Beirat für Menschen mit Behinderungen - Jahresbericht 2012
| Vorlage: | 2013/0003 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 03.09.2013 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Sozial- und Jugendbehörde |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Grötzingen, Hohenwettersbach, Knielingen, Rintheim, Stupferich, Wolfartsweier |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 24.09.2013
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 53. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.09.2013 2013/0003 4 öffentlich Dez. 3 Beirat für Menschen mit Behinderungen - Jahresbericht 2012 Beratungsfolge dieser Vorlage am TOP ö nö Ergebnis Sozialausschuss 08.05.2013 2 vorberaten Gemeinderat 24.09.2013 4 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat nimmt - nach Vorberatung im Sozialausschuss - den beiliegenden Jahres- bericht 2012 des Beirats für Menschen mit Behinderungen zur Kenntnis und bedankt sich bei den Mitgliedern für ihre engagierte Arbeit. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) ISEK Karlsruhe 2020 - relevant nein ja Handlungsfeld: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit: Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt - nach Vorberatung im Sozialausschuss - den beiliegenden Jahres- bericht 2012 des Beirats für Menschen mit Behinderungen zur Kenntnis und bedankt sich bei den Mitgliedern für ihre engagierte Arbeit. Hauptamt - Ratsangelegenheiten 13. September 2013
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Extrahierter Text
BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN Stadt Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde Jahresbericht 2012 2 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 3 INHALTSVERZEICHNIS Arbeitsweise im Berichtsjahr 2012 4 Zahl der Sitzungen 4 Halbjahresgespräch mit Bürgermeister Dr. Lenz 4 Gespräche mit den Fraktionen 4 Stellenwechsel der Behinderten- und Psychiatriekoordinatorin der Stadt Karlsruhe 4 Zusammenarbeit 4 Stadtseniorenrat 4 Forum Ehrenamt 5 Fahrgastbeirat 5 Beteiligung des Beirats in den städtischen Ausschüssen 6 Planungsausschuss 6 Sozialausschuss 6 Jugendhilfeausschuss 7 Tätigkeitsbericht 2012 7 Barrierefreie öffentliche Gebäude 7 Barrierefreiheit bei Wahlen 8 Barrierefreie Maßnahmen im Zoo 9 Barrierefreie Maßnahmen in Durlach 9 Barrierefreier Hauptbahnhof Karlsruhe 10 Karlsruhe 2020: Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK 2020) 10 Begehung der Sparkasse Karlsruhe-Ettlingen am Europaplatz 11 Barrierefreie Datenbank 11 Nationaler Aktionsplan 12 Besuch einer japanischen Delegation 12 Integrative Gemeinschaftsschule 13 Gespräch mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe 13 Arbeitsgruppen 14 Arbeitsgruppe „Barrierefreies Bauen und Wohnen“ 14 Arbeitsgruppe „ÖPNV“ 14 Arbeitsgruppe „Bildung, Arbeit, gesellschaftliche Teilhabe“ 16 Arbeitsgruppe „Gesundheitswesen“ 16 Einschätzung der Erfolge und Hemmnisse – Zusammenfassender Ausblick 17 Zusammensetzung des Beirats für Menschen mit Behinderungen der Stadt Karlsruhe 18 Pressespiegel 22 4 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 5 www.karlsruhe.de/behinderte FORUM EHRENAMT Frau Becker, stellvertretende Vorsitzende des Beirats, vertritt diesen im Forum Ehrenamt. Wegen der komplexen rechtlichen und steuerrechtlichen Vorgaben für gemeinnützige Vereinigungen hatte das Forum Ehrenamt, ein Beirat des Gemeinderates, im letzten Jahr den Einsatz des nicht öffentlichen „Arbeitskreises Vereinsrecht“ beschlossen. Gerade für Ehrenamtliche, die Leistungen unentgeltlich neben dem Beruf in ihrer Freizeit erbringen, ist der Kontakt zu den Behörden schwierig und Ehrenamtliche müssen sich das Fachwissen selbst aneignen. Die Komplexität des Steuer- und Vereinsrechts verunsichert die Engagierten und erschwert die Besetzung von Vorstandspositionen in Vereinen. Daher entwickelte der Arbeitskreis einen Maßnahmenkatalog, um unbezahlte Vorstände in ihrer Arbeit zu unterstützen. Die Ergebnisse sind in drei Schwerpunkte unterteilt 1. Das Wissen der Vereinsvorstände über einschlägige rechtliche und steuerrechtliche Regelungen verbessern, so etwa durch einen Newsletter mit Hinweisen auf Gesetzesänderungen und die aktuelle Rechtsprechung. 2. Die politischen Forderungen zur bürokratischen Vereinfachung sehen mitunter vereinfachte Vorschriften im Steuerrecht für kleine Vereine vor. 3. Die Harmonisierung des Vereinsrechts im Europäischen Kontext. Die Vorschläge werden zur Weiterbehandlung nun dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg übergeben. FAHRGASTBEIRAT Herr Pirk vertritt die Interessen des Behindertenbeirats im Fahrgastbeirat der Verkehrsbetriebe. Am 8. September 2012 wurde die neue Südostbahn mit einem großen Fest in Betrieb genommen. Der Behindertenbeirat war hierzu eingeladen. Die neue Trasse ist Teil der Linie 6. Diese ist 2,2 Kilometer lang und hat vier 75 Meter lange barrierefreie Haltestellen. Für sehbehinderte Menschen sind taktile Orientierungshilfen angebracht. Die Südostbahn verkehrt zwischen dem Technologiepark und dem Rheinstrandbad Rappenwört und wird im Zehn-Minuten-Takt bedient. Anfang Oktober fand in den Hallen der VBK Gerwigstraße in Zusammenarbeit mit dem Behindertenbeirat ein Mobilitätstraining statt. Dieses war sehr gut besucht und fand großen Anklang bei den teilnehmenden Personen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe konnten viele Tipps geben, wie man in eine Straßenbahn oder in einen Bus sicher ein- und aussteigt. Es wird 2013 wieder ein Mobilitätstraining stattfi nden. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen hat im Jahr 2012 intensiv die Kontakte zur Verwaltung, zu den Bürgermeistern, der Ersten Bürgermeisterin und allen wichtigen Kooperationspartnerinnen und -partnern gepfl egt. Die Delegierten waren in den Ausschüssen bei wichtigen Themen dabei und konnten somit ergänzende Anregungen einbringen. ARBEITSWEISE IM BERICHTSJAHR 2012 ZAHL DER SITZUNGEN Der Beirat für Menschen mit Behinderungen führte im Berichtsjahr 2012 fünf Sitzungen mit dem gesamten Gremium durch. Die einzelnen themenbezogenen Arbeitsgruppen trafen sich mehrfach zwischen den Sitzungen. HALBJAHRESGESPRÄCH MIT BÜRGERMEISTER DR. LENZ Der Vorstand traf sich mit Herrn Bürgermeister Dr. Lenz zum Halbjahresgespräch. Es war ein ungezwungenes und konstruktives Gespräch. Themen waren beispielsweise die neue Wahlordnung, der Doppelhaushalt 2013/14 und das 10-jährige Jubiläum des Behindertenbeirats. Es wurde vereinbart, das halbjährliche Gespräch auch im Jahr 2013 zu führen. GESPRÄCHE MIT DEN FRAKTIONEN Im Jahr 2012 hat der Vorstand mit den Fraktionen von CDU, SPD, FDP, KAL und GRÜNEN Gespräche geführt. Themen waren zum Beispiel der Hauptbahnhof, barrierefreie Wahllokale, der Doppelhaushalt 2013/14 und die Neuwahl des Behindertenbeirats sowie die neue Wahlordnung. Bei allen Fraktionen war eine große Unterstützung der Anliegen des Beirats erkennbar. Wir bedanken uns bei allen Fraktionen für die gute und konstruktive Zusammenarbeit und für ihre Unterstützung. STELLENWECHSEL DER BEHINDERTEN- UND PSYCHIATRIEKOORDINATORIN DER STADT KARLSRUHE Am 15. Mai wurde die Stelle der Behinderten- und Psychiatriekoordinatorin der Stadt Karlsruhe neu besetzt. Die Nachfolgerin von Frau Warth-Loos ist Frau Schuchardt. Der Beirat für Menschen mit Behinderungen bedankt sich bei Frau Warth-Loos an dieser Stelle ganz herzlich für ihren intensiven Einsatz und ihr Engagement sowie für ihre große Unterstützung in ihrer Arbeit als Koordinatorin, die oft über das Maß am Erforderlichen hinausging. ZUSAMMENARBEIT STADTSENIORENRAT Herr Weber, stellvertretender Vorsitzender des Beirats, nimmt unser Gastmandat im Stadtseniorenrat wahr. Auch im Jahre 2012 waren alle Bürgermeister und der Oberbürgermeister an jeweils einer Sitzung dieses Gremiums anwesend. An behindertenrelevanten Fragen wurden von Herrn Weber unter anderem die Verlegung des barrierefreien Umbaus vor dem Hauptbahnhof und Fragen der Inklusion angesprochen. Bei den vielen Berichten in den Sitzungen ist das Thema Leitlinien gegen Altersarmut für den Beirat vor allem hervorzuheben, denn auch viele Behinderte sind von Altersarmut betroffen. 6 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 7 www.karlsruhe.de/behinderte der gemeindenahen Versorgung. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder werden auf Vorschlag der Koordinierungsgruppe GPV-Leistungen des Gemeindepsychiatrischen Verbundes vorgeschlagen und vom Gemeinderat, nach vorheriger Beratung im Sozialausschuss, bestellt. Die Zahl der Beschwerden hat in den vergangenen zwei Jahren leicht zugenommen, so dass insgesamt 42 Beschwerden eingingen. Das Alter der Beschwerdeführenden lag zwischen 25 und 75 Jahren. Die Beschwerdestelle Psychiatrie kann nach ihrem bereits zwölfjährigen Bestehen als eine etablierte Einrichtung des GPV gesehen werden. Sie ist bei Betroffenen bekannt, genießt aber auch das Vertrauen von Kliniken, Angehörigen, Heimen und Ärztinnen und Ärzten. Die in dieser Sitzung schriftlich vorgeschlagene Zusammenstellung der ehrenamtlichen Mitglieder der Beschwerdestelle wird vom Sozialausschuss beraten, befürwortet und nach Eingabe in den Gemeinderat berufen werden. JUGENDHILFEAUSSCHUSS Im Berichtsjahr fanden drei Sitzungen statt. Leider war eine Teilnahme wegen Erkrankung im Juni 2012 nicht möglich. Für den Beirat waren folgende Tagesordnungspunkte von Bedeutung: In der Sitzung am 15. Februar 2012 wurde berichtet, dass die Inklusion behinderter Kinder in den Kindertageseinrichtungen gesteigert werden konnte. Im Rahmen der Eingliederungshilfe erfolgte ein Anstieg von 43 Kindern im Jahre 2005 auf 126 Kinder im Jahr 2011. Diese Entwicklung wird sich weiter positiv fortsetzen. In der Sitzung vom 10. Oktober 2012 wurde von der Leiterin des Kinderbüros ein Kinderbeteiligungsverfahren vorgestellt. „Karlsruhe beteiligt“ ist ein Konzept des Kinderbüros in Kooperation mit dem Stadt- Jugendausschuss e. V. Das Ziel ist, Kinder- und Jugendarbeit als festen Bestandteil in verschiedenen Bereichen der kommunalen Ebene zu integrieren. Selbstverständlich sollen auch behinderte Kinder und Jugendliche an diesem Prozess beteiligt werden. Barrierefreiheit und zusätzliches Betreuungspersonal sind notwendig und werden auch schon in einzelnen Bereichen vorgehalten. Wichtig wird hier eine gute Werbung und Anbindung an bestehende Institutionen sein. TÄTIGKEITSBERICHT 2012 BARRIEREFREIE ÖFFENTLICHE GEBÄUDE Der Behindertenbeirat kümmert sich kontinuierlich darum, dass die im Masterplan 2015 formulierte Ankündigung „Öffentliche Gebäude sind bis zum