Klimaschutzkonzept Karlsruhe: Baustein: Bericht über Klimaschutzaktivitäten in Karlsruhe

Vorlage: 19851
Art: Beschlussvorlage
Datum: 31.03.2008
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Hohenwettersbach, Knielingen, Neureut, Nordstadt, Oberreut, Rüppurr, Stupferich, Wolfartsweier

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 08.04.2008

    TOP: 10.3

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Klimaschutzkonzept - 10 a
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 49. Plenarsitzung Gemeinderat Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 08.04.2008 1334 10 a öffentlich Dez. 2 Klimaschutzkonzept Karlsruhe Baustein a: Bericht über Klimaschutzaktivitäten in Karlsruhe Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für Umwelt und Gesundheit 14.02.2008 1a Kenntnisnahme Gemeinderat 08.04.2008 10 a Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Den weitreichenden Folgen des Klimawandels und der enormen Bedeutung des Klima- schutzes entsprechend, hat die Verwaltung damit begonnen, ein Klimaschutzkonzept zu erarbeiten. Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme der städtischen Aktivitäten im Klimaschutz. Der Bericht ist ein Baustein auf dem Weg zu einem umfassenden Klimaschutzkonzept für Karls- ruhe. Er ermöglicht es, die vielgestaltigen Aktivitäten der Stadt Karlsruhe im Klimaschutz im Gesamtzusammenhang zu sehen. Damit bietet er auch eine Grundlage für die politische Diskussion, wie auch mit der Öffent- lichkeit. Zugleich leistet er eine erhebliche Vorarbeit für die Bewertung, wie sie im Rahmen des European Energy Award stattfindet. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Stw, VoWo u.a. Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der Bericht beinhaltet eine Bestandsaufnahme von kommunalen und - soweit ermittelbar - privaten Aktivitäten zum Klimaschutz und stellt damit eine Diskussionsgrundlage für die Formulierung kommunaler Ziele im Klimaschutz dar. Neben einem Allgemeinen Teil, der übergeordnete Aspekte behandelt, werden 5 kommuna- le Handlungsfelder angesprochen: * Stadtplanung und städtischer Grundstücksverkehr * Energieeffizienz und effiziente Energiebedarfsdeckung kommunaler Einrichtungen und im privaten Sektor * Regenerative Energien * Verkehr * Bewusstseinsbildung Es werden 4 Wirkungsbereiche (Sektoren) unterschieden, die sich hinsichtlich der städti- schen Einflussmöglichkeiten unterscheiden: A) Stadtverwaltung und Betriebe B) Private Haushalte C) Gewerbe (ohne verarbeitendes Gewerbe), Handel, Dienstleistungen D) Industrie Im Bericht werden im Anhang 90 Maßnahmen aufgeführt, die in den letzten Jahren durchge- führt bzw. begonnen wurden. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat 1. Der Gemeinderat nimmt den Bericht zur Kenntnis 2. Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, einen Arbeitskreis mit einschlägig akti- ven Umweltorganisationen (z. B. BUND und AGENDA) und interessierten Kreisen aus Forschung und Wirtschaft zu bilden, um kommunale Ziele für den Klimaschutz zu formulieren und weitergehende Maßnahmen zur Reduzierung klimaschädlicher Gase vorzuschlagen. 3. Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, den Bericht zu veröffentlichen. Hauptamt - Sitzungsdienste - 28. März 2008

  • Anlage zu TOP10a - Bericht Klimaschutzaktivitäten
    Extrahierter Text

    Bericht über Klimaschutzaktivitäten in Karlsruhe Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz KLIMASCHUTZ KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 1 Impressum Inhalte: Arbeitsgruppe Klimaschutzbericht Amt für Abfallwirtschaft Bäderbetriebe Gebäudewirtschaft Hochbauamt Klinikum Stadtmarketing Stadtplanungsamt Stadtwerke Tiefbauamt Umwelt- und Arbeitsschutz Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH Vermessung, Liegenschaften, Wohnen Volkswohnung Wirtschaftsförderung Zentraler Juristischer Dienst - Immissionsschutzbehörde Koordination, Redaktion: Umwelt- und Arbeitsschutz Stand: Januar 2008 KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 2 Bericht über Klimaschutzaktivitäten in Karlsruhe Einleitung 1 Allgemeines 1.1 Ziel, Aufbau des Berichts 1.2 Strategie 1.2.1 Leitbild, allgemeine Ziele 1.2.2 Handlungskonzept 1.2.2.1 Klimaschutz in Karlsruhe 1.2.2.2 Nationale und Internationale Einbindung 2 Stadtplanung und städtischer Grundstücksverkehr, Waldbewirtschaftung 3 Energieeffizienz und effiziente Energiebedarfsde- ckung kommunaler Einrichtungen und im privaten Sektor 3.1 Energieerzeugung und –umwandlung 3.2 Wärme- und Klimatisierungsbedarf in Gebäuden 3.3 Strombedarf in Gebäuden 3.4 Straßenbeleuchtung 4 Regenerative Energien 4.1 Solarwärme 4.2 Solarstrom 4.3 Biomasse 4.4 Windkraft 4.5 Erdwärme 4.6 Wasserkraft 4.7 Wärmenutzung aus Abwasser KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 3 5 Verkehr 5.1 Motorisierter Individualverkehr (MIV), Güterverkehr 5.1.1 Vermeidung 5.1.2 Antriebstechnik 5.1.3 Verkehrslenkung 5.2 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) 5.3 Rad- und Fußgängerverkehr 6 Bewusstsein bilden (Information, Beratung, Betei- ligung) 6.1 Stadtintern 6.1.1 Allgemein 6.1.2 Schulpädagogische Aktivitäten 6.2 Privater Sektor 6.2.1 Informationszentralen 6.2.2 Mobile Informationsformen/ Informationen im Wohnumfeld 6.2.3 Unterstützung ehrenamtlicher Organisationen 6.3 Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, Industrie Anhang KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 4 Einleitung Innerhalb weniger Jahre hat der Klimaschutz eine fulminante Entwicklung im öffentlichen Bewusstsein genommen. Von einem Thema, das vornehmlich Fach- kreise beschäftigt, zu einem Thema, das im Rampenlicht der Öffentlichkeit steht und Chefthema, mit dem sich selbst die Staatsoberhäupter befassen. Das Problembewusstsein wurde nicht nur gefördert durch weltweite auftretende Katastrophen, wie Überschwemmungen und extreme Stürme, die sich leicht mit dem Klimawandel in Verbindung bringen lassen. Auch die Entwicklung der Erd- öl-, Gas- bzw. Energiepreise haben immer mehr die Erkenntnis reifen lassen, dass die privaten und öffentlichen Haushalte in zunehmendem Maße dadurch finanziell belastet, aber auch abhängig werden und dem nur mit Energiesparen und Umstieg auf alternative Energien entgegengewirkt werden kann. Die Beschlüsse auf internationaler Ebene und die sich hieraus ergebenden Kon- sequenzen innerhalb der Europäischen Union beziehungsweise auch für Deutschland lassen erkennen, dass weiterer Handlungsbedarf besteht. Beschleu- nigend für die politische Diskussion sind die aktuellen Erkenntnisse über den Klimawandel, dessen Geschwindigkeit sowohl die Forschung als auch die Politik überrascht. Allgemein anerkannt ist zwischenzeitlich die Feststellung, dass der Klimawandel bereits eingetreten ist und man sich mit den hieraus entstehenden Konsequen- zen befassen muss. Gleichzeitig sind die Aktivitäten zur Minderung des Klima- wandels durch eine Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes verstärkt voranzutreiben. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 5 1 Allgemeines 1.1 Ziel, Aufbau des Berichtes Der vorliegende Bericht versteht sich als ein Baustein bei der Erarbeitung eines umfassenden Klimaschutzkonzeptes für Karlsruhe. Die Grundlage eines solchen Konzeptes für die Stadt Karlsruhe ist eine Be- standsaufnahme der bisherigen Maßnahmen. Sie ist Schwerpunkt dieses Bericht- teils. Dieser Überblick soll es ermöglichen, Schwerpunkte und gegebenenfalls Lücken in den Aktivitäten der Stadt Karlsruhe zu entdecken und als Grundlage dienen, für eine vertiefte quantitative Betrachtung, insbesondere eine nachfolgende Kosten-Nutzen-Analyse. Die anderen Aspekte eines Gesamtkonzeptes, wie Leit- bild, Wirkungsanalysen, Ziele, Handlungsplan und dessen Überwachung oder internationale Kooperationen werden unter Abschnitt 1.2 nur angeschnitten, und bleiben einer späteren Vertiefung vorbehalten. Aufbau, Gliederung Der Bericht behandelt die Themenbereiche Stadtplanung und Grundstücksver- kehr, den Energiebedarf kommunaler Einrichtungen, den Einsatz regenerativer Energien, den Verkehr und die Öffentlichkeitsarbeit. Jeder Themenbereich glie- dert sich in folgende Punkte: • Stand (inklusive Entwicklung bis heute) Die Entwicklung der letzten Jahre bis zum heutigen Stand wird abrissartig beschrieben und Beispiele genannt. Soweit vorhanden, wird die Beschrei- bung mit Daten hinterlegt. • Maßnahmen Überblicktabelle mit - Nummerierung gemäß Anhang - Kurzbezeichnung und - dem Wirkungsbereich/ Sektor (siehe unten) Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor Mehr Informationen zu den Maßnahmen finden sich im Anhang KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 6 Für die Darstellung der Maßnahmen wurde eine Gliederung gewählt, die eine klare Einordnung möglichst vieler Maßnahmen erlaubt. Trotzdem gibt es Überschneidungen. Wenn eine Maßnahme zwei oder mehr Gliede- rungspunkte betrifft, wird sie in den früheren Gliederungspunkt einge- ordnet. Ein Blockheizkraftwerk, das teilweise mit Biomasse betrieben wird, findet sich unter Regenerative Energien wieder, obwohl es auch zur Energieeffizienz beiträgt. Die energetische Gesamtsanierung einer Schule, bei der die Dämmung einen wesentlichen Anteil einnimmt, wird unter Ab- schnitt 3.2 „Wärme- und Klimatisierungsbedarf in Gebäuden“ eingeord- net, obwohl auch Aspekte der Energieerzeugung, des Strombedarfs be- troffen sind. Der vorliegende Bericht nennt vier Wirkungsbereiche (Sektoren), die sich hinsichtlich der Qualität und Quantität der Einflussmöglichkeiten von Seiten der Stadt deutlich unterscheiden: A) Stadtverwaltung und städtische Gesellschaften Hier hat die Stadt als Eigentümerin die weitestgehenden und umfassends- ten Einflussmöglichkeiten. B) Private Haushalte Hoheitlich handeln und gestalten kann die Stadt nur dort, wo sie gesetzli- che Zuständigkeits- und Gestaltungskompetenzen hat, wie zum Beispiel in der Bauleitplanung und Abfallwirtschaft. Vielfach hat sie nur ordnungs- rechtliche Maßnahmen des Bundes oder Landes (Energiepass, Fahrverbo- te) umzusetzen. Darüber hinaus kann sie über wirtschaftliche Anreize di- rekt steuern, beziehungsweise über Information und Bewusstseinsbildung (Öffentlichkeitskampagnen, Beratung, Information). C) Gewerbe (ohne verarbeitendes Gewerbe), Handel, Dienstleis- tungen Die Gemeinde hat Einflussmöglichkeiten bei der Ansiedlung, ist aber bei der Umsetzung von Bundes- oder Landesgesetzen, zum Beispiel bei der Gewerbeaufsicht, ohne eigene Spielräume. Sie kann über wirtschaftliche Anreize (Fördermaßnahmen) direkt steuern, beziehungsweise indirekt ü- ber Information und Bewusstseinsbildung (Öffentlichkeitskampagnen, Be- ratung, Information). D) Industrie Generelle Einflussmöglichkeiten bei der Ansiedlung. Bei der Umsetzung von Bundes- oder Landesgesetzen, zum Beispiel bei Immissionen, ohne ei- gene Spielräume. • Aussicht Hier werden erwartete Entwicklungen genannt, aber auch künftige Maßnahmen, die bereits geplant sind oder noch geprüft werden sollen. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 7 1.2 Strategie Die Stadt Karlsruhe engagiert sich bereits seit vielen Jahren im Klimaschutz. Mit dem Beitritt zu ICLEI (International Council for Local Environmental Initiatives) im Jahr 1992 verpflichtete sich die Stadt zu einer Minderung der Treibhausgase aus eigenen Aktivitäten innerhalb von 10 Jahren um 20%. Beim 2. Weltbürgermeistergipfel in Berlin am 29.03.1995 wurde eine Reduzie- rung der kommunalen CO 2 -Emissionen bis zum Jahr 2005 um 20 % gegenüber 1990 beschlossen. Nachdem sich die Bedeutung für die Zukunft auch auf regionaler und lokaler Ebene immer deutlicher herausschält, ist es an der Zeit, die vielfältigen Aktivitä- ten unter einer gemeinsamen Strategie zu einem übergreifenden Konzept zu vereinen. 1.2.1 Leitbild, Allgemeine Ziele Grundlage dafür bilden der Gemeinderatsbeschluss vom 26.10.1999 und der im Januar beschlossene „Karlsruhe Masterplan 2015.“ Stand Am 26.10.1999 beschloss der Gemeinderat das AGENDA 21 Handlungspro- gramm „Energie und globaler Klimaschutz“ mit folgenden Zielsetzungen: 1. Verringerung der Emissionen bis 2005 • Reduzierung der CO 2 -Emissionen bis zum Jahr 2005 auf 6,94 Mio. t ge- genüber 1990 mit 7,99 Mio. t (Diese Werte beziehen sich auf den neu- en Berechnungsmodus des Statistischen Landesamtes. Die ursprüngli- chen Werte liegen bei 4,988 Mio. t CO 2 . für 1990 und 4,331 Mio. t für 2005). • Reduzierung in der Emittentengruppe „Hausbrand“ und „Industrie“ um 1 % pro Jahr (zusammen 15 % bis 2005) und • Stabilisierung der CO 2 -Emissionen in der Emittentengruppe „Verkehr“ auf dem Niveau von 1990. 2. Erhöhung der Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen bis zum Jahr 2005 • von 5 auf 157 MWh aus Photovoltaikanlagen • von 92 auf 1.848 MWh aus Solarthermik • von 1.293 auf 11.959 MWh aus Biomasse • von 100 auf 300 MWh aus Wasserkraft • von 110 auf 3.710 MWh aus Windkraft KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 8 3. Erhöhung der Effizienz der Primärenergienutzung zur Abdeckung des nicht vermeidbaren Endenergieverbrauchs. Diese bisher genannten Ziele wurden im Wesentlichen erreicht bzw. im Bereich der erneuerbaren Energien sogar weit übertroffen: 1. - Die CO 2 -Emissionen liegen zur Zeit nur für die Jahre 2000 (6,680 Mio. t), 2002 (7,631 Mio. t) und 2003 (6,222 Mio. t) vor. Die Werte schwanken be- trächtlich. Der aktuellste Wert von 2003 liegt deutlich unter dem für 2005 angestrebten Wert von 6,94 Mio. t - Der Wert der Emittentengruppe „Hausbrand“ (heute: Haushalte und Kleinverbraucher) ist von 2002 auf 2003 deutlich angestiegen und hat sich im Vergleich zu 1990 damit nicht gravierend verringert. Bei der Emitten- tengruppe Industrie beträgt die Absenkung bis 2003 mit 27 % weit mehr als die angestrebten 15 %, - Die Emittentengruppe „Verkehr“ weist für 2003 erstmals einen Wert auf der leicht (um 4 %) unter dem Wert von 1990 liegt. 2. Im Bereich der erneuerbaren Energien wurden die Ziele für die Wasserkraft in etwa erreicht, für die anderen Energiequellen hingegen übertroffen, zum Teil sogar sehr deutlich. 3. Die Erhöhung der Primärenergienutzung wird ständig verbessert (siehe Maß- nahmen in Abschnitten 3.1 und 3.2) Die Stadt Karlsruhe nahm in den „ Karlsruhe Masterplan 2015“ folgende all- gemeine Ziele auf: „Die Nutzung umweltverträglicher regenerativer Energien wird gefördert und deren Anteil am Gesamtenergiebedarf bis 2015 auf mindestens 16 % gesteigert. Gleichzeitig wird der spezifische Energieverbrauch durch Optimierungsprozesse weiter reduziert. Die Kohlendioxidemissionen werden hierdurch den internatio- nalen Vereinbarungen gemäß um mindestens 28 % gegenüber 1990 gemindert. Umweltorientiertes, energiesparendes Bauen gewinnt im öffentlichen und im privaten Bereich an Bedeutung. Nachhaltiger Energienutzung wird bei der Pla- nung und auch Sanierung von Gebäuden Vorrang eingeräumt. Eine Vision ist langfristig die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern (Energieautarkie).“ Ein Leitprojekt des „Karlsruhe Masterplan 2015“ ist außerdem, Karlsruhe als Ge- othermiezentrum zu etablieren. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 9 Die Stadt Karlsruhe will die neuen Ziele am Machbaren orientieren. Der Anteil der regenerativen Energien an der Strombereitstellung der Stadtwerke betrug in 2006 18,0 %. Dennoch ist in vielen Bereichen weiteres Potenzial zur CO 2 - Reduzierung erkennbar. Die Stadt Karlsruhe will daher die ihr zur Verfügung stehenden Potenziale nutzen, um höher gesteckte Ziele zu erreichen. Dies kann sowohl durch Maßnahmen in eigenen Handlungsfeldern, aber auch durch Unterstützung und Förderung in den Bereichen erfolgen, in denen keine eigenen Handlungsmöglichkeiten gegeben sind. 1.2.2 Handlungskonzept Ein umfassendes Handlungskonzept muss sich intensiv mit den Möglichkeiten des Klimaschutzes in Karlsruhe auseinandersetzen. Gleichzeitig muss es der Tat- sache Rechung tragen, dass der Klimawandel bereits begonnen hat und eine Anpassung daran erfolgen muss. Auch wenn jede Stadt andere Rahmenbedingungen hat, sollte ein allgemeiner Vergleich mit anderen Städten erfolgen und in Anbetracht des globalen Charak- ters des Themas auch der internationale Austausch und die Zusammenarbeit gefördert werden. 1.2.2.1 Klimaschutz in Karlsruhe Bestandsaufnahme (qualitativ und quantitativ) Die Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation ist die Voraussetzung für ein in die Zukunft gerichtetes Maßnahmenkonzept. Dies ist die Aufgabe des vor- liegenden Berichtes. Die Bestandsaufnahme soll möglichst auf Grundlage be- lastbarer Zahlen Aussagen treffen über Energieverbrauch beziehungsweise –ein- sparung und CO 2 -Emissionen. Die eingeschränkte Verfügbarkeit solcher Daten ist ein grundsätzliches Problem. Am ehesten können genaue Energie-, beziehungsweise CO 2 -Berechnungen für konkrete technische Projekte errechnet werden, wie etwa Dämmung an Gebäu- den, Austausch der Heizungsanlage und so weiter. Doch geeignete Messsysteme, um die Aussagen zu verifizieren und zu konkretisieren sind selbst in diesen Fäl- len vielfach nicht vorhanden. Die Wirkung vieler Maßnahmen hängt zudem vom Verhalten der handelnden Personen ab. Im Verkehrsbereich etwa ist es kaum möglich, Kfz-Emissionen genau zu erfassen, und der Einfluss des Verhaltens, zum Beispiel verringerte Nutzung von Kraftfahrzeugen, verändertes Fahrverhalten et cetera, kann gar nicht verlässlich quantifiziert werden. Es kann sich bei vielen Angaben deshalb nur um mehr oder weniger grobe Schätzungen handeln. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 10 Bei anderen Maßnahmen, die von vorn herein auf Information und Bewusst- seinswandel abzielen, kann man nur die positive Klimawirkung annehmen. Eine zahlenmäßige Erfassung, ja selbst eine grobe Abschätzung ist nicht möglich. Maßnahmenkonzept, Machbarkeits- und Wirkungsanalyse Zum Maßnahmenkonzept gehört eine Aufzählung und Beschreibung der Maß- nahmen, die innerhalb eines gesteckten Zeithorizonts denkbar wären. Eine Abwägung des Kostenaufwands und der CO 2 -Minderung, die anschließen- de Priorisierung von Maßnahmen, eine fortwährende Sondierung der techni- schen Entwicklungen und anderer Rahmenbedingungen (öffentliche Akzeptanz von Maßnahmen, Fördermittel) gehören ebenfalls dazu. Monitoringsystem (quantitativ) In Anbetracht der oben genannten Schwierigkeiten für alle Maßnahmen verläss- liche Daten zur Verfügung zu haben, die eine belastbare Aussage ermöglichen, ist es von besonderer Bedeutung, die Wirkung von Maßnahmen und das Errei- chen von Zielen von Anfang an mit der entsprechenden Datenerfassung zu be- gleiten. Ein Monitoringsystem, das die Wirkungen von Aktivitäten und das damit ver- bundene Erreichen von Zielen verlässlich aufzeigt, kann nur auf eine begrenzte Auswahl von Maßnahmen zurückgreifen. Und selbst hier müssen Mindestvoraus- setzungen erfüllt sein. So muss eine genaue quantitative Aussage möglich und langfristig gesichert sein. Nicht beeinflussbare Rahmenbedingungen sollten be- kannt sein, um das Ergebnis interpretieren zu können. Aufgabe ist also, die Aus- wahl und gegebenenfalls Entwicklung von geeigneten Parametern zur Entwick- lungskontrolle. Stand Die Stadtwerke (seit 1994) und das Amt für Abfallwirtschaft (seit 1999) führen ein Ökoaudit nach EMAS (Eco Management and Audit Scheme) durch, das zahl- reiche klimarelevante Belange enthält. Die Gebäudewirtschaft dokumentiert seit mehreren Jahren den Verbrauch der 200 wichtigsten Liegenschaften mit circa 350 Gebäuden. Das vom Gemeinderat beschlossene Ziel, die CO 2 -Emissionen von 1990 bis 2005 um 15 % zu senken, wurde durch die Aktivitäten der Gebäudewirtschaft in ihren Liegenschaften mit einer Senkung um 19,6 % sogar deutlich überschritten (Siehe Abbildung 1.2). KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 11 Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 1.2.2.1 a Verbrauchsmonitoring der 200 energieintensivsten Lie- genschaften mit rund. 350 Gebäuden A 1.2..2.1 b Stadtwerke haben Umweltmanagementsystem (EMAS II) ein- und fortgeführt A 1.2.2.1 c AfA hat Umweltmanagementsystem (EMAS II) ein- und fortgeführt A 1.2.2.1 d EMAS-Ökoaudit-Audit-Zertifizierung einer Schule A 1.2.2.1 e European Energy Award A Abb. 1.2 Entwicklung des Heizenergieverbrauchs und der CO2-Emissionen aller überwachten Liegenschaf- ten der Stadt Karlsruhe von 1990 bis 2005. Die ermittelten Kennwerte beziehen sich auf die Rei- nigungsfläche. 