Antrag GRÜNE: Gender-Index
| Vorlage: | 19324 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 07.01.2008 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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ANTRAG Stadtrat Klaus Stapf (GRÜNE) Stadträtin Ute Schulze-Harzer (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 13. November 2007 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 46. Plenarsitzung des Gemeinderates 15.01.2008 1232 5 öffentlich Gender-Index für die Stadt Karlsruhe Die Stadtverwaltung errechnet einen Gender-Index für die Stadt Karlsruhe und sorgt für eine öffentlichkeitswirksame Präsentation. Die Stadt entwickelt mit Hilfe des Gender-Index ihre künftige Gleichstellungspolitik , in dem die Index-Indikatoren transparent und Maßnahmen zur Verbesserung entwickelt werden. Der Gender-Index umfasst folgende, in der Machbarkeitsstudie "Gender-Index - eine Landkarte für Deutschland" 1 festgelegten Indikatoren: - Arbeit und Beschäftigung - Qualifikation - Arbeitslosenquote - Arbeitsmarktpolitische Förderung - Einkommen - Betreuungsinfrastruktur - Politische Partizipation in Kommunalparlamenten Die im Gender Mainstreaming-Konzept der Stadt Karlsruhe definierten Leitprojekte sollen durch die Ermittlung eines Gender-Index ergänzt werden. Das GM-Konzept legt den Fokus auf die Aktivierung des GM in ausgewählten Verwaltungsprojekten. Der Gender-Index liefert die Datenbasis hinsichtlich der gleichberechtigten Teilhabe von Männern und Frauen in wesentlichen ökonomischen Bereichen. Der Gender- Index ermöglicht das GM-Konzept der Stadt Karlsruhe - gemeinsam mit den lokalen Partner - um neue Schwerpunkte zu erweitern. Wie die hauptsächlich in Schweden praktizierte Gender-Politik zeigt, wird durch die Erhebung eines Gender-Index - das Wissen um die Chancengleichheit von Frauen und Männern erhöht - Grundlage gelegt für Handlungsanweisungen an alle Akteure um Ungleichgewichte abzubauen - auf kommunalpolitischer Ebene Aufgaben und Ziele der Wirtschafts-, Arbeits- und Beschäftigungspolitik und der regionalen Strukturpolitik beeinflusst. Sachverhalt / Begründung: Seite 2 __________________________________________________________________________________________ Die von der Hans-Böckler-Stiftung erarbeitete Machbarkeitsstudie 1 hinsichtlich eines Gender-Index für Deutschland hat ergeben, dass die notwendigen Daten für die Beispielregionen Halberstadt, Heidelberg, Siegen-Wittgenstein und Rostock aus bereits vorhandenen Statistiken gewonnen werden konnten. Die Konzeption und Entwicklung des Gender-Index erweist sich als ein leicht handhabbares Instrument, das eine jährliche Fortschreibung ermöglicht In einem anschließenden Ranking konnte sich Heidelberg gegenüber den anderen Regionen profilieren. Der Gender-Index kann somit auch als "weicher" Standortfaktor künftig die Attraktivität einer Region beeinflussen. unterzeichnet von: Klaus Stapf Ute Schulze-Harzer Hauptamt - Sitzungsdienste - 4. Januar 2008 1> Quelle: Hans-Böckler-Stiftung, Arbeitspapier 136, Gender-Index - eine Landkarte für Deutschland > http://www.boeckler.de/pdf/p_arbp_136.pdf
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STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 13.11.2007 eingegangen: 13.11.2007 Gremium: 46. Plenarsitzung des Gemeinderates Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 15.01.2008 1232 5 öffentlich Dez. 2 Gender-Index Stellungnahme des Bürgermeisteramtes - Kurzfassung - Die Konzeption und Entwicklung des Gender-Index für die Stadt Karlsruhe anhand der Machbarkeitsstudie der Hans-Böckler-Stiftung ist in dem vorgegebenen Maße nicht möglich. Die Daten, die der Machbarkeitsstudie zu Grunde liegen, stammen aus dem Jahr 2003 und somit aus der Zeit vor der Einführung der Hartz-IV- Reformen zum 01.01.2005. Hinzu kommt, dass die vorliegende Studie nur exempla- risch vier Kreise in Deutschland untersucht hat und die Ausarbeitung für alle deut- schen Kreise ausgeblieben ist. Daher fehlen die wichtigen Referenzgrößen für ganz Deutschland, anhand derer der Gender-Index als Abstandsmaß berechnet wird und die Kreise in eine Rangabfolge gesetzt werden. Aus diesen Indikatoren kann nur dann der Gender-Index berechnet werden, wenn möglichst alle deutschen Kreise auch diese Gender-Indikatoren aufbereiten und damit ein Ranking der Kreise ermög- licht wird. Dies ist derzeit nicht der Fall. Das Amt für Stadtentwicklung hat die verfügbaren Gender-Indikatoren für Karlsruhe aufbereitet (siehe Tabelle). Diese werden jährlich fortgeführt, so dass Zeitreihenver- gleiche in Zukunft möglich sind. Dem Gemeinderat wird darüber regelmäßig berich- tet. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Die Einführung der Hartz-IV-Reform zum 01.01.2005 führte zu Änderungen der Ar- beitsmarktstatistik in Deutschland. Die neu berechneten Indikatoren basieren auf Daten ab dem Jahre 2005 und stehen auch für die jährliche Fortschreibung zur Ver- fügung. Einige Indikatoren, die zur Zeit nicht berechenbar sind, können in der Zu- kunft eventuell durch neues Datenmaterial und Sonderauswertungen hinzukommen. Durch die unterschiedlichen Datengrundlagen ist ein Ranking mit den vier Modell- kreisen, darunter Heidelberg, somit nicht möglich. Außerdem war das Amt für Stadt- entwicklung und Statistik der Stadt Heidelberg nicht in die Ausarbeitungen der Hans- Böckler-Stiftung eingebunden und hat diese Datengrundlagen – ebenso wie Karlsru- he – selbst nicht verfügbar. Daher können nicht alle Indikatoren, wie in der Machbar- keitsstudie „Gender-Index - eine Landkarte für Deutschland“ vorgegeben, für den Stadtkreis Karlsruhe ausgewiesen werden. Das Amt für Stadtentwicklung hat dennoch alle verfügbaren Daten für die wichtigsten Gender-Indikatoren zusammengestellt und in der beiliegenden Tabelle den älteren Daten aus Heidelberg und Deutschland gegenübergestellt, wie sie in der Machbar- keitsstudie der Hans-Böckler-Stiftung ausgewiesen sind. Eine Fortschreibung der für Karlsruhe verfügbaren Gender-Indikatoren ist ab dem Jahr 2006 gewährleistet. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 Gender-Indikatoren für Karlsruhe (2006), Heidelberg und Deutsch- land (2003) in % Indikatoren Kreise (Wohnort) Karlsruhe 2006 Heidelberg 2003 Deutschland 2003 A: Arbeit und Beschäftigung 1. Anteil der Frauen an allen sozpfl. Beschäftigten 46,9 49,7 45,9 2. Anteil der sozpfl. Beschäftigten Frauen an allen Frauen im erwerbsfähigen Alter 46,5 79,8 47,5 2a. Anteil der teilzeitbeschäft. Frauen an allen sozpfl. Beschäftigten Frauen ** 34,3 30,8 3. Anteil der ausschl. geringfügig beschäft. Frauen an allen sozpfl. Beschäft. Frauen 32,3 18,1 17,8 B: Qualifikation der Beschäftigten 4. Anteil der Frauen mit Hochschulausbildung an allen weibl. Erwerbspersonen 9,3 14,3 5,0 C: Arbeitslosigkeit 5. Anteil der arbeitslosen Frauen an allen Arbeitslosen 46,3 43,6 47,4 6. Anteil der arbeitslosen Frauen an allen weibl. abh. zivil. Erwerbspersonen ca. 7,3 8,1 11,9 7. Anteil der weibl. Arbeitslosengeldbezieher an allen weibl. Arbeitslosen jetzt Hartz IV 31,9 33,2 8. Anteil der weibl. Langzeitarbeitslosen an allen arbeitslosen Frauen 47,2 31,3 39,1 D: Qualifikation der Arbeitslosen 9. Anteil der weibl. Arbeitslosen mit Hochschulausbildung an allen arbeitl. Frauen 4,9 1) 16,8 3,6 E: Arbeitsmarktpolitik 10. Anteil der Frauen an allen geförderten Arbeitslosen ** 41,3 42,7 11. Anteil der Berufsrückkehrerinnen an allen Frauen mit bewilligt. Leistungen ** 2,2 6,2 F: Einkommen 12. Durschn. Jahreseinkommen aller sozpfl. beschäft. Frauen (in EURO) ** 26.131 23.580 13. Anteil weibl. Sozialhilfeempfänger an allen Sozialhilfeempfängern jetzt Hartz IV 47,6 49,1 G: Betreuungsinfrastruktur * 14. Betreuungsplätze je 100 Kinder im Alter von 0 - 12 Jahren 14a. in Krippen rd. 17 % 2) 12,2 8,6 14b. in Kindergärten rd. 98 % 2) 97,4 91,3 14c. in Horten rd. 11 % 2) 11,1 8,9 H: Partizipation und Mitwirkung 15. Anteil der Frauen in Kommunalparlamenten / Stadträten * 39,6 40,0 - * geht nicht unmittelbar in die Index-Berechnung ein ** Daten liegen für den Stadtkreis Karlsruhe nicht vor 1) Stand 2004 2) Stand 2007 Quelle: Amt für Stadtentwicklung, Stadt Karlsruhe 12/2007, Heinz-Böckler-Stiftung 2007