Europäische Metropolregion Oberrhein
| Vorlage: | 19149 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 04.12.2007 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 45. Plenarsitzung des Gemeinderates Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 11.12.2007 1196 9 öffentlich Dez. 1 Europäische Metropolregion Oberrhein Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Gemeinderat 11.12.2007 9 Antrag an den Gemeinderat / Ausschuss Der Gemeinderat nimmt die Vorlage zustimmend zur Kenntnis und begrüßt die Aktivitäten zur Gründung einer „Trinationalen Europäischen Metropolregion Ober- rhein“ als eine Grundlage für die weitere Entwicklung des Oberrheins, die Kooperationsvereinbarung zwischen der TechnologieRegion Karlsruhe GbR und der Metropolregion Rhein-Neckar. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Ergänzende Erläuterungen: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Ausgangslage Die Ministerkonferenz für Raumordnung hat am 30. Juni 2006 neue Leitbilder der Raument- wicklung verabschiedet, mit denen die Aufgabenschwerpunkte der Bundesraumordnung für die nächsten Jahre festgeschrieben worden sind. Darin wurden neben den bestehenden sieben noch vier weitere Metropolregionen benannt. Zu diesen gehört die Metropolregion Rhein-Neckar, nicht aber die „Europäische Metropolregion am Oberrhein“. Mit den insge- samt elf Metropolregionen in Deutschland ist das Konzept der deutschen Metropolregionen nach Aussage des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung funktionsfä- hig und abgeschlossen. Der Bund wird aber zusätzlich zur Anerkennung von Europäischen Metropolregionen „grenzüberschreitende metropolitane Verflechtungsräume“ und als solchen auch den Ober- rheinraum als „Trinationale Europäische Metropolregion“ unterstützen und anerkennen, wenn die Partner am Oberrhein sich organisatorisch neu ausrichten. Auswahlverfahren und Anerkennung will der Bund in den nächsten beiden Jahren auch durch so genannte Modell- vorhaben der Raumordnung (MORO) unterstützen. Die Vorteile einer Anerkennung des Oberrheins als „Trinationale Europäische Metropolregi- on“ sind derzeit nur bedingt abzuschätzen. Dies gilt allerdings auch für die Auswirkungen des Status „Europäische Metropolregion“ sowohl auf Bundes- wie auf EU-Ebene. Sie sind ebenfalls nach wie vor weitgehend unklar. Die Aufnahme beider „Label“ in den raumordnungspolitischen Handlungsrahmen und die Strukturförderung des Bundes lassen jedoch annehmen, dass beide Kategorien gleiche oder zumindest ähnliche Auswirkungen auf der nationalen Ebene haben werden. Gleiches ist im Hinblick auf die von der EU verabschiedete „Territoriale Agenda“ anzuneh- men, die sich an der Lissabon-Strategie orientiert. Mit der Lissabon-Agenda wurde ein Para- digmenwechsel weg vom reinen Strukturausgleich hin zu einer Politik der „Stärken stärken“ und „Förderung der Wachstumsregionen“ in Europa vollzogen. Das Zielsystem der Europäi- schen Union und die ergänzenden Programme wie INTERREG IV wurden und werden hier- zu angepasst. Es ist nicht auszuschließen, dass in Zukunft die von den Nationalstaaten be- nannten Metropolregionen auch auf europäischer Ebene an Bedeutung gewinnen und Chancen hieraus für den Oberrhein erwachsen. Das Kriterium „Metropolregion“ spielt allerdings derzeit in der europäischen Förderpolitik keine Rolle. Vielmehr werden von der Generaldirektion Regionalpolitik der Europäischen Kommission als Erfolgsfaktoren besonders die enge