Antrag GRÜNE: Wirtschaftsprofil Karlsruhe
| Vorlage: | 18970 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 06.11.2007 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
ANTRAG Stadtrat Klaus Stapf (GRÜNE) GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 9. Oktober 2007 Gremium: Termin: Vorlage Nr.: TOP: 44. Plenarsitzung des Ge- meinderates 13.11.2007 1175 11 öffentlich Wirtschaftsprofil Karlsruhe Die Stadt Karlsruhe stellt ihre Position zur Ausrichtung der Wirtschaftsförderung der aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Schwerpunkte und Schlüsseltechnologien mit dem Ziel eines klaren Profils für den Wirtschaftsstandort Karlsruhes dar. Dazu gehören auch Konzept und Maßnahmen zur Abstimmung und Beteiligung besonders der kommunalen Akteure vor Ort. Im Oktober 2005 erhielt die GRÜNE-Fraktion innerhalb eines Antrags die Auskunft, dass die Schlüsseltechnologien in Karlsruhe die Bereiche Elektrotechnik und IT sei- en. Diese Festlegung stammt aus den 1980er-Jahren. Eine Neubewertung hatte der ehemalige Wirtschaftsbürgermeister Groh in einem späteren Gespräch in Aussicht gestellt. Während die Bedeutung der IT sogar zugenommen hat, hat sich das Gesicht der Un- ternehmen im Bereich Elektrotechnik sehr verändert. Die Produktion hat deutlich ab- genommen, Engineering - auch als Dienstleistung - steht häufig im Vordergrund. Gestärkt gehen dagegen Bereiche wie Energie, Miniaturisierung (Nanotechnologie), Kreislaufwirtschaft (Recycling) oder Gesundheit aus der Entwicklung der letzten Jah- re hervor. Die Karlsruher Wirtschaftsförderung würdigt inzwischen viele dieser Entwicklungen in ihrer Arbeit. Was fehlt, ist aber weiter die Zusammenfassung und nach innen wie außen gerichte- te Darstellung eines Wirtschaftsprofils für Karlsruhe. Sachverhalt/Begründung: Seite 2 von 2 __________________________________________________________________________________________ Dies könnte sowohl das Marketing des Wirtschaftsstandortes Karlsruhe unterstützen als auch bei Entscheidungen im Bereich der Wirtschaftsförderung, bei der Stadtpla- nung oder bei bestimmten gesamtstädtischen Entscheidungen helfen. Selbstverständlich sollte dieses Profil mit der Positionierung der Region, mit dem Messe- und Kongressgeschäft und dem Stadtmarketing abgestimmt sein. Eine klare Ausrichtung hätte auch Vorteile für ansässige oder ansiedlungswillige Un- ternehmen, z. B. zur Bildung von Clustern und anderen Arten der Zusammenarbeit und ebenso zur Orientierung der Aus- und Weiterbildung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. unterzeichnet von: Klaus Stapf Hauptamt - Sitzungsdienste - 2. November 2007
-
Extrahierter Text
STELLUNGNAHME zum Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 09.10.2007 eingegangen: 09.10.2007 Gremium: 44. Plenarsitzung des Gemein- derates Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 13.11.2007 1175 11 öffentlich Dez. 4 Wirtschaftsprofil Karlsruhe Stellungnahme des Bürgermeisteramtes - Kurzfassung - Die Wirtschaftsförderung berichtet über ihre Aktivitäten zur Entwicklung und Profil- schärfung des Standortes Karlsruhe regelmäßig im Wirtschaftsförderungsausschuss. Dies umfasst: a) die Ausrichtung der Stadt Karlsruhe und ihrer Wirtschaftsförderung hinsichtlich des Wirtschaftsstandortes b) die Entwicklung des Wirtschaftsprofils c) die Darstellung nach innen und außen d) die Vernetzung mit kommunalen und regionalen Akteuren Die Verwaltung empfiehlt dem Gemeinderat den Antrag in den Wirtschaftsförde- rungsausschuss zu verweisen und dort vertieft zu behandeln. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: - - Ergänzende Erläuterungen: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 von 4 a) Ausrichtung der Stadt Karlsruhe und ihrer Wirtschaftsförderung hinsichtlich des Wirtschaftsstandortes Für die Fortsetzung der erfolgreichen Entwicklung Karlsruhes ist es wesentlich, dass zukunftssichernde Rahmenbedingungen geschaffen und unternehmerische Expansi- onen am Standort gefördert werden. Daraus folgt für die Stadt Karlsruhe, bestehen- den und ansiedlungswilligen Unternehmen bestmögliche Rahmenbedingungen zur Unterstützung anzubieten. Der Wettbewerb um Unternehmen hat sich dabei nicht nur regional und national, sondern auch international deutlich verschärft. Es gilt hier, die Möglichkeiten der kommunalen Einflussnahme möglichst optimal zu nutzen. Zu den Kernaufgaben der Wirtschaftsförderung Karlsruhe gehören Bestandspflege, Ansiedlung und Förderung der Unternehmensgründungen, aber auch Maßnahmen zur Erhöhung der Investitionsbereitschaft, der Vernetzung der