Jahre 2015 barrierefrei zugänglich“ Zug um Zug in die Tat umgesetzt wird. Wir sind uns bewusst, dass dieser Zeitplan nicht eingehalten werden kann. Umso wichtiger ist es, dass in jedem städtischen Doppelhaushalt ausreichend Gelder für solche barrierefreien Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Fünf neue barrierefreie Haltestellen in der Innenstadt Über insgesamt fünf neue barrierefreie Haltestellen in der Innenstadt können sich alle Fahrgäste der VBK freuen. Es wurden im Oktober die barrierefreie Haltestellen Kolpingplatz und Mathystraße in der Karlstraße fertiggestellt und in Betrieb genommen. Am Kolpingplatz wurde in beide Fahrtrichtungen in der Tram-Haltestelle noch eine zusätzliche Bushaltestelle mit ebenfalls barrierefreiem Einstieg geschaffen. Auch die neue barrierefreie Haltestelle Werderstraße in der Rüppurrerstraße ist fertig und in Betrieb. Die Arbeiten an den neuen barrierefreien Haltestellen Karlstor und Mendelssohnplatz südlich der Kriegsstraße haben bereits begonnen. Die Inbetriebnahme der neuen Haltestellen ist für Frühjahr 2013 vorgesehen. Die VBK führen ab Januar 2013 probeweise einen ganztägigen kontrollierten Vorder- einstieg in den Bussen der Linien 70-75 ein. Der Zustieg in den Bussen, soll nur noch über die Vordertür erfolgen. Ab April 2013 wird es auf das gesamte VBK Busliniennetz erweitert. Mobilitätseingeschränkte Fahrgäste und Kundinnen und Kunden mit einem Kinderwagen sind von der Regelung selbstverständlich ausgeschlossen. Sie können weiterhin die hintere, breitere Tür benutzen. BETEILIGUNG DES BEIRATS IN DEN STÄDTISCHEN AUSSCHÜSSEN PLANUNGSAUSSCHUSS Herr Fischer vertritt den Behindertenbeirat im Planungsausschuss, er nimmt teil an dem öffentlichen wie auch am nichtöffentlichen Teil des Ausschusses. Im öffentlichen Teil der Sitzungen gab es keinen inhaltlichen Tagesordnungspunkt, der für den Behindertenbeirat von Relevanz war. Über die Themen des nichtöffentlichen Teils kann hier nicht berichtet werden. SOZIALAUSSCHUSS Im Jahr 2012 fanden drei Sozialausschusssitzungen der Stadt Karlsruhe am 21. März 2012, 11. Juli 2012 und 5. Dezember 2012 statt. Folgende Inhalte, die auch die Arbeit oder das Anliegen des Beirates betreffen, wurden im öffentlichen Teil der Sitzungen besprochen: 21. März 2012: Im öffentlichen Teil der Sitzung gab es keinen inhaltlichen Top, der für den Beirat direkt von Relevanz war. 11. Juli 2012: Es handelte sich bei dieser Sitzung um eine nichtöffentliche Sozialausschusssitzung. 5. Dezember 2012: Im öffentlichen Teil der Sitzung gab es zwei Punkte, die für den Beirat wichtig sind. Ausführlich und kompetent wurde ein Bericht über die Beschwerdestellte Psychiatrie in Karlsruhe von 2010 bis 2012 mündlich vorgestellt und schriftlich vorgelegt. Bereits seit Oktober 2000 gibt es die Beschwerdestelle Psychiatrie in Karlsruhe. Ziel der Stelle ist, zwischen den Anliegen der Psychiatrieerfahrenen, den Angehörigen und den psychiatrischen Einrichtungen in Karlsruhe zu vermitteln. Beschwerden sollen unvoreingenommen bearbeitet werden, um ein für alle Beteiligten zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Es handelt sich also um eine unabhängige Anlaufstelle 8 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 9 www.karlsruhe.de/behinderte Die bis zu den Landtagswahlen 2011 versandten Wahlbenachrichtigungen enthielten diesen Hinweis nicht. Wir beantragten deshalb über Herrn Oberbürgermeister Fenrich eine Überprüfung aller Wahllokale auf ihre Barrierefreiheit. Diese Überprüfung fand statt. Ab den Oberbürgermeister-Wahlen am 2. Dezember 2012 erkennt die wahlberechtigte Person nun anhand eines Piktogramms auf der Wahlkarte, ob das zuständige Wahllokal barrierefrei erreichbar ist. Wir hatten auch vorgeschlagen, dass durch Behelfsmittel (etwa mobil einsetzbare Rampen) für den Wahltag die Zahl der barrierefrei erreichbaren Wahllokale erhöht werden kann. Auch diesem Vorschlag ist die Stadt gefolgt. Zusätzlich wurden zu den letzten Wahlen sechs weitere barrierefreie Wahllokale eingerichtet. In jedem Wahlbezirk steht nun mindestens ein barrierefreies Wahllokal zur Verfügung. Von 193 Wahlbezirken sind nach Auskunft des Hauptamtes derzeit 119 in barrierefrei zugänglichen Wahlräumen untergebracht. Wir bemühen uns darum, dass bis zu den Bundestagswahlen im September 2013 die Zahl der barrierefreien Wahllokale in Karlsruhe weiter ansteigt. BARRIEREFREIE MASSNAHMEN IM ZOO Die Baumaßnahmen im Dickhäuterhaus des Zoos wurden im August 2012 begonnen und sollen voraussichtlich im Juni 2013 fertig sein. Das Schaufenster an der Ostseite wird barrierefrei zugänglich sein. Der Zugang wird nur eingeschränkt barrierefrei sein, da die Steigung zum Gebäude über sechs Prozent beträgt. Wir bemühen uns darum, dass die Zugänge zu den Tierhäusern barrierefrei umgerüstet werden. Bisher sind diese für Behinderte nur mit fremder Hilfe zu öffnen. BARRIEREFREIE MASSNAHMEN IN DURLACH Zwischen dem Behindertenbeirat und der Ortsverwaltung Durlach besteht, was die barrierefreien Maßnahmen betrifft, ein enger Kontakt. Ende 2010 fand ein Gespräch zwischen uns und den Fraktionen des Durlacher Ortschaftsrats statt. Unsere damaligen Anliegen sind größtenteils umgesetzt. Dies waren unter anderem die Verlegung des Türöffners am Eingang Saumarkt des Rathauses, eine