Eckpunkte für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe

Vorlage: 18647
Art: Beschlussvorlage
Datum: 18.09.2007
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Daxlanden, Durlach, Nordweststadt, Rüppurr

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 25.09.2007

    TOP: 9

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Gemeinderatsvorlage aktuelle Eckpunkte kommunaler Sozialpolitik
    Extrahierter Text

    BESCHLUSSVORLAGE STADT KARLSRUHE Der Oberbürgermeister Gremium: 42. Plenarsitzung des Gemein- derates Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 25.09.2007 1107 9 Dez. 3 Eckpunkte für die kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe Beratungsfolge Sitzung am TOP ö nö Ergebnis Sozialausschuss 11.07.2007 5 X Kenntnisnahme und Empfehlung Gemeinderat 25.09.2007 9 Antrag an den Gemeinderat Es wird um zustimmende Kenntnisnahme und folgende Beschlüsse gebeten: - Die beschriebenen Leitziele und grundsätzlichen Weiterentwicklungsperspektiven sind als Grundlage für die Diskussion und Konkretisierung mit den zu beteiligen- den Gestaltungspartnern zu nutzen, - Das Seniorenbüro der Stadt Karlsruhe ist um 1,5 Fachstellen für die gezielte För- derung der zukünftigen offenen Seniorenarbeit auszubauen. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Personalaufwendungen 94.350,00 Euro ---- 94.350,00 Euro 94.350,00 Euro Haushaltsmitel stehen nicht zur Verfügung. Stellenschaffungen sind nur durch Umschichtungen möglich. Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit Ergänzende Erläuterungen Seite 2 von 3 Der beiliegende Bericht „Aktuelle Eckpunkte für eine kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe“, Juli 2007, verfolgt vier zentrale Ausrichtungen. Er möchte - den breiten öffentlichen Diskurs um die neuen Leitziele der Eigenvorsorge und des privaten, halbprivaten sozialen Miteinanders einer zukunftsweisenden Senio- renpolitik - umgesetzt in vielfältige Handlungsansätze in allen Bereichen der Se- niorenunterstützung - mit befördern, - die Rolle und Funktionen der Stadt für die zukünftigen Strukturentwicklungen herausstellen, - einen Informationsüberblick geben über die aktuellen Weiterentwicklungsthemen in den konkret bestehenden Unterstützungsfeldern hier in Karlsruhe und - die Notwendigkeit für die Stellenausstattung mit 1,5 Fachkräften im Seniorenbüro für die Förderung der zukünftigen offenen Seniorenarbeit begründen. Die deutlichen demographischen und sozial-strukturellen Veränderungen in Deutschland müssen „nicht (nur) befürchtet“ werden, sondern sind frühzeitig mit kon- struktiven Lösungsstrategien aufzugreifen. Werden die Potenziale der älteren Gene- ration in den Mittelpunkt gestellt, rücken auch neue Ausrichtungen im Umgang mit alten Menschen und neue Gestaltungsfelder sowie Unterstützungsformen für alle Beteiligten ins Blickfeld. Neben die Fürsorge für hilfe- und pflegebedürftige alte, Ergänzende Erläuterungen Seite 3 von 3 hochbetagte Menschen treten die Förderung der Prävention, der sozialen und kultu- rellen Aktivität und das generationsübergreifende Miteinander als zentrale Leitziele einer zukunftsweisenden Seniorenpolitik hinzu. Die Zielgruppe der „jüngeren Alters- generationen“ rückt in den Vordergrund. Der Bericht möchte für diese Zielausrichtung motivieren und die Arbeitsgrundlage für die kommunalen Handlungsstrategien festlegen. Der kommunalen Ebene kommt für diese Leitziele eine wichtige beratende, vernetzende, moderierende und steuernde Funktion zu. Dieses Eckpunkte-Papier stellt die grundlegenden Argumentationslinien dar im Sin- ne eines „Einstiegs-Papiers“ in die gemeinsame Diskussion mit allen Gestaltungs- partnern um die näheren Inhalte und Konkretisierungen der Leitziele und Weiterent- wicklungsperspektiven. Aufbauend auf diesen grundlegenden Eckpunkten kann die vertiefte Ausarbeitung der einzelnen Gestaltungsfelder in weiteren Schritten folgen. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat Es wird um zustimmende Kenntnisnahme und folgende Beschlüsse gebeten: - Die beschriebenen Leitziele und grundsätzlichen Weiterentwicklungsperspekti- ven sind als Grundlage für die Diskussion und Konkretisierung mit den zu betei- ligenden Gestaltungspartnern zu nutzen. - Das Seniorenbüro der Stadt Karlsruhe ist um 1,5 Fachstellen für die gezielte Förderung der zukünftigen offenen Seniorenarbeit auszubauen. Hauptamt - Sitzungsdienste - 17. September 2007

  • Deckblatt aktuelle Eckpunkte kommunale Sozialpolitik
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde | Seniorenbüro Aktuelle Eckpunkte für eine kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe Sozial- und Jugendbehörde Seniorenbüro Juli 2007 Kerstin Safian

  • Kurzfassung kommunale Eckpunkte Seniorenpolitik
    Extrahierter Text

    Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik – Kurzfassung Juli 2007 I Kurzfassung Die Lebensphase nach Abschluss des Berufslebens bzw. der familiären Erziehungs- aufgaben umfasst für eine wachsende Zahl von älteren Menschen heute 30 bis 40 Jahre: Eine lange Zeitspanne mit zahlreichen, unterschiedlichsten Herausforderun- gen und Gestaltungsaufgaben. Trotz dieser Vielfalt wurde mit dem vorliegenden Bericht der Versuch gewagt, eine übersichtliche Gesamtschau der wichtigsten Informationen und Eckpunkte für die zukunftsweisende kommunale Seniorenpolitik in Karlsruhe zu erstellen. Für den schnellen Leser sind im Folgenden die zentralen Aussagen und Empfehlun- gen dieses Berichtes zusammengefasst: A Anliegen Die gesellschaftliche Auseinandersetzung um einen konstruktiven, zukunftsweisen- den Umgang mit dem Älterwerden und dem Alter verändert und entwickelt sich deutlich weiter. Die Diskussionsinhalte auf der persönlichen, aber auch auf der Gestaltungsebene der Institutionen bis hin zur Politikebene, gewinnen einen neuen qualitativen Inhalt. Dass ältere, alte Menschen in Zukunft absolut und relativ eine wachsende Bevölkerungsgruppe sind, ist mittlerweile allbekanntes Faktum. Dass diese deutliche Veränderung auch entsprechende Anpassungsherausforderungen mit sich bringen wird für das gesamte Gesellschaftssystem, nicht nur für den sozialen Bereich, ist auch logisch ableitbar. Aktuell verstärken sich nun die Suche und Diskussion um Lösungsstrategien für die anstehenden Herausforderungen. Der vorliegende Bericht klinkt sich hier ein und möchte auf drei Ebenen wirksam sein. Er will: - einen breiten Verständigungsprozess über die generellen Verankerungen und Leitziele einer zukunftsweisenden Seniorenarbeit insgesamt und der kommunalen Seniorenpolitik mit anregen – als Basis für die konkreten Weiterentwicklungen in den vielfältigen Gestaltungsfeldern, getragen von den zahlreichen Gestaltungs- partnern, - einen Überblick geben über die bestehenden öffentlichen Unterstützungsstruktu- ren mit ihren anstehenden Themen und Entwicklungstrends sowie - daraus abgeleitet den aktuell zu klärenden notwendigen Einsatz von 1,5 Perso- nalstellen im Seniorenbüro begründen, damit die Absicherung und Qualifizierung des städtischen Einsatzes zur Förderung des sozialen Miteinanders und der Prä- vention in den so genannten fitten Altersjahren gewährleistet werden kann. Über die aktuelle Dringlichkeit einer kommunalen Seniorenpolitik und damit auch einem kommunalen Personal- und Finanzeinsatz kann man eventuell unterschiedli- cher Auffassung sein. Will man jedoch den gesetzlich verankerten Verpflichtungen der Kommune für die allgemeine Daseinsvorsorge für die Bürgerschaft, die Mitwir- kung im Rahmen des SGB XI und für die finanzielle, aber auch soziale Absicherung nach SGB XII nachkommen - und dies in einer nachhaltigen, effektiven und wirt- Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik – Kurzfassung Juli 2007 II schaftlichen Weise -, ist eine zukunftsorientierte, kommunale Seniorenpolitik ange- zeigt. Angesichts der wachsenden Zahl von Hochbetagten in den nächsten zwei Jahrzehnten sind heute schon alle Chancen für den Aufbau von präventiv wirkenden Strukturen zu nutzen. Das Risiko von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit abzumildern, ist nicht nur im Grundinteresse der älteren Generation, sondern macht sich auch durch eine reduzierte Quote der SGB XII-Leistungen, insbesondere der stationären Hilfe zur Pflege, „bezahlt“. Allein wenn für nur 2 % der heutigen Hilfebezieher der stationä- ren Hilfe nach SGB XII: 20 Personen eine Heimunterbringung um ein Jahr hinausge- zögert werden kann, ist das „Einsparpotenzial“ der SGB-XII-Leistungen bereits mit 208.000 Euro für dieses Jahr einzukalkulieren. Angesichts dem zu befürchtenden Belastungsanstieg der zukünftigen Altengeneration lohnt sich das gezielte Gegen- steuern auf jeden Fall. Es gilt, Erfolg versprechende Ideen, Modelle und konkrete Projekte zur Förderung der gesundheitlichen Stabilität, der sozialen alltagsunterstüt- zenden privaten Einbindung und der originären Selbsthilfe zu stärken und zu verbrei- tern. B Generelle Leitziele und Grundprinzipien Im Fokus der traditionellen Seniorenarbeit und Altenhilfe stand schwerpunktmäßig die Fürsorge für hilfe- und pflegebedürftige, meist hochbetagte alte Menschen. Dieses Leitbild ist auch zukünftig eine zentrale Ausrichtung. Es treten jedoch die Leitbilder der Unterstützung der eigenen frühzeitigen Vorsorge und der Eigensorge bzw. Eigengestaltung als gleichwertige Grundprinzipien hinzu: Ausgehend von einer neuen, differenzierten und konstruktiven Sichtweise des Alters und des Alterns gilt es, die Eigenverantwortung und die vielfältigen Gestal- tungsmöglichkeiten für die finanzielle, gesundheitliche und soziale Vorsorge des Einzelnen einschließlich seiner privaten sozialen Netze für die qualitätsvolle Lebensgestaltung im Alter anzuerkennen und stringent in Sprache, Haltung und Ausgestaltung von Unterstützung zu fördern. Auch ältere Menschen sind gefordert, sich mit den Veränderungen ihrer Lebenswelt auseinanderzusetzen, ständig Neues zu lernen und neue Bewältigungsstrategien für ihren Lebensalltag nutzbringend zu entwickeln und zu integrieren. Der verstärkte, gezielte Blick auf die gegebenen Potenziale auch im Alter für sich selbst und in Bezug auf die ältere Gruppe insge- samt macht hierzu Mut. Die ältere Generation bringt sich heute schon im familiären, nachbarschaftlichen und ehrenamtlichen Bereich hilfreich ein. Ihre Einsätze und Potenziale für das generationsübergreifende, alltagsunterstützende soziale Miteinander und damit die soziale Stabilität unserer Gesellschaft sind jedoch deutlicher zu würdigen und zu stärken. Es lohnt sich, die fördernden Rahmenbe- dingungen für das bürgerschaftliche Engagement gerade auch durch Ältere für Ältere gezielt und