Fachausschuss

Zusätzliche Dateien

  • KAL-Mietsystem für Fahrräder
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister ANTRAG Stadtrat Lüppo Cramer (KAL) Stadtrat Dr. Eberhard Fischer (KAL) KAL-Gemeinderatsfraktion vom 14.06.2013 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 53. Plenarsitzung Gemeinderat 24.09.2013 2013/0007 8 öffentlich Entwicklung eines Karlsruher Mietsystems für Fahrräder in Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe, den Stadtwerken Karlsruhe und anderen Part- nern Die Stadt Karlsruhe und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) prüfen die Entwick- lung eines eigenen Mietsystems für Fahrräder (auch E-Bikes) und stellen das Ergeb- nis einer ersten Kosten- und Organisationsbetrachtung dem Gemeinderat und dem Aufsichtsrat der VBK vor. Die Stadtwerke Karlsruhe und andere städtische und private Partner werden an die- sem stadteigenen Mietfahrradsystem beteiligt. Seit Jahren prägen die Fahrräder von Call a Bike von April bis Oktober das Stadtbild. Vor allem Studierende und Besucher Karlsruhes nutzen das Angebot. Inzwischen fordert die Betreiberin Deutsche Bahn für Call a Bike aber deutlich mehr Geld von der Stadt. Wettbewerber sind ähnlich teuer. Aus diesem Grund haben Vertreter von Stadtverwaltung und VBK zusammen mit interessierten Stadträten das Mietradsys- tem der Stadt Mainz besichtigt, das vom lokalen Verkehrsbetrieb (MVG) betrieben wird (siehe http://www.mvg-mainz.de/mainzigartig-mobil/mit mvgmeinrad/einfuehrung.html). Erstes Fazit: sehr interessant, aber nicht 1:1 zu übernehmen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) empfiehlt seinen Mitgliedern, sich mit dem Thema „Leihfahrräder“ zu beschäftigen: als Teil der Wegekette, die die Menschen täglich zurücklegen. Die Karlsruher Liste Fraktion sieht wie der VDV in Mieträdern einen zukünftig wichtigen Teil des Nahverkehrssystems; als individuelle Ergänzung zum Taktsystem von Bus und Bahn. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Die VBK, die Stadt und weitere Partner sollten daher prüfen, welcher Aufwand mit dem Aufbau eines eigenen Leihsystems verbunden wäre, mit welchen dauerhaften Kosten zu rechnen ist, welche Vorteile ein lokal basiertes System hat (etwa bei der Verknüpfung mit dem ÖPNV) und welches Organisations- und Infrastrukturmodell das am besten geeignete wäre. Ein wichtigstes Kriterium für den Erfolg eines Leihfahrradsystems sieht die Karlsruher Liste darin, die Hauptzielgruppen ins Auge zu fassen und deren Ansprüche zu erfül- len. Das gesamte Angebot sollte Straßenbahn und Bus ergänzen, nicht in Konkur- renz auftreten. So sollte die Nutzung gerade dort gestärkt werden, wo das ÖPNV- Netz seine Schwächen hat, bspw. an den Endhaltestellen. Für ÖPNV-Kunden sollte die Nutzung günstiger sein. Auch Elektro-Bikes, etwa für touristische Nutzer oder für anstrengende Wege zwi- schen Kernstadt bzw. Durlach und den Bergdörfern, sollten zum zukünftigen Karlsru- her Radleihsystem gehören. Die Stadtwerke könnten hierfür die Lade-Infrastruktur aufbauen und betreuen. Eventuell lassen sich auch die Arbeitsförderungsbetriebe (mit einer dafür stark auszubauenden Radwerkstatt) und andere städtische Unter- nehmen in das Konzept integrieren. Private Partner (zum Beispiel Radhändler) soll- ten bei der Entwicklung der Konzeption angefragt und bei Interesse einbezogen wer- den. unterzeichnet von: Lüppo Cramer Dr. Eberhard Fischer Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 13. September 2013