Ausrufanlage des Bürgerbüros, die Behindertentoilette, barrierefreier Ausbau des Verbindungswegs zwischen der Basler-Tor-Straße und Weiherstraße, in der Karlsburg wurden die optischen Kontraststreifen an den Treppenstufen verbreitert, Erstellung eines Behindertenstadtplans für Durlach und im Jahr 2013 ist ein stadthistorischer Rundgang für Behinderte geplant. Für den Doppelhaushalt 2013/2014 hatten wir bereits im Juli 2012 Frau Erste Bürgermeisterin Mergen unsere Vorschläge vorgetragen. Diese wurden auch dem Gemeinderat vorgelegt. Wir schlugen vor, folgende Gebäude barrierefrei umzurüsten: Jugendtreff Knielingen, Orgelhalle Durlach, Begegnungszentrum Wolfartsweier, Lustgartenhalle, Spielplatz Turmberg. Hinzu sollen barrierefreie Maßnahmen im Adolf Ehrmann Bad und im Weiherhofbad kommen. Nicht alle unsere Vorschläge werden sich im Doppelhaushalt 2013/2014 wiederfi nden. In Wolfartsweier sperrt sich der Ortsvorsteher gegen einen barrierefreien Zugang des Begegnungszentrums. Dies bedauern wir. Der Kinder- und Jugendtreff Knielingen wurde in der Planung nicht weiter verfolgt. Im Rahmen der begonnenen Planungen habe sich erwiesen, dass eine zielführende Gesamtlösung weder unter barrierefreien noch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich sei. Stattdessen sollten im kommenden Doppelhaushalt bereits Planungsleistungen für die barrierefreie Erschließung der Gemeinschaftsschule Grötzingen erfolgen. Der Behindertenbeirat hat bei Herrn Oberbürgermeister Fenrich beantragt, die inklusive Gemeinschaftsschule Grötzingen barrierefrei umzugestalten. Der Oberbürgermeister teilte mit, dass dies im Rahmen des Doppelhaushalts 2015/2016 vorgesehen ist. Das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft teilte uns ihre weiteren Vorschläge für den nächsten Doppelhaushalt mit. Danach sollen das Rathaus Hohenwettersbach und das Rathaus Stupferich barrierefreie Zugänge erhalten. Die Sporthalle Wettersbach soll einen barrierefreien Zugang und ein ebenerdiges Behinderten-WC erhalten. Der Doppelhaushalt 2013/2014 soll auch die Mittel für den Einbau eines barrierefreien Schalters im Bürgerbüro Marktplatz berücksichtigen. Ferner sind am Lessinggymnasium, dem Markgrafen-Gymnasium, der Tulla- Realschule und dem Otto-Hahn-Gymnasium teilweise fi nanziell erhebliche barrierefreie Maßnahmen geplant. Dies gilt auch für das Sandkorn-Theater. Auch die Mittel für den barrierefreien Umbau der Orgelfabrik sind berücksichtigt. Der Behindertenbeirat begrüßt alle diese vorgesehenen Maßnahmen sehr. Wir haben uns damit einverstanden erklärt, die geplanten Maßnahmen in Knielingen zugunsten der anderen vorgeschlagenen Maßnahmen zunächst zurückzustellen. BARRIEREFREIHEIT BEI WAHLEN Der Behindertenbeirat bemüht sich seit Beginn seiner Amtszeit darum, dass Menschen mit Behinderungen an Wahlen in den Wahllokalen teilnehmen können. Dazu ist im Behindertengleichstellungsgesetz festgehalten, dass möglichst alle Wahllokale barrierefrei erreichbar sein sollen. Es fand hierzu ein Gespräch mit dem Wahlamt statt. In diesem wurde der Wunsch vorgetragen, dass auf den Wahlbenachrichtigungskarten eindeutig mitgeteilt werden sollte, ob das Wahllokal des Wahlberechtigten barrierefrei ist. 10 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 11 www.karlsruhe.de/behinderte Somit ist festzustellen, dass die vielfachen Anliegen der behinderten Menschen in diesem wichtigen Dokument der Stadt Karlsruhe gut berücksichtigt sind. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für deren Umsetzung. BEGEHUNG DER SPARKASSE KARLSRUHE- ETTLINGEN AM EUROPAPLATZ Anfang des Jahres 2012 wurde eine Begehung des Hauptgebäudes der Sparkasse Karlsruhe-Ettlingen am Europaplatz mit Verantwortlichen der Sparkasse sowie mit einigen Mitgliedern des Beirates für Menschen mit Behinderungen durchgeführt. Bei der Begehung wurde positiv aufgenommen, dass der Kontoauszugsdrucker gut erreichbar und auch für Blinde gut bedienbar ist. Die Geldautomaten haben eine Ablage, die ein Problem für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer darstellten. Es wurde die Anregung gegeben, bei einem Geldautomat die Ablage zu entfernen und mit einem Piktogramm zu versehen, um die Bedienbarkeit speziell für Menschen mit Rollstühlen zu ermöglichen. Die Drehtrommel im Eingangsbereich ist mit einem Aufmerksamkeitsfeld (Noppen) gut erkennbar. Die Sparkasse Karlsruhe- Ettlingen hatte noch in diesem Jahr einen Geldautomaten mit Sprachausgabe für hochgradig sehbehinderte und blinde Menschen umgerüstet. Seitens des Beirats wurde der Wunsch geäußert, dass auf dem Fußboden des Hauptgebäudes ein Leitsystem für Sehbehinderte und Blinde eingebaut wird, ähnlich wie beim Leitsystem im Reisezentrum des Karlsruher Hauptbahnhofs. Ebenfalls wurde angeregt, einen Schalter für Menschen mit Behinderungen einzurichten und diesen mit Piktogrammen deutlich zu kennzeichnen. Die Pulte im Schalterbereich sind insbesondere für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer zu hoch. Diese könnten jedoch gegebenenfalls von Mitarbeitenden der Sparkasse mittels Schreibunterlage behoben werden. Der Schließfachbereich ist hoch technisiert, und von Menschen mit Behinderungen gut zu bedienen. Ein Fahrstuhl ist aufgrund von baulichen Gegebenheiten für die Nutzung mittels Rollstuhl ungeeignet. Ein