flächendeckend auf breiter Basis auszubauen. Diese Leitziele der Stärkung des eigenen Handelns der älteren Menschen mögen auf den ersten Blick selbstverständlich erscheinen. Ihre breite, nachhaltige Umset- zung in konkrete Handlungsfelder hat jedoch nicht zu unterschätzende, weitreichen- de Konsequenzen für die Aufgabenschwerpunkte, die Arbeitsweisen und den Ressourceneinsatz aller Beteiligten, z. B.: - Die „jüngeren“ Karlsruher Bürgerinnen und Bürger, die frühzeitig aktiv ihr Altern selbst konstruktiv in Gemeinschaft gestalten wollen, rücken als explizite Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik – Kurzfassung Juli 2007 III wichtige Zielgruppe der kommunalen Seniorenpolitik in den Vordergrund. Das bedeutet, dass der bisherige Bereich der so genannten offenen Seniorenar- beit mit diesen neuen Leitzielen auch eine ganz neue Dimension und einen neu- en zentralen zukunftsweisenden Stellenwert gewinnt. Neue Arten von Angeboten sind aufzubauen, z. B. für die Gesundheitsvorsorge, Bildungsangebote für all- tagsunterstützende Kompetenzförderung und generationsübergreifende gemein- schaftliche Aktivitäten. Neues gemeinschaftliches Wohnen wird zum zentralen Diskussionsthema. - Aber auch die Art und Weise des Miteinanders mit den „Betroffenen“ verän- dert sich. Die ältere Generation selbst und ihre Familien werden zu den zentralen Gestaltungspartnern für Lösungskonzepte. Entsprechende Formen ihrer Beteili- gung, ihrer Mitsprache, ihrer Mitgestaltung in der konkreten Hilfebeziehung, aber auch in dem Aufbau von Angeboten und Unterstützungsstrukturen sind zu etab- lieren. Partizipation und Zusammenarbeit benötigen entsprechende Anlässe, Formen und Rahmenbedingungen, die gezielt zu gestalten sind. - In diesem Zusammenwirken gilt es, die Vielfalt der Lebensstile, Interessen und Potenziale der älteren Menschen zu respektieren und hinsichtlich auch ihrer zukünftigen Veränderungen detailliert im Blick zu behalten und in Unterstützungs- konzepte umzusetzen. Um die persönlichen sozialen Netze zu fördern, rücken stadtteilbezogene Strukturentwicklungen für die ältere Generation in den Vor- dergrund. - Im Sinne des wirtschaftlichen Handelns sind alle Ressourcen für ein effizi- entes, gemeinsames Handeln zu entdecken. Die grundsätzlichen Gestaltungs- prinzipien der verstärkten Vernetzung und der gemeinsamen Abstimmung für eine effektive, effiziente Kooperation sollten nicht nur für die persönliche Handlungs- ebene gelten, sondern spiegelbildlich genauso für das Zusammenwirken der viel- fältigen Partner auf der Träger- und Dienstebene einschließlich der kommunalen Engagementebene wirksam sein. Neue Ideen und Anregungen sind gemeinsam zu nutzen, Übergänge zwischen verschiedenen Unterstützungsarten sind optimal zu gestalten. Die verschiedenen Handlungspartner sind dafür zu gewinnen, sich mit ihren Hand- lungskompetenzen und Aktivitäten für diese Ziele kreativ einzubringen. Die zukunftsweisenden Leitziele werden auch die Arbeitsfunktionen der Kommune im engen Sinn mit ihren politischen Gremien und der Stadtverwaltung beeinflussen: - Das Thema „ältere Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe“ betrifft nicht nur die nach dem Sozialgesetzbuch federführende Sozial- und Jugendbehörde, sondern ist eine Querschnittsaufgabe für die gesamte Stadtverwaltung im Sinne der „al- tersgerechten Ausgestaltung“ der allgemeinen Leistungen der Stadtverwaltung. - Die städtischen Finanzzuschüsse sind zur Förderung dieser Leitziele gezielt und bedarfsgerecht einzusetzen. - Der Arbeitseinsatz der kommunalen Struktur-/Sozialplanung für die ältere Gene- ration weitet sich um differenzierte Informations-, Vernetzungs- und Moderations- funktionen aus. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik – Kurzfassung Juli 2007 IV - Die Unterstützungsformen der Bürgerbeteiligung, z. B. durch die Förderung von Seniorenforen in den Stadtteilen oder durch Unterstützung des Stadtseniorenra- tes, spielen dabei eine wichtige Rolle. - Die Sozialleistung der Information und Beratung der älteren Bevölkerung sind auf die Leitziele der Stärkung der Eigengestaltung in vielfältiger Form auszurichten. - Aufbauend auf diesen strukturellen Impulsen zur Förderung der Eigenvorsorge und Eigengestaltung neben der Fürsorge richtet sich auch die finanzielle Unter- stützung nach SGB XII an diesen Aktivierungsleitzielen aus. C Eckpunkte der Weiterentwicklung bestehender Strukturen Vielfältige Initiativen, Dienste, Einrichtungen und Institutionen setzen sich mit großem Engagement für ein breites Spektrum an Unterstützungsangeboten für die ältere Bürgerschaft in Karlsruhe ein. In Kapitel C werden die Gestaltungsfelder, angefangen von der offenen Seniorenarbeit bis hin zur stationären Versorgung sowie die ziel- gruppenspezifischen Ansätze mit ihren Zielen und bestehenden Angeboten skizziert. Ihre anstehenden Weiterentwicklungsthemen werden in Kurzthesen aufgelistet. Damit bietet dieser Berichtsabschnitt die Einstiegsinformationen für die gemeinsame Diskussion um weitere konkrete Strukturentwicklungen in den einzelnen Bereichen. Offene Seniorenarbeit Rüstige ältere Menschen finden heute eine breite Palette von Angeboten der Begeg- nung, der Bildung und Kultur sowie Veranstaltungen speziell für Ältere. Viele der Altenbegegnungsstätten und Altenclubs blicken auf eine jahrzehntelange Tradition zurück. Der bisherige Zielfokus lag allerdings vorwiegend auf dem „Tun und Anbieten für andere, die diese Angebote konsumieren“. Diese Grundhaltung kann und sollte sich für die „fitten Altersjahrgänge“ verändern. Mittlerweile entstehen neue themenbezogene, auch generationsübergreifende Aktivitätsangebote in ehrenamtlichen, freiwilligen Einsatzprojekten mit unterschiedli- cher Ausrichtung. Auch die Sportangebote verbreitern sich zunehmend und greifen neue Ansätze auf. Gemeinsam gestaltete Bildungsprojekte nehmen zu. Diese Ansätze sind auf breiter Basis weiter auszubauen. Zwei wesentliche Ansätze können hierfür als erfolgsförderlich angesehen werden: - Die Grundhaltung der Eigen-/Mitgestaltung sollte generell verstärkt werden, indem konkrete Partizipationsmöglichkeiten für die ältere Generation ausgebaut und fachlich unterstützt werden. - Die vielfältigen Aktivitäten, Projekte, Gruppierungen sollten sich stärker vernet- zen, gemeinsam und transparent gelingt es eher, die Bürgerschaft zum Mit-Tun anzuregen. - In der Entwicklung von generationsübergreifenden „Bürgerbegegnungszen- tren/Bürgeraktionszentren“, wie sie als Leitzielprojekte im Masterplan Karlsruhe 2015 beschrieben werden, liegen zentrale Chancen für die zukunftsweisende Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik – Kurzfassung Juli 2007 V Förderung und Unterstützung der älteren Generation. Die Bürgeraktionszentren geben den organisatorischen Konzeptionsrahmen, in dem Eigenaktivität, Mitei- nander und Füreinander einen transparenten, für alle zugänglichen Kristallisati- ons- ort finden. Das kommunale Engagement für dieses Leitzielprojekt wird sich vielfäl- tig für Jung und insbesondere Alt lohnen. Unterstützung selbständiger Lebensführung hilfe- und pflegebedürftiger zu Hause Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ kann bei näherer Analyse konsequenter verfolgt werden. Das bestehende Netz an ambulanten Diensten ist stärker auf die rehabilitativen, aktivierenden Zielsetzungen auszurichten. Nicht nur professionelle Dienste sind erforderlich. Zukunftsweisend sind insbesondere die sozialen, privaten und halbprivaten Unterstützungsnetze für ein konkret alltagsunterstützendes Mitei- nander gerade bei der Haushaltsführung und den lebensalltäglichen Herausforde- rungen gezielt zu fördern und auszubauen. In den Bürgeraktionszentren können auch niederschwellige Dienstleistungsprojekte für diesen Zielbereich verankert werden. Trotz mancher gegenläufiger Trendaussagen ist die Familie die tragende Säule für die häusliche Selbständigkeit bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit heute und auch morgen. Diese Position ist zu unterstützen mit einer entsprechenden Würdigung des Einsatzes und der Interessen der Angehörigen – sei es in der Umgangsart mit ihnen oder sei es mit gezielten Begleitungsangeboten. Im guten Zusammenspiel der Eigenhilfe, der familiären, der nachbarschaftlichen, der freiwilligen bürgerschaftlichen und der institutionellen Hilfe liegen wesentliche Energiepotenziale für die häusliche Selbständigkeit. Unterstützung altersgerechtes Wohnen Dieser Gestaltungsbereich ist ein aktuell breit diskutiertes Thema und viele Ansätze haben sich bereits entwickelt – angefangen von der Wohnungsberatung bis hin zu zahlreichen speziellen Wohnanlagen mit Service. Neben der Zielsetzung der mög- lichst barrierefreien Gestaltung der Wohnung rückt jedoch die Suche nach fördern- den Impulsen und Rahmenbedingungen für das verstärkte konkret alltagsunterstüt- zende Miteinander und Füreinander in den Vordergrund. Mit der Wohnungswirtschaft ist zu erörtern, wie diese Zielausrichtung im Wohnungs- bestand umgesetzt werden kann. Modellhaft wirkende neue gemeinschaftliche Wohnprojekte werden breit diskutiert. Auch das Konzept des so genannten „Betreuten Wohnens“ ist vor allem qualitativ weiter zu entwickeln im Sinne dieser gemeinsamen nachbarschaftlichen Alltagsun- terstützung der Hausbewohner selbst. Hier gilt es auch, die Herausforderungen für die Unterstützung von an Demenz erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern integrativ anzugehen. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik – Kurzfassung Juli 2007 VI Die kommunale Unterstützung des Ausbaus von neuen Wohnanlagen für Senioren erscheint nur noch für Projekte erforderlich, die stadtteilbezogen und im Blick auf niedrige Einkommensmöglichkeiten bedarfsgerecht konzipiert sind. Stationäre Pflege Das stationäre Pflegeangebot, das bereits seit langem zahlreiche Pflegeheime mit einem großen Platzangebot von aktuell 3.144 Plätzen umfasst, wird mit 8 neuen Bauprojekten in den nächsten fünf Jahren um weitere 312 zusätzliche Plätze ausge- baut. Der quantitative Gesamtbedarf an Plätzen dürfte damit vorerst gedeckt sein. Vorrangig erscheinen die qualitativen Weiterentwicklungen in Richtung individueller Wohnorientierung und Gruppenpflege, der spezifischen Förderung der Lebensquali- tät Demenzerkrankter in den Heimen und der persönlichen Begleitung von auf Dauer bettlägrigen Personen sowie von Sterbenden. Auch in diesen Institutionen sind die Chancen für die Leitziele der Kompetenzsicht, der aktiven Mitgestaltung der alten Menschen und der Angehörigen sowie des sozialen Miteinanders mit der Bürgerschaft – und sei es auch nur in kleinen Gesten und einzelnen Aktionen – gezielt zu nutzen – auch wenn dies gerade bei hoher Pflegebedürftigkeit noch als ungewohnte Sicht erscheinen mag. Berücksichtigung spezieller Zielgruppen der Demenzerkrankten, der älteren mit Migrationshintergrund, der Menschen mit lebenslanger Behinderung und der Menschen in ihrer Sterbephase Die Fragen im Blick auf diese speziellen Zielgruppen, ob und in welchen Formen spezielle Unterstützungsbedürfnisse abgedeckt werden können, gewinnen immer stärker an Bedeutung: - Für Demenzkranke und ihre Familien gibt es bereits zahlreiche Dienste, die sich auf die speziellen Bedürfnisse ausrichten, die jedoch relativ isoliert nebeneinan- der tätig sind. Auf der Grundlage einer gemeinsam zu erarbeitenden Weiterent- wicklungsstrategie könnte eine stärkere Vernetzung der Dienste wertvolle Opti- mierungsimpulse bewirken. Auch die Verbesserung von ganz konkreten alltags- unterstützenden Informationen und die psychosoziale Unterstützung für Angehö- rige und die sozialen Netzwerke sind wichtige Ausbauthemen für diese Zielgrup- pe. - Ältere Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund sind in ihrer Zahl noch relativ gering und suchen aktuell nur vereinzelt Unterstützung durch das beste- hende professionelle Altenhilfenetz. Erst spezielle Begleitungsangebote entwi- ckeln sich für ausgewählte Gruppen. Längerfristig wird für diesen Personenkreis das Informationsangebot und die kultursensible Altenunterstützung zusammen mit den Vereinen und Gruppierungen sukzessive zu verstärken sein. - In den nächsten Jahren wird auch die Frage nach bedarfsgerechten Unterstüt- zungsformen von alt werdenden Menschen mit lebenslanger Behinderung an Bedeutung gewinnen. Um diese Herausforderung anzugehen, werden erste Ko- Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik – Kurzfassung Juli 2007 VII operationsschritte zwischen dem System der Altenhilfe und der Behindertenhilfe eingeleitet. - Das Thema „Sterben, Tod und Trauer“ gehört zum Leben und erfordert die Auseinandersetzung, wie Sterbende und ihre Familien in dieser Lebensphase durch Informationen, persönliche Begleitung, therapeutische Unterstützung und einfach auch Respekt und Würdigung unterstützt werden können. Information und Beratung Das gegliederte System von kommunalen und freien Informations- und Beratungs- dienstleistungen bietet eine aktuelle Marktübersicht über alle Angebote, eine persön- liche Gesprächs- und Entscheidungshilfe in schwierigen Umstellungsprozessen, die fachspezifische Pflegeberatung sowie Auskünfte und Unterstützung bei speziellen Fragestellungen. Mit einer kooperativen verstärkten Zusammenarbeit kann der Nutzen dieser Vielfalt von Dienstleistungen für die ältere Bevölkerung noch erhöht werden. Informationen und Beratung sollten sich nicht nur auf die Beschreibung der Ange- botspalette begrenzen, sondern an der Entwicklung konstruktiver Bilder des Alters und des Alterns entsprechend ihrer zentralen Funktionen und Gesprächskompeten- zen mitwirken. Kommunale Beratungskräfte haben zentrale Steuerungsfunktionen bei der „Fallsteu- erung“ nach dem Grundsatz „ambulant vor stationär“. Die Zielsetzung „ambulant vor stationär“ wird auch für Leistungsberechtigte nach SGB XII im Rahmen der deutlich verstärkten persönlichen Beratung und Begleitung von der Sachbearbeitung im Sozialamt verfolgt. Diese „Fallsteuerung“ wird im Sinne der älteren Menschen und ihrer Familie sowie auch im Sinne der wirtschaftlichen Leistungsgewährung als expliziter Arbeitsauftrag ernst genommen. Aktuelle Prioritätensetzung Aus der Gesamtübersicht dieser zehn Gestaltungsfelder kristallisieren sich drei Bereiche heraus, für die die vertiefte Bearbeitung von Seiten der kommunalen Seniorenpolitik und Sozialplanung aktuell ansteht: - Der Umbau der offenen Seniorenarbeit hat mit seinen aktuellen Problembe- schreibungen und insbesondere seiner zentralen präventiven Wirkungschancen erste Priorität. - Mit zweiter Priorität ist ein gemeinsam zu entwickelndes Arbeits- und Weiterent- wicklungskonzept zur Unterstützung Demenzerkrankter und ihrer Familien rele- vant. - Auch die Entwicklung von erfolgreichen Impulsen für das verstärkte soziale Miteinander als Teil des altersgerechten Wohnens ist weiter zu verfolgen. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik – Kurzfassung Juli 2007 VIII D Personelle Verstärkung des Seniorenbüros Um den wichtigen und notwendigen Umbau der offenen Seniorenarbeit mit erster Priorität voranzutreiben, braucht es den fachlichen Einsatz einer speziellen Vollzeit- kraft, eingesetzt in Zusammenarbeit mit der sozialen Planungstätigkeit im Senioren- büro. Ihre Arbeitsschwerpunkte umfassen die komplexen Förderziele: Initiierung und Begleitung neuer Aktivitätsfelder, Initiierung und Vernetzung des bürgerschaftlichen Engagements von und für Ältere, Ausbau der konkreten Partizipationsformen sowie insbesondere als zentrales Ziel die Entwicklung der Bürgeraktionszentren. Ohne diese personelle Verstärkung einer sozialpädagogischen Fachkraft können die beschriebenen Eckpunkte im Vorfeld von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit, wie sie in diesem Bericht ausführlich geschildert wurden, nicht verfolgt werden. Längerfristig dürfte sich jedoch dieser personelle zusätzliche Aufwand mit seiner präventiven Wirkung für die Stadt „lohnen“. Ergänzend steht mit dem Weggang einer Vollzeitkraft in den Vorruhestand der Frage der Wiederbesetzung im Seniorenbüro an. Für die Beratung älterer Menschen, die praktische Unterstützung von bestehenden Gruppen und die Organisation von städtischen traditionellen Kulturveranstaltungen für Ältere wird die „Wiederbesetzung“ der Stelle mit einer Halbtagskraft als erforderlich beurteilt. Es wird um zustimmende Kenntnisnahme und Empfehlung dieses Bedarfs an 1,5 Personalstellen im Seniorenbüro zur Förderung der zukunftsweisenden offenen Seniorenarbeit gebeten.

  • Broschüre Eckpunkte kommunale Sozialpolitik
    Extrahierter Text

    Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 2 AKTUELLE ECKPUNKTE FÜR EINE KOMMUNALE SENIORENPOLITIK FÜR DIE ÄLTERE GENERATION IN KARLSRUHE Inhalt Seite Kurzfassung I - IX A Anliegen dieser Vorlage 3 B Generelle Leitziele und Grundprinzipien 1. Bedeutung einer kommunalen Sozialpolitik und Sozialplanung für ältere Menschen 5 2. Grundsätzliche Leitziele für die Zukunft 10 3. Grundprinzipien für die Vorgehensweise in der kommunalen Seniorenpolitik 13 4. Arbeitsfunktionen der Kommune 15 C Eckpunkte der Weiterentwicklung bestehender Strukturen hier in Karlsruhe 1. Konkrete aktuelle Zielbeschreibungen 17 2. Bestehende Angebotsstrukturen und ihre Weiterentwicklungen 2.1 Offene Seniorenarbeit in Karlsruhe 19 2.2 Unterstützung der selbständigen Lebensführung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen 25 2.3 Unterstützung altersgerechtes Wohnen 28 2.4 Stationäre Pflege in Pflegeheimen 30 2.5 Spezielle Unterstützung für an Demenz erkrankte ältere Menschen und ihre Familien 32 2.6 Besondere Berücksichtigung Älterer mit Migrationshintergrund 35 2.7 Auseinandersetzung um die spezifische Unterstützung alt werdender Menschen mit lebenslanger Behinderung 36 2.8 Begleitung in der Sterbephase 37 2.9 Spezielle Information, Beratung der älteren Menschen und ihrer Familien 38 2.10 Finanzielle Absicherung durch SGB XII 40 3. Aktuelle Prioritätensetzung für die kommunale 41 Seniorenpolitik D Konkreter spezifischer Einsatz des Seniorenbüros für die Weiterentwicklungsziele 43 Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 3 A Anliegen dieser Vorlage Die Zielsetzung, „Eckpunkte der kommunalen Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe“ zusammenzustellen, rückte bei folgenden Anlässen – direkt oder auch indirekt – in den Vordergrund: - Aus der ersten Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der repräsentativen Seniorenumfrage 2005 in Karlsruhe wurde im Gemeinderat der Auftrag formuliert, „Handlungsempfehlungen für die Seniorenarbeit“ zu entwickeln. Erste Leitziele und Informationen zum aktuellen Diskussionsstand und zur weiteren Vorgehens- weise wurden dazu im Sozialausschuss am 20.03.2006 eingebracht. In der Ar- beitsgruppe „Demographischer Wandel in Karlsruhe“ wurde der Seniorenbereich bereits in ersten Grundlinien andiskutiert, eine Vertiefung steht im weiteren Pro- zess an. - In den Medien und öffentlichen sowie privaten Diskussionsrunden wird immer häufiger die Frage nach den sinnvollen realisierbaren Absicherungsmöglichkeiten einer qualitätsvollen Lebensphase außerhalb des Berufslebens, im Alter - z. T. recht kontrovers - erörtert. - Auch in den konkreten Unterstützungsfeldern hier in Karlsruhe wächst die differenzierte Auseinandersetzung und gibt Anlass, die anstehenden vielfältigen Entwicklungsthemen und -tendenzen in einem Eckpunkte-Papier zusammenzu- stellen als Diskussionsgrundlage für eine effektive und effiziente gemeinsame Arbeitsbasis für zukunftsweisende Weiterentwicklungen bestehender Unterstüt- zungsstrukturen für die ältere Generation. Der Bericht gliedert sich in die drei Konkretisierungsebenen: Teil B umfasst die generellen Eckpunkte, Leitziele für eine kommunale Sozialpolitik für die ältere Generation in Karlsruhe. Diese Leitbilder mit hohem Abstraktionsgrad als Sollformu- lierungen sind abgeleitet aus der generellen Fachdiskussion, zahlreichen Experten- berichten und aus der politischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung um eine zukunftsweisende Seniorenpolitik insgesamt auf Bundesebene. Im zweiten Abschnitt (Teil C) - der Hauptteil des Berichts - wird der Blick auf die konkreten bestehenden Strukturen hier in Karlsruhe fokussiert. Die für die einzelnen Unterstüt- zungsbereiche relevanten Weiterentwicklungsziele werden thesenartig zusammen- gestellt. Diese Konkretisierungen knüpfen an aktuelle Äußerungen und Zielbeschrei- bungen der engagierten Träger und ihren Mitarbeiterteams sowie an anstehende Fragen und Themen an, die sich im Rahmen der kommunalen Sozialplanung für Ältere in den letzten Jahren herauskristallisiert haben. Dabei werden auch Entwick- lungstendenzen angesprochen, die sich als erste Konsequenzen aus den Leitzielen ableiten lassen. Die Prioritätensetzung für die nächsten konkreten Weiterentwicklungsschritte von Seiten der Kommune zeigt sich deutlich für den komplexen Bereich des Umbaus in der offenen Seniorenarbeit im Sinne der Förderung der Aktivität, der Eigenvorsorge und dem sozialem Engagement. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 4 Um diese dringend notwendige Weiterentwicklung auch von kommunaler Ebene zielführend mit zu gestalten, wird der Vorschlag einer „Stellenausweitung“ im Senio- renbüro erläutert und zur Diskussion gestellt (Teil D). Die folgenden Ausführungen können keine umfassende Ausarbeitung für die kom- munale Seniorenarbeit bieten, die für die einzelnen Gestaltungsbereiche die konkre- ten Handlungsziele vollständig auflisten würde. Auch nähere Angaben, Zahlen und Analyseergebnisse zur Ausgangslage der älteren Bevölkerung und zur Angebots- struktur im Einzelnen werden hier nicht eingebracht, um den Umfang des Berichts begrenzt zu halten. Näheres Informationsmaterial ist im Seniorenbüro erhältlich. Dieses Grundlagenpapier möchte einen breiten Diskurs über die generellen Veranke- rungen und Leitziele anstoßen. Es ist als Einstieg in einen längerfristigen Klärungs-, Diskussions- und Entwicklungsprozess gedacht, in dem sich alle Beteiligten mitei- nander über die Zukunftsvorstellungen verständigen als Basis, sich gemeinsam für die Konkretisierung und Umsetzung dieser Leitziele und Weiterentwicklungsziele in den einzelnen Unterstützungsbereichen mit und für die ältere Bürgerschaft in Karlsruhe einzusetzen. B Generelle Leitziele und Grundprinzipien Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 5 1. Bedeutung einer kommunalen Sozialpolitik und Sozialplanung für ältere Menschen In der Diskussion um die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen einer alternden Gesellschaft - mit ihren Konsequenzen auf das Wirtschaftssystem, die generellen sozialen Sicherungssysteme und das soziale Miteinander der Generationen - ist die Notwendigkeit, sich mit der Seniorenthematik auseinanderzusetzen, unbestritten. Bei der näheren Betrachtung mit den Fragestellungen nach dem „Wer“ und „wie konkret“, werden jedoch auch zurückhaltende Positionen spürbar. Als erster zentraler Eckpfei- ler soll deshalb auf die grundsätzlichen Notwendigkeiten einer kommunalen Ausei- nandersetzung mit den Zukunftstendenzen im Seniorenbereich und mit den Erfolg versprechenden Förderungszielen thesenartig eingegangen werden. - Da Karlsruhe bereits eine Stadt mit hohem Durchschnittsalter ist, wird auch der zukünftige Anstieg der älteren Generation insgesamt nicht die hohen Steige- rungsraten aufweisen, wie vergleichbare Prognosen im Landkreis oder in Baden- Württemberg insgesamt. Auch die Zahl der Leistungsempfänger der Pflegeversi- cherungsleistungen wies in den vergangenen Jahren keine wesentliche Steige- rung auf. Dieser erste Blick auf die Entwicklung der Älteren legt damit keinen massiven Handlungsdruck nahe. - Der differenzierte Blick auf die Entwicklung der älteren Generation zeigt jedoch die hohen Anstiegsquoten der Hochbetagten mit 46 % gegenüber 2005 bis zum Jahr 2030. Die heute 60-Jährigen werden in diesen 25 Jahren zu den vielen Hochbetagten gehören. Ihr heutiger „Umgang mit Alterungsprozessen“ wird sich in der Phase 2030 massiv auswirken. Präventive Chancen sind heute zu nutzen, damit sie sich in Zukunft „bezahlt“ machen können. Des Weiteren ist zu beden- ken: Auch wenn in Karlsruhe die ältere Bevölkerung nicht so wächst, die insge- samt relevanten Gesellschaftsthemen in Deutschland werden sicherlich auch hier aufgegriffen und diskutiert. Die Vorstellungen und Umsetzung einer „demogra- phierobusten“ Seniorenpolitik werden auch von der Karlsruher Bevölkerung als wichtig erachtet. - Die Umfrage bei den Seniorinnen und Senioren in Karlsruhe 2005 hat ein Ge- samtbild der Zufriedenheit ohne wesentliche Defizite gezeigt – auch daraus lässt sich direkt kein aktueller hoher Handlungsbedarf ableiten. Die Biographie- Erfahrungen und damit die Erwartungen und Lebensstrategien der zukünftigen „Alten“ werden sich jedoch von der jetzigen Altengeneration deutlich unterschei- den. Schon jetzt zeichnen sich erhebliche Veränderungen in der Bevölkerung selbst ab. Der Blick der heute 50-Jährigen in ihre Zukunft ist bereits nicht mehr durchgängig von Zufriedenheit geprägt. Viele Diskussionen im privaten und halb- öffentlichen sowie öffentlichen Bereich zeigen das hohe Interesse an zukunfts- weisenden Veränderungen und neuen Ausrichtungen. - Bereits heute leben lt. Umfrage immerhin 9 % der älteren Generation ab 60 Jahren unter bzw. sehr nahe an dem finanziellen Existenzminimum in sicherlich schwierigen Lebensverhältnissen (rd. 4.500 Personen lt. Seniorenumfrage mit einem Einkommen unter 500 Euro). Die finanzielle Absicherung der älteren Ge- neration wird zukünftig voraussichtlich wieder deutlich prekärer werden durch die lange Arbeitslosigkeit bzw. den niedrigen Verdienst als Grundlage für eine redu- Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 6 zierte Alterssicherung. Diese zukünftig begrenzten finanziellen Handlungsspiel- räume für einen größeren Teil der älteren Menschen werden auch manche Ge- staltungsmöglichkeiten hinsichtlich einer zufriedenen Lebensführung erschweren. - Da sich lt. Prognosen erst für die Zukunft massive Herausforderungen und Belastungen zeigen werden, kann skeptisch hinterfragt werden, ob zukünftige Problemlagen bereits heute zum aktiven Handeln anregen oder ob der so ge- nannte „Leidensdruck“ nicht erst abgewartet werden muss. Auch wenn viele – gerade soziale – Entwicklungen nicht genau vorhersehbar sind, ist es dennoch der bestmögliche Versuch wert, heute schon aktiv für eine nach aktuellem Wis- sensstand optimale Zukunft vorzusorgen - als Einzelperson und als Gesell- schafts- und Politiksystem insgesamt, gemäß dem Zitat „Zukunft ist nicht einfach das, was auf uns zukommt, sondern immer auch ein Produkt unserer Absichten und Handlungen“. - Nicht selten wird das Gegenargument geäußert, dass Alterungsprozesse und die Gestaltung des privaten Lebens zu Hause in der persönlichen Kompetenz und Verantwortung liegen, die nicht von außen beeinflussbar erscheint. Außerdem sind von Seiten der älteren Bevölkerung und der pflegenden Familien meist keine massiven Beschwerden bzw. Problemanzeigen hörbar. Alltagsbewältigung findet im privaten Bereich statt und professionelle Hilfe wird in diesen schwierigen Le- benssituationen meist „ohne offene Kritik“ dankbar angenommen, soweit möglich. Speziell gegenüber der kommunalen Handlungsposition, d. h. der stadtpolitischen und der stadtverwaltungsbezogenen Gestaltungsmöglichkeiten, wird Skepsis geäußert mit den Argumenten: - Mit der Pflegeversicherung wurde der Steuerungsmechanismus des Marktes deutlich weiter ausgebaut. Die Bürger könnten ihren Bedarf per Nachfrage in die Angebotsstruktur einbringen, der Wettbewerb unter den Anbietern sichert die Qualität der Leistungen. - Die Träger von Diensten, Einrichtungen und Projekten setzen sich zweifellos mit großem Engagement für bedarfsgerechte, zukunftsweisende Unterstüt- zungsstrukturen für alte Menschen ein. Da die Stadt nicht selbst als Träger auftritt, hat sie auch keine konkreten Gestaltungspflichten bei dem Aufbau der Dienste. - Über die Renten- und Pflegeversicherung ist die finanzielle Grundabsicherung der älteren Menschen weitgehend abgesichert. Die finanzielle Situation der äl- teren Menschen ist heute sehr gut, die kommunale Absicherung im Rahmen der Sozialhilfeleistungen ist nur noch für eine kleine Gruppe bedeutsam. Diesen Argumenten ist entgegenzuhalten: - Die Lebenszufriedenheit alter Menschen ist generell nicht nur ein privates Anliegen, sondern auch ein „öffentliches Gut“. Gesellschaftliches Füreinander gerade auch in schwierigen Lebenslagen ist ein aktiv zu gestaltender Grundwert der sozialen Marktwirtschaft. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 7 - Alte Menschen und ihre Familien mit diesen z. T. extremen Belastungen sind nicht durchgängig in ihrer „Kundensouveränität“ auf dem Wettbewerbsmarkt stabil, sie brauchen Anregungen und Unterstützung in ihrer Kompetenz, das be- stehende Hilfenetz optimal zu nutzen, um auch neue Erwartungen und eigene Mitgestaltungschancen einbringen zu können. - Das soziale Miteinander der Generationen und der Gesellschaftsschichten ist per se zu fördern, Trennungstendenzen ist entgegenzusteuern als generelles Grund- satzziel sozialpolitischen Handelns der Kommune. Gleiches gilt auch für die Ziel- setzung, positive Rahmenbedingungen zu fördern, damit sich alle Bürgerinnen und Bürger mit ihren Potenzialen für die Gemeinschaft einbringen können. - Die Verpflichtung der Kommune, der Kommunalpolitik und der Stadtverwaltung, sich für die Seniorenthemen aktiv zu engagieren, ergibt sich aus den gesetzlichen Verantwortungen: - der allgemeinen Daseinsfürsorge der Kommune für diesen wachsenden Anteil der Älteren: Dies schließt die zwei zentralen Ebenen ein: - Die Ausrichtung aller allgemeinen Serviceleistungen der Kommunalverwal- tung auf die evtl. spezifischen Bedürfnisse der älteren Generation und - spezielle Leistungen in vielfältiger Form zur gezielten Unterstützung der Lebensqualität für Seniorinnen und Senioren. Gesetzliche Grundlagen dieser spezifischen Fördermaßnahmen sind: - die Mitverantwortung der Kommunen im Rahmen von SGB XI zur Weiterent- wicklung der bedarfsgerechten Unterstützungsstrukturen für Pflegebedürftige (§ 8 SGB XI) und - das SGB XII mit den zentralen Hilfebereichen, - Finanzierung der Grundsicherung, die voraussichtlich wieder in den nächsten Jahren ansteigen wird, - der finanziellen Absicherung der Hilfe zur Pflege (§ 63 SGB XII) im Vor feld von SGB XI, soweit die Pflegeversicherungsleistungen nicht ausrei chen, - der Unterstützung der Teilhabe der älteren Menschen an der Gemeinschaft (§ 71 SGB XII), - der Kommune/Stadtverwaltung zu einer wirtschaftlichen Haushaltsführung, d. h. Ausgabensteigerungen im Blick zu haben und möglichst auf das notwendi- ge Ausmaß frühzeitig zu begrenzen. - Im Jahr 2006 wurde für 951 Personen Hilfe zur Pflege in stationären Einrichtun- gen in Höhe von insgesamt 9.876.236 Euro aufgewendet. Ambulante Pflegeleis- tungen wurden für 196 Personen mit insgesamt 1.767.240 Euro mitfinanziert. Im Haushalt 2007 sind 12.600.000 Euro für die stationäre Hilfe zur Pflege vorgese- hen und 2.300.000 Euro für die ambulante Mitfinanzierung: insgesamt 14.900.000 Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 8 Euro. Dies entspricht einem Anteil von 5,9 % an den Brutto-Aufwendungen des Gesamthaushaltes „Soziales und Jugend“ und 19,5 % der Brutto-Aufwendungen „Grundversorgung und Hilfen nach SGB XII“. - In dem Reformvorschlag zur Pflegeversicherung wurden die Überlegungen einer Verschiebung der Pflegeversicherungsleistungen zu Lasten der stationären Pfle- ge zwar aufgegeben und insofern muss kurzfristig nicht mit einem deutlichen An- stieg dieses Leistungsbereiches der Sozialhilfe gerechnet werden. Dennoch sind mit längerfristiger Perspektive alle Chancen der verstärkten präventiven und am- bulanten Absicherung zu nutzen. Eine gezielte Fallsteuerung zu Gunsten einer ambulanten