Klärwerk Karlsruhe, Bau einer Flockungsfiltration: Vergabe der Rohbauarbeiten
| Vorlage: | 2013/0005 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 03.09.2013 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Tiefbauamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 24.09.2013
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig beschlossen
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 53. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.09.2013 2013/0005 7 öffentlich Dez. 6 Klärwerk Karlsruhe, Bau einer Flockungsfiltration Vergabe der Rohbauarbeiten Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Bauausschuss 13.09.2013 9 Vorberaten Gemeinderat 24.09.2013 7 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat genehmigt nach Vorberatung im Bauausschuss die Vergabe Klärwerk Karlsruhe, Bau einer Flockungsfiltration Vergabe der Rohbauarbeiten an die Wolff & Müller Spezialbau GmbH & Co. KG, NL Stuttgart zum Angebot vom 03.07.2013 abschließend mit: 7.593.359 €. Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) 29.700.000 € 5.940.000 € 23.760.000 € Haushaltsmittel stehen in voller Höhe zur Verfügung. Kontierungsobjekt: Projekt 7.740212 Kontenart: 7872 0000 Ergänzende Erläuterungen: ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 1.1 Kurzbeschreibung des Bauvorhabens und der Leistungen Das Karlsruher Klärwerk ist auf die Behandlung von bis zu 4.000 l/s Abwasser ausgelegt. Die Rei- nigung des Abwassers erfolgt dabei in den folgenden drei Verfahrensschritten: 1. Mechanische Reinigung zur Entnahme der groben Inhaltsstoffe sowie Sand und Fett. 2. Zweistufige biologische Reinigung zum Abbau der organischen Belastung bestehend aus Belebungsbecken und Tropfkörpern. 3. Nährstoffelimination, insbesondere Stickstoff und Phosphor. In den vergangenen Jahren sind aufgrund veränderter Randbedingungen die Wasserzulaufmen- gen zum Klärwerk deutlich zurückgegangen. Dies liegt am zurückgehenden Wasserverbrauch, dem Einsatz von Wasserspartechniken im industriellen und privaten Bereich und nicht zuletzt an dem geringen Fremdwasseranteil in Karlsruhe, der auf den guten Zustand des Entwässerungsnet- zes zurückzuführen ist. Diese Faktoren haben dazu geführt, dass die Konzentrationen im Abwas- ser (Schadstoffe, Nährstoffe, organische Verunreinigungen) insgesamt angestiegen sind. Dies hat zur Folge, dass sich trotz gleichbleibender Reinigungsleistung die Ablaufwerte erhöhten. Neben der Abwassermenge gibt es eine Reihe weiterer Umgebungsbedingungen, die direkt auf die zweistufige biologische Reinigung, einwirken. Insbesondere in den jahreszeitlich bedingten Übergangsphasen kommt es daher zu Schwankungen in der Reinigungsleistung. Dies betrifft vor allem die beiden Parameter „organische Restverschmutzung“ (gemessen als Chemischer Sauer- stoffbedarf, CSB) und Phosphor (P), die in Form von Feinststoffen in den Ablauf gelangen. Beide Parameter sind von großer Bedeutung für die Gewässergüte. Ziel muss es jedoch sein, die gesetzlich geforderten Ablaufwerte jederzeit sicher und stabil einhal- ten zu können. Zur Erreichung dieses Ziels wurde die Stadt Karlsruhe deshalb von ihrer Aufsichts- und Genehmigungsbehörde, dem Regierungspräsidium Karlsruhe, aufgefordert, Schritte zur Ver- besserung der Reinigungsleistung einzuleiten. Durch den Bau einer Filtrationsstufe kann ein weit- gehender Rückhalt der Feinststoffe (CSB, P) erreicht werden. Durch einen zusätzlichen, zweiten Ausbauschritt, nämlich den Bau einer Adsorptionsstufe, ist neben einer weiteren deutlichen Reduzierung der bereits genannten Parameter (CSB und P) auch die Entfernung von Spurenstoffen wie Medikamentenrückstände, Hormonstoffe, Röntgenkon- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 trastmittel, etc. aus dem System möglich. Für diesen Bauabschnitt wird derzeit eine haushaltsreife Planung erstellt. Für den ersten Ausbauschritt (Filtrationsstufe) liegt bereits die Förderzusage des Landes Baden- Württemberg vor. Die bautechnisch optimale Abwicklung der Projekte umfasst ca. drei Jahre pro Bauabschnitt. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, die Abwasserabgabe für diesen Zeitraum voll einzusparen. In der vorliegenden Beschlussvorlage steht die Vergabe der Rohbauarbeiten für den Bau der Filtra- tionsanlage an. Im Einzelnen sind folgende Arbeiten und Lieferleistungen für auszuführen: Oberboden abtragen und lagern 8.300 m³ Boden lösen und lagern 10.600 m³ Spundwandverbau 3.250 m² Horizontale Abdichtungssohle 5.000 m² Beton für Bodenplatte 2.500 m³ Beton für Wände 3.900 m³ Beton für Decken 1.450 m³ Deckenschalung 4.200 m² Wandschalung 19.300 m² Baustahl 1.550 to PEHD‐Leitungen verschiedene Durchmesser 1.200 m Stahlbetonrohr DN 2400 90 m Kastenprofil 2500 / 1750 mm 105 m Bituminös befestigte Straßenflächen 2.500 m² Estrichflächen 2.100 m² Wand‐ und Bodenbeschichtungen 2.700 m² Ergänzende Erläuterungen Seite 4 1.2 Projektvorstellung beim Gemeinderat (1. Bauabschnitt): Vorberatung Bauausschuss: 20.07.2012 Beratung Hauptausschuss: 11.09.2012 1.3 Ausschreibung nach VOB: offenes Verfahren, EU-weit Die Ausschreibungsunterlagen wurden von 37 Firmen angefordert. Bei der Submission am 04.07.2013 lagen Angebote von 12 Bietern vor. Submissionsergebnis: 1. Wolff & Müller Spezialbau GmbH & CO. KG, Stuttgart 7.593.359 € 100,0 % 2. Bieter B 7.825.183 € 103,1 % 3. Bieter C 7.870.597 € 103,7 % 4. Bieter D 7.988.624 € 105,2 % 5. Bieter E 8.178.223 € 107,7 % ... 12. Bieter L 10.597.389 € 139,6 % Ablauf der Zuschlagsfrist: 31.10.2013 Bauzeit: Oktober 2013 bis Oktober 2016 1.4 Angebotsbeurteilung mit Vergabevorschlag: Günstigste Bieterin im Wettbewerb ist die Wolff & Müller Spezialbau GmbH & CO. KG aus Stutt- gart mit einer Angebotssumme von 7.593.359 €. Das Tiefbauamt schlägt vor, dieses Angebot als das wirtschaftlichste anzunehmen und hierauf den Zuschlag zu erteilen. Das Unternehmen ver- fügt über die erforderliche Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit sowie über Personal und Gerät, um die Arbeiten ordnungs- und termingemäß ausführen zu können. Ein Hinweis auf eine Vergabesperre bei der Melde- und Informationsstelle liegt nicht vor. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 1.5 Veranschlagung der Kosten: - Unternehmerleistung lt. Angebot 7.593.359 € - weitere, noch zu erbringende Teilleistungen (gesonderte Vergaben) 450.000 € - Ingenieurleistungen 540.000 € - Unvorhergesehenes 900.000 € - Bauverwaltungskosten Tiefbauamt 166.641 € insgesamt: 9.650.000 € 1.6 Kostenvergleich: Summe lt. Kostenberechnung 10.800.000 € Summe lt. Vergabevorschlag 9.650.000 € Minderbetrag 1.150.000 € Begründung des Minderbetrages: Hauptgrund für das günstige Submissionsergebnis ist der intakte Wettbewerb sowie die geringe Anzahl vergleichbarer kompakter Ingenieurbauwerke dieser Größenordnung am Markt. Die güns- tigsten Angebote weisen in den Hauptpositionen durchgängig äußerst niedrige Einheitspreise auf, besonders bei den Positionen Ortbeton für Bodenplatten und Wände, Bewehrung, Stahlbeton sowie die Spundwände und die Verbauarbeiten. 1.7 Angaben über die Finanzierung (Haushaltsmittel, Verpflichtungsermächtigungen, Zuschüsse): Der Aufwand wird beim Projekt 7.740212 (Abwasserreinigung, Neubau Filtration / Aktivkohlead- sorption) verrechnet. Im HJ 2013 werden 600.000 € kassenwirksam, im HJ 2014 stehen weitere 4.500.000 € zur Verfügung. Für die Auszahlungsbeträge im HJ 2015 wird die Verpflichtungser- mächtigung i. H. v. 3.750.000 € in Anspruch genommen. Eine weitere Verpflichtungsermächti- gung i. H. v. 800.000 € steht für das HJ 2016 zur Verfügung. Das Projekt wird mit 20% nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft (FrWw) bezuschusst. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat 1. Nach Vorberatung im Bauausschuss genehmigt der Gemeinderat auf Grund der Vorbe- merkungen die Vergabe Klärwerk Karlsruhe, Bau einer Flockungsfiltration Vergabe der Rohbauarbeiten an die Wolff & Müller Spezialbau GmbH & Co. KG, NL Stuttgart zum Angebot vom 03.07.2013 abschließend mit: 7.593.359 €. Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen. 2. Der Aufwand in Höhe von 9.650.000 € wird beim PSP-Element 7.740212.700.002 (Ab- wasserreinigung, Neubau Filtration/Aktivkohleadsorption) verrechnet. Hauptamt - Ratsangelegenheiten - 13. September 2013