Verzahnung von Forschungs-, Innova- tions- und Regionalentwicklungsförderung verstärkt in den Mittelpunkt gerückt. Künftige För- derentscheidungskriterien sind beispielsweise Maßnahmen wie die enge thematische, räum- liche und organisatorische Bündelung von Wirtschaft und Wissenschaft (Cluster) sowie die europaweite Vernetzung von Regionen. Die TechnologieRegion Karlsruhe wird mit ihren Clusterinitiativen und ihrer internationalen Netzwerkarbeit in der Europäischen Kommission als Modell für Europa eingestuft. Ziel der Stadt Karlsruhe ist - basierend auf den Erörterungen im Gemeinderat vom 19. Juli 2005 - eine Metropolregion gemäß Landesentwicklungsplan Baden-Württemberg 2002 von Mannheim bis Basel zu schaffen. Hierzu wurden auch teilräumliche Lösungen als Zwischen- schritte nicht ausgeschlossen. Stadt und TechnologieRegion Karlsruhe nehmen alleine auf- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 grund ihrer räumlichen Lage eine Scharnier- und Bindegliedfunktion zwischen den Koopera- tionsräumen im Norden und Süden ein. Vor diesem Hintergrund ist die Stadtverwaltung mit ihren Partnern in der TechnologieRegion Karlsruhe und dem Städtenetz sowohl nach Süden als auch nach Norden aktiv geworden, um die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit auszuloten. Sachstand nach Süden: „Trinationale Europäische Metropolregion Oberrhein“ Mit dem 10. Dreiländerkongress am 9. Februar 2006 wurde am Oberrhein im Bereich des Mandatgebietes der Oberrheinkonferenz ein Prozess in die Wege geleitet, der die jahrzehn- telange, den Rhein übergreifende Zusammenarbeit unter dem Motto „Die gemeinsamen Stärken stärken und nutzen“ weiter intensivieren und mit der Schaffung einer „Trinationalen Europäischen Metropolregion Oberrhein“ auf eine neue Ebene stellen will. Das Land unter- stützt diesen Prozess, betonte aber immer wieder, dass sich die interessierten Räume selbst als Metropolregion positionieren müssen. Hierzu gehört auch ein Mindestbestand an „regio- nal governance“. Unter Federführung der IHK Südlicher Oberrhein hat sich daher im Jahr 2006 eine Arbeits- gruppe gebildet. Teilnehmer dieser Initiativgruppe sind neben der IHK Südlicher Oberrhein die IHK Hochrhein-Bodensee, die Regionalverbände Mittlerer Oberrhein, Südlicher Ober- rhein, Hochrhein-Bodensee, die Région Alsace, die CRCI Alsace, die Region Basel sowie die Handelskammern beider Basel. Das Städtenetz am Oberrhein mit den Städten Baden- Baden, Freiburg, Lörrach und Offenburg ist ebenfalls Mitglied der Initiativgruppe und wird von der Stadt Karlsruhe vertreten. Die Initiativgruppe hat als Leitbild das Ziel erarbeitet, die Potenziale des Oberrheinraums insgesamt zu nutzen, um für die Menschen am Oberrhein mit Innovationskraft und einer leistungsfähigen Wirtschaft auch künftig sichere Arbeitsplätze bei hoher Lebensqualität und im Einklang mit der Natur zu gewährleisten. Dazu wollen die Verantwortlichen aus Gesell- schaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft den Oberrhein als grenzüberschreitende Metro- polregion etablieren und sich als Einheit im Wettbewerb der Regionen präsentieren. Der Oberrhein will sich daher künftig international als wirtschaftliche und technologische Spitzen- region positionieren. Mit Professor Hubert Burda hat sich ein namhafter Vertreter der Wirt- schaft an die Spitze der Initiative gesetzt. Diese Zielsetzung ist als Leitbild Grundlage der Arbeit einer Ad-hoc-Gruppe „Trinationale Metropolregion Oberrhein“ der Oberrheinkonferenz, die seit Oktober 2007 wieder die Feder- führung im Metropolregionen-Prozess an sich genommen hat. Ziel ist die Zusammenführung und Abstimmung der verschiedenen Initiativen und Aktivitäten im Bereich der Oberrheinkon- ferenz zur Entwicklung der „Trinationalen Europäischen Metropolregion Oberrhein“. Die Ar- beitsgruppe setzt sich aus über 80 Akteuren der Säulen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Hochschulen und Zivilgesellschaft aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland zusam- men. Mit dem 11. Dreiländerkongress am 11. Januar 2008 soll der Prozess des Oberrheins hin zu einer „Trinationalen Europäischen Metropolregion“ als europäischem Modell für Entwicklung und Zusammenarbeit offiziell gestartet werden, indem die Organisationsstrukturen für die künftige Arbeit geschaffen werden. Zudem sollen die Zielstellungen und Repräsentanten der Säulen Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik beschlossen werden. Darüber hinaus haben die Städte des badischen Städtenetzes in Zusammenarbeit mit den Regionalverbänden im Oktober 2007 beim Bund einen Antrag im Rahmen des Modellvorha- Ergänzende Erläuterungen Seite 4 bens für Raumordnung (MORO) eingereicht, der auch von den Regierungspräsidien Frei- burg und Karlsruhe sowie über das Präsidium der Oberrheinkonferenz von den Partnern in Rheinland-Pfalz, Frankreich und der Schweiz unterstützt wird. Neben der Weiterentwicklung der institutionellen Kooperation liegt ein weiterer Schwerpunkt in der Ausgestaltung der Ver- kehrsinfrastruktur, insbesondere für den Schienenverkehr. Mit einer Entscheidung des Bun- des wird bis Ende 2007 gerechnet. Sachstand nach Norden: Kooperationsvertrag Metropolregion Rhein- Neckar/TechnologieRegion Karlsruhe Die Region Rhein-Neckar und die TechnologieRegion Karlsruhe arbeiten als Nachbarn be- reits seit vielen Jahren eng zusammen. Gemeinsam mit den Partnern im Nordelsass werden im Zweckverband REGIO PAMINA grenzüberschreitende Fragen behandelt. Durch den Bei- tritt des Landkreises Germersheim zur TechnologieRegion Karlsruhe GbR im Jahr 2006 wurde den engen wirtschaftlichen, verkehrlichen und räumlichen Verflechtungen beider Teil- räume auch institutionell Rechnung getragen. Um die Zusammenarbeit auf eine noch umfassendere Basis zu stellen, haben die Technolo- gieRegion Karlsruhe und die Metropolregion Rhein-Neckar ein Kooperationsvereinbarung erarbeitet (s. Anlage). Ziel der Kooperationsvereinbarung ist es, den gemeinsamen Wirt- schafts- und Forschungsraum in seiner Entwicklung zu stärken und die regionale Zusam- menarbeit weiter zu fördern, um mittelfristig zu den fünf führenden Wirtschaftsräumen in Europa zu gehören. Die Metropolregion Rhein-Neckar und die TechnologieRegion Karlsruhe vereinbaren hierzu, partnerschaftlich miteinander zu kooperieren, ihre Stärken zu bündeln, wo immer möglich, gemeinschaftlich im weltweiten Wettbewerb der Regionen aufzutreten und die sich gegen- seitig ergänzenden Potenziale beider Regionen zum Nutzen beider Teilräume zusammenzu- führen. Netzwerke sollen verknüpft, gebündelt und Synergien genutzt werden. Besonders hervorgehoben wird die Zusammenarbeit von Netzwerken und Clusterkooperationen in den Zukunfts- und Schlüsselkompetenzen Nanotechnologie sowie Informations- und Kommuni- kationstechnologie. Darüber hinaus soll zur Gewinnung von wissenschaftlichen Spitzenfach- kräften zusammengearbeitet werden. Die Kooperation mit der Metropolregion