weiterer Fahrstuhl ermöglicht jedoch einen guten Zugang in die übrigen Stockwerke. Es wurde weiter angeregt, Kontraststreifen zwischen Treppe und Fußboden anzubringen. Diesbezüglich werden auch Überlegungen von Seiten der Sparkasse Karlsruhe- Ettlingen angestrebt, im Hauptgebäude Kontraststreifen mittels LED-Beleuchtung sichtbar zu machen. Sehr erfreulich war es für den Behindertenbeirat, dass im Hauptgebäude der Sparkasse eine mobile Höranlage für schwerhörige Menschen zur Verfügung steht. Abschließend wurde vereinbart, den Beirat für Menschen mit Behinderungen bei Umbauten in weiteren Filialen frühzeitig einzubeziehen. BARRIEREFREIE DATENBANK Vor einigen Jahren wurden etwa 150 Gebäude in Karlsruhe ausgemessen und in einer Datenbank zusammengefasst. Dadurch konnten Menschen mit Behinderungen genau erfahren, welche Eingänge benutzt werden können und welche Wege zum Beispiel zu Toiletten möglich sind. BARRIEREFREIER HAUPTBAHNHOF KARLSRUHE Seit dem Jahre 2006 setzte sich der Behindertenbeirat dafür ein, dass alle Bahnsteige im Hauptbahnhof Karlsruhe mit Fahrstühlen erreichbar sind. Mit Unterstützung der Politik und mit Mitteln aus einem Konjunkturprogramm ist dieses Ziel zwischenzeitlich erreicht. Am 20. April 2012 wurden zwei Fahrstühle in Betrieb genommen. Einer der Aufzüge ermöglicht nun das barrierefreie Erreichen des „Pfälzer“ Bahnhofs (101/102). Der andere Aufzug ist für die Bahnsteige 11/12 installiert worden. Im Juli 2012 erfolgte die Freigabe des Fahrstuhls für die Bahnsteige 13/14. Auch im Reisezentrum des Bahnhofs sind die barrierefreien Verbesserungen in Betrieb. Behinderte Reisende können an einer besonderen Stelle ihre Wartenummer ziehen und werden dann am Schalter 3 bedient. Für Sehgeschädigte erfolgt eine besondere Durchsage des Aufrufs, für Hörgeschädigte wurde eine Höranlage installiert. Im November 2012 fand ein Gespräch mit dem DB-Manager für den Hauptbahnhof Karlsruhe, Herrn Reis, statt. Hierbei ging es um die Verbesserung des Blindenleitsystems im Bahnhof. Der Behindertenbeirat konnte bei dem Gespräch auch erreichen, dass die Beleuchtung auf den Gleisen 5 bis 14 im Jahr 2013 verbessert wird. Für unser dringendes Anliegen, am Haupteingang (Eingang Nord) einen barrierefreien Zugang zu bauen, konnte bisher leider noch keine Lösung gefunden werden. KARLSRUHE 2020: INTEGRIERTES STADTENTWICKLUNGSKONZEPT (ISEK 2020) Der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe hat in Fortschreibung des Masterplans 2015 ein „Integriertes Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020“ beschlossen. Wie im Masterplan 2015 sind darin zwölf Handlungsfelder formuliert, deren Ziele alle dem Anliegen der Weitereinwicklung der Stadt Karlsruhe entsprechen. Im Handlungsfeld „Sozialer Zusammenhang und Bildung“ geht das Konzept auch detailliert auf die Anliegen der Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen und auf die Arbeit des Behindertenbeirats ein. Bei den Zielen fi ndet sich unter anderem die grundsätzliche Aussage, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt und selbstbestimmt am politischen, gesellschaft- lichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt teilhaben sollen. Das selbstverständliche Aufwachsen von Kindern mit und ohne Behinderungen im Kindergarten und in der Schule wird dabei ebenso erwähnt wie der barrierefreie Umbau weiterer öffentlicher Einrichtungen und beim ÖPNV. Die Entwicklung eines kommunalpolitischen Aktionsplans für Rechte von Menschen mit Behinderungen ist angekündigt. Im Teil „Fokus Stadtgesellschaft 2020“ ist unter anderem der weitere Ausbau der Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden, im öffentlichen Raum und im ÖPNV beispielhaft erwähnt. 12 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 13 www.karlsruhe.de/behinderte Die japanische Delegation war sehr angetan von dem gelebten Miteinander von Menschen mit und ohne Handicaps in Karlsruhe, so sei es in Japan nicht. INTEGRATIVE GEMEINSCHAFTSSCHULE Die Karlsruher Gesamtelternbeiratsvorsitzende Frau Pepper stellte das Konzept der künftigen Grötzinger Gemeinschaftsschule (GMS) vor. In der Gemeinschaftsschule werden die Schülerinnen und Schüler bis zur zehnten Klasse gemeinsam und auch inklusiv unterrichtet. So werden auch Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf mit allen anderen Schülerninnen und Schülern gemeinsam unterrichtet. Je nach Leistungsvermögen können alle Abschlüsse erreicht werden. Für jedes Fach kann die Schülerin oder der Schüler ihren beziehungsweise seinen Begabungen und Leistungsvermögen entsprechende „Kompetenzstufen“ anstreben. Das Förder- und Bildungskonzept für jedes einzelne Kind wird mit den Eltern abgestimmt. Offene Lernformen und die Förderung des selbständigen Lernens sind wichtige Elemente. Die Rolle der Lehrkraft wird damit vielfältiger, sie ist Wissensvermittlung, aber auch stark als Begleitung und Coach der Schülerinnen und Schüler gefragt. Die Ziele sind ein wertschätzendes Miteinander und die Anerkennung menschlicher Unterschiede als Vielfalt. Diese erste Gemeinschaftsschule in Karlsruhe wird im Schuljahr 2012/2013 mit 77 Kindern dreizügig starten. Ab diesem Zeitpunkt werden drei Kinder in der ersten Klasse inklusiv unterrichtet werden. Der Behindertenbeirat begrüßte das Konzept der