Anfrage CDU: Islamische Bestattungen in Karlsruhe
| Vorlage: | 20105 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 28.04.2008 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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Extrahierter Text
ANFRAGE Stadtrat Wolfram Jäger (CDU) Stadtrat Manfred Bilger (CDU) Stadtrat Andreas Erlecke (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom 7. April 2008 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 50. Plenarsitzung Gemeinderat 06.05.2008 1397 28 b öffentlich Islamische Bestattungen in Karlsruhe 1. Besteht in Karlsruhe die Möglichkeit einer Bestattung nach islamischen Riten? 2. Inwiefern können dabei die Vorgaben des Islam (Erdbestattung, Blickrichtung Mekka etc.) eingehalten werden? 3. Wie viele islamische Bestattungen gibt es pro Jahr und welche Veränderungen sind über die Jahre hinweg erkennbar? 4. Werden Muslime über die in Karlsruhe bestehenden Möglichkeiten gezielt informiert? Sind insofern konkrete zusätzliche Maßnahmen denkbar? Immer mehr Muslime, die in Deutschland leben, entscheiden sich dazu, sich auch hier bestatten zu lassen. In der Vergangenheit kam es im Regelfall zu einer Rückführung des Leichnams in die alte Heimat des Verstorbenen. Oftmals schlossen Muslime hierzu eine Rückführungsversicherung ab. Grundsätzlich ist im Islam die Erdbestattung die einzig erlaubte Bestattungsform. Der Leichnam, der nach dem Tod möglichst innerhalb von 24 Stunden zu bestatten ist, wird dabei ohne Sarg und lediglich in ein Tuch gehüllt ins Grab gelegt; der Kopf blickt zur rechten Seite Richtung Mekka. In Deutschland besteht die Sargpflicht, wobei viele Bundesländer diese inzwischen aufgehoben oder zumindest gelockert haben. Die Deutsche Islamkonferenz hat die Länder und Kommunen aufgefordert, Regelungen zu schaffen, welche die islamischen Bestattungsbräuche berücksichtigen. Sachverhalt / Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Dass sich immer mehr Muslime in ihrer Wahlheimat Deutschland bestatten lassen, ist zugleich ein Zeichen wachsender Integration und Akzeptanz. Zudem erleichtert dies für die weiterhin hier lebenden Angehörigen der Toten die Trauerarbeit, denn so können sie die Grabstätten regelmäßig besuchen. Wir würden es daher begrüßen, wenn für Muslime auch in Karlsruhe die Möglichkeit einer Bestattung, die auf islamische Riten Rücksicht nimmt, bestünde. unterzeichnet von: Wolfram Jäger Manfred Bilger Andreas Erlecke Hauptamt - Sitzungsdienste - 25. April 2008 Seite 3 __________________________________________________________________________________________
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Extrahierter Text
STELLUNGNAHME zur Anfrage Stadtrat Wolfram Jäger (CDU) Stadtrat Manfred Bilger (CDU) Stadtrat Andreas Erlecke (CDU) CDU-Gemeinderatsfraktion vom: 07.04.2008 eingegangen: 08.04.2008 Gremium: 50. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 06.05.2008 1397 28 b öffentlich Dez. 2 Islamische Bestattungen in Karlsruhe 1. Besteht in Karlsruhe die Möglichkeit einer Bestattung nach islamischen Riten? Muslime werden nach einer rituellen Waschung ausnahmslos körperbestattet. Seit 1987 ist auf dem Hauptfriedhof ein Grabfeld für muslimische Bestattungen ausgewie- sen und eingerichtet. Für die rituelle Waschung der Verstorbenen stehen auf dem Hauptfriedhof geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung, von denen auch Gebrauch gemacht wird. 2. Inwiefern können dabei die Vorgaben des Islam (Erdbestattung, Blickrichtung Mekka etc.) eingehalten werden? Die Grabstätten im Gräberfeld 40 auf dem Hauptfriedhof sind so angeordnet, dass die Blickrichtung des Toten nach Mekka möglich ist. 3. Wie viele islamische Bestattungen gibt es pro Jahr und welche Veränderungen sind über die Jahre hinweg erkennbar? In den letzten 10 Jahren wurden im Durchschnitt sechs islamische Bestattungen pro Jahr auf dem Hauptfriedhof durchgeführt. Über diesen Zeitraum hinweg ist die Anzahl der islamischen Bestattungen recht konstant; eine tendenzielle Veränderung ist nicht erkennbar. 4. Werden Muslime über die in Karlsruhe bestehenden Möglichkeiten gezielt infor- miert? Sind insofern konkrete zusätzliche Maßnahmen denkbar? Mit dem Dachverband der Muslime in Karlsruhe steht die Stadtverwaltung in engem Erfahrungs- und Informationsaustausch. Bisher wurden die Informationen vom Dach- verband aus an die einzelnen Moscheen weitergegeben. Der Dachverband der Muslime informiert die einzelnen Moscheen in Karlsruhe. Seit Ende letzten Jahres erarbeitet das Friedhofs- und Bestattungsamt mit den Vertretern des Dachverbandes eine Informationsschrift, mit der muslimische Mitbürger über die Möglichkeiten einer Bestattung in Karlsruhe umfassend informiert werden sollen.