Rhein-Neckar ist damit ein wichtiger Schritt zur Stärkung und Positionierung der TechnologieRegion Karls- ruhe im internationalen Maßstab und auf der Karte der europäischen Innovationsförderung. Der Planungsausschuss des Regionalverbands hat am 21. Februar 2007 darüber hinaus beschlossen, die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen der Südpfalz und dem Mitt- leren Oberrhein über einen neuen raumordnerischen Vertrag zwischen dem Verband Region Rhein-Neckar und dem Regionalverband Mittlerer Oberrhein fortzuführen. Zweck dieses Vertrages ist es, die grenzübergreifende Zusammenarbeit, insbesondere zwi- schen den Räumen Mittlerer Oberrhein und Südpfalz zu unterstreichen. Die vertragliche Zusammenarbeit soll die kontinuierliche Zusammenarbeit bei der Raumordnung, bei der Regionalplanung und -entwicklung gewährleisten. Der Verband Region Rhein-Neckar wird sich nach Anerkennung als Metropolregion auf ab- sehbare Zeit selbst als Metropolregion finden und positionieren müssen. In dieser Phase ist eine räumliche Erweiterung der gerade gebildeten Metropolregion schwer zu erreichen. Eine Erweiterung der Metropolregion Rhein-Neckar nach Süden ist deshalb von den dortigen Entscheidungsträgern derzeit noch nicht gewünscht, wird aber für die Zukunft nicht ausge- schlossen. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 Eine Integration der TechnologieRegion Karlsruhe in die Metropolregion Rhein-Neckar - bei- spielsweise über die Öffnungsklausel der Ministerkonferenz für Raumordnung - ist auch vor diesem Hintergrund nicht zu empfehlen. Vielmehr ist die beschlossene Zusammenarbeit Ausdruck der gegenseitigen Wertschätzung zweier gleichwertiger und -berechtigter Partner. Anlage: „Kooperationsvereinbarung zwischen der Metropolregion Rhein-Neckar und der Techno- logieRegion Karlsruhe GbR“ Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Der Gemeinderat nimmt die Vorlage zustimmend zur Kenntnis und begrüßt 1. die Aktivitäten zur Gründung einer „Trinationalen Europäischen Metropolregion Oberrhein“ als eine Grundlage für die weitere Entwicklung des Oberrheins und un- terstützt die Position einer Evaluierung sowie ggf. der Neuordnung und Eingliede- rung bestehender, grenzüberschreitend arbeitender Institutionen in eine gesamt- oberrheinische Arbeits- und Organisationsebene. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass die kommunalen Gebietskörperschaften in der künftigen Organisation angemessen vertreten sind. Die Anerkennung des Oberrheinraumes als „Trinatio- nale Europäische Metropolregion“ und ihre inhaltliche Ausfüllung ist ohne die aktive und mitverantwortliche Beteiligung der großen Städte nicht sinnvoll möglich. 2. die Unterzeichung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der TechnologieRegi- on Karlsruhe und der Metropolregion Rhein-Neckar. Der Gemeinderat sieht hierin die Grundlage einer intensiven Zusammenarbeit zweier gleichberechtigter, wirt- schaftlich bedeutender europäischer Innovationsregionen, die sich in komplementä- ren Wirtschafts- und Forschungsprofilen hervorragend ergänzen. Vor dem Hinter- grund der sich in der Diskussion befindlichen Ausgestaltung der künftigen europäi- schen Förder- und Strukturpolitiken sind die Möglichkeiten einer weiteren Intensi- vierung der Zusammenarbeit durch die Verwaltung kontinuierlich zu prüfen und zu unterstützen. Hauptamt - Sitzungsdienste - 30. November 2007