94,3 95,2 92,9 90,7 81,4 81,0 80,5 80,4 99,7 112,8 95,9 101,8 103,3 109,1 107,9 100,0 147 150 160 159 160 155 162 161 161 172 168 173 171 168 166 165 60 70 80 90 100 110 120 1990199119921993199419951996199719981999200020012002200320042005 Jahr CO 2 -Emissionen in % vom Basiswert (1990) 75 100 125 150 175 Heizenergieverbrauch in kWh/(m 2 a) Basis j ah r CO 2 -Emissionen in % vom Basiswert im Jahr 1990 Heizenergieverbrauch in kWh/(m 2 a) KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 12 Aussicht Die Stadtwerke und das Amt für Abfallwirtschaft werden auch weiterhin eine EMAS-Zertifizierung vornehmen. Die nach EMAS zertifizierte Schule wird sich auch weiterhin an den Rezertifizierungen nach EMAS beteiligen. Das Monitoring der Gebäudewirtschaft wird auf weitere Gebäude ausgedehnt und weiter entwickelt. Denkbar ist eine über die Stadtwerke und das Amt für Abfallwirtschaft hinaus- gehende Erfassung des Kfz-Flottenverbrauchs der Stadt Karlsruhe. Der Gemeinderat beschloss am 17.07.2007 einstimmig, eine Beteiligung am Eu- ropean Energy Award. Der European Energy Award ist ein Managementsys- tem, eingebunden in ein Verfahren, das ermöglicht, die Qualität der Energieer- zeugung und -nutzung in der Kommune zu bewerten und regelmäßig zu über- prüfen, sowie Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz zu identifizieren und zu erschließen. Mit den ersten Verfahrensschritten ist Anfang 2008 zu rech- nen. 1.2.2.2 Nationale und Internationale Einbindung Vergleich mit anderen Kommunen Stand Die „Solarbundesliga“ ist ein Wettbewerb der Deutschen Umwelthilfe und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, der die Gewinnung von Sonnenenergie in den teilnehmenden Gemeinden bewertet. Am Stichtag, dem 01.06.2007, nahm Karlsruhe den 14. Tabellenplatz ein, unter 35 Großstädten über 100 000 Einwohnern, die sich beteiligt hatten. Die Stadt Karlsruhe hat 2006 am Wettbewerb „Bundeshauptstadt im Klima- schutz“ der Deutschen Umwelthilfe teilgenommen und belegte den 15. Platz von 31 teilnehmenden Kommunen über 100 000 Einwohnern. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 1.2.2.2 a Solarbundesliga A/B/C 1.2.2.2 b Wettbewerb „Bundeshauptstadt im Klimaschutz“ A/B/C KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 13 Aussicht Mit der Teilnahme am European Energy Award (EEA), siehe Maßnahme 1.2.2.1 e, ist ein Ranking mit anderen Städten möglich, die ebenfalls ein Ener- giemanagementsystem auf der Grundlage des EEA praktizieren. Austausch von Informationen, Aufbau von Info-Netzwerk, Profilierung Stand ICLEI, die Initiative „Städte für den Klimaschutz“ (International Council for Lo- cal Environmental Initiatives) erneuerte, präzisierte und verstärkte die Kampagne „Cities for Climate Protection - The Reinforced Strategy for Europe -" (CCP) . Der Gemeinderat befürwortete den Beitritt zu dieser Kampagne in der Sitzung am 27.03.2007 einstimmig. Gleichzeitig wurde mit diesem Beschluss der Unterzeichnung der Stockholm Impulse – Declaration zugestimmt. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 1.2.2.2 c Beitritt zur Cities for Climate Protection Campaign A/B/C 1.2.2.2 d Unterzeichung der Stockholm Impulse Deklaration A/B/C Aussicht Ziel könnte es sein, nationale und internationale Kongresse und Tagungen nach Karlsruhe zu holen, um sich damit fest in einem überregionalen Beziehungs- und Informationsnetzwerk von Kommunen zu verankern und sich im Themenkreis zu profilieren. Darüber hinaus soll ein informeller Austausch mit Vergleichskommunen ange- strebt werden. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 14 2 Stadtplanung und städtischer Grundstücks- verkehr, Waldbewirtschaftung Stand Das Baugesetzbuch fordert in § 1 Absatz 5, dass Bauleitpläne dazu beitragen sol- len, eine menschenwürdige Umwelt zu sichern und die natürlichen Lebens- grundlagen zu schützen und zu entwickeln, auch in Verantwortung für den Kli- maschutz. Bei der Aufstellung von Bauleitplänen sind die Belange des Umwelt- schutzes, insbesondere die Nutzung erneuerbarer Energien sowie die sparsame und effiziente Nutzung von Energie (§ 1 Abs. 6 Nr. 7f BauGB) zu berücksichtigen. Im Flächennutzungsplan 2010 wurden bereits Kriterien einer nachhaltigen Stadt- und Regionalplanung integriert. So wurden zum Beispiel Standorte für neue Bauflächen entlang vorhandener oder geplanter Verkehrs-, insbesondere ÖPNV- Achsen geplant. Damit soll motorisierter Individualverkehr (MIV) vermieden und möglichst viele MIV-Anteile auf den öffentlichen Nahverkehr verlagert werden. Bereits in der vorbereitenden Bauleitplanung werden Weichen gestellt, die Aus- wirkungen auf das Klima haben. Wärmebelastungen können durch Offenhal- tung frischluftwirksamer lokaler Windsysteme, Schutz klimaaktiver Kaltluftent- stehungsgebiete, Durchgrünungen et cetera vermieden werden. Regionale Grünzüge, Siedlungszäsuren im Flächennutzungs- und Landschaftsplan, sowie die Grünordnungsplanung im Bebauungsplan und konkrete Festsetzungen zur Flächenversiegelung, Dach-/ Fassadenbegrünung und andere sind praktizierte Planungsinstrumentarien. Die Untersuchung „Belastungsgrenzen des Raumes Karlsruhe“ befasste sich intensiv mit klimatischen Auswirkungen infolge weite- rer Siedlungsentwicklungen. Konkret finden Vorgaben aus klimatologischer Sicht in der Entwurfsplanung be- züglich Gebäudeausrichtung, Durchlüftung und so weiter Berücksichtigung. Po- sitiv auf das Kleinklima wirken sich auch Maßnahmen aus wie Entkernung, Nut- zungsmischung, Verbesserung der ÖPNV-Erreichbarkeit oder die innerstädtische Attraktivitätssteigerung durch Fußgängerzonen. Unter Umständen kann auch bauliche Verdichtung (anstatt neuer Bebauung am Ortsrand) von Vorteil sein, etwa weil sie die Erschließung mit Fernwärme erleichtert, vorhandene Infra- struktur ausnutzt, den ÖPNV effizienter macht und aufgrund kurzer Wege den nicht motorisierten Verkehr fördert. Im Rahmen der Verkehrsplanung hat die Stadt Karlsruhe ein 20-Punkte- Programm zur Förderung des Radverkehrs beschlossen, welches ebenfalls ein Leitprojekt des „Karlsruhe Masterplan 2015“ ist. Den Aspekten des Klimaschutzes kann auch durch Festlegung der Gebäudeform, -stellung und der Dachneigung in Bebauungsplänen entsprochen werden. Diese Festsetzungen haben einen unmittelbaren Einfluss auf den späteren Energiever- KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 15 brauch eines Gebäudes. Dadurch wird auch über einen entsprechenden Energie- gewinn hinsichtlich solarer Nutzung (Solarthermie, Photovoltaik) entschieden. Nach § 9 Abs. 1 Nr. 23 b BauGB können in Bebauungsplänen aus städtebaulichen Gründen auch Gebiete festgesetzt werden, in denen bei der Errichtung von Ge- bäuden bestimmte bauliche Maßnahmen für den Einsatz erneuerbarer Energien, wie insbesondere Solarenergie, getroffen werden müssen. Daneben kann die Stadt bei privatrechtlichen Verträgen im Rahmen des Grund- stücksverkaufs tief greifenden Einfluss nehmen: So wird gemäß Gemeinderats- beschluss vom 21.02.2006 eine „Anforderungsliste – Ökologisch orientiertes Bauen“ - die sich am „Leitfaden zum ökologisch orientierten Bauen“ des Um- weltbundesamtes orientiert - Inhalt von Verträgen der Stadt mit Käufern oder Erbbauberechtigten. Darin wird unter anderem eine energiesparende Bauweise, zum Beispiel nach den Höchstwerten der jeweils geltenden Energieeinsparver- ordnung sowie die Prüfung der Nutzung erneuerbarer Energien gefordert. Die hieraus resultierenden Effekte für den Klimaschutz lassen sich quantitativ nicht fassen. Sie stellen jedoch wichtige Rahmenbedingungen für zukünftige Entwick- lungen dar. Die Waldbewirtschaftung spielt eine ganz besondere Rolle im Klimaschutz. Wäh- rend die anderen Maßnahmen sich damit beschäftigen die CO 2 -Emissionen zu verringern und zu vermeiden, kann die Waldwirtschaft dazu beitragen, die CO 2 - Emissionen zu verringern. Dies geschieht durch den jährlichen Holzzuwachs, durch den CO 2 jahrzehntelang im Baum gebunden wird. Wenn man also weni- ger Holz erntet als durch Zuwachs neu gebildet wird, leistet man einen wichti- gen Beitrag zum Klimaschutz und selbst das Holz der geschlagenen Bäume wird ja zu einem erheblichen Teil für eine dauerhafte Nutzung verwendet (zum Bei- spiel Möbel, Dachstühle) und bleibt damit langfristig gebunden. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 2 a Klimagerechte Bauleitplanung (Flächennutzungsplan, Landschaftsplan, Bebauungsplan) B/C/D 2 b Gebäudeplanung nach klimawirksamen Gesichtspunkten, (zum Beispiel Gebäudeorientierung zur Nutzung von Sonnenenergie, natürliche Belichtung und Be- und Ent- lüftung und vieles mehr). A 2 c Festsetzung von Energieeffizienzkriterien im Bebauungs- plan 50 Morgen (1999) B 2 d Festsetzung von Energieeffizienzkriterien in Kaufverträ- gen bei der Vergabe städtischer Baugrundstücke B 2 e Wohndichteerhöhung im Einzugsbereich von ÖPNV- Haltestellen B 2 f Erweiterung und Verbesserung des Radwegenetzes B 2 g Naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes A KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 16 Aussicht Die Untersuchung „Belastungsgrenzen des Raumes Karlsruhe“ soll als „Tragfä- higkeitsstudie“ fortgeschrieben und auf das Nachbarschaftsverbandsgebiet aus- gedehnt werden. Ein Schwerpunkt wird das Stadtklima sein. Eine Arbeitsgruppe wird prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, mit dem Ver- kauf städtischer Grundstücke klimarelevante Auflagen zu verbinden. Bis 2010/11 soll ein integrierter Verkehrsentwicklungsplan (Leitprojekt „Karlsru- he Masterplan 2015“) erstellt sein. 3 Energieeffizienz kommunaler Einrichtungen und effiziente Energiebedarfsdeckung 3.1 Energieerzeugung und –umwandlung Stand Vor über 100 Jahren wurde in Karlsruhe zum ersten Mal Fernwärme benutzt, für die Beheizung des Schlosses. Heute sind an das 150 km lange Fernwärmenetz der Stadt Karlsruhe über 21.000 Wohnungen angeschlossen. In Karlsruhe erfolgt die Wärmebereitstellung für das zentrale Fernwärmenetz der Stadtwerke überwiegend als Nebenprodukt der Stromherstellung im Rhein- hafendampfkraftwerk der EnBW, also in Kraft-Wärme-Kopplung. Während bei alleiniger Stromerzeugung im Kohlekraftwerk nur rund 40 % des Brennstoffes ausgenutzt werden (Stromerzeugungswirkungsgrad), sind es bei der Kraft- Wärme-Kopplung weitaus mehr (Gesamtwirkungsgrad der Strom- und Wärme- erzeugung). Auch in kleineren Wärmenetzen (Nahwärme) kann mit Blockheizkraftwerken (BHKW) Kraft-Wärme-Kopplung praktiziert werden. Generell sind mit Kraft- Wärme-Kopplung je nach Anlagenkonzept Energienutzungsgrade bis 85 % er- zielbar. Die Volkswohnung verwendet BHKW in mehreren Liegenschaften auf Basis von Erdgas, für einen Wohnkomplex in Daxlanden in der Lindenallee wird Biomasse als Heizenergie eingesetzt (Pflanzenöl, Pellets). KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 17 BHKW auf Basis oder mit Beteiligung von Biomasse sind im Einsatz für das Bau- gebiets 50 Morgen. Im privaten Bereich ist die Gas-/Öl-Brennwerttechnik derzeit eine verbreitete Form, um Kleinfeuerungsanlagen möglichst effizient zu nutzen. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 3.1 a Einspeisung von ausgekoppelter Fernwärme aus Kraft- werk eines überregionalen Energieversorgers in das städ- tische Netz (seit 1992) A 3.1 b Übernahme des Staatlichen Fernheizwerkes, insbesonde- re Stilllegung des zugehörigen Heizdampfnetzes und Anschluss der Gebäude an das Karlsruher Fernwärme- netz. Umstellung von Dampf auf Heizwasser. In der Fol- ge: Stilllegung der Kohlekessel. Seit 2003 Betrieb von zwei Erdgaskesseln für Abdeckung Spitzenlast und als Reserve A 3.1 c Stadtwerke und MiRO: Nutzung der Abwärme der Raffi- nerieprozesse (Wärmetauscher) und Einspeisung in das Fernwärmenetz der Stadtwerke (Transportleitung 5 km) In der Planungsphase, realisiert voraussichtlich bis 2010 A 3.1 d Aufbau von Nahwärmenetzen,auf der Basis von Erdgas Oberreut-Waldlage, Heidenstückersiedlung Edelbergstraße Jeweils: BHKW-Module, Spitzenlastkessel A 3.1 e Konversionsgebiet Smiley West: Nahwärmenetz mit Fern- wärme gespeist (Sekundärnetz). Gleiches ist auch für das Gebiet Neureut-Kirchfeld vorgesehen. A Aussicht Zukünftig wird mit der Errichtung eines neuen Kraftwerkblocks im Rheinhafen- dampfkraftwerk, der Nutzung industrieller Abwärme von der Raffinerie MiRO (Mineralölraffinerie Oberrhein) und dem Ausbau der Geothermienutzung das Wärmepotential erheblich vergrößert. Entsprechende Konzepte zur Erweite- rung des Fernwärmenetzes und Erhöhung der Anschlussquoten werden damit einhergehen. Problematisch ist die Wärmeabnahme im Sommer. Wenn nicht geheizt werden muss, ist die Wärmeabgabe begrenzt. Da die Fernwärme über Absorptionsanla- gen aber auch zur Kühlung verwendet werden kann (Klimaanlagen in Büroge- bäuden, gewerbliche, industrielle Kühlung), sollte dieses Potenzial im Rahmen der technischen Möglichkeiten ebenfalls erschlossen werden. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 18 Im Fernwärmevorranggebiet von Karlsruhe werden die Gebäude bei Heizungs- umstellung vorrangig an dieses Verteilungsnetz angeschlossen. Wo dies tech- nisch nicht möglich ist, wird bei Vorhandensein einer Gasleitung auf Gasbrenn- werttechnik gesetzt. Blockheizkraftwerke werden in Abhängigkeit der örtlichen Abnahmestruktur in Erwägung gezogen, wie zum Beispiel im Schulzentrum Südwest in Zusammenarbeit mit der Volkswohnung und der Karlsruher Energie Service GmbH zur Beheizung einer Schule und der nahe gelegenen Wohnblocks der Volkswohnung. Die weitere Entwicklung hängt auch maßgeblich von der Novellierung des Kraft- Wärme-Kopplungsgesetzes ab. Insgesamt müssen die ökonomischen Aspekte beachtet werden, etwa die Frage der Wirtschaftlichkeit bei kleineren zentralen Einheiten. Bei steigenden Tempe- raturen im Sommer wird das Thema Kühlung eine immer größere Rolle spielen. Zukünftig wird auch die Brennstoffzelle möglicherweise eine Funktion in der Energieproduktion übernehmen. Ein weiteres Betätigungsfeld könnte die Nutzung von Wärme aus Abwasser in Wohnkomplexen durch Wärmetauscher und –pumpen sein. Die Stadt wird Förderanträge unter anderem zum Programm „Energieeffiziente Stadt, EnEff:Stadt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung stellen. Dieses Förderprogramm hat die Zielrichtung die Energieeffizienz zu steigern. Dabei soll die integrale Betrachtung von Gebäuden und deren Energieversor- gung, wenn möglich ganzer Stadtteile, im Vordergrund stehen. Ein anderes Förderprogramm „Energieeffiziente Fernwärmeversorgung: EnEff: Wärme“ rich- tet sich speziell an Stadtwerke. Auch hier soll ein geeigneter Förderantrag über die Stadtwerke gestellt werden, mit der Zielsetzung, ein kostengünstiges Wär- me-/Kältenetz für locker bebaute Siedlungsbereiche zu entwickeln. 3.2 Wärme- und Klimatisierungsbedarf in Gebäuden Stand Im Eigentum der Stadt befinden sich rund 1000 öffentliche Gebäude. In den letzten 30 Jahren ist es gelungen, den jährlichen Heizenergieverbrauch pro m² Gebäudefläche kontinuierlich um insgesamt über 30 % zu senken und trotz Kostensteigerungen die Ausgaben für die Beheizung zu dämpfen. Durch die Umstellung der Heiztechnik auf Fernwärme (47 %) und Erdgas (45 %) wurden die jährlichen CO 2 -Emissionen in noch höherem Maße verringert, näm- lich um rund 40 %. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 19 Städtische Gebäude, vor allem Bürogebäuden und Schulen wurden in den letz- ten Jahren mit einem Gesamtaufwand von jährlich circa 19 Millionen € saniert, in den Jahren 2007 und 2008 wird der Gesamtaufwand rund 21 Mio. € betra- gen. In diesen Investitionskosten sind erhebliche Beträge für die energetische Sanierung enthalten. Darunter sind sehr umfangreiche Maßnahmen wie die Sa- nierung der Berufsschulen im Beiertheimer Feld die teilweise Sanierung der Heinrich-Hübsch-Schule und die Sanierung der Neureuter Sporthalle. Daneben werden zahlreiche weitere Maßnahmen ausgeführt, wie veraltete Hei- zungsanlagen modernisieren, Gebäude dämmen, aber auch den Energie- verbrauch der Sanitärtechnik zu minimieren. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Volkswohnung saniert seit 1991 jedes Jahr rund 10 Wohngebäude. Seit 1995 mit einem gehobenen Sanierungsstan- dard, der unter den Standards nach Wärmeschutzverordnung (WSV) 95 bezie- hungsweise Energieeinsparverordnung (EnEV) 2002 liegt. Von 1991 bis 2005 wurden 143 Gebäude mit einem Kostenaufwand von 150 Mio. € saniert, womit bisher insgesamt 186 Wohngebäude (41 % des Bestandes der Volkswohnung) saniert sind. Wichtige Projekte der Volkswohnung in den letzten Jahren war die Sanierung beziehungsweise Neuerrichtung in Smiley West sowie die Sanierung der Groß- bauten in Oberreut und die in beiden Gebieten neu errichtete Nahwärme- Versorgung, ferner die Sanierung von vier Wohngebäuden in der Rheinstrandal- lee / Daxlanden. In der Realisierung stehen der Neubau in Neureut-Kirchfeld so- wie das Konversionsgebiet Knielingen. Für beide Gebiete wird ebenfalls ein Nahwärme-Netz errichtet. Auch im Rintheimer Feld (über 1.000 Wohneinheiten alleine der Volkswohnung) wird die Sanierung weitergeführt beziehungsweise ist die Umstellung auf den Fernwärme-Anschluss in Vorbereitung. Beim Städtischen Klinikum wurden in den vergangenen Jahren diverse Umbau- arbeiten an den raumlufttechnischen Anlagen durchgeführt. Durch die Erneue- rung von Anlagenteilen und die dadurch verbesserte Betriebsweise (Zum Beispiel Anpassung des Volumenstroms an die Nutzungsverhältnisse) wurden der Wär- me- und Kälteverbrauch reduziert. In kleineren Schritten wurden die Regelungs- anlagen erneuert. Bei den Umbaumaßnahmen, die die technische Gebäudeaus- stattung betreffen, wird immer ein Augenmerk auf Reduzierung des Energie- einsatzes und Steigerung der Effektivität gelegt, so auch beim Austausch von Fenstern. In privaten Haushalten wird der bei weitem größte Teil der Energie (ca. 75 %) für die Raumheizung verbraucht. Das zeigt auf, dass vor allem durch eine opti- KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 20 male Auslegung und Steuerung der Heizungsanlage und durch Wärmedäm- mung des Gebäudes ein erhebliches Einsparpotential besteht. Für den privaten Sektor gibt es bei der Stadt seit Jahren Förderprogramme der Stadtwerke und des Stadtplanungsamtes im Rahmen der Stadtteilsanierungen. Einen Schwerpunkt im Rahmen der Stadtteilsanierung in den letzten zwei Jah- ren bildeten Modernisierungen von Heizungsanlagen und Fenster. Von 65 Mo- dernisierungsfällen entfielen 35 auf Heizungen (Wechsel der Heizstoffart, Ersatz von Einzelofenheizungen) und in 39 Fällen wurden Einfachverglasungen durch Isolierfenster ersetzt. Im Zuge des Fensteraustausches wurden ergänzend meis- tens auch die Fassaden mit einem wärmedämmenden Verputzsystem versehen. Die Wärmedämmung des Daches erfolgte bei rund einem Drittel der Fälle. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 3.2 a Energetische Sanierung städtischer Wohngebäude und Errichtung von Nahwärmenetzen B 3.2 b Modernisierung veralteter Heizungsanlagen z.B. Sanie- rung der Heizungsanlage in der Badnerlandhalle A 3.2 c Dämmungsmaßnahmen an Gebäuden (Fenster, Fassade, Decken) A 3.2 d Umstellung der Gebäudeheizung auf emissionsärmere Bereitstellung der Raumwärme (z.B. von Ölfeuerung auf Gasbrennwerttechnik, bzw. Fernwärme A 3.2 e Energetische Optimierung der Sanitärtechnik A 3.2 f Klinikum: Modernisierung veralteter Heizungs-, Kälte- und Lüftungsanlagen A 3.2.g Klinikum:Energetische Verbesserungen in sanitärtechni- schen Anlagen A 3.2 h Klinikum: Energetische Verbesserungen an der Gebäude- hülle A 3.2 i In bisher sechs Sanierungsgebieten wurden u.a. gefördert Austausch veralteter Heizsysteme, Anschluss an leitungs- gebundene Energieversorgung, Einbau von Wärme- schutzverglasung, Wärmedämmung A 3.2 j Förderprogramm für die Umstellung auf Erdgaszentral- heizung von einem anderen fossilen Energieträger B 3.2 k Die Stadtwerke fördern in einem Sonderprogramm seit 2007 elektronisch geregelte Heizungspumpen und Ther- mostatventile A 3.2 l Förderaktion Optimierung der Gasheizung B KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 21 Aussicht Die Sanierung des Gebäudebestandes stellt insgesamt ein großes Klimaschutzpo- tenzial dar. Dies wird schon dadurch deutlich, dass allein die durch die Stromer- zeugung aus erneuerbaren Energien vermiedenen CO 2- -Emissionen auf rund 9000 t jährlich geschätzt werden. Der gleiche Effekt wäre erreicht, wenn in allen Karlsruher Gebäuden der Energiebedarf um 2 % gesenkt würde. Dessen Effektivität liegt somit deutlich vor der Umstellung der Energieträger auf erneuerbare Energien. Daher sollte eine Priorität aller klimaschutzrelevanten Aktivitäten auf diesen Sektor gelegt werden. Im Klinikum ist für 2008 die teilweise Erneuerung der raumlufttechnischen Anla- gen des Hauses E vorgesehen. Es ist beabsichtigt, für eine typische Schule ein umfassendes modellhaftes ener- getisches Sanierungsprojekt mit mehreren Sanierungsszenarien zu erarbeiten. Einbezogen werden neben der Sanierung der Gebäudehülle auch Aspekte des Heizungssystems, der Reglungs- und Lüftungstechnik, der Beleuchtung, der Sani- täranlagen, des Einsatzes regenerativer Energien und des Anschlusses an ein Nahwärmenetz. Viele Gebäude stehen unter Denkmalschutz, weshalb eine Außendämmung nicht in Frage kommt. Davon sind auch städtische Gebäude betroffen, wie zum Beispiel das Rathaus und Teile des Klinikums. Gemäß der novellierten Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) werden ab 01.07.2008 Energieausweise für alle Bestandsgebäude zur Pflicht. Mit der Ein- führung von Energieausweisen für Gebäude ist die Erwartung verbunden, dass der Energieverbrauch von Gebäuden im Immobilien- und Wohnungsmarkt ver- stärkt Beachtung findet und sich auf die Preisgestaltung auswirkt. Hierdurch soll ein marktwirtschaftlicher Anreiz für Hauseigentümer entstehen, ihre Gebäude energetisch zu sanieren, um höhere Verkaufs- oder Mietpreise zu erzielen. Ein entsprechender Anreiz bei selbst genutzten Wohnungen besteht nicht. Angesichts der auch zukünftig zu erwartenden steigenden Energiepreise ist da- von auszugehen, dass die Bereitschaft zur Energieeinsparung wachsen wird. Sei- tens der Stadt soll durch Motivation- und Anreizprogramme diese Entwicklung gefördert werden. Sowohl von Seiten des Landes als auch durch den Bundesgesetzgeber sollen im Gebäudebestand die Energieeinsparung beziehungsweise Nutzung regenerati- ver Energien forciert werden. Das Land hat das Energiewärmegesetz (EWärmeG) bereits verkündet. Im Bund ist ein ähnliches Gesetz (EEWärmeG) noch im Verfah- ren. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 22 3.3 Strombedarf in und von Gebäuden Stand In den rund 1000 Gebäuden der Stadt stieg der jährliche Stromverbrauch und die damit verbundenen CO 2 -Emissionen seit 1993 um rund 10 % an. Eine wesentli- che Ursache hierfür ist unter anderem eine steigende Zahl von EDV- Arbeitsplätzen und die steigende gerätetechnische Ausstattung in den Gebäu- den. Abb. 3.3 Stromabgabe an Haushalte Quelle: Stat. Jahrbuch Stadt Karlsruhe Die Steigerung des privaten Stromverbrauchs ist unter anderem auch durch die gestiegene Zahl der angeschlossenen Haushalte in der Größenordnung von über 30 % seit 1989 begründet. Bis zum Jahre 1997 wurden die Stadtteile östlich der Autobahn A5 vom Badenwerk versorgt. Seither ist der Stromverbrauch annä- hernd konstant. Die Stadtwerke fördern Maßnahmen zum Stromsparen im privaten Sektor zum Beispiel durch Förderprogramme für Erdgasherde und Erdgassteckdosen. Stromabgabe an Haushalte in MWh 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 350.000 400.000 450.000 1 989 1 990 1 991 1 992 1 993 1 994 1 995 1 996 1 997 1 998 1 999 2 000 2 001 2 002 2 003 2 004 2 005 2 006 KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 23 Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 3.3 a Optimierung des Verbrauchs elektrischer Anlagen in städtischen Gebäuden A 3.3 b Optimierung des Stromverbrauchs der Kläranlage durch energiesparende Techniken, z.B. bei der Belüftung A 3.3 c Förderprogramme für Erdgasherde (seit 2007), Erdgas- Steckdosen (seit 2007) B 3.3 d Klinikum: Erneuerung der Beleuchtung A Aussicht Der Bestand an Elektrogeräten im Haushalt hat sich stark erhöht. Gerade bei modernen Elektrogeräten fällt auf, dass diese selbst im abgeschalteten Zustand Strom verbrauchen (Stand by). Für die Zukunft sollen Privathaushalte durch Öffentlichkeitsarbeit verstärkt auf die Möglichkeiten des Energie- und damit auch Kostensparens im häuslichen Umfeld informiert und aufmerksam gemacht werden. 3.4 Straßen- und Verkehrsbeleuchtung Stand Straßenbeleuchtung Die Straßenbeleuchtung (einschließlich der Leuchten in Tunnels, Über- und Un- terführungen, auf Brücken sowie in Arkaden) entwickelte sich von 2000 bis 2006 wie folgt: Jahr Leuchtstellenzahl Anschlusswert Jahresverbrauch 2000 38.700 4000 kW 14.000 MWh 2006 39.400 3400 kW 12.500 MWh Trotz einer Zunahme der Leuchtstellen um 2 % reduzierte sich der Jahresver- brauch um circa 10 %. Da energiesparende Leuchtmittel in einem anderen Farbton leuchten, als kon- ventionelle, müssen sowohl aus Gründen der Verkehrssicherheit, als auch aus gestalterischen Gesichtspunkten, immer alle Lampen in einem Straßenabschnitt und nicht nur einzelne ausgetauscht werden. Die Auswechslung der Leuchtmit- tel wird sich voraussichtlich auf 10 Jahre und mehr erstrecken. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 24 Signalanlagen 2007 bis 2008 werden die Lichtsignalanlagen auf Strom sparende und wartungs- arme LED-Leuchtmittel umgerüstet, bei denen eine wirtschaftliche Überprüfung die Umrüstung ergab. Der jährliche Stromverbrauch reduziert sich dabei um ü- ber 650 MWh. Zusätzlich werden dadurch Personalkosten eingespart. An den restlichen Geräten erfolgt eine Umstellung auf LED erst, wenn die Steuergeräte (Standzeiten 10 – 15 Jahre) ausgetauscht werden. Verkehrszeichen Die Zahl der Verkehrsbeleuchtungen hat sich von rund 2350 Stück im Jahr 2000 drastisch auf 680 Stück verringert. Allein 600 Verkehrsbeleuchtungen wurden in den letzten Jahren zurückgebaut und durch reflektierende Schilder ersetzt. Anstrahlungen Die Zahl der Anstrahlungen hat sich von 2000 bis 2006 von 60 auf über 220 er- höht. Diese Tendenz wird sich durch das städtische Beleuchtungskonzept weiter verstärken. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 3.4 a Umrüstung von Lichtsignalanlagen auf Strom sparende und wartungsarme LED-Leuchtmittel (seit 2007) B/D 3.4 b Verbrauchte Lampen der Straßenbeleuchtung werden durch neue energiesparende Leuchtmittel ersetzt B/C 3.3 c Gesamtstädtischer Lichtplan zur energieeffizienten Be- leuchtung städtischer Gebäude und Plätze A Aussicht Der Austausch der Straßenbeleuchtung und anderer verkehrsrelevanter Geräte wird sich über 10-15 Jahre erstrecken. Weitere Aktivitäten sind im Augenblick nicht absehbar. Durch den Wegfall von Rechtsabbieger-Ampeln und dem Umbau auf Kreisver- kehre könnte der Strombedarf in diesem Segment deutlich verringert und der Verkehrsfluss verbessert werden. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 25 4 Regenerative Energien Stand Strom Jahr 2003 2004 2005 2006 Photovoltaikanlagen 385401593 1.734 Wasserkraftanlagen 195138166 82 Windkraftanlagen 3.9474.5093.998 4.326 Biomasse/Deponiegas 958699779799 8109 Klärschlamm 123211941251 1200 Summe 15.34516.21915.807 15.451 Anteil regenerative Energien aus Karlsruhe* 0,87%0,91%0,85% 0,82% Anteil regenerative Energie ge- samt** 11,7%12,7%13,5% 18,0 Gesamt-Stromabgabe 1.482.529 1.527.223 1.599.602 1.686.435 Wärme Biomasse/Deponiegas 5.4485.9406.326 5.703 Klärschlamm 33.66336.28736.346 37.533 Solarwärme 2.5112.8883.293 4.059 Geothermie 1.880 Fernwärme, Abgabe gesamt 641.026648.013660.163 636.249 Tab.4: In Karlsruhe erzeugte regenerative Energien (alle Angaben in MWh) *Der Anteil regenerativer Energien bezieht sich auf die in Karlsruhe durch Stromerzeugung er- zeugten regenerativen Energien, die in das Stadtwerkenetz eingespeist werden und auf den Gesamt-Stromoutput, der teilweise auch in die Region geliefert wird. **Ein Teil des Strombedarfs wird an der Strombörse beziehungsweise bei direkten Handelspart- nern gedeckt. Der Anteil der erneuerbaren Energien hieran wird auf Basis des Stromherkunfts- nachweises berechnet. Durchleitungen von Fremdkunden sind im Gesamtstromoutput nicht enthalten (2004: 700.672 MWh, 2005: 654.324 MWh). Quellen: Stadt KA: Stat. Jahrbuch; Stadtwerke: Umwelterklärung 2007 Maßnahmen Maßnahmen die zwei oder mehr Typen der Regenerativen Energien betreffen. Nr. Bezeichnung Sektor 4 a Stromtarife NatuR und NatuR Plus: B/C/D KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 26 4.1 Solarwärme Stand Die Stadtwerke fördern seit 1993 thermische Solaranlagen für die Warmwasser- aufbereitung und für die Heizungsunterstützung. Für Anlagen mit einer Kollek- torfläche von bis zu 6 m² gibt es 500 € Zuschuss und für jeden weiteren Quad- ratmeter 50 € zusätzlich, bis maximal 1.000 € . Die Stadt selbst betreibt im Rahmen eines Wärmecontracting-Vertrages mit den Stadtwerken eine Anlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes des Amtes für Abfallwirtschaft in der Ottostraße (67 m² Kollektorfläche, 30 MWh pro Jahr), eine Anlage auf der Oberwaldschule in Durlach-Aue und beheizt drei Karlsruher Freibäder mit unverglasten Absorbern (Kollektorfläche 2325 m²) . Anlage Fläche in m² Ertrag in MWh/Jahr Amt für Abfallwirtschaft 67 30 Oberwaldschule 31,3 Freibäder 23251221 Summe 23921252 Tab. 4.1 a: Thermische Solaranlagen der Stadt Karlsruhe Anlagenzahl Anlagenfläche (m²) Jahr Neu hinzu- gekommen Gesamt- summe Neu hinzu- gekommen Gesamt- Fläche Gesamtertrag (MWh/Jahr), geschätzt (1 m² = 525 kWh/Jahr) 1993 7 7424222,05 1994 32 39192234122,85 1995 27 66162396207,90 1996 48 114288684363,35 1997 35 149236920483,00 1998 67 2162801200630,00 1999 83 29978619861042,65 2000 85 38482828141477,35 2001 99 48363734511811,78 2002 85 56853739882093,70 2003 130 69879547832511,08 2004 100 79871755002887,50 2005 132 93077262723292,80 2006 211 1141146077324059,30 Tab. 4.1 b: Private thermische Solaranlagen - von den Stadtwerken gefördert (Quelle: Stadtwerke) KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 27 In den Anfangsjahren entstanden jährlich rund 200 m² Kollektorfläche, ab 1999 erfolgte eine sprunghafte Zunahme auf 400 – 800 m². Ende 2006 gab es über 1100 Anlagen mit einem überschlägigen jährlichen Energieertrag von 4000 MWh. Abb. 4.1: Entwicklung der privaten thermischen Solaranlagen in Karlsruhe Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 4.1 a Thermische Solarabsorberanlagen in Freibädern A 4.1 b Thermische Solaranlage auf Dienstgebäude Ottostraße; Wärmecontracting A 4.1 c Förderprogramm für thermische Solaranlagen zur Warm- wasserbereitung und Heizung seit 1993 B 4.1 d Oberwaldschule, Thermische Solaranlage, PV-Anlage und Windrad A/B Aussicht Die weitere Entwicklung der Solarthermie wird, neben der staatlichen Förde- rung, sicherlich maßgeblich vom Öl- und Gaspreis abhängen. Insofern ist für die nächsten Jahre zumindest der Zuwachs der vergangenen Jahre zu erwarten. Die Entwicklung der privaten thermischen Solaranlagen in Karlsruhe 7732 6272 5500 4783 3988 3451 2814 1986 1200 920 684 396234 42 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000 9000 19 9319 9419 951 9 96 1 9 97 1 9 98 1 99 9 2 00 0 2 0 01 20 0220 032 0 04 2 0 05 2 0 06 Anzahl der Anlagen Kollektorfläche in qm KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 28 Steigerung hängt auch vom Bewusstseinsstand der Bürger in Sachen Klimawan- del ab und für einen Großteil der Bürger von konkreten Vorteilen (vor allem geldwerte Vorteile, vielleicht auch etwas Versorgungsunabhängigkeit). Auch die geplanten Gesetze zur Energieeinsparung und dem Einsatz regenerativer Energien wird die weitere Verbreitung forcieren. Deshalb kann auch eine intensive Beratung einen positiven Effekt für die So- larthermie in Karlsruhe bringen. Die Stadtwerke setzen ihre Beratungstätigkeit und das Förderprogramm auch in den nächsten Jahren mit einem Volumen von etwa 125.000 Euro pro Jahr fort. Der Einsatz solarthermischer Anlagen für große Sporthallen und Schulturnhallen wird zukünftig in die Planungsüberlegungen mit aufgenommen und dort wo es sinnvolle Möglichkeiten zur Einbindung gibt umgesetzt. 4.2 Solarstrom Stand Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2004 erlebte die Solarstrom- erzeugung (Photovoltaik, PV) bundesweit einen enormen Schub. Die Regelun- gen des EEG sind nachfolgend zusammengefasst: Wesentliche Elemente des EEG vom 21. Juli 2004 • Zweck: unter anderem nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung ... Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuer- baren Energien ... • Abnahme- und Übertragungspflicht des Netzbetreibers • Vergütungspflicht (Wasserkraft, Deponie-, Klär-, Grubengas, Biomasse, Geo- thermie, Windenergie, solare Strahlungsenergie ) • Vergütungssätze für Solarstrom - abhängig vom Standort („Freiflächen-“, „Aufdach-“, „Fassaden integrier- te“ Anlagen) - degressiv mit Inbetriebnahmejahr (Aufdachanlagen - 5 %/a; soll stärker fallen) - degressiv mit Anlagengröße (von 30 kWp, bis 100 kWp und mehr) • „Umlageverfahren“: Stromverbraucher bundesweit gleich belastet (circa 0,9 ct/ kWh) • Beispiel Aufdachanlage <30 kWp - Inbetriebnahme 2007: 49,21 cent/kWh - Inbetriebnahme 2008: 46,75 cent/kWh KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 29 Von 1993 bis 1999 wurden nur acht Anlagen in Karlsruhe errichtet, darunter aber zwei größere Anlagen (Auf dem Dach der Stadtwerke und auf dem Zent- rum für Kunst und Medientechnologie). In der Folgezeit (2000-2004) nahm ins- besondere die Zahl der kleinen Anlagen auf Privathäusern zu. Ab dem Jahr 2005 setzte dann eine gravierender Zunahme ein, sowohl bei der Zahl der Anla- gen, als insbesondere auch bei der installierten Leistung. Der im Diagramm erkennbare steile Anstieg hängt außer mit dem EEG ganz we- sentlich mit der Einführung der Photovoltaik-Initiative der Stadtwerke zusam- men. Im Mai 2005 haben sie ein umfassendes Programm zur Förderung der Pho- tovoltaik ins Leben gerufen, das mit unterschiedlichen Serviceangeboten ganz gezielt verschiedene Zielgruppen, wie Private Hausbesitzer, Gewerbe, Industrie ansprechen soll. Neben zahlreichen privaten oder gewerblichen kleinen und mit- telgroßen Anlagen, meist zwischen 3 und 50 kW, wurde in diesem Jahr auch mit dem Aufbau des Solarparks I begonnen. Die mit Abstand größte Anlage ist am Hang des Müllbergs am Rheinhafen mit 432 KWp errichtet worden. Eine Sonderform der Förderung ist die Initiative der Gebäudewirtschaft mit den Stadtwerken, im Rahmen eines Wettbewerbs PV-Anlagen auf Schuldächern zu errichten. Hier stand der pädagogische Ansatz im Vordergrund. In den Jahren 2001 bis 2004 wurden auf sechs Schulen PV-Anlagen mit jeweils rund 3 kW er- richtet. Abb. 4.2: Entwicklung der Photovoltaikanlagen in Karlsruhe Entwicklung der Photovoltaikanlagen in Karlsruhe 1388 2780 497 423 346 297 200 134 0 500 1000 1500 2000 2500 3000 19992000200120022003200420052006 Anzahl der Anlagen Leistung in kWp KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 30 Photovoltaikanlagen Anlagenzahl kWp * Jahr Neu hinzu- gekommen Gesamt- summe Neu hinzu- gekommen Gesamt- leistung Gesamtertrag In MWh/Jahr** 1999 8134 2000 11 1966200 2001 25 4497297 2002 15 5948346 2003 27 8677423385 2004 21 10774497401 2005 72 17913921388594 2006 68 24777227801.734 Tab. 4.2: Entwicklung der Photovoltaikanlagen in Karlsruhe * Kilowattpeak (kWp) ist die Leistung, die eine Anlage unter definierten Laborbedingungen erreichen kann. Durch diese Maßeinheit sind alle Anlagen vergleichbar. Die tatsächliche Leistung in Kilowatt hängt dann von den tatsächlichen Bedingungen am Einsatzort ab, wie der Himmelsausrichtung, der Neigung , der Verschattung und so weiter. ** Die Zahl der erreichten Kilowattstunden hängt dann zusätzlich noch von der Sonnenein- strahlung ab, die im Tages- und Jahresverlauf und von Jahr zu Jahr schwanken kann. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 4.2 a Photovoltaik-Initiative der SWK: Beratungs- und Dienst- leistungsangebot zum Bau von PV-Anlagen für private Eigenheime, Gewerbe, Industrie und Beteiligungsanla- gen A/B/C/D 4.2 b Solarpark I : 10 große Photovoltaikanlagen (rund 0,8 Mio. kWh/a) B 4.2 c Solarpark Zwei (in Gründung) A/B/C 4.2 d „Karlsruher Sonnendach“: Photovoltaikanlagen auf Ge- bäude SWK (rund 0,045 Mio. kWh/a) A 4.2 e „Sonne in der Schule“: Förderprogramm für Schulen A Aussicht Der Zuwachs an PV-Anlagen in den Jahren 2002 –2004 wurde getragen von den privaten Eigenheimbesitzern. Es wurden rund 20 Anlagen pro Jahr errichtet, mit insgesamt rund 60 kWp (durchschnittliche Leistung etwas über 3 kWp). KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 31 Im Zuge des Photovoltaik-Initiative der Stadtwerke gelang es, die in Karlsruhe installierte solare Stromerzeugungskapazität zwischen 2005 und 2007 mehr als zu vervierfachen. Neben einer Fülle von privaten PV-Anlagen trug zu diesem Wachstum insbesondere der Bau des Solarparks I mit 10 Großanlagen im Stadt- gebiet bei. Auch künftig werden die Stadtwerke ihr Beratungsangebot im Bau- stein PV PRIVAT fortsetzen und es ist geplant, mit PV MEGA weitere Solarparks entstehen zu lassen. Die solare Stromerzeugungskapazität wird also weiter an- steigen, vermutlich jedoch nicht mehr mit der Rasanz der beiden letzten Jahre. 4.3 Biomasse Stand: Bei der Erzeugung regenerativer Energien in Karlsruhe nimmt die Abfallwirt- schaft eine Schlüsselrolle wahr. Das Amt für Abfallwirtschaft erzeugt mehr erneuerbare Energien (Deponiegas, Biomüllvergärung, Holzhackschnitzelverbrennung) als alle anderen Quellen (un- ter anderen Windkraft, Sonnenenergie) zusammengenommen (siehe Tabelle 4). Das entspricht Strom für etwa 3.200 und Wärme für etwa 800 Haushalte, bezie- hungsweise einer CO2-Einsparung von 6.000 t/Jahr. Das Energiepotential von organischen Abfällen wird in Karlsruhe bereits seit En- de der neunziger Jahre genutzt. Die Karlsruher Abfallwirtschaft hat schon da- mals einen innovativen Weg beschritten, der vom Sachverständigenrat für Um- weltfragen als wegweisende Technologie für die Behandlung biologischer Abfäl- le für die Zukunft gefordert wird. Werden heute nur 30 % der Bioabfälle in Ver- gärungsanlagen behandelt, so soll dies mittelfristig bis 70 % werden. Der Sach- verständigenrat für Umweltfragen sieht die alleinige Kompostierung der Bioab- fälle als Energieverschwendung an. Nur durch anaerobe Vorbehandlung der Bioabfälle wird als Nebenprodukt Biogas erzeugt, das in Blockheizkraftwerken mit hohem elektrischem Wirkungsgrad zur Strom- und Wärmeproduktion ge- nutzt werden kann. Das Amt für Abfallwirtschaft hat mit der Integration seiner Anlagen einen sinnvollen Weg beschritten und neue Energieversorgungskon- zepte und Bebauungspläne (50-Morgen) initiiert. In Karlsruhe gibt es drei Stellen, an denen in größerem Maßstab Energie aus Bio- masse erzeugt wird: • Deponie West: Das im Deponiekörper der Mülldeponie West bei der Zersetzung des Hausmülls entstehende Gas wird gefasst und in Blockheizkraftwerken verwertet. Die Anla- gen erzeugen Strom und versorgen außerdem das Straßenbahndepot der Ver- KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 32 kehrsbetriebe, sowie das neue Gebäude der Sickerwasserbehandlungsanlage über ein Nahwärmesystem mit Heizenergie. • Anlagenverbund Ost: Der in seiner Art einmalige Anlagenverbund Ost des Amtes für Abfallwirtschaft nutzt drei Quellen erneuerbarer Energie: Methangas aus der Bioabfallver- gärungsanlage, Deponiegas der Mülldeponie Ost und Restholz aus Sperrmüll und Grünabfällen. Durch die energetische Nutzung von Biomasse liefert die An- lage Strom ins städtische Netz und Wärme für die nahe liegenden Neubaugebie- te „Fünfzig Morgen“ und „Rehbuckel II“ in Hohenwettersbach. - in einer Bioabfallvergärungsanlage entsteht aus dem Biomüll der Stadt Karls- ruhe (Biotonne) Biogas. 85 % des Biogases stammen aus der Vergärungsan- lage, der Rest (15 %) aus Deponiegas. - In einer Verbrennungsanlage wird aus dem Restholz vom Kompostplatz, aus der Forstwirtschaft, aus Hafenschwemmholz und aus Holz der Sperrmüll- sammlung Strom und Wärme gewonnen. • Klärwerk Im Klärwerk Karlsruhe wird der Klärschlamm verbrannt und hieraus Strom und Wärme gewonnen. Angesichts steigender Energiepreise ist bundesweit ein starker Trend zur Holz- verbrennung in den Hausheizungen zu beobachten. In der Regel findet die Verbrennung in herkömmlichen Feuerstätten statt. Die hierbei emittierten Stäu- be sind mittlerweile in einer vergleichbaren Größenordnung, wie die Emissionen aus dem Straßenverkehr. Der Bund beabsichtigt daher eine Novellierung der Kleinfeuerungsanlagenverordnung (1. BImSchV) mit dem Ziel, die Emissions- grenzwerte zu verschärfen und die Anlagen bei Nichteinhaltung der Grenzwerte mit Staubfiltern oder Staubrückhalteanlagen nachrüsten zu lassen. Hier wird ein klassisches Problem des Umweltschutzes deutlich: Im Interesse des Klimaschutzes wäre die Holzfeuerung als „klimaneutrale“ Verbrennung zu be- grüßen. Gleichzeitig entstehen bei der Holzfeuerung gesundheitsschädliche E- missionen (Feinstaub), die es im Interesse der Luftreinhaltung zu reduzieren gilt. Moderne Pelletheizungen sind seit wenigen Jahren gefragte Systeme und dürf- ten auch in Karlsruhe in privaten Häusern und beim Gewerbe vereinzelt zur An- wendung gekommen sein. Das Umweltbundesamt zeichnet Pelletheizungen mit dem „Blauen Engel“ aus, da sie im Gegensatz zu herkömmlichen Holzverbren- nungsanlagen ein standardisiertes und homogenes Brenngut nutzen und auto- matisch beschickt werden. Hierdurch wird der Verbrennungsprozess optimiert und es entstehen deutlich geringere Feinstaubemissionen als bei herkömmlichen Kaminöfen. Dennoch sind die Schadstoffemissionen größer als bei anderen Raumheizungen. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 33 Die Verwendung von Biomasse als Antrieb von Kraftfahrzeugen spielt derzeit weder bei der Stadt noch im Privatbereich eine besondere Rolle. Der Gesetzge- ber legt im Biokraftstoffquotengesetz vom 21.12.06 jedoch Mindestanteile von Biomasse in den Treibstoffen fest. Danach müssen Kraftstoffe ab 2009 eine Ge- samtquote von 6,25 % des Energiegehaltes aus Biokraftstoffen beinhalten. Bis 2015 steigt die Mindestquote stufenweise auf 8 % an. Jahr 2003 2004 2005 2006 Stromerzeugung (MWh) Deponie West 9.1859.0059.192 7.921 Anlagenverbund Ost 401972607 188 Klärwerk 1.2321.1941.251 Rd.1200 Summe 10.81911.17211.051 9.309 Wärmeerzeugung (MWh) Deponie West 3.7203.7853.930 3.574 Anlagenverbund Ost 1.7282.1552.396 2.129 Klärwerk 33.66336.28736.346 37.533 Tab. 4.3. Energieerzeugung aus Biomasse bei der Stadt Karlsruhe Quelle: Amt für Abfallwirtschaft, (01.08.2007), Tiefbauamt Aus den anderen Sektoren ist der Einsatz von Biomasse nur in Einzelfällen be- kannt. Stora Enso etwa will seine Papierschlamm- und Rindenabfälle künftig in einer neuen Heizzentrale energetisch verwerten. Michelin plant im Werk die Umwandlung von Biomasse mit einem neuen Ver- fahren. Bei der Verbrennung des erzeugten Bioöls und -gases wird gleichzeitig Strom und Wärme gewonnen (Kraft-Wärme-Kopplung) Maßnahmen: Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 4.3 a Nutzung des Deponiegases der Deponie West (8-9 Mio. kWh/a) durch 3 Blockheizkraftwerke (Beteiligung: Amt für Abfallwirtschaft, Stadtwerke, gewerbliche Partner) A 4.3 b Biomasse-Heizzentrale Deponie Ost (Deponiegas, Biogas aus Bioabfall, Altholz) für Nahwärmenetz 50 Morgen (Amt für Abfallwirtschaft: Anlagenverbund, Stadtwerke: Nahwärmenetz) A 4.3 c Objektversorgung Lindenallee (4 Hochhäuser) Heizzent- rale : Pflanzenöl (Blockheizkraftwerk) und Holz (Pellet- kessel) A KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 34 Aussicht Ein Großteil der von der Stadt Karlsruhe erzeugten Energie aus Biomasse beruht auf der Nutzung von Deponiegas. Mit der Zersetzung des Abfalls wird der Ertrag von Jahr zu Jahr deutlich abnehmen und langfristig versiegen. Die bisherige Energienutzung des Biogases in der Bioabfall-Vergärungsanlage über Verbrennung, Dampferzeugung und Spillingmotor soll geändert werden. Die Verstromung des Biogases soll direkt in einem Blockheizkraftwerk erfolgen. Dadurch wird eine effizientere Strom- und Wärmeerzeugung zukünftig möglich. Für die Energiegewinnung aus Klärschlamm ist derzeit nicht mit einer Steige- rung zu rechnen. Mit der Ausweitung der Trennungspflicht von Biomüll auf das gesamte Stadtge- biet besteht ein neues Potenzial in der Vergärung größerer Biomüllmengen als bisher. Bisher werden pro Jahr circa 12.000 t an Bioabfällen Karlsruhes gesammelt und davon rund 9.000 t in der Vergärungsanlage behandelt. Mittelfristig, durch Ein- führung der Biotonne als Pflichttonne und Optimierung der Bioabfallvergä- rungsanlage, können etwa 16.000 t eingesammelt und energetisch verwertet werden. Die verstärkte Nutzung von Biomasse ist im Grundsatz dann zu begrüßen, wenn der Naturstoff oder die Naturstoffreste bisher überhaupt nicht oder nur auf- wendig verwertet werden kann. So ist gerade der Holzmarkt stark umkämpft von der Papierindustrie, der Möbel- industrie und sonstigen Holzverwertern. Da Holz in vielen Bereichen stofflich und dabei in der Regel auch umweltverträglich eingesetzt werden kann, sollte die energetische Verwertung von Holz gegenüber der stofflichen Verwertung in Konkurrenzsituationen nachrangig betrachtet werden. Die Biomassenutzung kann neue Chancen für die Landwirtschaft - sowohl für heimische als auch in Entwicklungsländern - bieten. Gleichzeitig sind jedoch hieraus entstehende Entwicklungen aufmerksam zu beobachten. Negative Entwicklungen können zum Beispiel sein: Bei Substitution des Anbaus von Nahrungspflanzen durch Energiepflanzen Ö Versorgungsfrage, Monokulturen, Verteuerung von Lebensmitteln Bei Import von Energiepflanzen Ö Gewinnung von Biomasse durch Raubbau an Regenwäldern oder anderen schützenswerten Biotopen KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 35 Bei Verwendung von Lebensmitteln als Energiepflanzen Ö Konkurrenz zur Nahrungsgrundlage (meist in Entwicklungsländern) Ö Verteuerung lebenswichtiger Grundnahrungsmittel Ö Hungersnöte Besonders bei der Verbrennung von Holz ist der Feinstaubaspekt zu beachten. Nach Aussage der Bundesregierung tragen die privaten und gewerblichen Holz- verbrennungsanlagen etwa zu 13 % zu den Feinstaubemissionen in Deutschland bei, wobei ein erheblicher Teil in Siedlungsgebieten emittiert wird. Der Anteil von Holzpelletfeuerungen an den Feinstaubemissionen ist zur Zeit noch gering, muss aber wegen der hohen Zuwachsraten dieser Anlagen im Auge behalten werden. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit plant die Anforderungen an Holzfeuerungsanlagen zu verschärfen. Betroffen sind auch moderne, staatlich geförderte Holzpelletheizungen, sowie die Verbrennung von Getreidekörnern und ähnlichen Brennstoffen. Die Gebäudewirtschaft überprüft den Ersatz der sanierungsbedürftigen Ölkessel- anlage in der Emil-Arheit-Halle in Grötzingen durch eine Holzhackschnitzelanla- ge. 4.4 Windkraft Stand In Karlsruhe gibt es vier Windkraftanlagen. Die erste Anlage mit einer Leistung von 110 kW wurde bereits 1997 am Rheinufer bei Maxau errichtet. Drei weitere Anlagen entstanden von 1999 bis 2003 auf der Mülldeponie West. Sie haben ei- ne Leistung von zusammen 3000 kW. Je nach Windverhältnissen wurden in Karlsruhe in den letzten Jahren 3.700 bis 4.500 MWh Strom erzeugt. Jahr Ertrag (MWh) Zahl der Wind- räder 1999 1.165 1 2000 1.405 2 ab August 2001 2.173 2 2002 3.232 3 ab Mai 2003 3.911 3 2004 4.446 3 2005 4.580 4 ab Januar Tab. 4.4: Entwicklung der Windenergie in Karlsruhe KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 36 Maßnahme Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 4.4 a Vier Windkraftanlagen (4--4,5 Mio. kWh/a) A Aussicht Angesichts einer ungesteuerten Verbreitung von Windkraftanlagen wurden im Regionalplan Mittlerer Oberrhein vier Vorranggebiete für regional bedeutsame Windkraftanlagen festgelegt. Das Stadtgebiet Karlsruhe ist hierbei nicht enthal- ten. Außerhalb der ausgewiesenen Vorranggebiete ist die Errichtung von regio- nal bedeutsamen Windkraftanlagen ausgeschlossen. Die bereits errichteten Windkraftanlagen besitzen baurechtlichen Bestandsschutz. Eine weitergehende Nutzung der Windenergie ist daher in Karlsruhe nicht zu erwarten. 4.5 Geothermie Stand Innerhalb Deutschlands hat der Oberrheingraben für die tiefengeothermische Nutzung die günstigsten Voraussetzungen. Um die Erdwärme für die elektrische Energiegewinnung zu nutzen, sind im Rheingraben 2000 - 6000 Meter tiefe Boh- rungen erforderlich. Diese Bohrungen sind sehr teuer und haben gleichzeitig ein sehr großes Erfolgsrisiko. Das Forschungszentrum Karlsruhe plant, auf seinem Gelände eine Tiefbohrung niederzubringen. In Karlsruhe verbreitet ist die Nutzung der oberflächennahen Erdwärme mit- tels Wärmepumpen. Im Juli 2007 waren in Karlsruhe 55 solcher Geothermie- Anlagen in Betrieb mit rund 1400 kW Leistung. Dabei kamen unterschiedliche Techniken zum Einsatz: Erdwärmesonden Über eine Bohrung wird ein u-förmiges Rohr eingelassen. Im geschlossenen Kreislauf wird das Kühlmittel (Wasser, Glykol...) am einen Ende in die Erde hin- abgelassen, erwärmt sich dort, wird am anderen Ende nach oben gepumpt und die Wärme mit einer Wärmepumpe genutzt. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 37 Grundwasserbrunnen Über eine Bohrung (Entnahmebrunnen) wird warmes Grundwasser gefördert. mit einer Wärmepumpe genutzt und das gekühlte Grundwasser wird über eine zweite Bohrung ( Schluckbrunnen ) wieder dem Grundwasser zugeführt. Energiepfähle Geeignet für größere Gebäude (zum Beispiel gewerbliche Hallen) die über zahl- reiche Betonpfähle gegründet werden müssen. In die Pfähle sind Rohre mit Flüssigkeit eingelassen, die in der Tiefe die Erdwärme aufnimmt. Die Flüssigkeit wird nach oben gepumpt, die Wärme mit einer Wärmepumpe genutzt und das gekühlte Wasser wieder nach unten gelassen. Die meisten Anlagen werden zur Beheizung von Einfamilienhäusern benutzt und haben eine Leistung bis zu 15 kW. Es gibt aber auch einige gewerbliche An- lagen mit höherer Leistung (meist 50 – 180 kW), die zur Heizung und Kühlung verwendet werden. Wieviel Energie mit den Anlagen gewonnen wird lässt sich überschlägig berech- nen. Unter der Annahme, alle Anlagen würden 2000 Stunden im Jahr laufen und 25-33 % der Energie würden für die Pumpleistung verbraucht, ergeben sich rund 1.880 MWh. Der oberflächennahen Nutzung der Erdwärme sind Grenzen gesetzt. Im Rhein- graben dürfen die Anlagen nicht in die Tiefe des zweiten Grundwasserleiters reichen und grundsätzlich nicht in Wasserschutzgebieten errichtet werden. Wirtschaftlich machen sie auch nur Sinn, wenn sie mit einer Niedertemperatur- heizung verbunden sind und das Gebäude gut gedämmt ist. Ansonsten würde der Stromverbrauch für den Betrieb der Wärmepumpe zu hoch liegen. Maßnahme Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 4.5 a Förderprogramm Wärmepumpen der Stadtwerke seit 2004 B/C 4.5 b Geothermie-Initiative der Stadtwerke, seit 2007 A/B/C/D Aussicht Die geologischen Bedingungen für die Nutzung „Tiefer Geothermie“ zum Bei- spiel für Geothermiekraftwerke sind am Rheingraben besonders günstig. Geo- thermie ist somit für Karlsruhe ein Standortvorteil, den es zukünftig intensiver zu nutzen gilt. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 38 Im „Karlsruhe Masterplan 2015“ wurde die Geothermienutzung als Leitprojekt ausgewiesen. Danach soll mittel- bis langfristig auch die Einrichtung eines Geo- thermiekraftwerks angestrebt werden. Idealerweise ist die Stromproduktion auch mit einer Wärmenutzung, etwa der Einspeisung von Wärme in Nahwärme- netze, gekoppelt. Die Nutzung „Oberflächennaher“ Geothermie mittels Wärmepumpen stellt eine ökologisch sinnvolle reine Wärmenutzung dar. Im Rahmen ihrer Geothermie- Initiative beraten die Stadtwerke Privatleute und Unternehmen hinsichtlich der Nutzungspotenziale und kooperieren mit Planungsbüros, Bohr- und Installati- onsunternehmen. Die bestehenden geologischen Potenziale sind in Karlsruhe wegen des Grundwasserschutzes eingeschränkt, sollten aber genutzt werden. Im Mai 2007 wurde das GeoThermieZentrum (GTZ) als Verein gegründet, dessen Aufgabe die Förderung der „Oberflächennahen“ und „Tiefen“Geothermie in Karlsruhe ist. Mitglieder sind neben den Stadtwerken, unter anderen die EnBW, das Forschungszentrum Karlsruhe, die Universität und andere Institutionen. Bei der Geothermienutzung sollte die Wärmenutzung im Vordergrund stehen, Angestrebt werden dabei Geothermie gespeiste Nahwärmeinseln in Bereichen, die vom Fernwärmenetz in absehbarer Zeit nicht erreicht werden. Bei der Stand- ortwahl sind dabei auch die Anforderungen des Grundwasserschutzes zu berück- sichtigen. 4.6 Wasserkraft Stand In Karlsruhe gibt es zwei Wasserkraftanlagen: - das Laufwasserkraftwerk Appenmühle an der Alb (40 kW) und - das Mühlrad an der Obermühle in Durlach (25 kW) Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 4.6 a Laufwasserkraftwerk an Alb A 4.6 b Obermühle Durlach C Aussicht: Abgesehen vom Rhein hat Karlsruhe nur Flüsse (Alb und Pfinz) mit relativ gerin- ger Wasserführung und damit ein geringes Energiepotenzial. Die Beeinträchti- gung dieser Gewässer durch den Bau neuer Wasserkraftlaufwerke steht in kei- nem sinnvollen Verhältnis zur gewonnen Energie. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 39 4.7 Wärmenutzung aus Abwasser Die im Abwasser enthaltene Wärmemenge wird heute größtenteils als Abwärme ungenutzt in die Umwelt abgegeben. Im Abwasser ist eine konstante thermische Energie auf vergleichsweise hohem Temperaturniveau vorhanden, die genutzt werden kann. Technisch kann die Energie über Wärmetauscherelemente im Ab- wasserkanal entzogen und über Wärmepumpen genutzt werden. Die Nutzung kann sowohl zur Raumheizung/-kühlung als auch zur Warmwassererzeugung erfolgen. Zur Installation solcher Anlagen ist ein hoher Investitionsaufwand er- forderlich und es müssen mehrere, technische Voraussetzungen erfüllt werden. Stand und Aussicht Die Stadt Karlsruhe/Tiefbauamt hat in diesem Zusammenhang im Jahre 2006 eine Energiekarte erstellt, in der die großen Abwassertransportkanäle darge- stellt sind, die potentiell für die Abwasserwärmenutzung geeignet erscheinen. In einem zweiten Schritt wird gemeinsam mit den Stadtwerken untersucht, ob und wo mögliche Abnehmer dieses Energieträgers im Stadtgebiet vorhanden sind. 5 Verkehr 5.1 Motorisierter Individualverkehr (MIV), Güterver- kehr 5.1.1 Vermeidung Stand Der städtische Einfluss auf die Vermeidung des MIV ist vor allem in einer integ- rierten Stadt- und Verkehrsplanung sowie in der Stärkung des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad-, Fußverkehr) zu sehen. Ziel ist, die Mobilität durch leistungsfähige Verkehrsnetze zu sichern und diese möglichst stadt-, umwelt- und sozialverträglich abzuwickeln. Güterverkehr: Der städtische Müll wird in Mannheim entsorgt. Das Amt für Abfallwirtschaft hat eigens ein Wechselcontainersystem eingeführt um den Müll mit der Bahn transportieren zu können. Hierbei werden Fahrzeuge mit den modernsten Ab- gasreinigungssystemen eingesetzt. Diese Fahrzeuge erfüllen bereits jetzt die ab 2009 gültige Euro 5 Norm. Dadurch können die Schadstoffe im Abgas (Stickoxi- KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 40 de, CO 2 , Feinstaub und Rußpartikel) bis zu 90 % reduziert werden. Die moder- nen Motoren verbrauchen etwa 6 % weniger Kraftstoff. Durch diese Maßnahme konnte ein zusätzlicher Radlader, welcher bei einer Um- ladestation erforderlich gewesen wäre, gespart werden. Auf dem eingesetzten Güterzug können bis zu 30 Wechselcontainer gleichzeitig transportiert werden. Ein herkömmlicher LKW kann maximal 2 Container transportieren. Die daraus resultierende Reduzierung von Schadstoffen und Einsparung von Kraftstoffen ist erheblich. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 5.1.1 a Mülltransport per Bahn A 5.1.1 b Wege- und Verkehrsvermeidung durch Bürgerdienste- infos im Internet B Aussicht Vor dem Hintergrund steigender Treibstoffpreise können Alternativen zum MIV erfolgreich sein, zum Beispiel kann die Umsetzung des Fahrradkonzeptes zu ei- ner Entlastung des Kurzstrecken-MIV führen, der hohe Standard des ÖPNV kann zusätzlich Pendler zum Wechsel vom MIV veranlassen. Der integrierte Verkehrsentwicklungsplan, der bis 2010/11 vorliegen soll, wird eine systematische Aufarbeitung dieser Aspekte beinhalten. 5.1.2 Antriebstechnik Stand Auf den Stand und die Entwicklung der Technologien, sowie auf die Anwen- dung im privaten Sektor hat die Kommune nur begrenzt Einfluss über Förde- rung. Ihren eigenen Fuhrpark kann sie dagegen nach Belieben gestalten. Beispielswei- se sind rund 10 % der PKW und Transporter der Stadtwerke gasbetrieben. In Karlsruhe gibt es drei öffentlich nutzbare Erdgastankstellen. Eine wird von den Stadtwerken betrieben, zwei weitere von gewerblichen Tankstellen mit Un- terstützung der Stadtwerke. Die Stadtwerke unterstützen finanziell den Kauf und die Umrüstung zu einem Erdgasfahrzeug. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 41 Auch das Amt für Abfallwirtschaft, das zentral die städtischen Fahrzeuge be- schafft, hat gasbetriebene PKW und Transporter erworben. Bei Neubeschaffung wird verstärkt darauf geachtet, dass alternative Antriebsarten (Hybrid, Erdgas) verwendet werden. Seit 1998 werden im PKW-Bereich hauptsächlich benzinge- triebene Fahrzeuge, welche die Euro 4 Norm erfüllen, neu beschafft. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 5.1.2 a Fuhrpark mit erdgasbetriebenen KfZ (25 PKW, 7 Trans- porter) und Erdgastankstelle A 5.1.2 b Erdgastankstellen B 5.1.2 c Förderprogramm für Kauf und Umrüstung eines benzin- oder dieselbetriebenen PKW auf Erdgas oder Benzin- Erdgas-Antrieb (seit 2003) B 5.1.2 d Umrüstung des Fuhrparks A Aussicht Im privaten Bereich hat die Stadt nur geringe Einflussmöglichkeiten. Hier wird die Entwicklung von den gesetzlichen Rahmenvorgaben bestimmt. Die gesetzlichen Anforderungen an die CO 2 -Emissionen der Fahrzeuge werden zukünftig steigen, ebenso werden aber auch alternative Antriebe zukünftig for- ciert weiterentwickelt. Neben dem Antrieb mit Gas ist heute schon der Antrieb mit Biodiesel ausgereift und die Stoffe stehen in großen Mengen zur Verfügung. Allerdings ist die kli- mawirksame Bedeutung von Biodiesel umstritten. Je nach Produktionsbedin- gungen von Raps, Mais und Getreide kann zum Beispiel Lachgas entstehen (300 mal so klimaschädlich wie CO 2 ), was die Klimabilanz verschlechtert. Die Biokraftstoffe der zweiten Generation, BTL-Kraftstoff (und Ethanol aus Lignozellulose) nutzen die Biomasse aber viel besser aus. Die ganze Pflanze, auch Holz, Stroh und agrarische Reststoffe können verwendet werden. In abseh- barer Zeit wird mit der großtechnischen und wirtschaftlichen Herstellung ge- rechnet. So gesehen sind mit Gas betriebene Fahrzeuge sicherlich eine gute emissions- arme Übergangslösung, die den Anforderungen des Luftreinhalteplanes ver- mehrt Rechnung trägt. Es wird zu prüfen sein, wann und wie die Stadt ihren Fuhrpark diversifiziert, wann welche Antriebsmethoden ausgereift sind. Die Entwicklung der Fahrzeug- technik wird weiterhin aufmerksam beobachtet. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 42 5.1.3 Verkehrslenkung Stand Der ÖPNV ist ein wesentlicher Faktor zur Vermeidung von Feinstaub und CO 2 . Die Bevorzugung von Bussen und Bahnen an den Kreuzungen erhöht die Attrak- tivität des ÖPNV und reduziert den Energieverbrauch von Bussen und Bahnen. Seit 2002 hat die Stadt Karlsruhe ein dynamisches Parkleitsystem, an das die Parkhäuser der Karlsruher Innenstadt angeschlossen sind. Dadurch reduziert sich der Suchverkehr. Unter der Annahme, dass ein Straßenausbau nicht den MIV erhöht, sondern vornehmlich die Standzeiten im Stau und die Fahrzeiten verkürzt, lassen sich auch entsprechende Straßenbaumaßnahmen als Klimaschutzaktivitäten verste- hen. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 5.1.3 a Ausbau der B36, Verbesserung des Verkehrsflusses B/C 5.1.3 b Parkleitsystem B 5.1.3 c ÖPNV-Vorrangschaltung an Kreuzungen A/B Aussicht Aufbau eines aktiven Verkehrsleitsystems (Streckenbeeinflussungsanlage zur Re- duzierung von Stauerscheinungen) und weitere Optimierung der ÖPNV- Vorrangschaltung. 5.2 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Stand Der systematische Ausbau des Gleisnetzes, die Einführung der 2-Systemtechnik ( umsteigfreien Verbindungen aus der Region direkt in die Innenstadt, Nutzung bestehender Eisenbahninfrastruktur), die Gründung des Karlsruher Verkehrsver- bundes (KVV) 1994 und die Einführung einer einheitlichen Tarifstruktur sind we- sentliche Säulen des ÖPNV im Großraum Karlsruhe. Dieses viel beachtete System ist der internationalen Fachwelt als „Karlsruher Modell“ bekannt. In den vergangenen Jahren konnten bemerkenswerte Fahrgaststeigerungen er- zielt werden. Dieser Erfolg basiert auf einer Reihe von Maßnahmen, dazu zäh- len: Der Einsatz moderner Straßen- und Stadtbahnfahrzeuge, Tarifstrukturen die sich an den Bedürfnissen unterschiedlicher Nutzergruppen orientieren, lange Betriebszeiten, abgestimmte Taktfahrpläne, ÖPNV-Priorisierung an Ampeln, um- steigefreie Verbindungen, umfassende Informationen an den Haltestellen über dynamische Fahrzielanzeiger, detaillierte Auskunft über das Internet, die Ein- KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 43 richtung eines Call-Centers, der sukzessive Netzausbau sowie die Berücksichti- gung von Belangen mobilitätseingeschränkter Fahrgäste. Heute schwankt der Marktanteil des ÖPNV zwischen unter zehn Prozent im ländlichen Raum und über 60 Prozent Stadtzentrum von Karlsruhe. In der Innen- stadt ist die Straßenbahn mit deutlichem Abstand das meist genutzte Verkehrs- mittel. Diese Führungsposition muss durch betriebliche und infrastrukturelle Maßnahmen langfristig erhalten und ausgebaut werden. werden. Im Regionalverkehr muss die Position des ÖPNV gestärkt werden. Er- hebliche Fahrgastpotenziale im Stadt-Umland-Verkehr können durch umsteige- freie Verbindungen erschlossen werden. Eine weitere Erhöhung der Marktantei- le ist Erforderlich sind auch Marketing und Werbung, da zahlreiche potentielle Nutzer des ÖPNV nur unzureichend über das Nahverkehrsangebot informiert sind. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 5.2 a Ausbau des ÖPNV Netzes B 5.2 b Zuschussstreichung für Parkgaragen Jobticket anstatt Umweltjahreskartensonderpreis A Aussicht Trotz der kontinuierlichen Fahrgaststeigerungen der vergangenen Jahre sind noch Verlagerungspotenziale zugunsten des ÖPNV vorhanden: Eine Untersu- chung im Auftrag des KVV zeigt, dass 50 % des innerstädtischen Kfz-Verkehrs durch Busse und Bahne ersetzt werden könnten. Der Ausbau des Stadtbahnnetzes ist noch nicht abgeschlossen. 2008 beginnt der Ausbau der Strecke zwischen Wörth und Germersheim. Es bestehen langfristige Planungen für den Anschluss des Baden Airparks. Im Netz der VBK hat die Kom- bi-Lösung (unterirdische Stadtbahnstrecke in der Kaiserstraße mit Südabzweig am Marktplatz sowie einer oberirdischen Straßenbahntrasse durch die Kriegs- straße) oberste Priorität. Dieses Projekt erhöht die Attraktivität und Leistungs- fähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs. Für die Konversionsgebiete Knielingen und Kirchfeld, sowie durch die Ludwig-Erhard-Allee und die Schlachthausstraße sind weiter Straßenbahnstrecken projektiert. Bei den Schienenfahrzeugen ist ein umfassender Modernisierungsprozess im Gange. Neue Busse werden nur noch nach der strengen Schadstoffnorm EEV (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) beschafft, der sogar die Abgasqua- lität der Euro-5-Norm übertrifft. Die VBK-Fahrzeuge werden mit schwefelfreiem Dieselkraftstoff betankt, langfristig sind im Busbereich alternative Antriebssys- teme denkbar, wie zum Beispiel die Brennstoffzellentechnik. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 44 5.3 Rad- und Fußgängerverkehr Stand Im Oktober 2005 hat der Gemeinderat ein 20-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs beschlossen: Die Berücksichtigung der Radfahrer bei allen Straßenbaumaßnahmen, eine gute Beschilderung, mehr Abstellanlagen und der Ausbau von Bike-and-Ride-Plätzen sollen mehr Lust aufs Radfahren in der Fächerstadt machen. Mindestens zwei neue Stadtteilrouten pro Jahr sollen bis 2012 dafür sorgen, dass sich über die Fächerstadt ein gut ausgebautes Radwegenetz spannt. Der Radverkehrsanteil an allen Wegen soll bis 2012 von 16 % auf 21 % gesteigert werden, bis 2015 auf 23 %. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 5.3 a 20 Punkteprogramm zur Förderung des Radverkehrs B 5.3 b Flächenhafte Bereitstellung von Leihfahrrädern, Call-a- bike B 5.3 c Überwachte Fahrradstation am Bahnhof B 5.3 d Fahrradpool für Dienstfahrten (Hauptamt pflegt und wartet ein Kontingent von Fahrrädern zentral im Rat- haus) A 5.3 e Wettbewerb „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ soll Arbeitgeber motivieren, Anreize zur Fahrradnutzung zu bieten. B/C 5.3 f Mit dem Rad zur Arbeit Die Aktion (1.6.-31.8.07) hatte zum Ziel, möglichst viele städtische Bedienstete zur Fahrradnutzung zu motivie- ren. Gesundheit, Verkehr und Klimaschutz stehen im Vordergrund. A 5.3 g Politessen auf Rädern B Aussicht Aufgrund des hohen Abstimmungsbedarfs bei der Planung und der extremen Kleinteiligkeit bei der Umsetzung schreitet der Ausbau der Radrouten langsamer voran als erwartet. Die überproportional große Menge an Nebenleistungen (Versetzen von Beleuchtung, Beschilderung, Signalanlagen, Abspannmaste) er- höht den erforderlichen Einsatz an Finanzmitteln. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 45 6 Information, Bewusstsein bilden (Beratung , Beteiligung), Informationsaustausch 6.1 Stadtintern 6.1.1 Allgemein Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 6.1.1 a Information und Beratung von Mitarbeitern A 6.1.1 b Schulung von Mitarbeitern A 6.1.2 Schulpädagogische Aktivitäten Stand Ein Schwerpunkt städtischen Engagements bilden die Schulen in Karlsruhe. Die Schüler sollen mit schulpädagogischen Angeboten erreicht werden. Sie sind aber auch beteiligt bei allgemeinen Schulaktivitäten zum Klimaschutz wie Energie- beratung, Audit-Zertifizierungen, Errichtung von Solaranlagen in Schulen. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 6.1.2 a Kostenlose Unterrichtsangebote zum Thema Klimaschutz für Schulen B 6.1.2 b Unterstützung von Projekttagen zum Thema Klimaschutz B 6.1.2 c EMAS-Ökoaudit-Audit-Zertifizierung einer Schule B 6.1.2 d Energiesparprojekt mit Gewinnbeteiligung an Schulen B 6.1.2 e Aktion Fahrradfehlerfuchs an Schulen B KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 46 6.2 Privater Sektor Stand Die Stadt Karlsruhe versucht die Bürger auf unterschiedlichen Wegen zu errei- chen. Zum einen bietet sie Anlaufstellen, in denen man Informationen erhalten kann. Dieser „Besuch des Bürgers bei der Stadt“ setzt ein gewisses Maß an Prob- lembewusstsein und Information voraus, das heißt der Betroffene muss wissen, dass es ein Problem /eine Chance für ihn gibt und wo er darauf Antworten fin- den kann. Deshalb beschreitet die Stadt auch den Weg aktiv den Bürger aufzusuchen. So kann neben weiterführenden Informationen auch bereits am Basis-Prob- lembewusstsein gearbeitet werden. Ein besonderer Schwerpunkt der Stadt sind die Schulen, wo vor allem die Schüler in vielfältiger Weise auf die Thematik an- gesprochen werden. Darüber hinaus unterstützt die Stadt die im Klimaschutz ehrenamtlich tätigen Organisationen. Aussicht Es wird angestrebt, zukünftig die Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Klimaschutz, die von zahlreichen Initiatoren getragen wird, im Rahmen eines übergeordneten Kampagnenkonzeptes durchzuführen. Erste Gespräche mit Stadtmarketing und Handwerkskammer lassen grundsätzliches Interesse erkennen. 6.2.1 Informationszentralen Stand Mit den beiden Kundenberatungszentren der Stadtwerke und der Mobilitäts- zentrale stehen kompetente Anlaufstellen für die Bürger zur Verfügung. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 6.2.1 a 2 Kundenberatungszentren mit 8 Mitarbeitern. Beratung zu den Themen Wärmebedarf (Heizungs- Sani- tärtechnik, Gebäudedämmung, Solarthermie.) und Strombedarf (Haushaltsgroßgeräte, Energiesparlampen, Photovoltaik, Geothermie, Gebäude-Energiecheck....) A 6.2.1 b Mobilitätszentrale A KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 47 6.2.2 Mobile Informationsformen/ Information im Wohn- umfeld Stand Über die Klimawebseite der Stadt kann man sich von zu Hause aus informieren. Darüber hinaus will die Stadt die Bürger selbst aktiv erreichen durch das Info- mobil der Stadtwerke und Informations- und Aktionstage. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 6.2.2 a Energiesparberatung mit dem Infomobil der Stadtwerke B 6.2.2 b Eigene Informationsveranstaltungen (Aktionstage, Vor- träge): Klimatag Baden-Württemberg, Mobil ohne Auto, Tag des Fahrrads, Fahrradmesse, und viele mehr B 6.2.2 c Beteiligung an Aktionen: Tag der erneuerbaren Ener- gien, B 6.2.2 d Materialien zum Themenkreis B 6.2.3 Unterstützung ehrenamtlicher Organisationen Die Stadt unterstützt die Aktivitäten des Agenda 21 Vereins organisatorisch und finanziell durch das Agendabüro und will diese Förderung fortsetzen. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 6.2.3 a Unterstützung des Agenda 21 Vereins B KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 48 6.3 Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, Industrie Die städtische Wirtschaftsförderung hat ein Energieforum initiiert, das dem In- formationsaustausch zwischen Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsunter- nehmen dient, um die zielgerichtete Verwertung von Ergebnissen aus Forschung und Entwicklung bei der Suche nach Problemlösungen zu fördern. Maßnahmen Maßnahmen Nr. Bezeichnung Sektor 6.3 a Energieforum C/ D Aussicht Es ist angestrebt, einen Energieeffizienztisch Karlsruhe zu gründen. Das Land Baden-Württemberg fördert so genannte Energieeffizienztische um die Sachkompetenz kleiner und mittlerer Unternehmen im Bereich der Energie- effizienz zu erhöhen, durch einen moderierten Erfahrungsaustausch der Ener- gieverantwortlichen von Betrieben. Dabei werden lokale branchenübergreifen- de Netzwerke gebildet, die mit Unterstützung von Fachleuten Energieoptimie- rungskonzepte erarbeiten und die erreichte Energiekostensenkung und CO 2 - Emissionsminderung dokumentieren. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 49 Anhang Maßnahmenübersicht Seite Allgemeines 53 Bestandsaufnahme/Controlling 1.2.2.1 a Energiecontrolling und Energiebericht 1.2.2.1 b Umweltmanagementsystem EMAS - Stadtwerke 1.2.2.1 c Umweltmanagementsystem EMAS - Amt f. Abfallwirtschaft 1.2.2.1 d Umweltmanagementsystem EMAS - Schulzentrum Neureut 1.2.2.1 e Durchführung des European Energy Awards Nationale und internationale Einbindung 1.2.2.2 a Solarbundesliga 1.2.2.2 b Wettbewerb „Bundeshauptstadt im Klimaschutz“ 1.2.2.2 c Kampagne „Cities for Climate Protection“ 1.2.2.2 d Unterzeichnung “Stockholm Impulse Declaration” Stadtplanung und Grundstücksverkehr 59 2 a Klimagerechte Bauleitplanung 2 b Hoher energetischer Standard von städt. Neubauten 2 c Energieeffizienzkriterien im Bebauungsplan „Fünfzig Morgen“ 2 d Energieeffizienzkriterien beim Verkauf städtischer Baugrundstücke 2 e Wohndichteerhöhung im Einzugsbereich von ÖPNV- Haltestellen 2 f Erweiterung und Verbesserung des Radwegenetzes 2 g Naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes Energieeffizienz und effiziente Energiebedarfsdeckung 62 Energieerzeugung und Umwandlung 3.1 a Fernwärmeauskopplung aus RDK 7 3.1 b Umstellung des Fernheizwerk Ahaweg 3.1 c Nutzung industrieller Abwärme von MiRO im Fernwärmenetz 3.1 d Nahwärmeversorgung in Wohn-,Sanierungs-, Neubaugebieten 3.1 e Fernwärmeversorgung eines Nahwärmsystems Wärme- und Klimatisierungsbedarf in städtischen Gebäuden 3.2 a Energetische Sanierung von Wohngebäuden der Volks- wohnung 3.2 b Modernisierung von Heizungs- und Lüftungsanlagen 3.2 c Energetische Sanierung der Gebäudehülle 3.2 d Umstellung auf emissionsärmere Bereitstellung der Raum- wärme KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 50 3.2 e Energetische Verbesserung der Sanitärtechnik Gebäuden 3.2 f Modernisierung von Heizungs-, Kälte- und Lüftungsan- lagen im Klinikum 3.2 g Sanierung der Sanitärtechnik im Klinikum 3.2 h Sanierung der Gebäudehülle im Klinikum Wärme- und Klimatisierungsbedarf in Privatgebäuden 3.2 i Energetische Sanierung bei der Stadtsanierung 3.2 j Förderprogramm Erdgaszentralheizung 3.2 k Förderprogramm Heizpumpen 3.2 l Förderaktion „Optimierung der Gasheizung“ Strombedarf in und von Gebäuden 3.3 a Verbesserung der elektrischen Anlagen in städt. Gebäuden 3.3 b Absenkung des Stromverbrauchs im Klärwerk 3.3 c Frühere Förderprogramme der Stadtwerke 3.3 d Modernisierung der Beleuchtung im Klinikum Straßen- und Verkehrsbeleuchtung 3.4 a Einsatz von LED in Signalanlagen 3.4 b Sanierung der Straßenbeleuchtung 3.4 c Gesamtstädtischer Lichtplan Regenerative Energien 72 Allgemein 4 a Regenerativstrom-Tarif natuR und natuRplus Solarwärme 4.1 a Thermische Solarabsorberanlagen in Freibädern 4.1 b Thermische Solaranlage Ottostraße 4.1 c Förderprogramm Thermische Solaranlagen 4.1 d Solaranlage Oberwaldschule Solarstrom 4.2 a Photovoltaik-Initiative 4.2 b Solarpark I 4.2 c Solarpark II 4.2 d Karlsruher Sonnendach 4.2 e Sonne in der Schule Biomasse 4.3 a Nutzung von Deponiegas 4.3 b Biomassenutzung mit Nahwärmeversorgung Fünfzig Morgen 4.3 c Biomassenutzung und Nahwärmeversorgung Daxlanden- Lindenallee KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 51 Windkraft 4.4 a Windkraftanlagen Geothermie 4.5 a Förderprogramm Wärmepumpe 4.5 b Geothermie-Initiative Wasserkraft 4.6 a Laufwasserkraftwerk Appenmühle 4.6 b Wasserrad Obermühle Durlach Abwärmenutzung von Abwasser 4.7 Wärmenutzung aus Abwasser Verkehr 81 Verkehrsvermeidung 5.1.1a Mülltransport per Bahn 5.1.1b Virtuelles Rathaus Modernisierung der Antriebstechnik 5.1.2 a Erdgas in Kraftfahrzeugen 5.1.2 b Erdgastankstellen 5.1.2 c Förderprogramm Erdgasfahrzeuge 5.1.2 d Modernisierung des städt. Fuhrparks Verkehrslenkung 5.1.3 a Vierspuriger Ausbau B36 5.1.3 b Parkleitsystem 5.1.3 c ÖPNV-Vorrangschaltung an Kreuzungen PNV 5.2 a Ausbau des ÖPNV-Netzes 5.2 b Einführung des Job-Ticket Rad- und Fußgängerverkehr 5.3 a 20-Punkte-Programm des Radverkehrs 5.3 b Bereitstellung von Leihfahrrädern 5.3 c Fahrradstation 5.3 d Fahrradpool für Dienstfahrten 5.3 e Wettbewerb „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ 5.3 f Aktion “Mit dem Rad zur Arbeit“ 5.3 g Politessen auf Rädern Information, Bewusstsein bilden, Informationsaustausch 85 Städtische Mitarbeiter und Schüler 6.1.1 a Information und Beratung städt. Mitarbeiter KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 52 6.1.1 b Schulung städt. Mitarbeiter 6.1.2 a Kostenfreie Unterrichtsangebote für Schulen 6.1.2 b Unterstützung von Schulprojekttagen zum Klimaschutz 6.1.2 c EMAS-Zertifizierung des Schulzentrum Neureuts 6.1.2 d Energiesparprojekt mit Gewinnbeteiligung an Schulen 6.1.2 e Aktion „Fahrrad-Fehler-Fuchs“ an Schulen Privatpersonen 6.2.1 a Energiesparberatung der Stadtwerke 6.2.1 b Mobilitätszentrale 6.2.2 a Mobile Energiesparberatung der Stadtwerke 6.2.2 b Städtische Info-Veranstaltungen 6.2.2 c Mitwirkung an übergeordneten Aktionstagen 6.2.2 d Erarbeitung von Broschüren zum Klimaschutz 6.2.3 Unterstützung des AGENDA-Vereins Gewerbe 6.3 a Energieforum KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 53 Maßnahmen Allgemeines Bestandsaufnahme/Controlling Nummer 1.2.2.1 a Bezeichnung Energiecontrolling und Energiebericht Akteure Gebäudewirtschaft Beschreibung Das Energiemanagement im Amt für Gebäudewirtschaft über- wacht kontinuierlich den Energie- und Wasserverbrauch der rund 200 energieintensivsten Liegenschaften. Dadurch können Schwachstellen identifiziert und Prioritäten gesetzt werden. Personal und Finanzmittel können effektiv eingesetzt werden, bzw. die Betroffenen informiert und sensibilisiert werden (z.B. Hausmeister an Schulen). Siehe 6.1.1 a Die Ergebnisse werden alle 2 Jahre in einem ausführlichen Energiebericht dargestellt. Nummer 1.2.2.1 b Bezeichnung Umweltmanagementsystem EMAS Akteure Stadtwerke Karlsruhe Beschreibung Das Managementsystems EMAS wurde 1994 eingeführt. 1995 wurden die Stadtwerke erstmals auf Grundlage der früheren Öko-Audit Verordnung zertifiziert. Seit 2001 sind die Stadt- werke nicht nur nach der anspruchsvollsten europäischen Umweltnorm EMAS II, sondern auch nach der internationalen Umweltmanagement-Norm ISO 14001 zertifiziert. Die aktuelle Umwelterklärung stammt vom Mai 2007 und ent- hält einen Klimareport. Nummer 1.2.2.1 c Bezeichnung Umweltmanagementsystem EMAS Akteure Amt für Abfallwirtschaft Beschreibung Im Jahr 1999 wurde ein Umweltmanagementsystem (EMAS) im AfA aufgebaut. Die erste Zertifizierung durch einen unabhän- gigen Gutachter erfolgte in 2003. Die erste Umwelterklärung erschien 2003 (EMAS II). Im Ok- KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 54 tober 2007 wurde die letzte Aktualisierung veröffentlicht. Das Amt für Abfallwirtschaft verpflichtet sich zur Verhütung von Umweltbelastungen sowie zur kontinuierlichen Verbesse- rung der Umweltleistungen. Jährlich werden Verbrauchsdaten erfasst unter anderem zum Wärmeenergie-, Strom- und Trinkwasserbedarf, zur Fuhrparknutzung, den Emissionen, dem Abfallaufkommen und zum Abwasser. Mit Hilfe dieser Daten werden Umweltziele und -maßnahmen erstellt, welche im Umweltprogramm beschrieben sind. Zusätzlich ist das Amt für Abfallwirtschaft seit 2003 auch nach ISO 14001 zertifiziert. Nummer 1.2.2.1 d Bezeichnung Ökoaudit-Audit-Zertifizierung einer Schule Akteure Schülerinnen und Schüler, Eltern, Hausmeister, Lehrer, Orts- und Stadtverwaltung Beschreibung Das Schulzentrum Neureut hat sich im Oktober 2004 als Öko- schule nach EMAS auditieren lassen. Eine Umwelterklärung musste erstellt werden. Sie war Grundlage der Validierung und dokumentiert für die Öffentlichkeit den Stand des Öko-Audits mit den Umweltkennzahlen des Jahres 2003. Davon ausge- hend musste sie erklären, wie mit der Umweltpolitik, dem Umweltmanagement und dem Umweltprogramm, also der Auflistung der angestrebten Verbesserungen im kurz-, mittel- und langfristigen Bereich, die vom Schulzentrum ausgehenden Belastungen für die Umwelt vermindert werden sollen. Die nächste Revalidierung nach EMAS erfolgt 2008 Nummer 1.2.2.1 e Bezeichnung Beteiligung am European Energy Award Akteure Umwelt- und Arbeitsschutz Beschreibung Der Gemeinderat beschloss am 17.07.2007 einstimmig, dass sich die Stadt Karlsruhe am European Energy Award beteiligen wird. Der European Energy Award® ist ein Managementsystem, das ermöglicht, die Qualität der Energieerzeugung und -nutzung in der Kommune zu bewerten und regelmäßig zu überprüfen sowie Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz zu iden- tifizieren und zu erschließen. Grundlage ist ein Maßnahmen- katalog, mit dem die Kommunen systematisch erfasst und KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 55 bewertet werden. Die Kommune hat dabei freie Handlungs- möglichkeiten bei der Wahl von Prioritäten und Maßnahmen. Der EEA hat somit eine doppelte Funktion: ¾ Er ist ein Qualitätsmanagement, das alle energierelevanten Bereiche umfasst und Kenndaten liefert für den effektiven Umgang mit Energie, das Stärken und Schwächen aufdeckt, Verbesserungspotentiale identifiziert und einen Maßnah- menkatalog zur Steigerung der Energieeffizienz anbietet. ¾ Er ist ein Gütesiegel mit dem öffentlich geworben werden kann (gültig für 3 Jahre, danach ist eine Re-Zertifizierung möglich). Schritte 1. Die Zertifizierung beginnt mit einer Ist-Analyse über rund 100 Maßnahmen aus den Handlungsfelder - Entwicklungsplanung und Raumordnung - Kommunale Gebäude und Anlagen - Ver- und Entsorgung - Mobilität - Interne Organisation - Kommunikation und Kooperation 2. Auf dieser Grundlage wird ein verbindlicher Maßnahmen- plan erarbeitet, Prioritäten festgelegt und die Umsetzung der Aktivitäten in einem energiepolitischen Arbeitspro- gramm festgehalten. 3. Realisierung der Maßnahmen 4. Jährlicher Abgleich der Ist-Analyse und Anpassung des Ar- beitsprogramms. Damit werden bisherige Erfolge doku- mentiert und neue Ziele vereinbart (Internes Audit) 5. Externes Audit/ Zertifizierung: Hat die Kommune die erfor- derlichen Voraussetzungen erfüllt, kann sie die Zertifizie- rung durch den externen Auditor beantragen 6. Auszeichnung: Bei erfolgreicher Zertifizierung erfolgt die Auszeichnung mit dem "European Energy Award®" oder dem "European Energy Award GOLD®" Das Land Baden-Württemberg fördert die Teilnahme von Kommunen durch eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 8.000 €. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 56 Nationale und internationale Einbindung Nummer 1.2.2.2 a Bezeichnung Solarbundesliga Akteure Umwelt- und Arbeitsschutz Beschreibung Die Solarbundesliga ist ein Wettbewerb der Deutschen Um- welthilfe und des Bundesministeriums für Umwelt, Natur- schutz und Reaktorsicherheit, der die Gewinnung von Sonnen- energie in den teilnehmenden Gemeinden bewertet. Da der Ertrag der installierten Sonnenenergieanlagen auf die Einwohnerzahl umgelegt wird, haben es größere Städte sehr schwer, hohe Punktwerte zu erreichen, weshalb es auch für Großstädte über 100 000 Einwohner eine eigene Rangliste gibt. Selbst innerhalb dieser lassen sich deutliche Unterschiede im Vergleich von größeren und kleineren Städten erkennen, die vermutlich auf den Berechnungsmodus zurückgehen. Am Stichtag, dem 01.06.2007 nahm Karlsruhe den 14. Tabel- lenplatz ein unter 35 Großstädten über 100 000 Einwohnern, die sich beteiligt hatten. Nummer 1.2.2.2 b Bezeichnung Wettbewerb „Bundeshauptstadt im Klimaschutz“ Akteure Umwelt- und Arbeitsschutz Beschreibung Die Stadt Karlsruhe hat 2006 am Wettbewerb „Bundeshaupt- stadt im Klimaschutz“ der Deutschen Umwelthilfe teilge- nommen und belegte den 15. Platz von 31 teilnehmenden Kommunen über 100 000 Einwohnern. Der Wettbewerb war in 8 Themenbereiche unterteilt in denen insgesamt maximal 229 Punkte vergeben werden konnten. Schwerpunkte waren die Themen „Energiesparen“ (51 Punk- te), „Energieerzeugung“ (49) und „Verkehr“ (42 Punkte). Ge- ringer gewichtet wurden die Themen „Öffentlichkeitsarbeit und Beratung“ (27 Punkte), „Siedlungsgestaltung“ (20 Punk- te), „Ziele, Konzepte, Berichte“ (15 Punkte), „Forstwirtschaft und Abfallvermeidung“ (13 Punkte) und „Beteiligung und Ko- operation“ (12 Punkte). Es liegt in der Natur solcher Wettbewerbe, dass die Fragen recht allgemein gestellt werden und nicht auf lokale Situatio- nen eingehen. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 57 - zum Beispiel wird nach städtischen Förderprogrammen für Wasserkraft und Photovoltaik gefragt. Ersteres macht in Karlsruhe keinen Sinn. Letzteres wird durch das „Einspei- sungsgesetz“ abgedeckt. - zum Beispiel schlägt sich der hervorragende Stand des ÖPNV in Karlsruhe nur geringfügig in der Bewertung nie- der. - Teilweise lagen für den Wettbewerb relevante Ergebnisse noch nicht vor (Fahrradstadt). Andere Kommunen sind von diesen Unwägbarkeiten eben- falls betroffen, sodass in Anbetracht der Vielzahl der Fragen wenigstens doch ein Grobvergleich mit anderen Städten mög- lich sein sollte. Nummer 1.2.2.2 c Bezeichnung Kampagne „Cities für Climate Protection“ Akteure Umwelt- und Arbeitsschutz, ICLEI Beschreibung Beteiligung der Stadt an der "Cities for Climate Protection Campaign - The Reinforced Strategy for Europe -" ICLEI, die Initiative „Städte für den Klimaschutz“ (Internatio- nal Council for Local Environmental Initiatives) wurde 1990 gegründet. Die Stadt Karlsruhe ist seit 1993 Mitglied und schloss sich damals der zeitgleich gestarteten Kampagne „Cities for Climate Protection" (CCP) an. Anlässlich einer Konferenz europäischer Kommunen in Stock- holm im Mai 2006 wurde die Kampagne erneuert, präzisiert und verstärkt. Für eine Verringerung des Treibhauseffektes auf kommunaler Ebene werden mehrere Themenfelder (Energie, Stadtplanung, Mobilität, Wasser und Abfall) und fünf Weg- marken genannt: 1 Bestandsaufnahme und Prognose der Hauptquellen der Treibhausgase vornehmen und die Belastungen der erwar- teten Klimaveränderungen abschätzen. 2 Sollvorgaben für die Verringerung der Emissionen machen und Anpassungsstrategien aufzeigen 3 Einen Handlungsplan für kurz, mittel- und langfristige Maßnahmen entwickeln und umsetzen. Er soll Strategien und Maßnahmen sowohl für die Verringerung der Emissio- nen als auch für die Anpassung an Klimaveränderungen enthalten. 4 Umsetzung dieses Handlungsplans und seiner Maßnahmen KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 58 5 Überwachung und Bericht über die Entwicklung der Emis- sionen und der Umsetzung der Maßnahmen des Hand- lungsplans. Jede Kommune, die sich diesen Zielen verpflichtet, erhält den Status „CCP City of Ambition“ auf fünf Jahre. Damit verbun- den ist die Verwendungsmöglichkeit eines Logos, der Präsen- tation in einer besonderen Website einschließlich Link von dort zu einer selbst gestalteten Website zum Thema. Es wird ausdrücklich anerkannt, dass jede Kommune, trotz der Verpflichtung, selbst ihre Zielsetzungen und das Tempo der Umsetzung bestimmt. Insofern handelt es sich um eine freiwil- lige Selbstverpflichtung. Der Gemeinderat befürwortete den Beitritt zu dieser Kam- pagne in der Sitzung am 27.03.2007 einstimmig. Nummer 1.2.2.2 d Bezeichnung Unterzeichnung der „Stockholm Impulse Declaration“ Akteure Umwelt- und Arbeitsschutz, ICLEI Beschreibung Gleichzeitig mit dem Beitritt zur „Cities for Climate Protecti- on“-Kampagne beschloss der Gemeinderat die Unterzeich- nung der Stockholm Impulse – Declaration Übersetzung : Wir, die Vertreter der europäischen Städte, befürworten den Stockholm Impulse, der während der Konferenz „Eine Zukunft ohne CO 2 -Emissionen“ in Stockholm 2006, vorgestellt wurde und ¾ stimmen zu, dass die Aktivitäten zur Verringerung der Treibhausgase verstärkt werden müssen, unter Einbezie- hung zahlreicher Akteure und in verschiedenen Maßnah- menbereichen und dass die Kommunen bei diesen An- strengungen voranschreiten sollten. ¾ anerkennen, dass die Verringerung des Klimawandels, wie auch die Anpassung daran wichtig sind und dass ein umfangreicher Maßnahmenplan auf lokaler Ebene entwi- ckelt werden soll, um die Widerstandskraft in den Kommu- nen zu erhöhen. ¾ ermutigen deshalb zur Entwicklung anspruchsvoller oder radikaler Ziele für Strategien zur Milderung des Klimawan- dels, als auch der notwendigen Anpassung daran, und mehr Städte „Cities of Ambition“ zu werden. ¾ erklären uns bereit, eine führende Rolle bei der Verrin- KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 59 gerung der Treibhausgas-Emissionen zu übernehmen und aktiv dem Klimawandel und dessen Folgen entgegen zu wirken, beziehungsweise und sich daran anzupassen, durch Strategien und Maßnahmen auf folgenden Feldern: • Nachhaltige Energie (Verbrauchsminderung, Energieef- fizienz, erneuerbare Energien) • Stadtplanung/ Flächennutzungsplanung • Verkehr (öffentlicher Nahverkehr, schadstoffarme Fahr- zeuge, Stauvermeidung) und • Abfallwirtschaft ¾ anerkennen, dass die Einführung der erweiterten Kam- pagne „Städte für den Klimaschutz“ eine einmalige Gele- genheit für Kommunen darstellt, ihre Zielsetzungen zu verbessern und die Verringerung der Emissionen voranzu- treiben. ¾ erklären uns bereit, die Kampagne „Städte für den Kli- maschutz“ zu unterstützen, da sie den Einfluss der Städte auf den Schutz des Klimas und der Umwelt stärkt und un- sere Absicht darlegt, auf den Resultaten der bisherigen Kampagne mit dem ICLEI-Sekretariat Europa aufzubauen. Stadtplanung und Grundstücksverkehr, Waldbewirtschaftung Nummer 2 a Bezeichnung Klimagerechte Bauleitplanung Akteure Stadtplanungsamt Beschreibung Klimagerechte Festsetzungen in Flächennutzungsplan und Landschaftsplan (zum Beispiel Offenhaltung frischluftwirksa- mer Windsysteme, Schutz klimaaktiver Kaltluftentstehungs- gebiete, Erhalt regionaler Grünzuge und Siedlungszäsuren) und Bebauungsplänen (zum Beispiel Festsetzungen zur Flä- chenversiegelung, Dach- und Fassadenbegrünung; Gebäude- ausrichtung, Dachneigungen, Durchlüftung). Nummer 2 b Bezeichnung Hoher energetischer Standard von städtischen Neubauten Akteure Hochbauamt Beschreibung Erreichung eines hohen energetischen Standards im Rahmen der Vorgaben der Bauleitplanung: • Gebäudeorientierung (wenn nicht durch Bebauungsplan KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 60 oder im Bestand vorgegeben): Hauptnutzflächen nach Sü- den oder Westen zur Nutzung solarer Energien, Neben- räume nach Norden • Belichtung und Belüftung: natürliche Belichtung und Be- und Entlüftung und wettergeschützte Querlüftung zur nächtlichen Auskühlung • Ausführung der Flachdächer: Flachdächer oder leicht ge- neigte Dächer erhalten eine Dachbegrünung • Bauweise/ Materialien: Verwendung von massiven Bautei- len als Speichermasse, (möglichst keine Leichtbauweise we- gen Barackenklima), Verwendung von umweltfreundlichen Materialien • Sommerlicher Wärmeschutz: Feststehender oder flexibler außen liegender Wärmeschutz Nummer 2 c Bezeichnung Energieeffizienzkriterien im Bebauungsplan 50 Morgen Akteure Vermessung, Liegenschaften, Wohnen Beschreibung In den jeweiligen Kauf- bzw. Erbbauverträgen wurde/wird ge- regelt, dass die Häuser entweder in Passiv-Energie-Bauweise erstellt werden oder an das Nahwärmenetz (Biomasse- Heizzentrale Deponie Ost) angeschlossen werden müssen. Nummer 2 d Bezeichnung Energieeffizienzkriterien beim Verkauf städtischer Bau- grundstücke Akteure Vermessung, Liegenschaften, Wohnen Beschreibung Die Vergabe städtischer Baugrundstücke ist an die Pflicht zur Erfüllung ökologischer Auflagen gebunden (Beschluss des Ge- meinderates vom Februar 2006). Die Erwerber/ Erbbauberech- tigte eines städtischen Bauplatzes verpflichten sich vertraglich, ihr Bauvorhaben nach den Vorgaben des Bebauungsplans und der „Anforderungsliste – Ökologisch orientiertes Bauen“ zu errichten. Unter anderem wird vereinbart, dass die Höchstwerte der je- weils gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV) eingehalten werden. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 61 Nummer 2 e Bezeichnung Wohndichteerhöhung im Einzugsbereich von ÖPNV- Haltestellen Akteure Stadtplanungsamt Beschreibung Dichtemodell, Funktionsmischung, Nahversorgung: Wohndich- teerhöhung im Einzugsbereich von ÖPNV-Haltestellen Nummer 2 f Bezeichnung Erweiterung und Verbesserung des Radwegenetzes Akteure Stadtplanungsamt, Bürgerservice und Sicherheit, Tiefbauamt, Polizeipräsidium, Allgemeiner Deutscher Fahrradclub., Ver- kehrsclub Deutschland Beschreibung Das alte Radwegnetz der Stadt Karlsruhe, zuletzt Anfang der 90er Jahre aktualisiert, muss an neue Gegebenheiten ange- passt werden. Seitdem sind neue Wohngebiete wie die Nord- stadt oder Karlsruhe-Südost entstanden, neue Arbeitsplatz- oder Besucherschwerpunkte wie der Technologiepark oder die Neue Messe. Gleichzeitig haben Straßen wie der Zirkel oder die Durlacher Allee an Bedeutung für den Kfz-Verkehr verlo- ren, und durch Änderungen in der Straßenverkehrsordnung ist es Radfahrern erlaubt, viele Einbahnstraßen in Gegenrichtung zu befahren. Von Herbst 2004 bis Herbst 2005 arbeitete eine Arbeitsgruppe diese Aspekte in das Radnetzkonzept ein. Ziel des Konzeptes ist es, alle Stadtteile gut an die Innenstadt anzubinden und auch die Stadtteile untereinander zu verbinden. Dazu wurden Routen gesucht, die zusammenhängend, zügig und sicher be- fahrbar sind. Gleichzeitig sollten sie eine hohe Erschließungs- und Umfeldqualität aufweisen (Cityrouten). Erforderlich sind bauliche Maßnahmen und Beschilderungen, Markierungen. Jährlich stehen dafür 1,3 Mio. €zur Verfügung. Stand: Cityrouten Nord und Süd sind fertiggestellt, die Route Knielingen-Innenstadt befindet sich im Bau. Nummer 2g Bezeichnung Naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes Akteure Vermessung, Liegenschaft, Wohnen (Forst) Beschreibung Die nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung des Waldes und die flächenmäßige Erhaltung hat große Bedeutung für den Klimaschutz in Karlsruhe. Durch einen Anstieg des Holz- vorrates von 249 Vorratsfestmeter (VFM) in 1987 auf 316 VFM KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 62 in 1997 und 340 VFM in 2007 hat die CO 2 -Bindung deutlich zugenommen. Überschlägig wurden dadurch 160.000 to CO 2 gebunden (Datenbasis: Forsteinrichtungen). Zudem liefert der Wald den umweltfreundlichen Rohstoff Holz, dessen Verwendung als langlebige Holzprodukte klima- schädliches CO 2 speichert und dessen Verbrennung nur so viel CO 2 freisetzt, wie es aufgenommen hat. Zudem werden fossile Energien eingespart. Der Stadtwald ist nach PEFC-zertificiert (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) Energieeffizienz und effiziente Energiebedarfsdeckung Energieerzeugung und Umwandlung Nummer 3.1. a Bezeichnung Fernwärme-Auskopplung aus RDK 7 Akteure Stadtwerke Karlsruhe, Energie Baden-Württemberg Beschreibung Basierend auf einem Kooperationsvertrag mit der (damaligen) Badenwerk AG wird seit Ende 1992 Fernwärme aus Block 7 des Rheinhafen-Dampfkraftwerks in das Fernwärmenetz der Stadt- werke eingespeist. Über die etwa 4 km lange Verbindungslei- tung zwischen RDK 7 und dem Heizkraftwerk West wird seit- her im Kraft-Wärme-Kopplungs-Betrieb erzeugte Wärme mit einer Leistung von bis zu 220 MW thermisch bezogen. Hier- durch wurde nach und nach bis 1997 die Erzeugung in einem zwischenzeitlich umgerüsteten Kohle- bzw. Schwerölkesseln des Heizkraftwerks West substituiert. Der Bezugsanteil liegt bei ca. 75 %. Die Eigenerzeugung erfolgt überwiegend auf Basis von Erdgas und soweit möglich in Kraft-Wärme- Kopplung. Nummer 3.1 b Bezeichnung Übernahme des Staatlichen Fernheizwerks am Ahaweg und Umstellung auf Heizwasserversorgung Akteure Stadtwerke Karlsruhe, Land Baden-Württemberg (Vertrags- partner) Beschreibung Mit Wirkung ab 1. Oktober 1995 übernahm die Stadtwerke Karlsruhe GmbH die Wärmeversorgung der bisher vom Staatli- chen Fernheizwerk am Ahaweg belieferten Gebäude im Be- reich rund um das Karlsruher Schloss. Die bislang mit Heiz- dampf versorgten Gebäude wurden hierzu an das (Heizwasser) Fernwärmenetz der Stadtwerke angeschlossen. Das Fernheiz- KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 63 werk, in welchem bis 1998 noch Kohle verfeuert wurde, liefert seit Herbst 2003 ausschließlich Fernwärme aus zwei modernen Gaskesseln. Nummer 3.1. c Bezeichnung Abwärmenutzung im Fernwärmenetz der Stadtwerke Akteure Stadtwerke, Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) Beschreibung Die MiRO und die Stadtwerke Karlsruhe haben im Dezember 2006 die Eckpunkte einer Zusammenarbeit vereinbart, um ü- berschüssige Niedertemperatur-Abwärme aus den Raffinerie- prozessen für die Fernwärmeversorgung der Stadtwerke nutz- bar zu machen. Hierfür ist auf dem Raffineriegelände der Bau von Wärmetauschern notwendig. Diese Wärme soll nach ers- ten Planungen durch eine neue, etwa fünf Kilometer lange Transportleitung zum Heizkraftwerk West transportiert und dort in das Fernwärmenetz der Stadtwerke eingespeist wer- den. Eine Wärmeleistung von rund 40 MW thermisch kann nach einer jüngeren Untersuchung allein im Werk 2 der MiRO für die Fernwärmeversorgung nutzbar gemacht werden. Nach der Genehmigungsphase soll die große Fernwärmetrans- portleitung bis 2010 gebaut werden. Bis dahin sollen in den Jahren 2009 und 2010 die notwendigen Wärmetauscher auf dem Raffineriegelände installiert werden. Nummer 3.1 d Bezeichnung Nahwärmeversorgung in Wohn-/Sanierungs- und Neubauge- bieten (einschließlich Objektversorgung) Akteure Karlsruher Energieservice GmbH (KES) Beschreibung Nahwärmeversorgung in Wohn-/Sanierungs- und Neubauge- bieten (einschließlich Objektversorgung): Durch die gekoppelte Stromerzeugung in den BHKW ergibt sich durch den vermiedenen Primärenergieeinsatz im Kraft- werk (Wirkungsgrad KW-Mix 35 %) seit 2006 eine Primärener- gieeinsparung von 14.300 MWh pro Jahr. Nummer 3.1. e Bezeichnung Fernwärmeversorgung eines Nahwärmesystems Akteure Karlsruher Energieservice GmbH (KES), Beschreibung Das Konversionsgebiet Smiley West erhält die Nahwärmever- sorgung aus dem Fernwärmenetz, ebenso Neureut-Kirchfeld KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 64 Wärme- und Klimatisierungsbedarf in städtischen Gebäuden Nummer 3.2 a Bezeichnung Energetische Sanierung städtischer Wohngebäude Akteure Volkswohnung Beschreibung Seit 1991 werden im Mittel 10,2 Wohngebäude der Volks- wohnung jährlich saniert (Gesamtbestand 1991: 435 Gebäude), seit 1995 mit einem gehobenen Sanierungsstandard, der unter den Standards nach Wärmeschutzverordnung (WSV) 95 bezie- hungsweise Energieeinsparverordnung (EnEV) 2002 liegt. Aufwand circa 150 Mio.€. 1991 bis 2005: 143 Gebäude Sanierungsrate voraussichtlich gleichbleibend; derzeit 43 % der 435 Gebäude der Volkswohnung saniert. Bisheriges Ergebnis der Sanierungsmaßnahmen (vorläufige Schätzung, Check erfolgt 2007/08 im Zuge der Erstellung der Energieausweise) : Entwicklung des Primärenergieeinsatzes (in MWhPE/a) in den Wohngebäuden der Volkswohnung 1980 bis 2005 (Schätzung auf Basis der NK-Abrechnungen bzw. typischer verbrauchwer- te der Gebäude): (Die Prognose erfolgte unter der Annahme, dass die Sanierun- gen bis 2020 wie bisher weitergeführt werden und dass deut- liche Energieeinsparungen und Energieträgersubstitutionen möglich sind: Ersatz aller Ölheizungen, Kohleeinzelheizungen, Gasetagenheizungen durch Fernwärme, Nahwärme oder Gas- zentralheizungen; Nahwärme teils mit KWK, teils mit Abwär- me (MiRO) und teils mit Biomasse betrieben). 1980 1991 2005 2020 (Progno- se) Gas- Etagenheizung MWhPE/a 64.175 28.098 9.687 0 Gas- Heizzentrale MWhPE/a 27.496 26.297 29.496 22.000 FW MWhPE/a 74.704 45.650 41.142 32.000 Öl-Heizzentrale MWhPE/a 12.433 7.711 5.608 0 Kohle- Einzelöfen MWhPE/a 63.580 55.835 47.250 0 Biomasse MWhPE/a 0 0 0 6.000 MWhPE/a 242.388 163.592 133.182 60.000 Eingesparte fossile Energieträger von 1980 bis 2005: Circa 109.000 MwhPE/a KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 65 Nummer 3.2 b Bezeichnung Modernisierung veralteter Heizungs- und Lüftungsanlagen Akteure Gebäudewirtschaft Beschreibung Zum Beispiel Austausch alter Heizkessel und zentraler Lüf- tungsinstallationen und Klimakomponenten, Optimierung der Wärmeverteilsysteme, Wärmedämmung der Verteilsysteme und der Armaturen, Sanierung kompletter Anlagensysteme, Einsatz von dynamischen Strangregulierventilen, hydraulischen Abgleich in Heizungssystemen durchführen, Einsatz von Wär- merückgewinnungsanlagen, Verbesserungen an regelungs- technischen Anlagen Beispiel: Badnerlandhalle 2001: Sanierung der Wärmeerzeu- gung und Kamin, Optimierung der Mess- Steuerung und Re- geltechnik (MSR), und Heizungsverteilung Investitionen: 155.000 € Eingesparte Wärme: 450 MWh = 30 % Amortisation nach 9,1 Jahren Nummer 3.2 c Bezeichnung Energetische Verbesserungen an der Gebäudehülle Akteure Gebäudewirtschaft Beschreibung Die Fachleute in der Gebäudewirtschaft aus dem Bereich Bau, nehmen kontinuierlich energetische Verbesserungen an den städtischen Gebäuden vor. Zum Beispiel Fenstererneuerung, Fassadendämmung, Dämmung der obersten Geschossdecke, Dachdämmung, Sonnenschutz, Beachtung der Kriterien zum solaren Bauen, um möglichst wenig Fremdenergie für das Ge- bäude zu benötigen. Umgesetzte Beispiele: • Carl-Benz-Schule Wettersbach mit Turnhalle: Sanierung und Dämmung der Flachdächer • Eichelgartenschule: Fenstererneuerung • Grund- und Hauptschule Grötzingen: Sanierung und Däm- mung des Flachdaches • Werner-von-Siemens-Schule I: Fenstererneuerung • Hebelschule: Fenstererneuerung • Kiga Rhode-Island-Allee: Fassadendämmung • Anne-Frank-Schule: Fassaden- und Dachdämmung • Europäische Schule: Fassadendämmung KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 66 Nummer 3.2 d Bezeichnung Umstellung der Gebäudeheizung auf emissionsärmere Bereit- stellung der Raumwärme Akteure Gebäudewirtschaft, Stadtwerke, Karlsruher Energieservice GmbH (KES) Beschreibung Zum Beispiel: • Energiekonzept Stupferich mit Gemeindezentrum, Schule und Feuerwehr.--> zentrale Erdgasversorgung mit Nahwär- mekonzept • Carl-Benz-Schule Wettersbach --> Umstellung von Öl auf Erdgas-Brennwerttechnik • Schulzentrum Neureut: Ersatz der Erdgasheizung durch mo- dularen Aufbau von Gas-Brennwertkesseln in Zusammen- hang mit einer Verbesserung der Hydraulik. • Friedrich-Ebert-Schule: Einbau von Gas-Brennwerttechnik in Zusammenhang mit einer Verbesserung der Hydraulik Schulzentrum Südwest: Ersatz des Erdgaskessels durch ein BHKW seitens KES, über das die Schule und die Wohnblocks der Volkswohnung mit Wärme versorgt werden. Nummer 3.2 e Bezeichnung Energetische Verbesserungen in sanitärtechnischen Anlagen Akteure Gebäudewirtschaft Beschreibung Es werden kontinuierlich auch energetische Verbesserungen an der Sanitärtechnik städtischer Gebäude vorgenommen, zum Beispiel Optimierung der Bereitstellung von Warmwasser und deren Verteilsysteme. Warmwasser nur in den erforderli- chen Mengen bereitstellen, Einbau von Trockenurinalen bzw. Spülkästen mit Spartaste, Einbau von Wasserspararmaturen. Nummer 3.2 f Bezeichnung Klinikum: Modernisierung veralteter Heizungs-, Kälte- und Lüftungsanlagen Akteure Klinikum Beschreibung • Haus C - Chirurgische Operationsräume: Erneuerung der Ventilatoren; Umbau der Mess- Steuerung und Regeltechnik (MSR) auf Mikroprozessor (DDC- Regelung); Austausch der Volumenstromregler und Opti- mierung der Volumenströme KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 67 Durch die Erneuerung von Anlagenteilen und die dadurch optimierte Betriebsweise (z.B. Anpassung des Volumenstro- mes an die Nutzungsverhältnisse) wurde der Wärme- und Kälteverbrauch reduziert. • Haus C - Ambulantes OP-Zentrum: Eliminierung alter Raumlufttechnik-Anlagen und Umschluss auf bestehendes RLT-System der chirurgischen Operations- räume, dadurch sind diese Luftmengen über ein Wärme- rückgewinnungssystem energetisch optimiert. Kompletter Aufbau eines neuen Luftkanalsystems in diesem Bereich inkl. Volumenstromregler und dazugehöriger MSR-Technik. Inbe- triebnahme 2005 • Haus D: Sanierung der Fernwärmeübergabestation und der Heiz- kreispumpen. Umbau 2005 • Haus E: Erneuerung der Wärmeverteilung (Heizkreispumpen) und kompletter Austausch der MSR-Technik. Umbau 2007. Teil- weise Erneuerung der Raumlufttechnischen Anlagen, die nun auch über eine Wärmerückgewinnung verfügen, da- durch auch Erneuerung der MSR-Technik in diesem Bereich. Umbau 2007-2008 • Haus F: Bei den Kältemaschinen, die zur Kühlung der Lebensmittel dienen, wurde die Rückkühlung von Wasser auf Luft umge- stellt. Somit konnte der Wasserverbrauch reduziert werden. Umbau 2006 • Haus G: Aufstellung eines neuen leistungsfähigen Hochdruckdampf- kessels zur Versorgung der Wäscherei, der Küche, der Zent- ralsterilisationsanlage und der Luftbefeuchtung in Raum- lufttechnischen-Anlagen. Dadurch Stilllegung alter Dampf- kessel. Umbau 1999 • Haus L: Optimierung der RLT-Technik für den Operations-Bereich incl. MSR-Technik. Umbau 2006 • Haus T: Einbau eines Optimierers zur Wärmerückgewinnung und zur Einsparung des Wassers der Waschstraßen bzw. - maschinen. Inbetriebnahme 2007 KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 68 Nummer 3.2 g Bezeichnung Klinikum: Energetische Verbesserungen in sanitärtechnischen Anlagen Akteure Klinikum Beschreibung • Rückbau der Warmwasserversorgung in nicht notwendigen Bereichen. Ab 2004 • Optimierung der Leitungsführung, unter energetischen und hygienischen Aspekten. Ab 2004 • Haus G: Erneuerung einer zentralen Warmwasserbereitung. Energetische und hygienische Optimierung, da das Speicher- volumen der Boiler drastisch reduziert wurde. Umbau 2005 • Haus T: Erweiterung der Warmwasserbereitung, Anbindung nahe liegender Gebäude um dadurch kürzere Versorgungs- wege zu erhalten. Trennung der Verbindung zum Haus G. Umbau 2006 Nummer 3.2 h Bezeichnung Klinikum: Energetische Verbesserungen an der Gebäudehülle Akteure Klinikum Beschreibung • Haus D: Erneuerung des Flachdaches vom Bettentrakt. Um- bau 2005 • Haus Y: Erneuerung des Flachdaches der Schule für Pflege- berufe. Umbau 2006 • Erneuerung der Fenster. Wärme- und Klimatisierungsbedarf in Privatgebäuden Nummer 3.2 i Bezeichnung Stadtsanierung Akteure Stadtplanungsamt Beschreibung In sechs Sanierungsgebieten werden u. a. folgende CO 2 -rele- vante Maßnahmen gefördert: • Austausch veralteter Heizsysteme • Anschluss an leitungsgebundene Energieversorgung • Einbau von Wärmeschutzverglasung • Wärmedämmung Künftig ist auch die Förderung solarthermischer Anlagen und eventuell geothermischer Anlagen denkbar. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 69 Nummer 3.2 j Bezeichnung Förderprogramme Erdgaszentralheizung Akteure Stadtwerke Karlsruhe Beschreibung Seit 2006: Für die Umstellung von einem anderen Energieträ- ger auf eine Erdgaszentralheizung bieten die Stadtwerke min- destens 250 € bis maximal 1000 € pro Anlage. Jede eingespar- te Tonne Kohlendioxid wird mit 6 € vergütet. Nummer 3.2 k Bezeichnung Förderprogramme Heizpumpen Akteure Stadtwerke Karlsruhe Beschreibung Die Stadtwerke fördern in einem Sonderprogramm seit 2007: Elektrisch geregelte Heizungspumpen mit 50 € Sonderprogramm: 20.000 € (mit Erdgasherden und Erdgas- Steckdosen) Nummer 3.2 l Bezeichnung Förderaktion Optimierung der Gasheizung Akteure Stadtwerke, Innung für Sanitär, Heizung und Klima Beschreibung Die Stadtwerke bieten zusammen mit der Karlsruher Innung für Sanitär, Heizung und Klima einen Heizungs-Check zum Sonderpreis von 20 € an. Dabei nehmen Installateure von Fachfirmen die Heizungsrege- lung bei Erdgaskunden der Stadtwerke in der Fächerstadt und in Rheinstetten unter die Lupe und geben Tipps zu deren Op- timierung. • Sind die Zeitschaltuhr und die Schaltzeiten richtig einge- stellt? • Ist die Heizkennlinie optimal abgestimmt und was bewir- ken Veränderungen an der Einstellung? • Wie wirken Kesselregelung, Raumthermostat-Steuerung und Heizkörper-Thermostatventile zusammen? • Welche Einstellungen sind besonders energiesparend? Die Stadtwerke bezuschussen diesen Heizungs-Check im Akti- onszeitraum mit 15 € und übernehmen somit fast die Hälfte der regulären Kosten. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 70 Strombedarf in und von Gebäuden Nummer 3.3 a Bezeichnung Energetische Verbesserungen an den elektrischen Anlagen Akteure Gebäudewirtschaft Beschreibung Die Fachleute in der Gebäudewirtschaft aus dem Bereich Elek- trotechnik und Maschinentechnik nehmen kontinuierlich auch energetische Verbesserungen in den städtischen Gebäuden vor. Z.B. Berücksichtigung energiesparender Antriebe, Einsatz energiesparender Beleuchtungssysteme und intelligenter Be- leuchtungssteuerung. Regelmäßige Untersuchungen von tech- nischen Neuerungen und Prüfung von Umsetzungsmöglichkei- ten in den städtischen Gebäuden. Nummer 3.3 b Bezeichnung Kläranlage: Optimierung des Stromverbrauchs Akteure Tiefbauamt Beschreibung Verfahrenstechnische Optimierungen, wie der Austausch von Kreiselbelüftern durch energiesparende feinblasige Druckluft- belüftungen, bieten ein Einsparpotenzial von weit über 200 000 kWh/a. Abschluss voraussichtlich 2012 Nummer 3.3 c Bezeichnung Frühere Förderprogramme Akteure Stadtwerke Karlsruhe Beschreibung Bemerkungen: frühere Programme waren Förderung von Brennwert-Heizkesseln, Wärmebild-Aufnahmen und Gebäu- depass, Photovoltaik-Anlagen für Schulen, Renovieren und Modernisieren Nummer 3.3 d Bezeichnung Klinikum: Erneuerung der Beleuchtung Akteure Klinikum Beschreibung • Zug um Zug wird die veraltete Beleuchtung in den Gebäu- den erneuert. Durch den Austausch kommen energiespa- rendere Leuchtmittel zum Einsatz. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 71 • In den vergangenen Jahren wurde die gesamte Außenbe- leuchtung erneuert. Es werden jetzt Natriumdampfleucht- mittel eingesetzt. • Die Leuchtmittel für die Flugbefeuerung wurden zum Teil durch LED-Leuchtmittel ersetzt. Straßen- und Verkehrsbeleuchtung Nummer 3.4 a Bezeichnung Einsatz von LED-Leuchtmitteln in Signalanlagen Akteure Tiefbauamt, Siemens AG / Stadtwerke Beschreibung Februar 2007 bis Mitte 2008: Austausch der herkömmlichen Leuchtmittel in Signalanlagen (Ampeln) gegen Strom sparende und wartungsarme LED- Leuchtmittel. (230 Volt / 10 Volt Lampentechnik gegen LED-Leuchtmittel) Investitionen: 1.060.000 € Einsparung /Jahr: Ca. 192.000 €/ Jahr Einsparung Stromkosten ca. 102.400 € / Jahr Einsparung Wartungskosten ca. 100.100 € / Jahr Nummer 3.4 b Bezeichnung Straßenbeleuchtung Akteure Tiefbauamt , Stadtwerke, Stadtplanungsamt Beschreibung Die Stadtwerke, Stadtplanungsamt und Tiefbauamt erstellen ein Jahresprogramm für die jeweiligen Neubau- und Umbau- maßnahmen. Alte Quecksilberdampflampen (in der Regel älter als 4 Jahre) werden routinemässig durch moderne Natrium- dampflampen ersetzt. Der Stromverbrauch reduziert sich da- durch teilweise um mehr als 50 % und die Brenndauer erhöht sich auf bis zu 20.000 Stunden. So wurden in den letzten Jahren (1999 - 2006) allein in den Höhenorten 1700 Leuchten ausgetauscht. Diese waren mit 2 x 80 W Quecksilberdampflampen bestückt. Die modernen Natri- umdampflampen mit Spiegeloptik haben nur noch eine Leis- tung von 70 W. Im übrigen Stadtgebiet werden jährlich etwa 200 Leuchten ersetzt. Hierbei wird der Anschlusswert meist von 80 W auf 50 W reduziert. Im Tunnel am Schlossplatz (Schlossgarage) wurden 700 Leuchtstofflampen abgebaut und durch 130 Leuchten mit Natriumdampflampen ersetzt und ei- KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 72 ne moderne Lichtsteuerung eingebaut. Der Anschlusswert wurde von 45 KW auf 30 KW reduziert. Obwohl sich die Anzahl der Leuchten um 2 % erhöht hat (von 2000 auf 2006), ist der Stromverbrauch um rund 10 % gesun- ken. Laufende Kosten Jahr: Ca. 125.000 € Nummer 3.4 c Bezeichnung Gesamtstädtischer Lichtplan Akteure Stadtplanungsamt Beschreibung Konzept zur Umstellung von rund 80 städtischen Gebäuden und Plätzen auf energieeffiziente Beleuchtung unter Berück- sichtigung gestalterischer Aspekte. Soll bis 2015 realisiert sein. Regenerative Energien allgemein Allgemein Nummer 4 a Bezeichnung Regenerativstrom-Angebot „natuR“ und „natuRplus“ Akteure Stadtwerke Beschreibung Umweltbewussten Stromkunden bieten die Stadtwerke be- sondere Stromtarife an (Angebot „R plus“ bis Herbst 2007, dann Markteinführung der Folgeprodukte „natuR“ und „na- tuRplus“): • NatuR Plus (alter Name R plus): Über 1.700 Kunden der Stadtwerke fördern bereits mit ei- nem Aufschlag von vier Cent auf den Strompreis ( auf eine selbst bestimmte Strommenge) den Ausbau der regenerati- ven Energieerzeugung in der Fächerstadt. Den Aufschlag verwenden die Stadtwerke zweckgebunden für den Bau o- der die Beteiligung an regenerativen Energieerzeugungsan- lagen. Die korrekte Verwendung der Einnahmen wird re- gelmäßig von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsge- sellschaft bescheinigt. Aus den Aufschlägen wurden bislang ca. 170.000 € in Anlagen zur Nutzung regenerativer Energie investiert. Rund 1700 Kunden, 1,7 Mio. kWh/a • NatuR Stromlieferung zu 100 % aus erneuerbaren Energien (zerti- fiziert, überwiegend aus Wasserkraft). KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 73 Solarwärme Nummer 4.1 a Bezeichnung Thermische Solarabsorberanlagen in Freibädern Akteure Bäderbetriebe Beschreibung Einbau von Solarabsorberanlagen in Freibädern als Ersatz für die mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizungsanlagen. Freibad Wolfartsweier (seit 1993): 363 m² Freibad Rüppurr (seit 1996): 1190 m² Rappenwörtbad Mehrzweckbecken 2 und Planschbecken (seit 1996): 722 m² Investitionen: 150 000 € Nummer 4.1 b Bezeichnung Thermische Solaranlage auf Dienstgebäude Ottostraße; Wär- mecontracting Akteure Stadtwerke, Amt für Abfallwirtschaft Beschreibung Die Stadt Karlsruhe betreibt im Rahmen eines Wärmecontrak- tingvertrages mit den Stadtwerken seit 1998 eine thermische Solaranlage auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes des Am- tes für Abfallwirtschaft in der Ottostraße. Die 67 Quadratme- ter große Kollektorfläche liefert einen Jahresenergieeintrag von rund 30.000 kWh. Vor allem in den Sommermonaten wird dies für die Erwärmung des Brauchwassers, zum Beispiel für die Duschen der Müllmänner genutzt. Die alte Heizanlage wurde durch eine energiesparende Erdgas-Brennwert- Kesselanlage ersetzt; Einspareffekt: durchschnittlich 100.000 Liter Heizöl pro Jahr. Beide Maßnahmen bewirken eine CO 2 - Minderung von jährlich rund 400 Tonnen. Nummer 4.1 c Bezeichnung Förderprogramm für thermische Solaranlagen Akteure Stadtwerke Beschreibung Die Stadtwerke fördern seit 1993 thermische Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung und für die Heizungsunterstüt- zung. Für Anlagen mit einer Kollektorfläche von bis zu 6 Quadratmetern gibt es 500 € Zuschuss und für jeden weiteren Quadratmeter 50 € zusätzlich, bis max. 1.000 €. 2002: ca. 140.000 € KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 74 2003: ca. 200.000 € 2004: ca. 110.000 € 2005: ca. 150.000 € 2006: ca. 200.000 € Das Förderprogramm wird auch in den nächsten mit einem Volumen von etwa 125.000 € pro Jahr fortgesetzt. Nummer 4.1 d Bezeichnung Erneuerbare Energien an der Oberwaldschule Akteure Gebäudewirtschaft Beschreibung In der Oberwaldschule sind eine solarthermische Anlage, eine Photovoltaikanlage und ein Windrad installiert. Die thermische Solaranlage mit 3 m² erwärmt das Duschwasser der Turnhalle. Die PV-Anlage hat eine Leistung von 1,3 kWp, das Windrad eine Leistung von 750 W. Solarstrom Nummer 4.2 a Bezeichnung Photovoltaik-Initiative Akteure Stadtwerke Karlsruhe, SunTechnics GmbH; künftig weitere An- lagenbau-Unternehmen Stadtwerke-Regenerativ-Verwaltungs-GmbH Beschreibung Seit Mai 2005: Mit einer umfassenden Initiative, die Beratung, Planung und Betriebsführung beinhalten kann, wollen die Stadtwerke Karlsruhe gemeinsam mit Marktpartnern die Pho- tovoltaik in Karlsruhe voranbringen. Mit unterschiedlichen Bausteinen sollen die verschiedenen Interessengruppen ange- sprochen werden • „PV PRIVAT“: PV-Anlagen für das Eigenheim zu günstigen Konditionen, Kooperation mit Anlagenbauer Ö “Festpreis- angebot”, Finanzierungsangebot Karlsruher Banken • „PV GEWERBE“: Angebot für Gewerbetreibende, bis ca. 50 kWp, Beratung bei Planung und Ausschreibung, Betriebs- führung • „PV PROFI“: Dienstleistung für den “industriellen” Interes- senten zum Beispiel für Mitarbeiter- Beteiligungsanlagen: analog PV-MEGA • „PV MEGA“: Bau und Betrieb großer Beteiligungsanlagen, Projektierung und Errichtung der Anlage durch Stadtwer- ke, Verkauf an Projektgesellschaft und Betriebsführung KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 75 Hohe Resonanz seitens der Kunden: In zwei Jahren rund 300 Beratungen von Privatleuten, Vermittlung von rund 50 priva- ten Anlagen, über 170 Privatpersonen am Solarpark I beteiligt. Solare Stromerzeugungskapazität binnen zwei Jahren vervier- facht. Nummer 4.2 b Bezeichnung Solarpark I Akteure Stadtwerke Karlsruhe GmbH, SWK-Regenerativ-Verwaltungs-GmbH SWK-Regenerativ-GmbH & Co. KG – Solarpark I Beschreibung An der Beteiligungsgesellschaft SWK-Regenerativ GmbH & Co. KG - Solarpark I sind über 170 Privatpersonen mit rund 60 % des Eigenkapitals von rund 2 Mio. € beteiligt. Die Stadt Karls- ruhe hält ca. 26 %, die Stadtwerke Karlsruhe GmbH halten rund 14 % der Anteile. Insgesamt wurden rund 4 Mio. € inves- tiert. Der Solarpark I besteht aus 10 großen Photovoltaikanla- gen mit einer Gesamtleistung von rund 840 kWp. Standorte: Deponie West (432 kWp), Hochschule Karlsruhe-Technik & Wirtschaft, 3 Anl. (129 kWp), Walter-Eucken-Schule (35 kWp), Stadtwerke Bau 13 (19 kWp), Klinikum Gebäude D (49 kWp), Europäische Schule (63 kWp), Verkehrsbetriebe Karlsruhe, 2 Anlagen (109 kWp) Der Solarpark I erzeugte in 2006 672 MWh Strom. Mit den erst zum Jahresende 2006 fertig gestellten Anlagen wird der So- larpark künftig mindestens 800 MWh/a erzeugen. Nummer 4.2 c Bezeichnung Solarpark II Akteure Stadtwerke Beschreibung Noch im Jahr 2007 haben die Stadtwerke mit dem Aufbau ei- nes zweiten Solarparks begonnen. Die ersten Anlagen entste- hen auf den Dächern des neuen Fuhrpark-Gebäudes der Ver- kehrsbetriebe in der Gerwig-Str. (über 200 kWp) und auf dem Dach der Grund und Hauptschule in Grötzingen (ca. 50 kW). Anlagen auf Weiherhof- und Sonnenbad sind für 2008/09 vor- gesehen. Die Größe des Solarparks II richtet sich nach der Nachfrage der Interessenten an Beteiligungen von jeweils 2.000 € je Anteil. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 76 Nummer 4.2 d Bezeichnung Karlsruher Sonnendach Akteure Stadtwerke Beschreibung Photovoltaikanlagen auf Gebäude Stadtwerke (rund 45.000 kWh/a) „Bürgeranlage“, Beteiligung Stadtwerke 20 %, Nummer 4.2 e Bezeichnung „Sonne in der Schule“ Akteure Stadtwerke Karlsruhe, Fraunhofer Institut für Solare Energie- systeme (ISE), Freiburg, Gebäudewirtschaft Beschreibung Im Rahmen eines im Jahr 2000 durchgeführten Wettbewerbs wurden von den Stadtwerken Solaranlagen auf Karlsruher Schulen finanziert. Voraussetzung für die Förderung der Pho- tovoltaikanlagen war ein pädagogisches und ökologisches Ge- samtkonzept. Die Ideen der Schulen reichten vom Bau eines Energiefahrrades mit Glühbirnen und Messeinrichtung, der Ernennung von Energiemanagern in den Klassen, bis hin zur Gründung einer Gesellschaft zur Nutzung der Sonne mit den Energiespar-Aktien "Sonnenstrahl", bei der die "Dividende" an die Klassenkasse ausbezahlt wird. Die Planung und Ausschrei- bung der 3 kWp-Anlagen und der Messtechnik übernehmen die Stadtwerke in Zusammenarbeit mit dem ISE. So konnte gewährleistet werden, dass eine PV-Anlage mit hohem Wir- kungsgrad installiert wird. Sechs Anlagen sind durch diese Ini- tiative entstanden. Investitionen: Ca. 80.000 € 2008 sollen zwei weitere Schulen eigene PV-Anlagen mit ca. 3 kW und zwei weitere Schulen die Erträge aus Anteilscheinen des Solarpark I erhalten. Biomasse Nummer 4.3 a Bezeichnung Nutzung von Deponiegas (Deponie West) Akteure Amt für Abfallwirtschaft und Stadtwerke Karlsruhe (PS Projekt Systems GmbH & Co. KG Projekt Karlsruhe West) Beschreibung Energetisch genutzt wird das Deponiegasvorkommen der De- ponie West. Drei Blockheizkraftwerke mit je 375 kW elektr. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 77 (das erste dieser BHKWs ist im Besitz des Amts für Abfallwirt- schaft) speisen jährlich rund 8 bis 9 Mio. kWh regenerativen Strom ins Netz ein und liefern Wärme zur Versorgung des Be- triebshofs West der Verkehrsbetriebe und der Sickerwasserbe- handlungsanlage auf der Deponie West. Nummer 4.3 b Bezeichnung Nahwärmeversorgung des Wohn-Neubaugebietes „50 Mor- gen“ mit Energie aus Biomasse Akteure Amt für Abfallwirtschaft Karlsruher Energieservice GmbH (KES) Beschreibung Wärmeversorgung des Neubaugebietes 50 Morgen durch An- lagenverbund Ost auf Basis von Biogas aus einer Bioabfallver- gärungsanlage (36 %), Deponiegas (8 %) sowie der Verbren- nung von Restholz (56 %) Restholz: Grobholz aus dem städtischen Kompostplatz, Wald- Restholz aus dem Forst, Schwemmholz aus dem städtischen Hafen, Resthölzer aus der Sperrmüllsammlung sowie aus den Wertstoffstationen Nummer 4.3 c Bezeichnung Nahwärmeversorgung der Wohnhochhäuser „Lindenallee“ Akteure Karlsruher Energieservice GmbH (KES) Beschreibung Biomasse-Heizzentrale Lindenallee: Erdgaskessel (850 kWh) ersetzt durch Pflanzenöl-BHKW (25 kWel, 44kWh, Brennstoff Rapsöl) und 2 Pelletskessel (je 300 kWh) Eingesparte fossile Energieträger (Angabe in jeweiliger Maß- einheit): 202,7 kWhPE/m² Durch erneuerbare Energien verdrängte fossile Energieträger (Angabe in jeweiliger Maßeinheit): 202,7 kWhPE/m² = 96,6 % Windkraftanlagen Nummer 4.4 a Bezeichnung Windkraftanlagen Akteure Stadtwerke Karlsruhe, Windmühlenberg III. Windkraftanlage GmbH & Co. KG KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 78 Beschreibung Mit knapp 10 % sind die Stadtwerke an der Windkraftanlage III (WKA) mit 1,5 MW Leistung auf dem Standort der Müllde- ponie West beteiligt, die jährlich 2 bis 2,5 Mio. kWh erzeugt. Alle drei Windräder zusammen erzeugen etwa 4 bis 4,5 Mio. kWh/a. Beteiligung : WKA I und II: Private WKA III: Private und Stadtwerke 10 % Geothermie Nummer 4.5 a Bezeichnung Förderprogramm Wärmepumpen Akteure Stadtwerke Karlsruhe Beschreibung Seit 2004: Auch für den Einbau elektrischer oder gasbetriebe- ner Wärmepumpen gibt es Zuschüsse von den Stadtwerken. Für Wärmepumpen mit einer Heizleistung bis zu 15 Kilowatt gibt es 150 Euro pro Kilowatt, für jedes weitere Kilowatt Heiz- leistung fördern die Stadtwerke mit 50 € pro Kilowatt, bis max. 3.000 €. Laufende Kosten/Jahr: 50.000 € Fördersummen seit Beginn: 98.000 € Anzahl der Förderfälle: 51 Nummer 4.5 b Bezeichnung Geothermie-Initiative Akteure Stadtwerke Karlsruhe, GeoThermal Engeneering GmbH Regionales Handwerk in Gründung befindliches Unternehmen als GU Beschreibung Im Jahr 2007 wurde die Geothermie-Initiative gestartet. Diese dient insbesondere der Verbreitung von Wärmepumpenanla- gen für die Raumheizung. Mit einer umfassenden Beratungs- und Planungsinitiative wol- len die Stadtwerke Karlsruhe gemeinsam mit Marktpartnern die Erdwärme-Nutzung in Karlsruhe voranbringen. Mit unter- schiedlichen Bausteinen werden die Interessengruppen ange- sprochen: KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 79 Geotherm-Privat: ƒ standardisiertes Dienstleistungsangebot zur Realisierung einer kompletten Wärmepumpen-Heizungsanlage ƒ Festpreisangebot ƒ ideal für Neubauten (Ein- und Zweifamilienhäuser) ƒ auch für die Generalsanierung / Modernisierung von Altbauten • der Festpreis richtet sich nach den geologischen Randbe- dingungen und nach dem speziellen Wärmebedarf Geotherm-Profi: ƒ individuelle Lösungen für Bauherren, die größere Ein- zelobjekte mit Erdwärme heizen / kühlen wollen ƒ maßgeschneiderte Wärmepumpen-Systeme zur Hei- zung, Brauchwarmwasserbereitung, Kühlung und Kli- matisierung ƒ individuelle Contracting-Angebote bis hin zur Betriebs- führung der Wärmepumpenanlage Geotherm-Areal: ƒ individuelle Lösungen für Bauträger und Wohnungsbaugesellschaften mit Reihenhauszeilen oder geschlossenen Baugebieten ƒ auf Wunsch Realisierung eines Nahwärmenetzes ƒ Detailplanung bis hin zur individuellen Contracting- Lösung Stadtwerke übernehmen auf Wunsch die Abrechnung der gelieferten Wärme mit den Einzelkunden (Eigentümer o- der Mieter) Wasserkraft Nummer 4.6 a Bezeichnung Laufwasserkraftwerk Appenmühle Akteure Stadtwerke Karlsruhe Beschreibung Im Frühjahr 2000 wurde das im alleinigen Besitz der Stadtwer- ke befindliche Laufwasserkraftwerk Appenmühle an der Alb in Daxlanden in Betrieb genommen. Es hat eine elektrische Leis- tung von etwa 40 kW. Die Stadtwerke gewinnen dort rund 100 bis 200 MWh Strom pro Jahr. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 80 Nummer 4.6 b Bezeichnung Wasserrad Obermühle Durlach Akteure Naturfreunde Durlach Beschreibung Wasserrad mit 7,5 m Durchmesser an der Pfinz Die Leistung schwankt zwischen je nach Wasserführung der Pfinz zwischen ca. 10 kW und 45 kW, im Jahresmittel beträgt sie ca. 25 kW. In durchschnittlichen Jahren lassen sich rund 130 MWh erzeugen. Abwärmenutzung von Abwasser Nummer 4.7 Bezeichnung Wärmenutzung aus Abwasser Akteure Tiefbauamt, Stadtwerke Beschreibung Die im Abwasser enthaltene Wärmemenge kann technisch ü- ber Wärmetauscherelemente im Abwasserkanal entzogen und über Wärmepumpen sowohl zur Raumheizung/-kühlung als auch zur Warmwassererzeugung genutzt werden. Zur Installa- tion solcher Anlagen ist ein hoher Investitionsaufwand erfor- derlich und es müssen mehrere, technische Voraussetzungen erfüllt werden. Konkret bedeutet das, dass eine solche Anlage erst ab einem Wärmebedarf von mindestens 200 kW, dies ent- spricht ca. 50 Wohneinheiten, interessant wird. Außerdem soll- te der Abwasserkanal einen konstanten Durchfluss von mind. 15 l/s - 20 l/s aufweisen und die Entfernung zwischen Wärme- gewinnung und -nutzung sollte 250 m nicht überschreiten. Bislang wurden in Deutschland erst wenige Anlagen realisiert. Vor dem Hintergrund steigender Öl- und Gaspreise wird die umweltfreundliche Nutzung regenerativer Energien, wie die Wärmenutzung aus Abwasser, auch wirtschaftlich immer inte- ressanter. Stand und Aussicht Die Stadt Karlsruhe/Tiefbauamt hat in diesem Zusammenhang im Jahre 2006 eine Energiekarte erstellt, in der die großen Ab- wassertransportkanäle dargestellt sind, die potentiell für die Abwasserwärmenutzung geeignet erscheinen. In einem zwei- ten Schritt wird gemeinsam mit den Stadtwerken untersucht, ob und wo mögliche Abnehmer dieses Energieträgers im Stadtgebiet vorhanden sind. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 81 Verkehr Verkehrsvermeidung Nummer 5.1.1 a Bezeichnung Mülltransport per Bahn Akteure Amt für Abfallwirtschaft Beschreibung Der Karlsruher Müll wird seit 01.06.2005 in Mannheim ver- brannt. Die Karlsruher Deponien dürfen seit 1. Juni 2005 nicht mehr mit Restmüll verfüllt werden laut Abfalllagerungsver- ordnung von 2001. Um den Mülltransport per Bahn abwickeln zu können, wurde Juni 2007 ein Wechselcontainersystem in- stalliert. Nummer 5.1.1 b Bezeichnung Virtuelles Rathaus Akteure Medienbüro Beschreibung Wege- und Verkehrsvermeidung durch Bürgerdienste- infos im Internet Modernisierung der Antriebstechnik Nummer 5.1.2 a Bezeichnung Einsatz von Erdgas in Kraftfahrzeugen Akteure Stadtwerke Karlsruhe Beschreibung Die Stadtwerke Karlsruhe fördern den Klima schonenden Ein- satz von Erdgas in Kraftfahrzeugen. Derzeit befinden sich im Fuhrpark der Stadtwerke 25 Pkw und 7 Nutzfahrzeuge (Trans- porter). Entwicklung des Bestandes an Erdgas-Pkw und -Transporter: 2004: 14 (4,7 %), 2005: 24 (7,6 %) 2006: 30 (9,8 %) Investitionen: Mehrkosten pro Fahrzeug: ca. 3.000 € Durchschnittliche Beschaffung: 5 Fahrzeuge/a Treibstoffkostenersparnis: ca. 400 €/a (gerundet*) Daneben fördern die Stadtwerke die Anschaffung von Erdgas- fahrzeugen mit einem Zuschuss (siehe Förderprogramme der Stadtwerke). KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 82 Nummer 5.1.2 b Bezeichnung Erdgastankstellen Akteure Stadtwerke Karlsruhe Beschreibung Die Stadtwerke Karlsruhe fördern den Klima schonenden Ein- satz von Erdgas in Kraftfahrzeugen. Zur Betankung stehen derzeit in Karlsruhe für die Öffentlich- keit zwei Tankstellen (Agip-Tankstelle Neureuter Straße und ESSO -Tankstelle Durlacher Allee) zur Verfügung. Seit Inbe- triebnahme der zweiten Tankstelle wird die bislang auch für die Öffentlichkeit nutzbare Tankstelle auf dem Betriebsgelän- de der Stadtwerke als reine Betriebstankstelle genutzt. Nummer 5.1.2 c Bezeichnung Förderprogramm Erdgasfahrzeugen Akteure Stadtwerke Karlsruhe Beschreibung Seit 2003: Die Stadtwerke Karlsruhe fördern den Klima scho- nenden Einsatz von Erdgas in Kraftfahrzeugen. Unter anderem fördern die Stadtwerke die Anschaffung von Erdgasfahrzeu- gen mit einem Zuschuss (siehe Förderprogramme der Stadt- werke). Kunden der Stadtwerke Karlsruhe, die sich für den Kauf eines Umwelt schonenden Erdgasautos oder für die Umrüstung ei- nes maximal drei Jahre alten Fahrzeuges entscheiden, be- kommen einen Zuschuss von 500 €. Die Stadtwerke fördern sowohl reine Erdgasfahrzeuge als auch solche, die wahlweise mit Erdgas oder Benzin fahren. Fördersummen seit Beginn, Anzahl der Förderfälle: Erdgas-Fahrzeuge: 170.000 €, 159 Förderfälle Nummer 5.1.2 d Bezeichnung Umrüstung des Fuhrparks Akteure Amt für Abfallwirtschaft Beschreibung Neue LKW (13 in 2006) mit 5 % weniger Dieselverbrauch (Ruß- partikel um 90 %, Stickoxide um 70 % verringert). PKW und Transporter (3 in 2006) mit Erdgasantrieb Seit 2005 vier neue Kehrmaschinen, die ein Zertifikat für be- sonders niedrige Feinstaubemission besitzen. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 83 Verkehrslenkung Nummer 5.1.3 a Bezeichnung Vierspuriger Ausbau der B36 Akteure Tiefbauamt, Stadtplanungsamt Beschreibung Verbesserung des Verkehrsflusses und Abbau von Staus durch den durchgängigen vierspurigen Ausbau der B36. Investitionen: circa 9 Mio. € Nummer 5.1.3 b Bezeichnung Parkleitsystem Akteure Stadtplanungsamt, Tiefbauamt Beschreibung Seit 2002 gibt es ein dynamisches Parkleitsystem für die Karls- ruher Innenstadt zur Verringerung des Parksuchverkehrs. Das System umfasst rund 4000 Stellplätze. Nummer 5.1.3 c Bezeichnung ÖPNV-Vorrangschaltung Akteure Verkehrsbetriebe Karlsruhe Beschreibung An Ampelkreuzungen erhalten Straßenbahnen bevorzugte Durchfahrt. Öffentlicher Personennahverkehr Nummer 5.2 a Bezeichnung Ausbau des ÖPNV-Netzes Akteure Verkehrsbetriebe Karlsruhe Beschreibung Weiterer Ausbau, Stärkung Umweltverbund. Realisiert: Nordstadt, Durlach-Aue, Europasiedlung. Geplant: Knielingen-Sudetenstraße, Karlsruhe-SO. Nummer 5.2 b Bezeichnung Einführung eines Jobtickets Akteure Verkehrsbetriebe, Hauptamt Beschreibung Einführung eines Jobtickets, gleichzeitig Streichung des Zu- schusses für Parkgaragen bzw. Stellplätze KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 84 Rad- und Fußgängerverkehr Nummer 5.3 a Bezeichnung Konzept (20 Punkteprogramm) zur Förderung des Radverkehrs Akteure Stadtplanungsamt, Tiefbauamt Beschreibung Der Gemeinderat beschloss im Oktober 2005 ein 20 Punkte- programm zur Förderung des Radverkehrs. Das Konzept um- fasst Radverkehrsförderung auf allen Ebenen ( Infrastruktur, Öffentlichkeitsarbeit, Dienstleistungen, administrative Rah- menbedingungen und so weiter). Ziel ist, den Radverkehr von heute 16 % auf 23 % im Jahr 2015 zu steigern. Investitionen: 10 Mio. €bis 2015, im Wesentlichen für den Bau des Radnetzes. Nummer 5.3 b Bezeichnung Flächenhafte Bereitstellung von Leihfahrrädern Akteure Stadtplanungsamt, DB AG Beschreibung Durch die flächenhafte Bereitstellung von Leihfahrrädern seit August 2007 soll im Rahmen des „Call-a-bike“ die Fahrradnut- zung erleichtert werden. Laufzeit: Zunächst bis 2010 Laufende Kosten im Jahr: 150 000 €. Nummer 5.3 c Bezeichnung Fahrradstation Akteure KFG, Stadtplanungsamt Beschreibung Seit Juni 2007 gibt es eine (kostenpflichtige) Fahrradstation an der Ostseite des Bahnhofsvorplatzes in der ehemaligen Zufahrt zur Parkgarage. Die Fahrradstation ist aus Sicherheitsgründen mit einer automatischen Zugangskontrolle und Videoüberwa- chung ausgestattet. Nummer 5.3.d Bezeichnung Fahrradpool für Dienstfahrzeuge Akteure Personal- und Organisationsamt Beschreibung Seit Mai 2007: Fahrradpool für Dienstfahrten (Hauptamt pflegt und wartet ein Kontingent von Fahrrädern zentral im Rathaus).Kleinere Kontingente für dezentrale Ämter zum Bei- spiel Umwelt- und Arbeitsschutz Arbeitsförderungsbetriebe reparieren KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 85 Nummer 5.3 e Bezeichnung Wettbewerb „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ Akteure Stadtplanungsamt Beschreibung Die Alltagsmobilität insbesondere auf dem Weg zur Arbeit soll gefördert werden. Oft bestehen an den Arbeitsstätten keine geeigneten Abstellanlagen oder es gibt Hindernisse. Der Wettbewerb soll Arbeitgeber motivieren, Anreize zur Fahr- radnutzung zu bieten. Umgesetzte Maßnahmen werden ein Jahr nach Aufruf durch eine Jury bewertet. Start: August 2007 Nummer 5.3 f Bezeichnung Aktion: Mit dem Rad zur Arbeit Akteure Allgemeine Ortskrankenkasse, Allgemeiner Deutscher Fahrrad- club (ADFC) Beschreibung Die Aktion (01.06.-31.08.07) hat zum Ziel, möglichst viele städ- tische Bedienstete zur Fahrradnutzung zu motivieren. Ge- sundheit, Verkehr und Klimaschutz stehen im Vordergrund. Nummer 5.3 g Bezeichnung Politessen auf Rädern Akteure Bürgerservice und Sicherheit Beschreibung Seit September 2007: Zwei oder vier Politessen kontrollieren mit dem Fahrrad vor allem die Radwege in den Außenbereichen. Vorteile: Höhere Mobilität als zu Fuß, gleiche Erfahrungsebene wie andere Radfahrer daher bessere Einfühlungsvermögen in Verkehrsteilnehmer und besserer Blick für Zustand der Rad- wege, Vorbildfunktion. Information, Bewusstsein bilden, Informationsaustausch Städtische Mitarbeiter und Schüler Nummer 6.1.1 a Bezeichnung Information und Beratung von Mitarbeitern Akteure Gebäudewirtschaft und andere Ämter, Gesellschaften Beschreibung Beispiele: • Gespräche mit Schulleitungen, Lehrer, Hausmeister, Schü- KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 86 lerinnen und Schüler zum Energiesparen an Schulen. Mit den Partnern werden spezifische Maßnahmen an jeder Schule angesprochen, die dem Energiesparen dienen kön- nen. Gemeinsam werden Strategien entwickelt, durch die ge- zielt und unmittelbar Maßnahmen zum Energiesparen umgesetzt werden können. Ziel soll sein Energie zu sparen durch informieren und sensibilisieren ohne zu investieren • Broschüre für alle Bediensteten mit Hinweisen zum tägli- chen Energiesparen Nummer 6.1.1 b Bezeichnung Schulung von Mitarbeitern Akteure Tiefbauamt, Gebäudewirtschaft, Amt für Abfallwirtschaft und andere Ämter und Gesellschaften Beschreibung Schulung in städtischen Ämtern und Betrieben zum Beispiel • Im Klärwerk, Mitarbeiterschulung zur Optimierung des Stromverbrauchs der Gesamtanlage mit rund 1.100 elektri- schen Antrieben • Die Schulhausmeister werden jedes Jahr, vor Beginn der Heizperiode zu Schulungen eingeladen. An diesem Termin findet ein Erfahrungsaustausch unter den Hausmeistern statt. Es werden Anregungen für die Beeinflussung des Nutzerverhaltens in den Schulen gegeben. Technische Zu- sammenhänge zum Thema Energiesparen werden erläutert • Im Amt für Abfallwirtschaft finden laufend Fahrerschulun- gen zum Kraftstoff sparenden Fahren der LKW und Müll- fahrzeuge statt. Nummer 6.1.2 a Bezeichnung Kostenlose Unterrichtsangebote zum Thema Klimaschutz für Schulen Akteure Umwelt- und Arbeitsschutz Beschreibung Die Karlsruher Schulen erhalten pädagogische Unterstützung zu umweltrelevanten Themen mit Schwerpunkt auf Klima- schutz durch externe Fachkräfte. Diese Pädagoginnen und Pä- dagogen werden vom Umwelt-und Arbeitsschutz beauftragt und die Kosten hierfür übernommen. Die Schulen können aus einem Themenkatalog ein für sie interessantes Thema auswäh- len und per Faxformular eine entsprechende Unterrichtsein- heit anfordern. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 87 Von dieser Möglichkeit haben in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Schulen Gebrauch gemacht und damit einen akti- ven Beitrag zur weiteren Sensibilisierung unserer jungen Ge- neration für Umweltfragen geleistet. Nummer 6.1.2 b Bezeichnung Unterstützung von Projekttagen zum Thema Klimaschutz Akteure Verschiedene Städt. Ämter, Agenda 21-Arbeitskreis Energie Beschreibung Klimafreundliche Schule, regenerative Energie, Klima und Wasser oder Mobilität, das sind nur einige von einer großen Anzahl von Themen, die sich für Schul-Projekte rund um den Klimaschutz anbieten. Der Umwelt- und Arbeitsschutz hat zu- sammen mit der Agenda 21, städtischen und staatlichen Dienststellen sowie den geschäftsführenden Schulleitern die Aktion „Klimaschutz - so geht’s“ ins Leben gerufen. Die Agenda 21-Aktiven hatten alle Schulen in Karlsruhe einge- laden, ihre Projekttage im Schuljahr 2007/2008 dem Klima- schutz zu widmen. Zur Unterstützung hatten sie eine umfang- reiche Materialsammlung mit zahlreichen Angeboten vorbe- reitet. Neun Schulen sind mittlerweile dem Projekt beigetreten und bereiten ihre Projekttage vor. Nummer 6.1.2 c Bezeichnung EMAS-Ökoaudit-Audit-Zertifizierung einer Schule Akteure Schulzentrum Neureut, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Haus- meister, Lehrer, Orts- und Stadtverwaltung (Gebäudewirt- schaft) Beschreibung Das Schulzentrum Neureut hat sich im Oktober 2004 als Öko- schule nach EMAS auditieren lassen. Eine Umwelterklärung musste erstellt werden. Sie war Grundlage der Validierung und dokumentiert für die Öffentlichkeit den Stand des Öko-Audits mit den Umweltkennzahlen des Jahres 2003. Davon ausge- hend musste sie erklären, wie mit der Umweltpolitik, dem Umweltmanagement und dem Umweltprogramm, also der Auflistung der angestrebten Verbesserungen im kurz-, mittel- und langfristigen Bereich, die vom Schulzentrum ausgehenden Belastungen für die Umwelt vermindert werden sollen. Zielt in erster Linie auf Verhaltensänderungen ab, kann auch Anlass zu technischen und organisatorischen Änderungen geben. Eine Revalidierung erfolgt 2008 KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 88 Nummer 6.1.2 d Bezeichnung Energiesparprojekt mit Gewinnbeteiligung an Schulen Akteure Gebäudewirtschaft, Ausgewählte Schulen, Schul- und Sport- amt, Stadtkämmerei Beschreibung Drei Schulen nehmen derzeit an einem Pilotprojekt zum Ener- giesparen teil. Hier können die Schülerinnen und Schüler allein durch eine Verbesserung ihres Nutzerverhaltens Geld für die Schule verdienen. Die Schulen erhalten vierzig Prozent der eingesparten Kosten aus den Bereichen Energie, Wasser und Müll. Dreißig Prozent der eingesparten Gelder gehen an die Käm- merei zur Entlastung des Haushalts und weitere dreißig Pro- zent fließen in einen Topf aus dem kleinere Energiesparmaß- nahmen finanziert werden sollen. Schülerinnen und Schüler sollen Energiesparteams an den Schulen bilden und versuchen dauerhaft durch Verhaltensän- derungen an ihrer jeweiligen Schule Einsparungen zu erzielen. Nach Abschluss und Auswertung der Pilotphase soll zusammen mit dem Schul- und Sportamt und der Kämmerei über eine Fortsetzung bzw. Erweiterung des EinSparProjektes entschie- den werden. Nummer 6.1.2 e Bezeichnung Aktion Fahrradfehlerfuchs an Schulen Akteure Umwelt- und Arbeitsschutz, Polizeipräsidium, Bildungs- und Rehabilitationszentrums Karlsbad-Langsteinbach Beschreibung Aktion an Karlsruher Schulen die spielerisch das Interesse am Funktionieren und der Verkehrssicherheit des eigenen Fahrra- des vermitteln soll. Gefördert vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Privatpersonen Nummer 6.2.1 a Bezeichnung Kundenberatungszentren Akteure Stadtwerke Karlsruhe Beschreibung Schwerpunkt ist die Energiesparberatung in den Kundenbera- tungszentren: Sechs technische Berater (Ingenieure, Meister, bzw. Techniker) KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 89 Zwei kaufmännische Berater (Preise, An- u. Ummeldung, Pro- dukte) Themen: Heizungs- u. Sanitärtechnik, Haushaltsgroßgeräte, Energiesparlampen, erneuerbare Energien, Gebäudedäm- mung, rationelle Trinkwassernutzung, Feuchtigkeits- /Schimmelberatung, Leistungsmessgeräteverleih, Photovoltaik- und Geothermie-Initiative für Privatkunden Veranstaltungen: monatliche öffentliche Vorträge, geführte Touren zu erneuerbaren Erzeugungsanlagen, Vor-Ort- Beratung, Club der Energie-Detektive, Sonderaustellungen und Aktionen zu oben genannten Themen Förderprogramme: thermische Solaranlagen, Wärmepum- pen, CO 2 -Minderungsprogramm, Erdgasfahrzeuge, elektrisch geregelte Heizungspumpen und Thermostatventile, Erdgas- Herde, Erdgas-Steckdosen Investitionen: 400.000 € Fördermittel Laufende Kosten: 600.000 € Nummer 6.2.1 b Bezeichnung Mobilitätszentrale Akteure Karlsruher Verkehrsverbund, Karlsruher Messe- und Kongress- GmbH Beschreibung Die Mobilitätszentrale wurde 2001 eingerichtet. Neben der Beratung (im Kundenzentrum, telefonisch und im Internet) gehört zu ihren Aufgaben die Kooperation mit Tou- ristikorganisationen, und die Organisation von Infoveranstal- tungen für Kommunalen Verkehrsverbund. Zu den öffentlich- keitswirksamen Aktivitäten der Mobilitätszentrale (in der Re- gel in Zusammenarbeit mit Verkehrs- und Umweltverbänden) gehören zum Beispiel Straßenbahnrallyes für Kinder, Erkun- dungstouren durch das Karlsruher Busnetz, Infotage für Lehrer (Planung von Klassenausflügen), Schnupperwochen Car- Sharing, Infos über Falt- und Liegefahrräder, Spritsparkurse in Kooperation mit dem ADAC. Die Zahl der persönlichen Bera- tungen hat seit Gründung ständig zugenommen (zur Zeit cir- ca 600 im Monat, im Internet bei rund 3000). Schwerpunkte sind die rechnergestützte Routenplanung, Verbund über- schreitende Fahrplanauskünfte, DB-Tarifauskünfte und Car- Sharing. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 90 Nummer 6.2.2 a Bezeichnung Energiesparberatung mit dem Infomobil Akteure Stadtwerke Beschreibung Die Stadtwerke haben einen Informationsbus, mit dem sie die Bürger in ihrem Wohnumfeld erreichen können, zum Beispiel auf den Wochenmärkten, vor Baumärkten und so weiter. So können interessierte Passanten die Angebote nutzen: . • Beratungsgespräche • Schautafeln zum Energiesparen • Energieeinsparmöglichkeiten • Förderprogramme • Regenerative Energien • Kostenlose Infobroschüren • Gewinnspiel • Auf der „Energietour“ im Mai 2007 machte das Infomobil an 16 Orten Station. Nummer 6.2.2 b Bezeichnung Eigene Informationsveranstaltungen (Aktionstage, Vorträge): Klimatag Baden-Württemberg, Mobil ohne Auto, Tag des Fahrrads, Fahrradmesse, und viele mehr. Akteure Mehrere städtische Ämter Beschreibung Die Stadt hat zahlreiche Veranstaltungen ausgerichtet wie Tag der Umwelt, Klimatag Baden-Württemberg, Mobil ohne Auto, Tag des Fahrrads, Stand auf der Fahrradmesse, Führungen im Anlagenverbund Ost (z.B. Bioabfallvergärungs- anlage), Seminarreihen der Universität Karlsruhe auf der De- ponie Ost (Anlagenverbund), Ausländische Besuchergruppen (Südamerika, USA, Indien, Korea, Japan, Russland etc.) und viele mehr. Nummer 6.2.2 c Bezeichnung Beteiligung an Aktionen: Tag der erneuerbaren Energien, Akteure Mehrere städtische Ämter Beschreibung Die Stadt beteiligt sich an Veranstaltungen wie dem Tag der erneuerbaren Energien. KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 91 Nummer 6.2.2 d Bezeichnung Materialien zum Themenkreis Akteure Städtische Ämter und Betriebe Beschreibung Zahlreiche Broschüren zum Thema, z.B. unter www.karlsruhe.de/Abfall www.stadtwerke-karlsruhe.de/info/phpindex.php www.karlsruhe.de/rathaus/buergerdienste/umwelt/klima Nummer 6.2.3 Bezeichnung Unterstützung des Agendavereins Akteure Umwelt- und Arbeitschutz Beschreibung Über das Agendabüro unterstützt die Stadt den Agendaverein organisatorisch und materiell. Der Arbeitskreis Energie ist seit 1995 aktiv. Letzte Aktivitäten: • Karlsruher Klimaschutzkonzept 2007-Forderungen und Vor- schläge der lokalen Agenda 21 • Organisation eines Solarkocherwettbewerbs für Karlsruher Schulen • Organisation des Vortrags : Erneuerbare Energien und regi- onale Wertschöpfung Gewerbe Nummer 6.3 a Bezeichnung Energieforum Akteure Wirtschaftsförderung , Forschungseinrichtungen, Wirtschafts- unternehmen Beschreibung In der Initiative "EnergieForum Karlsruhe" haben sich die füh- renden lokalen Anbieter aus dem Energiesektor zusammenge- schlossen. Das 2006 durch die Wirtschaftsförderung ins Leben gerufene EnergieForum Karlsruhe bildet heute mit 29 Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sowie 60 Wirtschaftsunternehmen das Fachwissen von nahezu 200 Experten der unterschiedlichs- ten Fachdisziplinen auf dem Gebiet der Energietechnik am HighTech Standort Karlsruhe ab. Die zielgerichtete Verwertung von Ergebnissen aus Forschung und Entwicklung bei der Suche nach Problemlösungen von KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 92 morgen sind der Schlüssel zu neuen Innovationen, Produkten und Dienstleistungen. Der Transfer von Informationen ist da- bei keine Einbahnstrasse. Der Dialog zwischen Forschung und Industrie muss sowohl in die eine als auch in die andere Rich- tung stattfinden. Ziele: • www.energieforum-karlsruhe.de ist ein Marktplatz für die vielfältigen Anbieter aus der Region Karlsruhe • www.energieforum-karlsruhe.de bietet ein Who-is- Who der Anbieter mit ihren jeweiligen Tätigkeits- schwerpunkten und bietet die Möglichkeit zur Kontakt- aufnahme • www.energieforum-karlsruhe.de fördert den Transfer von neuen Entwicklungen innovativer Unternehmen an eine breite Öffentlichkeit • Die Region Karlsruhe stellt sich als Kompetenzzentrum im Energiebereich auf KLIMASCHUTZ Stadt Karlsruhe Umwelt- und Arbeitsschutz 93 Abkürzungen BHKW Blockheizkraftwerke BImSchV Bundesimissionsschutzverordnung EEA European Energy Award; Managementsystem zur Energieerzeu- gung und -nutzung EEG Erneuerbare Energien-Gesetz EMAS Eco Management and Audit Scheme (von der Europäischen Union entwickeltes System aus Umweltmanagement und Betriebsprüfung) EnEV Energieeinsparverordnung ICLEI International Council for Local Environmental Initiatives ISO 14001 Internationale Umweltmanagementnorm die Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem festlegt. kW Kilowatt (siehe kWh). 1 kW = 1000 Watt Watt ist das Maß für die elektrische bzw. thermische Leistung, die angibt, wieviel Arbeit der Strom in einer Sekunde verrichtet. kWh Kilowattstunde; Maß für die elektrische bzw. thermische Energie kWp Leistung einer Photovoltaikanlage unter genormten Bedingungen (siehe S. 30, Tabelle 4.2) KWK Kraft-Wärme-Kopplung LED Leuchtdiode MW Megawatt (1 MW = 1000 kW, siehe kW) MWh Megawattstunden (1 MWh = 1000 Kilowattstunden, siehe kWh)) MWhPE/a Megawattstunden Primärenergie pro Jahr Energieverbrauch pro Jahr bezogen auf die Primärenergie MIV Motorisierter Individualverkehr ÖPNV Öffentlicher Personennahverkehr RDK Rheinhafendampfkraftwerk, RDK7 = Heizblock 7