  • TOP 8
    Extrahierter Text

    STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister STELLUNGNAHME zum Antrag KAL -Gemeinderatsfraktion vom: 14.06.2013 eingegangen: 14.06.2013 Gremium: 53. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.09.2013 2013/0007 8 öffentlich Dez. 4 Entwicklung eines Karlsruher Mietsystems für Fahrräder in Zusammenarbeit mit den VBK, den Stadtwerken Karlsruhe und anderen Partnern - Kurzfassung - Sowohl die VBK – Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH wie auch die Stadtverwaltung müssen zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben ihre finanziellen und personellen Ressourcen zielgerichtet einsetzen. Im Hinblick auf den zu erwartenden finanziellen Aufwand sowie die mit Sicherheit durch Probleme gekennzeichnete Phase der Einführung eines solchen Systems ist eine Vergabe eines Leihfahrradsystems an einen Dritten anzustreben, bei dem unter genau- en Qualitätsvorgaben der Invest von Beginn an bekannt ist. Die Regieebene verbleibt bei der Stadt, sodass strategische Überlegungen jederzeit in das System einfließen könnten. Finanzielle Auswirkungen des Antrages nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Kontierungsobjekt: Kontenart: Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit VBK und SWK Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Sowohl die VBK – Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH wie auch die Stadtverwaltung müssen zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben ihre finanziellen und personellen Ressourcen zielgerichtet einsetzen. Dies betrifft insbesondere die Kombilösung und die Ertüchtigung des Städtischen Klinikums, aber auch viele anderen Aufgabenfelder. In Abstimmung mit den betroffenen städtischen Gesellschaften nimmt die Verwaltung zu den einzelnen Punkten des Antrags wie folgt Stellung: 1. Geschätzter Aufwand für den Aufbau eines eigenen Verleihsystems Ein Fahrradverleihsystem in der Größenordnung, wie es die Mainzer Verkehrsgesell- schaft (MVG) mit insgesamt geplanten 720 Fahrrädern und 120 Verleihstationen reali- siert, erfordert einen Invest von ca. 4,5 Mio. Euro. Berücksichtigt sind hierbei neben den Fahrrädern und dem softwareseitigen Verleihsystem auch die einzustellenden Mitarbei- ter, die zu beschaffenden Kraftfahrzeuge und Bereitstellung einer entsprechend dimen- sionierten Fahrradwerkstatt. Das derzeit in Karlsruhe angebotene System „Call-a-bike“ stellt ca. die Hälfte an Fahrrädern zu Verfügung, die Fixkosten für Verleihsystem, Perso- nal, Werkstatt und Infrastruktur überwiegen jedoch den Preis der Fahrräder, sodass nicht von einer Halbierung der Kosten ausgegangen werden kann. Die Erfahrung anderer Städte zeigt, dass zumindest in den nächsten Jahren der Aufbau eines Leihfahrradsystems ohne feste Stationen kostenmäßig kaum zu tragen wäre. Die- ses Rad muss Karlsruhe nicht selbst neu erfinden. 2. Geschätzte laufende Kosten eines eigenen Verleihsystems Die MVG geht nach aktuellen Schätzungen von laufenden Kosten i. H. v ca. 1 Mio. Eu- ro/Jahr aus. Erfahrungen der MVG belegen, dass die meisten Fahrten unter einer halben Stunde Fahrzeit durchgeführt werden. Legt man das aktuelle „Call-a-bike"-Preisniveau von 8 Cent/min zugrunde, kommt man auf erzielbare Erträge von 1,20 bis 2,40 Euro und somit auf entsprechend benötigte Anzahlen an Fahrten von ca. 451.000 bis 830.000 Fahrten im Jahr. 3. Vorteile eines lokal basierten Systems (ÖPNV-Verknüpfung) Da in der Stadt Karlsruhe derzeit das stationsungebundene System „Call-a-bike" zum Einsatz kommt und auch positiven Anklang findet, stellt der Aufbau eines lokal basier- ten, also stationsgebundenen Systems aus Kundensicht einen Rückschritt dar. Zudem erscheint in der aktuellen Situation der Aufbau eines Netzes von Fahrradverleihstationen im Karlsruher Stadtgebiet als nicht erstrebenswert. Auch eine Beschränkung von Statio- nen auf die Endhaltestellen würde eine breite Streuung der dort verfügbaren Leihfahr- räder in die Peripherie bedeuten, die einen hohen Aufwand nach sich zieht, um die Fahrräder wieder den Leihstationen zuzuführen. 4. Elektro-Fahrräder Derzeit ist eine Nachlademöglichkeit für Elektro-Fahrräder im Stadtgebiet an über 20 Stationen grundsätzlich schon gegeben. Eine allgemein praxistaugliche Ladeinfra- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 struktur ist derzeit aber noch aufwendig, da es noch zu viele verschiedene Ladesysteme und Batterietechnologien gibt – dies gilt insbesondere für „Gelegenheitsnutzer“. Die Nachladezeit beträgt ca. 6 - 8 Stunden. Bei den Kosten des Elektrofahrrades insgesamt und des Akkus von ca. 300 bis 700 Euro ist es erforderlich, einen großen Wert auf Schutz vor Diebstahl und Vandalismus zu le- gen. Aus den genannten Gründen hält es die Verwaltung nicht für praktikabel, ohne präsen- tes Personal Elektrofahrrad-Verleihstationen vorzuhalten. 5. Organisations- und Infrastrukturmodell Im Hinblick auf den unter 1 und 4 genannten zu erwartenden finanziellen Aufwand sowie die mit Sicherheit durch Probleme gekennzeichnete Phase der Einführung eines solchen Systems ist eine Vergabe eines Leihfahrradsystems an einen Dritten anzustre- ben, bei dem unter genauen Qualitätsvorgaben der Invest von Beginn an bekannt ist. Die Regieebene könnte bei der Stadt verbleiben, sodass strategische Überlegungen je- derzeit in das System einfließen könnten.