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Kooperationsvereinbarung zwischen der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar und der TechnologieRegion Karlsruhe GbR Stand 29.11.07 Die Metropolregion Rhein-Neckar und die TechnologieRegion Karlsruhe zählen zu den wirtschaftsstärksten, forschungsintensivsten und innovationsfreudigsten Regio- nen Europas. Der Raum weist mit einem Bruttoinlandsprodukt von 102 Milliarden Euro eine Wirtschaftskraft auf, die die einzelner EU-Mitgliedsstaaten bei weitem übertrifft. Hohe Lebensqualität und außergewöhnliche Kultureinrichtungen prägen den Raum und bieten den mehr als 3,4 Millionen Einwohnern ein herausragendes Lebens- und Arbeitsumfeld. Im internationalen Wettbewerb um Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg und damit Arbeitsplätze und Wohlstand für die Menschen, sind heute Regionen mit ihren Städ- ten als Motoren der wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, sozialen und gesellschaftli- chen Entwicklung die entscheidenden Schlüsselgrößen. Nicht zuletzt die Neuausrich- tung in der EU-Förderpolitik dokumentiert dies: Mit der Lissabon-Strategie der Euro- päischen Union mit dem Ziel, Europa zum stärksten wissensbasierten Wirtschafts- raum weltweit auszubauen, setzt Brüssel auf die enge Verknüpfung der Forschungs-, Innovations- und Regionalentwicklungsförderung. Zudem wird dem regionalen Wett- bewerb eine zentrale Rolle in der europäischen Wissen- und Innovationsgesellschaft zugewiesen. Der Partnerschaft zwischen Regionen wird eine besondere Bedeutung zugemessen. Aber auch einzelne Unternehmen, Forschungsinstitutionen und Kultureinrichtungen stehen heute mehr denn je im europäischen und im internationalen Wettbewerb. Nicht zuletzt deshalb ist die Erkenntnis in Wirtschaft, Forschung, Kultur und Politik gewachsen, dass Regionen und ihre Akteure in diesem Wettbewerb nur erfolgreich bestehen können, wenn alle Kräfte gebündelt werden und Cluster in Wirtschaft sowie Forschung und Entwicklung initiiert und über gemeinsame Projekte ausgestaltet wer- den. Die komplementären Wirtschafts- und Forschungsstrukturen der Metropolregion Rhein-Neckar und der TechnologieRegion Karlsruhe ergänzen sich in hervorragen- der Weise. Mit der Universität Karlsruhe und dem Karlsruhe Institute of Technology wird die TechnologieRegion Karlsruhe zu den führenden Forschungsregionen welt- weit zählen und in Augenhöhe mit Einrichtungen wie dem MIT konkurrieren können. Mit BASF und SAP wirken einige der weltweit führenden Unternehmen ihrer Bran- chen in der Metropolregion Rhein-Neckar. Beiden Teilräumen eröffnen sich dadurch in Zukunftstechnologien wie der Nanotech- nologie, der Verfahrenstechnik, der Informations- und Kommunikationstechnologie, 2 dem Automotive-Sektor, den Life Sciences sowie in weiteren Bereichen ausgezeich- nete Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Hinblick auf die Unterstützung der Ver- besserung der wirtschaftlichen Kontakte, der gemeinsame Weiterentwicklung ihrer Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur sowie im Bereich des Technologietrans- fers. Beide Regionen arbeiten dort wo sie aneinander grenzen bereits seit vielen Jahren eng zusammen. Mit den Partnern im Nordelsass werden im Zweckverband REGIO PAMINA grenzüberschreitende Fragen behandelt. Auf der Grundlage der Kooperati- on zwischen dem Regionalverband Mittlerer Oberrhein und der damaligen Planungs- gemeinschaft Rheinpfalz und deren Fortschreibung in einem raumordnerischen Ver- trag zwischen dem Regionalverband Mittlerer