Unternehmen unterei- nander und mit wissenschaftlichen Einrichtungen vor Ort sowie der internationalen Positionierung des Wirtschaftsstandortes. Einer verantwortungsbewussten Gewerbe- flächenvorsorge kommt hierbei eine zentrale Rolle zu. Weiteres Handlungsfeld ist die Sicherung des Dienstleistungsstandortes als Oberzentrum der TechnologieRegion Karlsruhe. Die Aufgaben greifen in alle Bereiche der Stadtverwaltung. Kundenorien- tierung und -nutzen sind daher oberste Handlungsprämisse. Die Wirtschaftsförde- rung wird auch weiterhin kontinuierlich daran arbeiten, die Stadt Karlsruhe als wirt- schaftsfreundlichen Standort zu profilieren. Dafür ist die Unterstützung aller Akteure in der Politik und der Verwaltung unerlässlich, die zur Stärkung der Rahmenbedin- gungen immer wieder eingefordert werden muss. Gegenüber den Unternehmen ist die Wirtschaftsförderung anerkannter kunden- und serviceorientierter Ansprechpart- ner. b) Entwicklung des Wirtschaftsprofils Die Profilbildung des Wirtschaftsstandortes Karlsruhe gewinnt im zunehmenden Wettbewerb der Regionen an Bedeutung. Seit geraumer Zeit setzt die Wirtschafts- förderung dabei in den Branchenschwerpunkten resp. Zukunftstechnologien gezielt auf die Identifizierung, die Initiierung und das Management von Clustern. Diese Aktivitäten tragen zur Stärkung der Unternehmen vor Ort sowie zu ihrer Ver- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 von 4 zahnung mit Partnern aus Wissenschaft, Ausbildung und Wirtschaft bei und sind ein wichtiges Instrument des Standortmarketings. Tiefgreifende Veränderungen durch den Einsatz neuer Technologien in den Schlüs- selbranchen wie Elektrotechnik, Maschinenbau, Fahrzeugbau oder Energietechnik in den letzten Jahren erfordern Flexibilität und Innovationskraft; sie bieten aber auch Chancen und großes Wachstumspotenzial. Neue Berufe entstehen mit neuen Anfor- derungen an Hochschulen und Ausbildung. Die Herausforderung in diesem Bereich liegt vor allem auch in der Gewinnung von Fachkräften für Karlsruhe. Hierbei ist eine enge Kooperation mit dem Stadtmarketing erforderlich. c) Darstellung nach innen und außen Die Wirtschaftsförderung Karlsruhe stellt mit gezielten Maßnahmen das Wirt- schaftsprofil des Standortes sowohl im Innen- als auch Außenmarketing dar. Die Maßnahmen können hier nur schlaglichtartig angerissen werden. 1. Informations- und Imagemedien o Standortinformationen (dt./engl./frz.) als Print und CD, Onlineprodukt (außen) o Wirtschaftsspiegel (aktueller Schwerpunkt: Gesundheitswirtschaft) (innen und außen) o Wirtschaftsbrief (vor allem nach innen) 2. Netzwerke (regional/international) o Cyberforum o Automotive Engineering Network Südwest AEN o Nanoforum/Nanofair o Energieforum o PAMINA-Club der Wirtschaftsförderer o NICE PAMINA o CLOE Clusters linked over Europe o CLUNET Ergänzende Erläuterungen Seite 4 von 4 3. Messen und Veranstaltungen In der regionalen Zusammenarbeit wird eng mit der TechnologieRegion Karlsruhe, insbesondere über den TRK-Arbeitskreis Wirtschaftsförderung, bei Veranstaltungen wie der TRK-Präsentation in Brüssel im September 2007 oder mit Partnern aus der TechnologieRegion Karlsruhe auf der Immobilienmesse-Präsentation Expo Real zu- sammengearbeitet. Grenzüberschreitend werden im Wirtschaftsraum PAMINA aus dem bereits seit nunmehr zehn Jahren existierenden PAMINA-Club der Wirtschaftsförderer deutsche und französische Projekte im Bereich gemeinsame Standortentwicklung und -vermarktung erarbeitet. d) Vernetzung der kommunalen Akteure Maßnahmen der Wirtschaftsförderung werden im Zusammenwirken mit einer Viel- zahl von kommunalen und regionalen aber auch internationalen Partnern abgestimmt und weiterentwickelt. Diese Fokussierung bildet ebenfalls eine wesentliche Basis für städtische Entscheidungen zur Standortentwicklung. Unterstützt wird dies aktuell insbesondere durch das derzeit in Arbeit befindliche Gewerbeflächengutachten 2020. Hierin werden die zukünftig zu erwartenden Wachstumsentwicklungen der für Karls- ruhe maßgeblichen Branchen auf die erforderliche Bereitstellung geeigneter Gewer- beflächen für dynamisches Unternehmenswachstum und damit der Zukunftssiche- rung der Stadt Karlsruhe untersucht und entsprechende Handlungsempfehlungen formuliert. Ein weiteres Instrument hierfür ist das Einzelhandels-Gutachten als Grundlage für die Innenstadt- und Einzelhandels-Strategien. Über die Aktivitäten zur Profilschärfung des Wirtschaftstandortes Karlsruhe wird re- gelmäßig im Wirtschaftsförderungsausschuss berichtet, die hier nur angerissen Themen sollten dort nochmals vertieft werden.