Versorgung durch ei- nen optimierten Mix von Unterstützungselementen im offenen und ambulanten Bereich ist nicht nur im Sinne der älteren Hilfe- und Pflegebedürftigen und ihrer Familien, sondern auch im Sinne der Kommune. Die längerfristige Mitteleinspa- rung kann für „gewinnbringende“ soziale weitere Maßnahmen eingesetzt werden. Präventive Maßnahmen im weiten Sinne „zahlen sich“ auch für den kommunalen Gestaltungsspielraum aus. - Die kommunale Ebene hat die Vorteile und damit auch die Verpflichtung, auf die Gesamtheit der Bürgerschaft ausgerichtet zu sein – ungebunden von einzelträ- gerspezifischen Interessen. Ihr Beitrag an der Sozialstrukturentwicklung kann sich damit auf die gesamte Stadt ausrichten mit der Zielsetzung einer flächendecken- den Infrastruktur für alle verschiedenen gesellschaftlichen Schichten und mit ei- nem ganzheitlichen Blick auf alle Hilfearten. Diese Möglichkeit der Gesamtschau eröffnet den Raum für Synergieideen und für die Optimierung von Schnittstellen. Der „relativ neutrale“ Gestaltungsspielraum der Kommune ermöglicht auch spezi- elle Unterstützungsangebote, wie die Stärkung der Nachfragekompetenz durch Marktübersicht oder auch der trägerübergreifenden Kooperationsförderung. - Öffentliche Ressourcen, die für Seniorinnen und Senioren eingesetzt werden, wie spezielle Kommunalfinanzen, aber auch Grundstücke und Projekte der Stadtent- wicklung insgesamt, sind auf der Grundlage zukunftsweisender gemeinsam ver- einbarter Leitziele einer kommunalen Seniorenpolitik einzusetzen. Diese Aufzählung konstruktiver Eckpunkte für eine kommunale Sozialplanung für ältere Menschen möge als Begründungsgrundlage für das städtische Handeln in diesem Bereich genügen. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 9 2. Grundsätzliche Leitziele für die Zukunft Die Prognosen der deutlichen demographischen Verschiebungen in der Bundesre- publik Deutschland haben eine breite gesellschaftliche Diskussion über die Position der älteren Generation in Gang gesetzt. Zu Beginn der Auseinandersetzung wurde und wird die ältere Generation als Gesamtheit häufig noch verkürzt nur als „zu versorgende, zu pflegende“ Gruppe gesehen und als „Belastungsfaktor“ für die Sozialversicherungssysteme betrachtet. Die Zukunftsentwicklung wurde und wird z. T. noch ausschließlich als bedrohlich beschrieben: Bilder, die die ältere Generation selbst belasten und die sich für das gegenseitige Verständnis der Generationen eher negativ auswirken dürften. Mittlerweile hat jedoch auch ein Suchprozess nach konstruktiven Lösungs-, Bewälti- gungsstrategien für diese demographischen Veränderungen begonnen. Neue Leitziele etablieren sich neben der weiterhin wichtigen und sicherzustellenden Fürsorge für hilfe- und pflegebedürftige meist hochbetagte alte Menschen. Für diese neuen Ausrichtungen entwickeln sich bereits erste Handlungskonzepte und konkrete, vielfältige Modelle sind im Entstehen. Nicht nur die bedarfsgerechte Unterstützung der älteren Menschen ist für die Zukunft relevante Leitlinie. Die Forderungen nach verstärkter Eigenvorsorge, Eigenbeteili- gung der Älteren und die Entlastung der „mittleren Sandwich-Generation“ rücken mit in den Vordergrund. Es geht nicht mehr nur um den Ausbau von bestehenden Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 10 Unterstützungsformen, sondern auch um sinnvollen Umbau nicht mehr zukunftswei- sender Konzepte. Folgende neue grundsätzliche Schwerpunktsetzungen rücken in den Vordergrund: - Entwicklung einer neuen Sichtweise des Alters und des Alterns, die den Potenzialen und Kompetenzen zur Bewältigung der Herausforderungen im Alter mit differenzierten Bildern Rechnung trägt. - Stringente Anerkennung und Förderung der Eigenverantwortung, Eigenge- staltung des Einzelnen, mit seiner Familie, mit seinem privaten sozialen Netz - für alle Gestaltungsaufgaben - auch im Alter. - Nutzung aller Chancen der Prävention, der Vorsorge - nicht nur finanziell, sondern auch gesundheitlich und sozial. - Förderung der Sichtweise und der Möglichkeiten für ein lebenslanges Lernen im Sinne der Erhaltung der „alltagstauglichen Eigenkompetenz und der sozialen Einbindung in einer sich ständig verändernden Welt“. - Verstärkte Nutzung der Potenziale der Älteren – nicht nur für die eigene Lebensgestaltung und -absicherung, sondern auch für das gesellschaftliche Miteinander und die soziale Stabilität insgesamt. - Ausbau der bürgerschaftlichen Verantwortung, des gemeinsamen bürger- schaftlichen Engagements aller Generationen zur Bewältigung der gesell- schaftlichen Herausforderungen. - Bewusste Förderung des alltagsbezogenen Miteinanders der Generationen im gegenseitigen Respekt und in gegenseitiger Unterstützung: generati- onsübergreifende soziale Weiterentwicklung gegenüber gruppenspezifi- scher Förderpolitik. - Verstärkung der Vernetzungen, Kooperationen auch auf der Ebene der Unterstützungsanbieter zur Nutzung von Synergieressourcen und für die Absicherung eines effizienten, effektiven öffentlichen Handelns. Diese Visionen beinhalten neue Sichtweisen, Grundhaltungen für eine konstruktive Altersgestaltung in allen Phasen des Alters: - Eigenaktivität bis ins hohe Alter, auch bei Einschränkungen, immer mit dem Fokus auf die Kompetenzen in jeder Lebensphase. - Eine bewusst gestaltete Eingebundenheit in private und halbprivate soziale Netze auch „unabhängig von Alter“ und auch z. B. bei den Wohnformen des Be- treuten Wohnens und des Pflegeheims, - und - eine vorausschauende, selbstvorsorgende, die Zukunft gestaltende Verhal- tensausrichtung von jedem Einzelnen – und von Institutionen: d. h. die konstruk- Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 11 tive Überzeugung, dass Zufriedenheit im Alter zielgerichtet und erfolgreich ge- staltbar ist. Diese neuen Grundhaltungen sind zusätzlich neben der sozialpolitischen Zielsetzung der bedarfsgerechten Versorgung und Absicherung von beeinträchtigten, schwa- chen, auch finanzschwachen alten Menschen zu entwickeln. Damit stehen nicht nur die hilfe- und versorgungsbedürftigen älteren Menschen im Fokus der Seniorenpoli- tik, sondern auch die älteren Karlsruher Bürgerinnen und Bürger, die aktiv am Leben in der Gemeinschaft teilhaben und es mit gestalten wollen. Je nach Themenfeld ist damit bereits die Altersgruppe 55 plus angesprochen. Zitat Ursula Lehr: „Die traditionelle Altenpolitik ging weitgehend von der Frage aus: „Was kann die Gesellschaft für Seniorinnen und Senioren tun?“ Heute stellt sich die Fragenkombination: „Was können Seniorinnen und Senioren für sich selbst und für die Gesellschaft tun?“ Und „Wie kann dies von der öffentlichen Seite gefördert werden – welche Unterstützungsmaßnahmen fördern und ergänzen die Eigenbewäl- tigung sinnvoll?“ Vielen engagierten Menschen, Institutionen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind diese Leitbilder bereits schon seit längerem selbstverständliche Grundlage ihres realen Handelns. Wenn diese Leitziele im Rahmen dieses Eckpunkte-Papiers für eine kommunale Seniorenpolitik als Sollvorstellungen zusammengestellt sind, geht es um eine umfassende Breitenwirkung. Es geht darum, dass diese Leitziele sich in grundsätzlichen Haltungen, ausgedrückt in Sprache, Umgangsformen im Großen wie im Kleinen, aber auch in neuen Unterstützungskonzepten neuer Prioriätetensetzung auch von öffentlichen Handlungsfeldern und von neuen Vorgehensweisen in der Entwicklung von Konzepten äußern. Es mag für viele bereits eine Selbstverständlich- keit sein, dennoch soll hier betont werden: Das sozialpolitische Grundanliegen der „sozialen Sorge füreinander“, der Solidarität, umfasst vor dem Hintergrund dieser Leitziele die weite Spanne von „Vorsorge, Eigensorge und Fürsorge“. In diesem „sowohl Vorsorge und Eigenversorgung als auch Fürsorge“ liegen besondere Herausforderungen des Ausbalancierens zwischen - Selbstgestaltung und Fürsorge - Individualität und Gemeinschaft - professionellem Handeln und freiwilligem Tun - privaten Lösungsstrategien und öffentlichen Mitlösungsvorschlägen aber auch - Respektieren bestehender traditioneller gewohnter Strukturen und parallel entstehenden neuen Gestaltungsmodellen. Das gleichzeitige Beachten von unterschiedlichen Ausrichtungen, Standorten erfordert den erweiterten Blick auf beides. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 12 Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 13 3. Grundprinzipien für die Vorgehensweise in der kommunalen Senio ren- politik Aus diesen inhaltlichen Ausrichtungen ergeben sich entsprechende Grundprinzipien für den Umgang mit der Thematik – auch für die kommunale Seniorenpolitik und Sozialplanung: - Die Vielfalt der Lebensstile, Interessen und Potenziale der älteren Menschen in den verschiedenen Abschnitten des Ruhestandes und der Altersphase ist zu er- fassen und zu respektieren. Unterstützungskonzepte sind entsprechend differen- ziert anzulegen. - Die Veränderungen der typischen Biographieverläufe und der Erwartungshaltung sowie der persönlichen Bewältigungsstrategien der in die Altersphase hinein- wachsenden Generationen sind frühzeitig zu erkennen und zu berücksichtigen. Detaillierte Zukunftsvorstellungen über Lebenskonzepte in der zukünftigen Bür- gerschaft sind zu erarbeiten. Dies bedeutet verstärkt Analysearbeit hinsichtlich sozial-struktureller und sozial-kultureller Entwicklungen. - Die ältere Generation selbst und die Familien sind als zentrale Gestaltungspartner für Lösungskonzepte ins Zentrum zu rücken. Ihre Beteiligung, Mitsprache, Mitge- staltung an Strukturplanungen und ihre Umsetzungen bis in die konkrete Hilfebe- ziehung sind durch entsprechende partnerschaftliche Haltung und Formen der Partizipation und Zusammenarbeit auszubauen. Professionelles und privates Handeln ergänzen sich in partnerschaftlicher Form. - Stadtteilorientierung, die Ausrichtung auf das nahe soziale Wohnumfeld, gehen auf die Begrenzung des Aktionsradius älterer Menschen und der persönlichen sozialen Netze ein. Neben einer gesamtstädtischen Seniorenpolitik gilt es, eine stadtteilbezogene Strukturentwicklung für die ältere Generation differenziert nach den besonderen Gegebenheiten in dem Stadtteil bzw. in sinnvoll gebildeten Sozi- alräumen zu fördern. - Alle Ressourcen, Erfahrungen, Kompetenzen, Ideen usw. sind für ein effizientes gemeinsames Handeln zu entdecken und einzusetzen. Neue kreative Ansätze sind auszuprobieren und die Erfahrungen für weitere Verbesserungen effektiv miteinander zu nutzen. Das schließt mit ein: Anregungen von anderen Städten, Erfahrungen von Best-Practice-Modellen sind gezielt heranzuziehen. Benchmar- king auch im Bereich der Seniorenarbeit ist als ein Erfolg bringender Arbeitsan- satz zu nutzen. - Die optimale Gestaltung von Übergängen zwischen verschiedenen Hilfearten hilft, den Ressourceneinsatz für alle Beteiligten effizient zu gestalten. - Eine altersgerechte Stadt entwickelt sich damit im Zusammenwirken vieler Partner. Koordination und Kooperation sollten prägende Gestaltungsprinzipien sein. - Seniorenpolitik innerhalb der Stadtverwaltung ist als eine Querschnittsauf gabe vieler städtischer Wirkungsfelder erfolgreich anzugehen. Das Thema „Ältere Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe“ betrifft nicht nur die nach dem Sozialge- Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 14 setzbuch federführende Sozial- und Jugendbehörde, sondern i st eine Aufgabe der gesamten kommunalen Daseinsvorsorge. Das Thema „Ältere Bürgerinnen und Bürger in Karlsruhe“ betrifft nicht nur die nach dem Sozialgesetzbuch federführen- de Sozial- und Jugendbehörde, sondern ist eine Aufgabe der gesamten kommunalen Daseinsvorsorge. - Als zentrales Gestaltungsprinzip gilt insbesondere: Die in diesem Bericht vorge- stellten Leitziele sind nicht vorzugeben, sondern in einem gemeinsamen Ausei- nandersetzungsprozess vor dem Hintergrund der Erfahrungen, Interessen und Ideen aller Beteiligten zu erörtern. Erst als gemeinsame Leitlinien können sie wirklich wirksam werden. Die verschiedenen Handlungspartner sind dafür zu ge- winnen, sich mit ihren Handlungskompetenzen und Aktivitäten für diese Ziele kreativ einzubringen. 