Oberrhein und dem Verband Region Rhein-Neckar wird eine enge Zusammenarbeit in raumordnerischen und regionalpla- nerischen Fragen sichergestellt. Durch den Beitritt des Landkreises Germersheim zur TechnologieRegion Karlsruhe GbR 2006 wurde den engen wirtschaftlichen, verkehr- lichen und räumlichen Verflechtungen dieser beider Teilräume auch institutionell Rechnung getragen. Vor diesem Hintergrund vereinbaren die Metropolregion Rhein-Neckar und die Tech- nologieRegion Karlsruhe partnerschaftlich miteinander zu kooperieren, ihre Stärken zu bündeln und wo immer möglich, gemeinschaftlich im weltweiten Wettbewerb der Regionen aufzutreten. Ziel ist es, den gemeinsamen Wirtschafts- und Forschungs- raum in seiner Entwicklung zu stärken, die regionale Zusammenarbeit weiter zu för- dern, um mittelfristig zu den führenden Wirtschaftsräumen in Europa zu gehören. Beide Regionen bekennen sich zu einer engen Abstimmung und Zusammenarbeit in allen Fragen der gemeinsamen Entwicklung. Die Partner sind offen für die Mitarbeit weiterer Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft und werben um deren Unterstützung. Beide Partner initiieren und unterstützen gemeinsam die Durchführung von bilatera- len Kooperationsprojekten. In dieser Kooperationsvereinbarung sind zunächst drei Kooperationsfelder benannt, auf denen sich diese Kooperation in konkreten Projek- ten bewähren soll. Darüber hinaus werden die bestehenden Kontakte, z.B. in den Bereichen Kultur, Kreativwirtschaft, Automotiv-Networking u.a., intensiviert und da- raufhin überprüft, ob weitere konkrete Kooperationsprojekte initiiert werden können. Dr. Eva Lohse Heinz Fenrich Professor Dr. Claus E. Heinrich Oberbürgermeisterin Oberbürgermeister Vorsitzender Stadt Ludwigshafen Stadt Karlsruhe Zukunft Metropolregion Vorsitzende Verband Vorsitzender Rhein-Neckar e. V. Region Rhein-Neckar TechnologieRegion Karlsruhe GbR 3 Anlage zur Kooperationsvereinbarung Kooperationsfeld IT- und Medienunternehmen Zwei regionale Netzwerke, CyberForum e.V. und das IT-Netz Rhein-Neckar, vertre- ten die regionale IT- und Medienbranche in der Technologieregion Karlsruhe und der Metropolregion Rhein-Neckar. Im Verbund mit den lokalen Wirtschaftsförderungsein- richtungen leisten die beiden stark unternehmerisch geprägten Netzwerke einen wichtigen Entwicklungsbeitrag in der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wis- senschaft. Sie unterstützen Forschungs- und Innovationsaktivitäten von der Ideenfin- dung über die Planung und Durchführung von IT-Projekten sowie dem Transfer der Ergebnisse. Beide Netzwerke erreichen rund 5.000 Menschen in der Region Karlsru- he / Rhein-Neckar. IT-Netz Rhein-Neckar Das IT-Netz Rhein-Neckar startete im Juni 2007 mit dem Expertenworkshop IT-Netz- Rhein-Neckar. Rund 50 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung, darunter auch Vertreter des Cyberforums Karlsruhe e.V., diskutierten zukünftige Maßnahmen in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Medien- und IT-Projekte, Kommunikation, öffentliche Förderung sowie Innovation und Technologie. Das IT- Netz, das insgesamt rund 3.000 Mitglieder in der Metropolregion erreicht, formiert sich aus drei etablierten Vereinen und verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele: IT-Forum Rhein-Neckar e.V. Gesellschaft für Informatik e.V. VDE Kurpfalz e.V. Ziel ist eine nachhaltige Positionierung und Profilierung der Metropolregion Rhein-Neckar in der Medien- und