Gemeinschaftsschule, besonders wurde der Einstieg in die Inklusion, dem gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern begrüßt. Der Beirat forderte allerdings auch, dass die Schule barrierefrei umgerüstet wird. Dazu gehören unter anderem ein barrierefreier Eingang, Behindertentoiletten und Fahrstuhlverbindungen zwischen den einzelnen Stockwerken. GESPRÄCH MIT DEN VERKEHRSBETRIEBEN KARLSRUHE Am 3. April 2012 fand mit den Verkehrsbetrieben Karlsruhe und dem Behindertenbeirat ein Gespräch statt. Es wurde über den barrierefreien Ausbau der Bahnsteige, über die Installation dynamischer Fahrgastanzeiger und das Fahrgastin- formationssystem – APP gesprochen. Auf längerer Sicht wird es immer zwei Bahnsteighöhen geben, 55 cm in der Region und 34 cm im Stadtgebiet. Das Ziel ist klar, die Schaffung von Barrierefreiheit für beide Höhen. Sachstand: 36 von 170 Haltestellen sind barrierefrei. Wir machten deutlich, dass die Hinweise „Barrierefrei unterwegs“ im Internetauftritt des VBK sehr mager sind und schlugen eine Verlinkung auf die Homepage der Stadt Karlsruhe vor. Es war ein sehr offenes und konstruktives Gespräch. Diese Datenbank ist veraltet, da sich gegenüber früheren Erfassungen einiges geändert hat (etwa die stärkere Berücksichtigung sensorischer Behinderungen) und so muss mittelfristig eine neue Begehung und Erfassung von etwa 250 Objekten beziehungsweise Gebäuden durchgeführt werden. Eine Arbeitsgruppe des Beirats für Menschen mit Behinderungen und des Medienbüros der Stadt Karlsruhe befasste sich mit dieser Thematik. Das Medienbüro möchte ein einfaches, handhabbares Produkt erstellen. Das Erfassen von Barrierefreiheit steht im Mittelpunkt des Interesses des Beirates für Menschen mit Behinderungen. Von dem Behindertenbeirat wurde eine Liste von über 250 Gebäuden erstellt, die zu erfassen, sinnvoll wären. Für die Umsetzung der barrierefreien Datenbank konnte ein Mitarbeiter der Sozial- und Jugendbehörde (SJB) gefunden werden, so dass im kommenden Jahr mit der aufwändigen Arbeit begonnen werden kann. NATIONALER AKTIONSPLAN Im Nationalen Aktionsplan sind die Ziele der UN-Behindertenrechtskonvention für Deutschland beschrieben. Nach Vorstellung einer Kurzfassung der UN- Behindertenrechtskonvention in einer Sitzung des Sozialausschusses im Dezember 2011 will der Beirat für Menschen mit Behinderungen die Anregung aufnehmen, einen Aktionsplan für die Stadt Karlsruhe zu erarbeiten, um so auf örtlicher Ebene weiterarbeiten zu können. Die Stadt Mannheim hat diesen Weg beschritten und einen kommunalen Aktionsplan erarbeitet. Der Behindertenbeirat beabsichtigt zu folgenden fünf Handlungsfeldern Arbeit und Beschäftigung Bildung und Schule Freizeit und Kultur Barrierefreiheit Wohnen Arbeitsgruppen zu bilden. Die Arbeitsgruppe Bildung und Schule/Inklusion hat die Arbeit aufgenommen. Gespräche mit den Oberbürgermeister Kandidaten Herrn Dr. Mentrup und Herrn Wellenreuther Beide Kandidaten baten unabhängig voneinander um ein Gespräch mit dem Vorstand des Beirats für Menschen mit Behinderungen. Aktuelle Themen wie etwa barrierefreier Hauptbahnhof und Doppelhaushalt 2013/14 wurden angesprochen, aber auch zukünftige Ideen und Anliegen trug der Vorstand den Oberbürgermeisterkandidaten vor. Die Gespräche fanden in einer wohlwollenden, respektvollen und interessierten Atmosphäre statt. BESUCH EINER JAPANISCHEN DELEGATION Im September besuchte eine japanische Delegation aus Osaka Karlsruhe und hatte sich mit dem Vorstand des Behindertenbeirats zu dem Thema Barrierefreiheit ausgetauscht. Es war ein sehr interessanter und beeindruckender Austausch über die Nationalgrenzen hinaus. 14 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 15 www.karlsruhe.de/behinderte Das Problem dabei ist, dass der Empfang der Informationen über den Lauf der Straßenbahnen über eine Smartphone funktioniert. Der betroffene Personenkreis besitzt aber größtenteils ein solches Handy nicht. Hier muss die zukünftige Entwicklung sehr genau abgeschätzt werden. Zusätzlich gibt es seitens der Verkehrsbetriebe Karlsruhe Bedenken mit Außenlautsprechern an Straßenbahnen beziehungsweise mit Lautsprechersäulen an Haltestellen zu arbeiten, da Beschwerden der Anwohnenden befürchtet werden. Es wurden zwei Varianten in der Arbeitsgruppe vorgestellt und rege diskutiert. Versuchsmodell aus Dresden Das EU-Forschungsprojekt SMART-WAY entwickelt eine Fahrgastinformation, die ähnlich funktioniert wie ein Navigationssystem im PKW. Es kann an beliebiger Stelle das Ziel innerhalb einer Stadt eingegeben werden und wird dann über GPS (beziehungsweise Galileo) zu der nächsten Haltestelle und dann weiter mit allen Umsteigemöglichkeiten geleitet. Das System wird zusätzlich durch das Ortungssystem der Straßenbahn unterstützt, somit erhält der sehbehinderte und blinde Fahrgast die Fahrzeiten in Echtzeit. Außerdem gibt es einen Fahrplan in Braille, der gesondert abgerufen werden kann. Für Karlsruhe ist das System weniger geeignet, da durch die unterirdische Führung der Straßenbahn die Signale nicht empfangen werden können. Versuchsmodell aus Mannheim Bei dem sogenannten „Bus-Idee-Projekt“ hat jedes Fahrzeug einen Transponder und informiert die Nutzerin oder den Nutzer, wo es sich befi ndet und in welche Richtung es sich bewegt. An der Haltestelle befi ndet sich eine