4. Arbeitsfunktionen der Kommune Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 15 Die Kommune kann sich mit ihren politischen Gremien und der Stadtverwaltung mit folgenden Arbeitsfunktionen aktiv in die Unterstützung der älteren Generation einbringen: Serviceleistungen gegenüber älteren Menschen und ihren Familien direkt: - Menschen in besonderen schwierigen finanziellen und sozialen Verhältnissen gezielt im Rahmen der Verpflichtungen des SGB XII, bezogen auf die einzelne individuelle Situation finanziell und mit persönlicher Beratung zu unterstützen. - Die ältere Bevölkerung zu informieren und eingehend zu beraten im Sinne von Stärkung ihrer Kundensouveränität, ihrer Marktübersicht und ihrer persönlichen Entscheidungen hinsichtlich adäquater Lösungsstrategien bei Hilfe- und Pflege- bedürftigkeit. - Das Handeln der Stadtverwaltung insgesamt auf den wachsenden Anteil der älteren Bevölkerung hin zu hinterfragen und ggf. hinsichtlich der speziellen Be- dürfnisse auszurichten. Strukturentwicklungsbeiträge gegenüber den Initiatoren, Trägern von Projekten, Diensten und Einrichtungen mit folgenden Maßnahmen und Funktionen: - Finanzielle Unterstützung bedarfsgerechter Dienste und Einrichtungen, die sich nicht über Einnahmen refinanzieren können und insbesondere auch mit finanziel- ler Unterstützung für Start und Aufbauphase von neuen Erprobungsprojekten. - Personaleinsatz im Rahmen der Sozialplanung/Strukturentwicklung für die ältere Generation im Sinne der fachlichen Unterstützung der Qualitätsweiterentwick- lungsprozesse der Träger von Einrichtungen und Diensten mit Anregungen und Informationsaustausch - über „Best-Practice-Modelle“ aus anderen Städten - als Erfahrungsschatz aus der gesamtstädtischen Übersicht über die Angebote und als - Informationstransfer aus dem gerontologischen Wissenschaftsbereich und ähnlichem Expertenwissen. - Stärkung der Bürgerbeteiligung an den Strukturentwicklungsprozessen z. B. durch Stärkung von Seniorenforen in den Stadtteilen und weiterer Bürgerbeteili- gungsverfahren, insbesondere auch durch Stärkung des Stadtseniorenrates, - Kooperationsförderung auf Träger- und ggf. Mitarbeiterebene, um den Austausch von Ideen, Konzepten, Erfahrungen und Synergieeffekten zu fördern, - Moderation des gesamten Diskussionsprozesses um Leitziele, Vorgehensweisen und konkrete Weiterentwicklungsziele in den einzelnen Gestaltungsfeldern, Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 16 - schriftliche Zusammenstellungen für anstehende Gestaltungsbereiche als Arbeitsmaterialien für alle Beteiligten. C Eckpunkte der Weiterentwicklung bestehender Strukturen hier in Karlsruhe 1. Konkrete aktuelle Zielbeschreibungen Die dargestellten Leitlinien und Grundprinzipien sind generelle Maßstäbe für die konkreten bestehenden Unterstützungsfelder für Seniorinnen und Senioren in Karlsruhe und ihre qualitativen Weiterentwicklungsziele. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 17 Die bestehenden Angebote bieten bereits ein breites Spektrum von Unterstützungs- leistungen. Vielfältige Initiativen, Dienste, Einrichtungen, Institutionen in Karlsruhe setzen sich mit großem Engagement für folgende konkrete Zielbereiche ein, die für die ältere Bevölkerung wichtig sind: I. Solange wie möglich aktiv und sozial eingebunden zu bleiben als we- sentliche Teile der Lebensqualität: Gestaltungsfeld der so genannten offe- nen Seniorenarbeit. II. Solange wie möglich im Privathaushalt in Selbständigkeit leben zu können, auch wenn die Kräfte nachlassen mit Unterstützung der Familie und mit ambulanter Unterstützung von Diensten in vielfältigster, individuell ange- passter Form: Gestaltungsfeld der ambulanten Unterstützung. III. Die Möglichkeiten altersgerechten Wohnens nutzen zu können, um ein selbstverantwortliches und sozial eingebundenes Leben möglichst lange füh- ren zu können: Gestaltungsfeld des altersgerechten Wohnens. IV. Auch bei hoher Pflegebedürftigkeit im fortgeschrittenen Alter ein lebenswelt- bezogenes Wohn- und Pflegeangebot in der Stadt zu haben: Gestaltungs- feld der stationären Pflege. V. Bei Demenzerkrankung Absicherung und Unterstützung erfahren zu können, die trotz der hohen Belastungen Elemente der Lebensqualität ermög- lichen: Spezifische Zielgruppenunterstützung in allen Gestaltungsfeldern. Es zeichnet sich bereits ab, dass zielgruppenspezifisch VI. zukünftig verstärkt auch Menschen mit Migrationshintergrund für sie geeignete Unterstützungsangebote benötigen, VII. für die wachsende Zahl von alt werdenden Menschen mit lebenslanger Behinderung passende Betreuungs-, Wohn- und Pflegeangebote ggf. aufbauend auf die bisherigen Unterstützungsstrukturen zu entwickeln sind. VIII. In der letzten Lebensphase die persönliche und medizinische Begleitung im Sinne eines für alle Beteiligten würdevollen Sterbens zu erhalten. Als generelle Absicherung ist es für Ältere wichtig: IX. sich in dem wachsenden Unterstützungs-/Pflegemarkt gut auszu- kennen und in Krisensituationen mit Hilfe von Information, Bera tung und Begleitung individuell passende sachgerechte Entschei dungen sicher treffen zu können, auch bis hin auch zum Schutz bei Pflegebedürftig- keit, z. B. auch Unterstützung von Beratungskräften und Unterstützung durch Heimaufsicht. X. Finanziell abgesichert zu sein, auch wenn das eigene Einkommen nicht mehr zur Absicherung der Grundsicherung und der besonderen Aufwendun- gen für Pflege und Versorgung ausreicht. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 18 Im Folgenden werden die bestehenden Unterstützungsstrukturen gem. diesen Zielbereichen in ihrer Grundstruktur skizziert, jeweils ergänzt um die Angabe der aktuellen kommunalen Finanzförderung. Ohne an dieser Stelle ins Detail gehen zu können, werden die relevanten Entwicklungsthemen in ersten – sicherlich nicht vollständig erfassbaren – Kurzthesen angeschlossen. Diese Weiterentwicklungstrends ergeben sich aus aktuellen Problemanzeigen, neuen Aktivitäten der Träger und als erste Vorschläge aus der Anknüpfung an die anzustre- benden zukunftsorientierten Leitziele. Eine ausführliche Erörterung dieser Weiterent- wicklungsziele muss der Diskussion mit den Beteiligten in den jeweiligen Handlungs- feldern überlassen bleiben. Dazu wird es gehören - ausgehend von den bestehenden Vorstellungen und Strukturen -, die konkreten Ansatzpunkte für die Umsetzung der Leitziele in den einzelnen Gestaltungsfeldern mit viel Kreativität zu entwickeln. Der Bereich der so genannten offenen Seniorenarbeit wird dabei eine zentrale Rolle spielen. In diesem Bereich werden auch die meisten Defizit-/Problem-meldungen laut. Im Vorfeld der Hilfe- und Pflegebedürftigkeit, in den so genannten „fitten Alters- jahren“, wird die Basis für Eigenvorsorge, Eigenverantwortung, Eigengestaltung im sozialen Miteinander gelegt. Besonders dieses Gestaltungsfeld sollte eine ganz neue Dimension mit neuen Inhalten, Arbeitsformen und Organisationsstrukturen erhalten – voraussichtlich auch mit neuer, passender Namensgebung verbunden. 2. Bestehende Angebotsstrukturen und ihre Weiterentwicklungen 2.1 Offene Seniorenarbeit in Karlsruhe Das bestehende Angebotsnetz in diesem Bereich umfasst folgendes Spektrum, unterschiedlich unterstützt von Seiten der Stadt in Karlsruhe: a) Begegnungsangebote: - 18 Altentagesstätten als fester Treffpunkt an drei Nachmittagen pro Woche, offen für alle Bürger/-innen – bereits über lange Jahre bestehend; mit Leitung durch festangestellte Fachkräfte in drei Altentagesstätten, weitere Tagesstätten durch ehrenamtlich tätige Ältere selbstgeleitet. gefördert durch die Stadt durch Mietübernahme und Personalkostenzuschuss, insgesamt 2006 164.680 Euro davon aus speziellen Mitteln der Förderung von Begegnung und Aktivitäten 24.640 Euro Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 19 - Treffen und Aktionen einmal pro Woche bzw. je nach Absprache in 15 Alten- clubs, 11 spezielle Interessensverbänden im Sinne von Seniorenvereinigungen mit Bindung: an Partei, Gewerkschaft, ehemalige Arbeitgeber, zahlreiche Senio- rentreffs der Bürgervereine und der Altenwerke der Kirchengemeinden, die Begegnung, Veranstaltungen u. Ä. je nach persönlichen Einsatzmöglichkeiten der Leitungen anbieten. - Angebote der Stadtranderholung und der Seniorenerholung an einem Ur- laubsort von Caritasverband und Diakonischem Werk: Stadtranderholung: 3 x je 2 Wochen, Seniorenerholung: 1 x jährlich. gefördert durch die Stadt insgesamt: 14.920 Euro b) Bildungsangebote für Ältere bieten: - Akademie der Älteren Generation, unterstützt durch Bildungswerk der Erzdiö- zese Freiburg gefördert durch die Stadt: 4.850 Euro - Junge Alte – Bezirksstelle für Ev. Erwachsenenbildung - Volkshochschule - Haus der Familie, Arbeiterwohlfahrt - Sonntagscafé mit Vorträgen, von Älteren selbst organisiert - Studium Generale der Universität Karlsruhe - Akademie für wissenschaftliche Weiterbildung - PC-Schulungsanbieter c) Spezielle Kulturangebote für Ältere: - Theater mit Nachmittagsvorstellungen, zusammengestellt im Kulturkalender für Senioren des Stadtseniorenrates - Seniorenorchester mit verschiedenen Veranstaltungen, insbesondere Herbst- konzert Seniorenkabarett „Graue Zellen“ mit 2 Veranstaltungen pro Jahr in