IT- Branche. Förderung der Wirtschaft, Beschäftigung, (Aus-) Bildung und Technik im Bereich Anwendung von IKT CyberForum e.V. Der gemeinnützige Verein wurde 1997 als Private-Public-Partnership in Karlsruhe gegründet und zählt heute mit über 600 Mitgliedern zu den größten und erfolgreichs- ten Netzwerken in Deutschland. Für die Mitglieder bietet der Verein eine große Aus- wahl an Möglichkeiten zur Wissensvermittlung, zum Wissensaustausch und NetWor- king-Events. Zur Wissensvermittlung dient einerseits ein umfangreiches Angebot an interessanten Workshops, andererseits aber auch verschiedene Formen persönlicher Kontaktmöglichkeiten, wie z. B. Networking-Treffen, Patenrunden, Kongresse und Round-Table-Gespräche. 4 Einzelmaßnahmen: 1. Gemeinsame Projekte der Initiativen Die wechselseitige Mitgliedschaft von CyberForum e.V. und IT-Forum Rhein- Neckar e.V. garantiert den regelmäßigen Informationsaustausch zwischen den Regionen in den Bereichen IuM. 2. Ausgewählte regionalübergreifende Projekte der Mitglieder der Initiativen Software-Entwicklung Seit 2005 wird in einer Allianz zwischen Netviewer GmbH, Karlsruhe und Fasihi GmbH, Ludwigshafen, Software in einem Produkt der Fa. Fasihi auf dem Markt angeboten. Die Netviewer-Software erweitert die Anwendungsmöglichkeiten in Video- und Online-Konferenzen. Die Einsatzgebiete sind Meetings, Chat, Support, Filetrans- fer, Online-Schulungen usw. Unternehmenskooperation Com Center Rhein-Neckar und Com Center Karlsruhe sind zwei eigenständige Niederlassungen eines Franchise-Unternehmens im Bereich des IT-Trainings und der Personalentwicklung. Im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit werden Dienstleistungen und Kunden flexibel zwischen beiden Standorten vermittelt. Heidelsat - Kooperation zwischen SRH Hochschule Heidelberg und dem For- schungszentrum Karlsruhe Dieses Projekt hat als wissenschaftliches Ziel kosmische Strahlen in einer Höhe von ca. 400km über der Erde zu messen, um mit Hilfe der ausgewerteten Daten Aussagen zur Klimaveränderung treffen zu können. Gesellschaftliches Ziel ist es, an den Schulen der Region Begeisterung für Na- turwissenschaften zu wecken. Von einer Bodenstation aus, die im September 2007 in Betrieb gehen wird, soll Kommunikation zum Satelliten hergestellt und mit der Internationalen Raumstation ISS Funkkontakt aufgenommen werden. Der Satellit soll im September 2009 ins All gebracht werden. Das Forschungszent- rum Karlsruhe ist an dem Kooperationsprojekt beteiligt. 5 Kooperationsfeld Nanotechnologie Vertreten durch ihre lokalen Wirtschaftsförderungseinrichtungen setzen sich die geo- graphisch benachbarten Wirtschaftsregionen Karlsruhe und Rhein-Neckar für den Technologie- und Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und gewerblichen Unter- nehmungen ein. Die Themen der Nanotechnologie spielen hierbei eine Schlüsselrol- le. In beiden Regionen sind eine Vielzahl national und international maßgeblicher Forschungsinstitutionen und Unternehmen angesiedelt, die sich auf diesem Innovati- onsfeld bewegen. Das Netzwerk Nanotechnologie der Metropolregion Rhein-Neckar hat im Juli 2007 bereits zum dritten Mal Unternehmen aus der Region die Chance geboten, die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Nanotechnologie kennen zu lernen und sich aktiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen. So konnte ein Netz- werk zwischen Forschung, Lehre und Industrie etabliert werden, das es nun gilt, wei- ter auszubauen. Das