Säule, welche diese Signale empfängt. Die Nutzerin oder der Nutzer muss nun an diese Säule herangeführt werden, einen Knopf drücken und erhält dann per Lautsprecher die Information. Um Missbrauch vorzubeugen, ist aber die Ansage nur alle zwei Minuten abrufbar. Eine solche Säule geht nun in Mannheim an der Haltestelle „Kunsthalle“ in die Testphase (begleitet von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Hamburg). Als Alternative zu der Säule mit Lautsprecherdurchsagen könnte die Nutzerin oder der Nutzer ein Empfangsgerät und ein Vorlesegerät mit sich tragen und die Informationen direkt empfangen. Unklar ist bislang noch, wie ein solches Gerät aussehen soll, wie schwer es ist und wie hoch die Kosten für ein solches Gerät sind. Beide Systeme sind noch nicht ausgereift, sie befi nden sich in der Erprobungsphase und es kann jetzt noch nicht abgesehen werden, ob eine Übertragung auf Karlsruher Verhältnisse möglich ist. ARBEITSGRUPPEN ARBEITSGRUPPE „BARRIEREFREIES BAUEN UND WOHNEN“ Die Arbeitsgruppe plant, bezahlbaren barrierefreien Wohnraum zu erfassen und gegebenenfalls Interessenten bei der Wohnungssuche Unterstützung zu gewähren. Aus diesem Grund wurden Informationen von allen relevanten Wohnungsbaugenossenschaften, Wohnungsbaugesellschaften sowie von freien gemeinnützigen Trägern in Karlsruhe zusammengetragen, um einen Überblick über barrierefreien Wohnraum in Karlsruhe zu erhalten. Das Ergebnis ist sehr ernüchternd, es gibt nur eine geringe Anzahl wirklich barrierefreier Wohnungen. Oft wird im Einzelfall nur bei Bedarf eine Wohnraumanpassung durchgeführt (Eingangssituation, Badumbau), Neubauten werden nur recht wenige geplant. Ein großes Problem stellt die Quantifi zierung des Bedarfs dar, dies ergab ein Gespräch bei der Volkswohnung in Karlsruhe. Momentan gibt es circa 7000 Anfragen nach Wohnungen, davon sind etwa 50 Wohnungen für mobilitätseingeschränkte Personen, die damit nicht unbedingt auch für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer geeignet sind. Im Augenblick läuft in Rintheim ein großes Sanierungsprojekt und in diesem Zusammenhang gibt es auch vier nahezu barrierefreie Wohnungen – dafür gibt es lediglich eine Nachfrage! Eine weitere Problematik ergibt sich aus dem Mietpreis: die Stadt zahlt für solche Sozialwohnungen 5,90 Euro pro Quadratmeter, tatsächlich wird von den Mietern aber 8,50 Euro pro Quadratmeter abverlangt. Nur wenn nachgewiesen werden kann, dass es keine andere barrierefreie Wohnung gibt, übernimmt die Stadt den Differenzpreis; ansonsten kommt es nicht zur Vermietung. In Karlsruhe gibt es keinen Mietspiegel; dieser wird in Kürze nachgeholt und dann dürften auch, wenn Vergleichsmieten vorliegen, die 5,90 Euro pro Quadratmeter nach oben korrigiert werden. Ein Förderprogramm für bezahlbare Wohnungen sollte in naher Zukunft unbedingt aufgelegt werden. Die Landesbauordnung von Baden- Württemberg behandelt an mehreren Stellen „Barrierefreie Wohnungen“; ‚ im § 35 verlangt sie aber nur, dass: „in Wohngebäuden mit mehr als vier Wohnungen ... die Wohnungen eines Geschoßes barrierefrei erreichbar sein“ müssen. Das schließt aber eindeutig Barrierefreiheit im Inneren der Wohnung (wie Bewegungsfl ächen, benutzbare Sanitärräume) aus. Hier liegt ein Schlüssel für das mangelnde Angebot auf dem Wohnungsmarkt. Es wird die mangelnde Barrierefreiheit bei dem Kino Schauburg beklagt; die Arbeitsgruppe will Kontakt mit der verantwortlichen Stelle aufnehmen, um ein Gespräch vorzubereiten. ARBEITSGRUPPE „ÖPNV“ In diesem Jahr beschäftigte sich die Arbeitsgruppe ÖPNV hauptsächlich mit dem Thema einer neu zu gestaltenden Fahrgastauskunft für sehbehinderte und blinde Menschen in Form einer App. 16 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 17 www.karlsruhe.de/behinderte Inhalte beziehungsweise Bemängelungen bereits recht gut abgearbeitet. Diese soll aber vervollständigt und erweitert werden. Außerdem soll es im Frühsommer eine weitere Begehung auf dem Gelände geben, um bereits umgearbeitete Anregungen des Beirates zum Thema Barrierefreiheit zu begutachten und auf weitere Missstände aufmerksam zu machen. Auch ist es uns sehr wichtig, nochmals für die Belange von Menschen mit geistiger Behinderung, gerade in Bezug auf die Beschilderung im Klinikum, zu sensibilisieren. EINSCHÄTZUNG DER ERFOLGE UND HEMMNISSE – ZUSAMMENFASSENDER AUSBLICK Auch im vierten Jahr unserer zweiten Amtszeit haben wir unsere Arbeit intensiv fortgesetzt. Wir fanden dabei beim Oberbürgermeister, der Ersten Bürgermeisterin und den Bürgermeistern Unterstützung. Auch die Leiterinnen und Leiter oder Vertreterinnen und Vertreter der städtischen Ämter, mit denen wir in Kontakt waren, waren für unsere Anliegen aufgeschlossen. Wir führten wieder Gespräche mit den Gemeinderatsfraktionen und dem Bürgermeister Dr. Lenz. Wir begrüßen den Einbau der drei neuen Fahrstühle am Hauptbahnhof. Wir begrüßen auch die Zusage des Herrn Oberbürgermeisters Fenrich zum barrierefreien Umbau der Gemeinschaftsschule Grötzingen. Bei den nächsten Wahlen des Beirats für Menschen mit Behinderungen, die im Herbst 2013 anstehen, können erstmals auch behinderte Menschen, die keinem Verein angehören, für den Behindertenbeirat kandidieren. Wir erhoffen uns durch diese Veränderung, eine neue Zielgruppe für die Arbeit im