Antrag GRÜNE: Erweiterte Berufsorientierung an Karlsruher Schulen
| Vorlage: | 19556 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 11.02.2008 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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Extrahierter Text
ANTRAG Stadtrat Klaus Stapf (GRÜNE) Stadträtin Ute Schulze-Harzer (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 16. Januar 2008 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 47. Plenarsitzung des Ge- meinderates 19.02.2008 1276 14 öffentlich Erweiterte Berufsorientierung an Karlsruher Schulen Die Stadt Karlsruhe geht mit je einer Haupt- und Realschule sowie einem Gymnasi- um eine langfristige Partnerschaft in der erweiterten Berufsorientierung ihrer Schüler ein. Die Schüler erhalten, über alle Schuljahre hinweg, einen vertieften Einblick in die Berufsrealität der städtischen Auszubildenden, Angestellten und Arbeiter. Die Stadt Karlsruhe wirbt bei ihren Töchtern dafür, sich dem Projekt anzuschließen und über- nimmt die Koordination. Das Projekt wird mit den jeweiligen Schulen und mit wissenschaftlicher Unterstüt- zung der PH Karlsruhe, unter Einbindung der Kammern und der Arbeitsverwaltung, entwickelt. Ziel ist, dass möglichst viele Karlsruher Unternehmen angeregt werden, sich diesem Projekt anzuschließen, sodass jede Schule einen oder mehrere Partner hat. Untersuchungen zum Thema Berufsorientierung von Kindern und Jugendlichen be- legen, dass Schüler und Schülerinnen aller Schulformen am Ende ihrer Schulzeit nicht ausreichend über die Arbeits- und Berufswelt informiert sind. Zwar ist Berufsorientierung Bestandteil des Curriculums sowohl in der Hauptschule (OiB) und Realschule (BORS) als auch im Gymnasium (BOGY), allerdings beschrän- ken sich die Kontakte zur Arbeitswelt in der Hauptsache auf ein 1 bis 2-wöchiges Praktikum. Dies ist nach Stand der Wissenschaft nicht ausreichend für eine tragfähige Berufs- orientierung, mit der Folge, dass Schüler und Schülerinnen aller Schularten nach Beendigung ihrer Schule häufig viel Zeit bei der Erkundung der Arbeitswelt und der Sachverhalt / Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Entwicklung tragfähigen Berufsentscheidungen verlieren. Dies ist in Zeiten eines prognostizierten Nachwuchsmangels nicht länger hinnehmbar. Pilotprojekte, wie z. B. die Lernpartnerschaft zwischen der Energieversorgung Lever- kusen und der Käthe-Kollwitz-Schule in Leverkusen, zeigen, dass die langfristige Kooperation von Unternehmen und Schulen einen kontinuierlichen Austausch der Lern- und Arbeitswelt über die gesamte Schulzeit ermöglicht. Neben den bereits bekannten Schulpraktika, gehören hierzu besonders - Praktika in geschlechtsuntypischen Bereichen (Technik für die Mäd- chen/Sozialer Bereich für die Jungen) - Besuche der städtischen Azubis und Beschäftigten in der Schule - gemeinsame Projekte. Dadurch kann bei den Schülern und Schülerinnen - die Lernmotivation generell gesteigert, - geschlechtsspezifische Berufswahlmuster aufgebrochen, - Warte- und Orientierungsschleifen nach der Schulentlassung verkürzt und - Ausbildungsabbrüche verhindert werden. Für die Stadt Karlsruhe liegen die Vorteile in - der Erhöhung der Transparenz kommunalen Handelns, - der Rekrutierung potenzieller Auszubildenden und Mitarbeiter und - der Vorbildfunktion für andere Unternehmen. Die Stadt Karlsruhe (mit ihren Töchtern) verfügt über ein breit gefächertes Ausbil- dungsangebot in 40 verschiedenen Berufen und ist idealer Partner für ein Projekt der erweiterten Berufsorientierung. Durch gezielte Werbung bei Karlsruher Betrieben sol- len möglichst viele Unternehmen eine Partnerschaft mit einer Schule eingehen. Neben dem Imagegewinn können diese auch mit einem Vorteil bei der mittelfristig einsetzende Konkurrenz um Nachwuchskräfte rechnen. unterzeichnet von: Klaus Stapf Ute Schulze-Harzer Hauptamt - Sitzungsdienste - 8. Februar 2008
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STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 16.01.2008 eingegangen: 16.01.2008 Gremium: 47. Plenarsitzung des Gemeinderates Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 19.02.2008 1276 14 öffentlich Dez. 2 Erweiterte Berufsorientierung an Karlsruher Schulen - Kurzfassung - Der Antrag der Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hinsichtlich der erweiterten Berufsorientierung an Schulen in Form einer langfristigen Partnerschaft mit der Stadt Karlsruhe wird grundsätzlich befürwortet. Die Stadt Karlsruhe unterstützt bereits bisher intensiv Aktivitäten zur Berufsorientierung. Die Übernahme einer Partnerschaft mit einer Schule kann diese Aktivitäten ergänzen. Aufgrund begrenzter Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten besteht jedoch die Gefahr, dass sich die verschiedenen Aktivitäten gegenseitig konkurrieren. Dennoch wird die Stadt Karlsruhe dem Wunsch nach einer Partnerschaft mit einer Schule nachkommen (Vorbildfunktion für andere Unternehmen). Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: keine Praktikumsvergütung, jedoch Arbeitsplatzkosten sowie Ausbildungs- kosten (Personalkosten Ausbilder/-in bzw. Praktikumsbetreuer/-innen) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Der Antrag der Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hinsichtlich der erweiterten Berufsorientierung an Schulen in Form einer langfristigen Partnerschaft mit der Stadt Karlsruhe wird grundsätzlich befürwortet. Bereits jetzt bietet die Stadt Karlsruhe in den verschiedensten Bereichen Schnupperpraktika für Schüler an, beteiligt sich am „girls day“ sowie künftig auch „boys day“ und führt ein gemeinnütziges Bildungsjahr durch, welches der Berufsorientierung dient und die Ziel- setzung hat, jungen Menschen den Einstieg in ein Ausbildungsverhältnis zu erleichtern. Auch arbeitet das Personal- und Organisationsamt eng mit der IHK und dem Frauenhofer- institut zusammen und ermöglicht die Durchführung von Berufsvorbereitungsjahren. Insoweit unterstützt die Stadt Karlsruhe Aktivitäten zur Berufsorientierung bereits intensiv, nicht zuletzt auch um sich als attraktiver Ausbildungsträger und Arbeitgeber aufmerksam zu machen. Die Übernahme einer Partnerschaft mit einer Karlsruher Schule kann diese Aktivitäten ergänzen. Es wird aber darauf hingewiesen, dass Praktikums- und Ausbildungs- plätze nur begrenzt vorhanden sind (Raum- und Betreuungsressourcen) und sich solche Aktivitäten gegenseitig konkurrieren können. Dennoch wird die Stadt Karlsruhe, nicht zuletzt als Vorbildfunktion für andere Unternehmen, dem Wunsch nach einer langfristigen Partnerschaft mit einer Schule nachkommen und versuchen, die jeweiligen Praktikumswünsche der Schülerinnen und Schüler zu realisieren. Bei den städtischen Gesellschaften wird dafür geworben, sich durch Bereitstellung von Praktikumsplätzen dem Projekt anzuschließen. Die Koordination übernimmt das Personal- und Organisationsamt.