Deutsche NanoValley Die beiden regionalen Netzwerkvorhaben werden zusammengeführt, einheitlich ko- ordiniert sowie national und international öffentlichkeitswirksam präsentiert und ver- marktet. Die künftige gemeinsame Geschäftsstelle wird im Forschungszentrum Karls- ruhe bei der Geschäftsstelle von NanoMat e.V. angesiedelt und die Aktivitäten koor- dinieren. Die gemeinsame Vermarktung der zwei benachbarten Regionen der Nano- technologie soll unter einem schlagkräftigen Markenlabel wie etwa "The German Na- noValley" bzw. im Internet unter der URL www.nanovalley.de umgesetzt werden. Einzelmaßnahmen 1. Zusammenführung des "Nanoforums" (Technologieregion Karlsruhe) und des "Netzwerks Nanotechnologie" (Metropolregion Rhein-Neckar). Konstituierung des "NanoValley" in Zusammenarbeit mit den regionalen Wirtschaftsförderungsein- richtungen. Veranstaltung von strategischen Workshops in Karlsruhe (NanoMat) und Lud- wigshafen (BASF). 2. Internationale Präsentation des "NanoValley" in Verbindung von Wissenschafts- und Regionen-Marketing. Erstellung einer englischsprachigen Werbebroschüre sowie der WebSite www.nanovalley.de zur Ansprache potentieller Kooperationspartner (For- schungseinrichtungen), Investoren und Auftraggeber (Unternehmen) aus den europäischen Zielregionen. Entwicklung eines Messeauftritts und Erstvorstellung des NanoValley auf der Messe MiNaT in Stuttgart 2008. Alternativ: Präsentation des NanoValley im 6 Zusammenhang mit einer Messe außerhalb Deutschlands (nach Absprache zwischen den Projektpartnern). Veranstaltung von Workshops mit dem an der Universität Bordeaux koordi- nierten Europäischen Exzellenznetzwerk FAME (Functionalized Advanced Materials & Engineering) unter Federführung des Fraunhofer Verbunds Nano- technologie. Veranstaltung des internationalen Messekongresses "Nanofair - New Ideas for Industry" in Karlsruhe mit dem Themenbezug "Nanotechnologie in Europa, USA und Asien". Der Messekongress soll dem BMBF zugleich als Evaluie- rungsplattform für das Gesamtvorhaben "Marketingmaßnahmen im Technolo- giefeld Nanotechnologien" dienen. 7 Kooperationsfeld Wissenschaftseinrichtungen 1. Für die weitere Entwicklung der Wissenschaftseinrichtungen in der Metropolregi- on Rhein-Neckar sowie der TechnologieRegion Karlsruhe ist es unabdingbar, Spitzenforscher zu gewinnen. In vielen Fällen machen Spitzenkräfte ihre Ent- scheidung davon abhängig, ob es entsprechende Beschäftigungsmöglichkeiten für den Lebenspartner gibt. Sowohl die Universität Karlsruhe als auch die Wissenschaftseinrichtungen in der Metropolregion Rhein-Neckar haben dazu entsprechende Programme aufgelegt bzw. planen solche aufzulegen. Für die Einrichtungen in der Metropolregion Rhein-Neckar führt die MRN GmbH diese Programme als Shared Service durch. Die Universität Karlsruhe und die MRN GmbH vereinbaren, sich gegenseitig bei der Vermittlung von adäquaten Beschäftigungsmöglichkeiten für die Lebens- partner von Spitzenforschern zu unterstützen. Die Universität Karlsruhe kann da- zu den Prozess der MRN GmbH für die Vermittlung entsprechender Stellen nut- zen. Ebenso unterstützt die Universität Karlsruhe Vermittlungsanfragen aus der Metropolregion Rhein-Neckar über ihr Netzwerk. 2. Darüber hinaus streben die Metropolregion Rhein-Neckar und die Universität Karlsruhe die Förderung von Ausgründungen an. Mittelfristig sollen hier Gründern gemeinsame Dienstleistungen (wie zum Beispiel im Bereich Verwaltung) als Shared Services angeboten werden.