Antrag FDP: Zustand der Durlacher Wälder
| Vorlage: | 19832 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 27.03.2008 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Hohenwettersbach |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
ANTRAG FDP-Fraktion vom: 26.02.08 eingegangen: 27.02.08 Gremium: Termin: TOP: Verantwortlich: Ortschaftsrat Durlach 02.04.08 3 Vermessung, Liegenschaften, Wohnen Thema: Zustand der Durlacher Wälder Wir stellen den Antrag, dass der für Durlacher Wälder zuständige Förster über den momentanen Waldzustand berichtet. Begründung: Eines der wichtigsten Naherholungsgebiete sind unsere Wälder. Der Einsatz für gesunde Wälder in einer gesunden Natur erfordert unsere Unterstützung. Wir sollten u.a. erfahren, inwieweit die Waldschäden zurückgegangen sind, welche Einschläge und Neuaufforstungen geplant sind, wie nicht nur die Pflanzenwelt, sondern auch die Tierwelt sich entwickelt. Reicht der Forstetat für die vielfältigen Aktivitäten? Wie sieht die Zukunft der beiden Durlacher Tiergehege im Oberwald und im Waldgebiet zwischen Geigersberg und Hohenwettersbach aus? Spielplätze, Grillplätze und Hütten im Wald - werden sie regelmäßig gepflegt? Gibt es hier ein ausreichendes Angebot? Oder vielleicht sogar ein Überangebot? Gez.: Dr. Horst Dilger, Dipl.-Ing. Günther Malisius gez. OR
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STELLUNGNAHME zum ANTRAG FDP-OR-Fraktion vom: 26.02.08 eingegangen: 27.02.08 Gremium: Termin: TOP: Verantwortlich: Ortschaftsrat Durlach 02.04.08 3 öffentlich Vermessung, Liegenschaften, Wohnen Thema: Zustand der Durlacher Wälder 1. Waldschäden: Eine gesicherte Aussage über Waldschäden ist nicht möglich, da hierzu konkrete Daten fehlen. Die Daten des landesweiten Waldzustandsberichtes sind für solche Teilflächen nicht aussagekräftig. Tendenziell kann man jedoch sagen, dass der Zustand des "Bergwaldes" aufgrund der guten Standorte und der naturnahen Waldbestände als gut bezeichnet werden kann. Lediglich die Fichte, die vereinzelt vorkommt, wird nahezu komplett ausfallen als Folge der "Erwärmung" und der daraus resultierenden Borkenkäfer-Situation. In den Waldbeständen der Ebene ist der Zustand der (mittel-)alten Eichen besorgniserregend. In der Folge des Trockenjahres 2003 wurde die Vitalität der Eichen anscheinend so stark reduziert, dass Sie in großer Zahl absterben. Folge der abnehmenden Vitalität ist ein Befall mit dem (streng geschützten) Eichen-Heldbock. Praktisch alle absterbenden Eichen sind besiedelt. Sobald ein Befall festgestellt wird, ist die Nutzung eines solchen Baumes aus Artenschutz-Gründen nicht mehr möglich (FFH-Gebiet). Dem Waldbesitzer entstehen dadurch erhebliche wirtschaftliche Verluste. In diesem Jahr wird der Maßnahmenplan für das FFH-Gebiet Oberwald erarbeitet, darin wir es weitere Ziel-Festlegungen in Bezug auf die Heldbock-Eichen gegen. Mit Ausnahme der Eiche ist der Gesundheitszustand des Waldes in der Ebene (Oberwald) als gut bis befriedigend zu bezeichnen. 2. Holzeinschlag/Neuaufforstungen: Geplant ist im gesamten Stadtwald ein Holzeinschlag von 13.000 Festmetern Holz. Etwa 5.000 Festmeter werden im Zuge von Waldverjüngungen geerntet (sog. Hauptnutzungen), der Rest im Zuge von Durchforstungen (sog. Vornutzungen). Falls Holzmarkt und Arbeitskapazitäten ausreichen, kann der Einschlag noch etwas gesteigert werden, da die neue Forsteinrichtung den Hiebssatz mit 15.000 Festmeter im Jahr vorschlägt. Die Forsteinrichtung und damit der Hiebssatz werden Mitte 2008 dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt. Im Bergwald gelingt überwiegend die natürliche Verjüngung des Waldes; im Oberwald muss dagegen gepflanzt werden. Die Gründe dafür liegen u.a. in der Vergrasung vieler Flächen mit Seegras, in der Baumartenzusammensetzung und beim Rehwild-Bestand. Gepflanzt werden Eichen, Eschen, Kirschen und andere Laubbaumarten. 3. Pflanzen-/Tierwelt: Dank der strukturreichen und gemischten Waldbestände ist die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten sehr groß. Konkrete Artenerhebungen liegen derzeit nicht vor. Anzeigen vor Artenrückgängen sind nicht zu beobachten. Eine deutliche Zunahme gab es sicher beim Eichen-Heldbock und auch bei anderen Arten, die absterbende und tote Eichen besiedeln. Zugenommen haben auch Dachse und Wildschweine. 4. Forst-Etat: Der Forst-Etat reicht knapp aus für die vielfältigen Aktivitäten im Wald. Für Sondermaßnahmen oder besondere Projekte bedarf es ggf. zusätzlicher Mittel (z.B. Waldkalkung). 5. Tiergehege: Das Gehege im Oberwald liegt in der Obhut des Zoos. Probleme gibt es hier zunehmend im Zuge der Verkehrssicherungspflicht. Die absterbenden Alteichen (und auch andere Bäume) in der Gehegezone weisen zum Teil hohe Dürr- und Totholzanteile auf. Im unmittelbaren Umfeld des Geheges müssen diese Gefahren "entschärft" werden. Der Arbeitsaufwand hierfür steigt beträchtlich an (Einsatz von Hebebühne). Zoo und Forst arbeiten hier zusammen. Das Damwild-Gehege im Bergwald wurde vor 2 Jahren saniert; es soll bestehen bleiben. 6. Die Erholungseinrichtungen werden regelmäßig gepflegt. Bei den Hütten wurden die Dächer erneuert, bei der Grillstelle am Zündhütle wird die eigentliche Grillstelle erneuert. Das Angebot wird als ausreichend angesehen. Mehr wäre derzeit auch nicht zu bewältigen. Ein Überangebot besteht sicher nicht. Aktuelle wird der Spielplatz am Turmberg komplett erneuert. Zudem laufen die Planungen für den Waldseilpark am Turmberg weiter.