Behindertenbeirat zu erreichen. Für das letzte Jahr unserer Amtszeit streben wir unter anderem an weitere barrierefreie Maßnahmen im Hauptbahnhof, weitere barrierefreie Maßnahmen bei den Verkehrsbetrieben, barrierefreie Maßnahmen im Staatstheater, barrierefreie Maßnahmen bei den Geschäften der Innenstadt, mehr barrierefreien Wohnraum, Ausweitung der inklusiven Bildung von Kindern in Kindertagesstätten und in allen Schulen. ARBEITSGRUPPE „BILDUNG, ARBEIT, GESELLSCHAFTLICHE TEILHABE“ Im Jahre 2012 kamen die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe“ zwei Mal zusammen. Im Nachklang zur Sitzung des Behindertenbeirates am 25. November 2011, in der die „Initiative Inklusion“ im Bereich der berufl ichen Bildung für junge Menschen mit Behinderung in Karlsruhe vorgestellt worden war (siehe Jahresbericht 2011), wurde von der Arbeitsgruppe ein Fragenkatalog an den Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) formuliert. Die Fragen bezogen sich vorwiegend auf die konkrete Ausgestaltung der Praktikumssuche und Praktikumsbegleitung junger Menschen mit Behinderungen. In der Beiratssitzung am 23. November 2012 wurde das Antwortschreiben des KVJS vorgestellt und einige kritische Bemerkungen vorgebracht: Für eine erfolgreiche berufl iche Ausbildung junger Menschen mit Behinderung wird ein Eigenanteil des sozialen Umfeldes erwartet. Was ist, wenn dies nicht möglich ist? Der Stellenschlüssel des Jobcoaches 1:10 ist zu gering. Auch die Betreuung durch Lehrkräfte ist nicht ausreichend. Werden genügend adäquate Praktikumsplätze gefunden? Die Praktikumsdauer sollte mindestens vier Wochen betragen. Arbeitslosigkeit und Arbeitssuche schwerbehinderter Menschen in Karlsruhe war ein weiteres Thema in der Arbeitsgruppe „Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe“. Auf Anregung der Arbeitsgruppe wird diese Problematik im nächsten Jahr in einer Beiratssitzung behandelt werden. Zur Vorbereitung wurde ein Positionspapier für den Vorstand des Behindertenbeirates erarbeitet. Die Inklusion im Kindergarten und in der Schule, das heißt die gemeinsame Erziehung und Bildung von Kindern mit und ohne handicaps, ist ein weiterer Schwerpunkt dieser Arbeitsgruppe. Vertreterinnen der AG nahmen teil an Treffen der Arbeitsgemeinschaft Schulentwicklung sowie am Zweiten Forum Inklusion am 24. November 2012 im Rathaus-West und an dem Projekt „Integrative Ganztagsangebote für Schulkinder“. ARBEITSGRUPPE „GESUNDHEITSWESEN“ Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gab es im Dezember 2012 einen Termin im Städtischen Klinikum. Zwei Mitglieder aus dem Beirat trafen sich mit dem stellvertretenden Behindertenbeauftragten des Klinikums, einem Mitarbeiter aus dem Baumanagement und der Geschäftsleitung. Es war ein konstruktives Gespräch, das hoffen lässt, dass sich das Thema Barrierefreiheit im Städtischen Klinikum in den nächsten Jahren weiterhin verbessern wird. Im März 2013 wird es ein weiteres Treffen der oben erwähnten Personen geben, um auch an der geplanten Neubauphase des Klinikum die Barrierefreiheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Auch wurde eine bereits erstellte Liste in Bezug auf deren 18 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 19 www.karlsruhe.de/behinderte ZUSAMMENSETZUNG DES BEIRATS FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN DER STADT KARLSRUHE 20 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 21 www.karlsruhe.de/behinderte 22 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 23 PRESSESPIEGEL Mehr Barrierefreiheit am Hauptbahnhof – Boulevard Baden Blick auf Barrierefreiheit – BNN Spielen ohne Barrieren – BNN Lob für Abbau der Barrieren – BNN OB-Wahl: Behindertenbeirat fordert barrierefreie Wahllokale – ka.news.de Relikt aus alten Zeiten: Kofferkulis haben am Karlsruher Bahnhof ausgedient – ka.news.de Von wegen, eine große Stadt strahlt immer Glanz aus: Der erste Eindruck zählt – Wochenblatt Worte fi nden mehr Gehör – BNN Barrierefrei: Südostbahn geht am 8. September auf die Strecke – ka.news.de Neue Bahn nimmt Kurs auf Südost – Stadt Zeitung Doppelhaushalt 2013/14: Behindertenbeirat wünscht sich Barrierefreiheit – ka.news.de Mobilitätseingeschränkt? KVV-Training für Menschen mit Behinderung – ka.news.de Wahllokale sind nicht alle barrierefrei – BNN 78 Wahllokale, 1.900 Helfer: ka-news erklärt die OB-Wahl in Karlsruhe Teil 2 – ka.news.de Barrierefreie Wahl in jedem Stadtteil – BNN Die Artikel werden auf den folgenden Seiten aufgeführt. Die Veröffentlichung der Presseauszüge erfolgt mit Zustimmung der Redaktionen. 24 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 25 26 | BEIRAT FÜR MENSCHEN MIT BEHINDERUNGEN – JAHRESBERICHT 2012SOZIAL- UND JUGENDBEHÖRDE | 27 IMPRESSUM Herausgegeben von Stadt Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde Beirat für Menschen mit Behinderungen Kaiserallee 4, 76133 Karlsruhe Telefon: 0721 133-5022 E-Mail: behindertenkoordination@sjb.karlsruhe.de Redaktion Stefanie Ritzmann, Vorsitzende des Beirats Manfred Weber, Stellvertreter Gabriele Becker, Stellvertreterin unter Mitwirkung weiterer Mitglieder des Beirats sowie der Behindertenkoordinatorin der Stadt Karlsruhe Marion Schuchardt Stand: März 2013 Layout: SJB-ÖA, C. Streeck Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 % Recyclingpapier.