Karlsruhe städt. Förderung für Seniorenorchester insgesamt 6.000 Euro d) Spezielle themenbezogene Aktivitätsangebote: Neben den allgemeinen ehrenamtlichen Einsatzfeldern sind speziell zu nennen: - Aktion „Tu (Dir) was Gutes: Paritätische Sozialdienste gGmbH Generationsübergreifender Freiwilligendienst städt. Förderung als niederschwelliges Betreuungsangebot 10.600 Euro - Verschiedene Besuchs- und Begleitdienste zu Hause und in Pflegeheimen, organisiert durch - Arbeiterwohlfahrt - Diakonisches Werk - Badischer Landesverein für Innere Mission - Deutscher Evangelischer Frauenbund - Deutsches Rotes Kreuz - Arche NOAH gGmbH - Melitta-Schöpf-Stiftung Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 20 - Evangelischer Blinden- und Sehbehindertendienst Baden e. V. - Mitarbeit in den Gruppen der organisierten Nachbarschaftshilfe der Katholi- schen Pfarrgemeinden städt. Förderung als niederschwelliges Betreuungsangebot 5.000 Euro - Senioren helfen Senioren e. V.: Diakonisches Werk. - Alt und Jung, Hand in Hand: Kinderbetreuung in Familien und speziellen Be- treuungsgruppen durch Seniorinnen und Senioren, getragen vom Seniorenbü- ro und Kinderbüro, Leitung durch pädagogische Fachkraft auf Honorarbasis. städt. Übernahme des Honorars der begleit. Fachkraft von Seiten des Seniorenbüros 4.975,88 Euro - Zeitzeugenprojekte als Gruppenaktivität und Schulprojekte: - Projektgruppe „Lebendige Geschichte – Rückblick in die Geschichte und die eigene Vergangenheit“ - Puzzle der Zeit, Zeitzeugen an Schulen: Von Seniorenbüro und Kinderbü- ro unterstützt - Lesepatenschaften - TrauerPaten: Friedhofs- und Bestattungsamt - Unterstützung junger Mütter in Teilzeitausbildung: Christliches Jugendwerk e. V. - Seniorenforum Rüppurr: Forum mit Marktplatz von unterschiedlichsten gemeinsamen Aktivitäten Förderung von Generationsprojekten insgesamt 2006 7.700,00 Euro e) Stadtseniorenrat – als politische Interessensvertretung der älteren Menschen in Karlsruhe, Organ der Meinungsbildung und des Erfahrungsaustauschs im Blick auf soziale, wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Themen für Ältere, organisiert als Zusammenschluss von derzeit 35 Organisationen, Einrichtungen und Vereinigungen, die auf dem Gebiet der Altenhilfe tätig sind, insbesondere im Bereich der Begegnung und Aktivität von Älteren. Aufbau von Arbeitsgruppen zu einzelnen Themen: Seniorenfreundlicher Service, Unterstützung der Heimbeiräte u. Ä., Mitarbeit in den Arbeitsgruppen „Verkehrssicherheit“ und „Kriminalpräventi- on“. städt. Förderung: Zuschuss an den Stadtseniorenrat pro Jahr 2.430 Euro f) Seniorensportangebote werden vielfältig als spezielle Gymnastikgruppen, als Schwimmangebote oder Wandergruppen von den Sportvereinen, aber auch z. T. von Kirchengemeinden im gesamten Stadtgebiet verteilt angeboten. Daneben gibt es vielfältige Einzelangebote wie Tanztee, Tai Chi, Feldenkrais und spezielle Kursangebote. Vom Sportkreis Karlsruhe wurde im Zusammenwirken mit der AOK Mittlerer Oberrhein, dem Geriatrischen Zentrum, der Liga der freien Wohlfahrtsverbände und der Stadt Karlsruhe das Projekt „In Schwung – Mehr Lebensqualität im Alter, Ausbau von Sport- und Bewegungsangeboten“ initiiert. Eine breite Palette an Informations- und Mitmachangeboten wird in Kooperation mit bestehenden Insti- tutionen sukzessive aufgebaut und in ersten Stadtteilen angeboten. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 21 Große präventive Chancen liegen in der Sturzprophylaxe mit den Angeboten - Sturzprophylaxe in Heimen (AOK-Modell) - als präventives Angebot in Kursform im Geriatrischen Zentrum und Hardt- waldzentrum und - in 2 speziellen Demenzbetreuungsgruppen am Geriatrischen Zentrum. g) Unterhaltsame Nachmittage für alle älteren Bürgerinnen und Bürger in Karlsru- he in Form von Großveranstaltungen werden jährlich organisiert vom - Seniorenbüro Stadt Karlsruhe: Nachmittage in Durlach sowie Daxlanden - Stadtamt Durlach, Seniorennachmittag - Altenclubs: Weihnachts-/Prunksitzungen - Ortsverwaltungen: verschiedene Feiern im Laufe des Jahres städt. Bezuschussung der Seniorenarbeit der Ortsverwaltungen 8.200 Euro - Sparkasse Karlsruhe: Seniorennachmittag - Marktamt Stadt Karlsruhe: Seniorennachmittag auf der Mess‘ Insgesamt fördert die Stadt 2006 diesen Bereich der Begegnung und Aktivitäten mit 239.240 Euro Grundsätzliche Weiterentwicklungsperspektiven für die Aktivitäten und das soziale Miteinander der älteren Generation: Die offene Seniorenarbeit in ihren traditionellen Formen ist vorwiegend darauf ausgerichtet, älteren, häufig hochbetagteren Menschen Veranstaltungsprogramme und einen ansprechenden Rahmen für Begegnung und Gespräche anzubieten. Der Fokus auf dem „Tun und Anbieten für andere“ steht im Vordergrund. Die „Stammgäs- te“ dieser Treffen haben sich über Jahre hinweg häufig als feste Gruppen zusam- mengeschlossen. Für sie sind diese Gruppentreffen wertvolle soziale Kontaktmög- lichkeiten, neue Besucherinnen und Besucher und insbesondere auch neue enga- gierte Leiterinnen oder Leiter finden jedoch kaum in die Gruppen. Viele Gruppen werden sukzessive kleiner. Die nachfolgenden jüngeren Seniorinnen und Senioren haben meist andere Erwartungen und Interessen für ihre Aktivitäten im Ruhestand. Die öffentlichen Angebote der offenen Seniorenarbeit sind auf die neuen Altengene- rationen hin auszurichten. Die zentralen Leitziele der Eigenvorsorge, der Prävention und der Förderung der sozialen Integration und der privaten, halbprivaten, bürgerschaftlichen Solidarität im Lebensalltag ist gerade mit der jüngeren Altengeneration konkret zu entwickeln. In den so genannten „fitten Altersjahren“ sind die eigenen Gestaltungs- kompetenzen zu trainieren, auch neue Potenziale noch zu entdecken und auszubau- en. Insbesondere die sozialen Beziehungen – nicht nur die alten, auch neue, sind gezielt zu pflegen. Dieser Einsatz in den rüstigen Jahren wird sich bei Hochaltrigkeit positiv auswirken. Sicherlich wird die Grundhaltung für eine aktive Alltagsgestaltung und Eigenvorsorge bereits viel früher entwickelt. In diesem Lebensabschnitt des „frühen Alters“ werden jedoch die konkreten Bewältigungsstrategien im Umgang mit Altersherausforderungen „eingeübt“ und die privaten und halbprivaten sozialen Netze geknüpft. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 22 Diese Ausweitung der Zielgruppe der offenen Seniorenarbeit auf die jüngeren Altersjahrgänge bedeutet nicht, dass die hochbetagten Menschen damit von Begeg- nung und Aktivität ausgeschlossen wären. Auch für sie gilt es, entsprechende soziale Begegnungs- und Aktivitätsmöglichkeiten in ihrem Rahmen anzubieten. Der Schutz und die Geborgenheit von kleinen überschaubaren festen Gruppen, wie sie die bestehenden Begegnungsangebote bieten, werden auch weiterhin für den Kreis der hochbetagten alten Menschen von wichtiger Bedeutung sein. Dennoch sind neben diesen fürsorglichen Begegnungsangeboten die neuen fördernden Aktivitätsangebo- te auszubauen. Die Generation 55 plus zeigt bereits in nicht wenigen Diskussionen ein wachsenden Eigeninteresse, an dieser Art von qualitativer Altersvorsorge aktiv mit zu gestalten. Bereits zahlreiche Erfolg versprechende Erfahrungen und Einschätzungen lassen sich aus Projekten und Modellen zusammentragen. Zentrale Ansätze für eine neue offene Seniorenarbeit zielen auf: a) eine eher themenbezogene Ausrichtung der Aktivitätsangebote aus den Bereichen: - Bildung im weitesten Sinne: Von PC-/Internetschulung bis hin zu alltagsunterstützendem Kompetenzerwerb wie z. B. Kochkurse für Männer, - gesundheitsvorsorgebezogene Informationen und Aktivitäten (Ernährungsbe- ratung, Kurse für Sturzprophylaxe, Gedächtnistraining usw.), - sportliche Aktivitäten insgesamt, - kreative Tätigkeiten in der Gruppe, Entwicklung von neuen Kompetenzen, u. Ä. b) die gezielte breite Förderung des bürgerschaftlichen Engagements mit dem spezifischen Blickwinkel von und für Ältere – in enger Zusammenarbeit mit dem Aktivbüro, das sich für die generellen Rahmenbedingungen und Vermittlun- gen für alle Zielgruppen und Einsatzfelder engagiert. Ein wichtiges Thema in die- sem Bereich wird der weitere Ausbau des bürgerschaftlichen Engagements in der niederschwelligen Unterstützung von Hilfe- und Pflegebedürftigen zu Hause und in Heimen zusammen mit den Trägern, Diensten und Einrichtungen sowie den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege sein; c) Förderung der Partizipation der älteren Menschen und der Familien bei der Ausgestaltung der jeweiligen offenen, ambulanten und stationären Unterstüt- zungsangebote im Stadtteil - aber auch Stärkung der Interessensvertretung für generelle stadtpolitische, stadtteilbezogene gesamte Entwicklungsthemen, die die ältere Generation betreffen: Durch Stärkung des Stadtseniorenrates und durch Aufbau von Seniorenforen in den Stadtteilen, die sich gemeinschaftlich mit dem Thema auseinandersetzen: „Alt werden miteinander im Stadtteil: Chancen und Ansatzpunkte“. Die Zielsetzung der Förderung der Partizipation ist über die Entwicklung von geeigneten Partizipationsformen für die ältere Generation im Zusammenspiel mit der jüngeren Generation zu verfolgen; Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 23 d) Förderung des Grundprinzips der Selbstgestaltung bzw. der breiten Mitge- staltung bei der Entwicklung und der Realisierung von Projektinitiativen und neuen Aktivitäts- und Unterstützungsangeboten gerade im Bereich der offenen Seniorenarbeit; e) Förderung von möglichst weitgehend generationsübergreifenden Aktivitäten und Projekten neben speziellen Projekten, die auf die besonderen Interessens- lagen von älteren Menschen eingehen; f) die Schaffung von klaren organisatorischen Rahmenbedingungen für diese Vielfalt von Aktivitäten, Projekten und Engagement: Das Leitzielprojekt im Mas- terplan Karlsruhe 2015 für die Förderung des sozialen Miteinanders: „Entwick- lung von generationsübergreifenden Bürgerbegegnungszen- tren/Bürgeraktionszentren“ ist als zentrale Strategie im Umbau der offenen Seniorenarbeit zu nutzen. Die Bürgeraktionszentren können als stadtteil- /sozialraumbezogene räumliche Kristallisationsorte wirken, in denen sich die viel- fältigen Aktivitäts-, Bildungs- und Projektangebote bis hin zu niederschwelligen, freiwilligen Unterstützungsleistungen für Ältere und Familien generationsübergrei- fend bündeln - angefangen von der Kinderbetreuungsgruppe durch Seniorinnen und Senioren bis hin zu der Alzheimergruppe für das Miteinander auch mit de- menzerkrankten Menschen. Die Modellerfahrungen des Brunhilde-Baur-Hauses als Mehrgenerationenhaus sind für die Konzeptentwicklung der Bürgeraktions- zentren zu nutzen. Tragendes Prinzip wird die Kooperation mit allen im Stadtteil- /Sozialraum bereits engagierten und interessierten Personen, Trägern, Institutio- nen sein. Nur gemeinsam sind die konkrete Ausgestaltung und das Aktivitäts- spektrum in den Bürgeraktionszentren zu entwickeln. Voraussetzung dafür ist allerdings auch eine entsprechende personelle Kapazität, um dieses Netzwerk von engagierten Trägern und Bürgern effektiv zusammenzubinden. Mit dieser Ausrichtung kann die offene Seniorenarbeit eine neue zukunftsweisende Grund- lage erhalten. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 24 2.2 Unterstützung der selbständigen Lebensführung hilfe- und pflege- bedürftiger Menschen Dieser Bereich umfasst ein breites Spektrum von alltagsunterstützenden Diensten zur Pflege, Haushaltsführung, Betreuung, Grund- und Behandlungspflege, Sonder- diensten für einzelne Aufgaben und familienentlastende Dienstleistungen – wobei der allgemeine medizinisch-therapeutische Bereich hier nicht aufgeführt wird: a) Mahlzeitendienste werden geboten durch 8 Dienste, die Essen auf Rädern in unterschiedlicher Form bieten 6 stationäre Mahlzeitendienste i. S. eines stationären Mittagstisches Bedürftige ältere Menschen können von Seiten der Stadt im Rahmen von Leis- tungen nach dem SGB XII finanzielle Zuschüsse erhalten. Kommunaler Haushaltsansatz 2007 35.000 Euro b) Sonderdienste für einzelne spezielle Leistungen in Karlsruhe - 12 Beförderungsdienste - 9 Hausnotrufsystem-Anbieter - 2 Schneeräumdienste - Haushaltsdienste verschiedenster Anbieter, z. B. als Hilfe beim Aufräumen, bei Haushaltsauflösung, Reparaturen, Putzaktionen, Tierpflege usw. c) Mobile Soziale Dienste und organisierte Nachbarschaftshilfen setzen stun- denweise, geringfügig vergütete, z. T. auch ehrenamtlich tätige Kräfte für die Un- terstützung von Hilfebedürftigen in ihrer Haushaltsführung, z. B. durch Einkaufs- hilfe, Betreuungsleistungen, Putzdienste u. Ä. ein. Derzeit bestehen: - 6 Mobile Soziale Dienste: Arbeiterwohlfahrt, Evangelische Sozialstation, Deutsches Rotes Kreuz, Paritä- tische Sozialdienste gGmbH, Arbeiter-Samariter-Bund, Profi 24 - 2 organisierte Nachbarschaftshilfen von Evangelischen Sozialstationen und von der Katholischen Sozialstation - Senioren helfen Senioren: Diakonisches Werk - Jobbörse des Stadtjugendausschusses - Seniorenhilfsdienst der Realschule Rüppurr Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 25 (weitere freiwillige Dienste s. 2.1) städt. Zuschuss an AWO als niederschwelliges Betreuungsangebot 2006 10.600 Euro d) Rehabilitationsangebote speziell für Ältere – als Teil des Gesundheitswesens In Karlsruhe bietet mark gGmbH eine mobile, ambulante Rehabilitation zu Hause an. 6 weitere Praxen ermöglichen ambulante Rehabilitation. Eine spezielle geriatrische Rehabilitationseinrichtung am Diakonissenkran- kenhaus für eine stationäre Versorgung mit 65 Plätzen ist vorhanden. e) Ambulante Pflegedienste bieten Grundpflege, Behandlungspflege, z. T. auch hauswirtschaftliche Hilfestellung für alleinlebende pflegebedürftige Menschen zu Hause. In Karlsruhe bestehen 7 Pflegedienste der Wohlfahrtsverbände, 33 private Pflegedienste und 9 Sonderpflegedienste, insbesondere ausgerichtet auf demenzkranke Personen bzw. auf Pflege rund um die Uhr. f) Unterstützung der pflegenden Angehörigen Die Familie übernimmt die Hauptpflegeleistung im häuslichen Bereich auch bei hoher Pflegestufe: rd. 67 % der Hilfe- und Pflegebedürftigen werden zu Hause von Familienangehörigen gepflegt. Damit sind allerdings häufig erhebliche Belas- tungen verknüpft. Dennoch greift nur ein kleiner Teil der Familien auf entlastende Unterstützungsdienste zurück. Familienentlastende Angebote in Karlsruhe: - aktuell 8 Pflegekursangebote - 3 Gesprächsgruppen für pflegende Angehörige, davon 1 Gruppe für Angehö- rige von Heimbewohnern (die speziellen Gruppen für Demenzthematik s. 2.5) - 10 Tagespflegeeinrichtungen mit insgesamt 147 Tagespflegeplätzen - Pflegebegleiter: Beteiligung des Arbeiter-Samariter-Bundes an dem Bundes- modell „Projekt zur persönlichen Begleitung von Pflegenden durch Freiwillige“ mit städt. Förderung als niederschwelliges Betreuungsangebot 10.600 Euro Grundsätzliche Weiterentwicklungsperspektiven für die ambulante Unterstüt- zung: Der Grundsatz „ambulant vor stationär“ ist konsequent mit dem Ausbau und der weiteren Differenzierung der Unterstützungsformen weiter zu verfolgen. - Der Entwurf zur Reform der Pflegeversicherung sieht die Einrichtung von quar- tiersbezogenen „Pflegestützpunkten“ für jeweils 20.000 Einwohner vor. Die Kon- kretisierung ist allerdings noch offen. - Vorgeschlagen wird auch die Verpflichtung der Pflegekassen, für ihre Versicher- ten ein Fallmanagement – etwa im Rahmen der Pflegestützpunkte – anzubieten. Die Umsetzung bleibt vorerst abzuwarten. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 26 - Trotz verstärkter Bemühungen der Kostenbegrenzung im Gesundheitswesen sollte der Bereich der geriatrischen Rehabilitation verstärkt ins Blickfeld rücken nach dem Motto: „Reha vor Pflege“. Hier wäre z. B. die Frage der „Rehabilitations- fähigkeit“ neu zu bedenken. Der weit zu fassende Rehabili tations- Aktivierungsgedanke ist auch im ambulanten Bereich vielfältig auszubauen. - In Ergänzung zu den institutionell organisierten, relativ teuren Hilfen bei der Haushaltsführung im Rahmen der Modulleistungen nach SGB XI der ambulanten Pflegedienste ist die Förderung der Bildung sozialer, privater und halbprivater Unterstützungsnetze für ein alltagsunterstützendes Miteinander mit vielfältigen kreativen neuen Wegen anzustreben – auch wenn die heutigen Singularisie- rungstendenzen in der Gesellschaft dieser Zielsetzung entgegenstehen. Die För- derung der Selbsthilfe des bürgerschaftlichen Engagements von und für Ältere (s. 2.1) ist hierzu eine wesentliche Basis. Für niederschwellige Dienstleistungen in diesem Alltagsgestaltungsfeld könnten die Bürgeraktionszentren sinnvolle Veran- kerungsorte sein. Hier könnte sich eine wertvolle Verknüpfung von offener und ambulanter Seniorenunterstützung anbieten. - Das familiäre Pflegepotential ist soweit wie irgend möglich zu stärken trotz entgegengerichteter Tendenzen des Absinkens in den nächsten Jahrzehnten. Dazu gehört jedoch vor allem auch, dass die Pflegenden selbst in ihren Interes- sen und in ihren Kompetenzen deutlicher als zentrale Mitgestalter respektiert werden. - Neue Formen des solidarischen Welfare-Mix sind mit der Familie einschließlich des Freiwilligen-Engagements verschiedener Unterstützungspartner anzustreben. In diesem Sinne ist auch das Modellprojekt Pflegebegleiter hinsichtlich seiner nachhaltigen Chancen für die Förderung der Angehörigen gemeinsam zu disku- tieren. - Im guten Zusammenspiel von Eigenhilfe, familiärer, nachbarschaftlicher, freiwilli- ger, medizinischer, therapeutischer und pflegerischer, bürgerschaftlicher und in- stitutioneller Hilfe liegen wesentliche Energiepotenziale für die häusliche Selb- ständigkeit. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 27 2.3 Unterstützung für altersgerechtes Wohnen Mit der Förderung altersgerechten Wohnens im Sinne von Barrierefreiheit und sozialer Integration sowie ggf. Absicherung bei Hilfebedürftigkeit soll die selbständi- ge Lebensführung im Privathaushalt so lange wie möglich erhalten bleiben. Folgen- de Ansätze wurden bereits dafür entwickelt: a) Wohnberatungsstelle der Paritätischen Sozialdienste, um Gefährdungen in der Wohnung abzubauen und Erleichterungen für das Verbleiben in der bisherigen Wohnung zu ermöglichen. Auch der Kontakt zu spezialisierten Handwerkern und Architekten kann hergestellt werden. b) Beim Stadtplanungsamt der Stadt Karlsruhe wurde eine Anlaufstelle eingerichtet für Bürger, Architekten und Bauträger, die sich für gemeinschaftlich organisier- te neue Wohnprojekte interessieren. Die Anlaufstelle gibt Informationen über bestehende Gruppen. c) Von der Wohninitiative ZAG – Zukunft alternativ gestalten e. V. wird die Zielsetzung eines gemeinschaftlich selbstorganisierten Wohnens ab der Lebens- mitte in Selbstinitiative verfolgt. Erstes Projekt: „Haus im Hofgarten“ mit 7 Woh- nungen. d) Spezielle altersgerechte Wohnanlagen mit Service – auch als Betreutes Wohnen bezeichnet: Diese Anlagen bieten Barrierefreiheit und auf jeden Fall ei- nen Grundservice (Notrufanlage, Hausmeisterdienste und Ansprechperson, die Hilfestellung zur Vermittlung weiterer individuell benötigter Unterstützungsdienste bietet). Das Serviceangebot ist unterschiedlich je nach spezifischer Konzeption der Anlage und personellem Einsatz. In Karlsruhe bestehen aktuell 24 Anlagen mit insgesamt 1.430 Wohnungen, zusätzlich bereits im Bau bzw. konkreter Planung: 345 Wohnungen. Damit wird eine zukünftige Angebotsquote von 3,4 Wohnungen pro 100 älteren Bürgern ab 65 Jahren erreicht. Grundsätzliche Weiterentwicklungsperspektiven für altersgerechtes Wohnen: - Das alltagsunterstützende soziale Miteinander i. S. von Selbsthilfe und Selbstor- ganisation in privater Gemeinschaft ist auch in „alternden Wohn- blocks/Wohnsiedlungen“ gezielt zu fördern. - Gemeinschaftlich organisierte altersgerechte, aber auch generationsübergreifen- de Wohnprojekte sind im Neubaubereich verstärkt umzusetzen. - Dazu sind Erkenntnisse und Strategien zur Realisierung „gemeinschaftsfördern- der Impulse in vielfältiger Form“ im Wohnungsbestand und Neubaupro-jekten aus Modellprojekten auf Bundes- und Stadtebene konkret im Detail zusammenzutra- gen. In der gemeinsamen Diskussion sind weitere Ideen insbesondere auch für den Wohnungsbestand zu entwickeln. - Die Zusammenarbeit von Stadtplanung, Wohnungswirtschaft und Sozialplanung ist dafür zu intensivieren. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 28 - Dies gilt ebenso im so genannten „Betreuten Wohnen“, das konzeptionell weiter zu entwickeln ist i. S. einer gemeinsamen nachbarschaftlichen Lebensgestaltung, die die Lebensqualität im Betreuten Wohnen hebt und konkretes alltagsunterstüt- zendes Miteinander fördert. - Die zweite Herausforderung der Wohnanlagen stellt sich im wachsenden Bedarf adäquater Unterstützungskonzepte für an Demenz erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner, für die in den ersten Stadien der Erkrankung geeignete Betreuungs- formen integrativ entwickelt werden sollten. - Die kommunale Unterstützung des Ausbaus von neuen speziellen Wohnungsan- lagen für Senioren sollte nur noch für Projekte erfolgen, die bedarfsgerecht stadt- teilbezogen und im Blick auf niedrigere Einkommensmöglichkeiten konzipiert sind. 2.4 Stationäre Pflege in Pflegeheimen In Karlsruhe besteht im Vergleich zu anderen Städten und Kreisen ein seit langem quantitativ hohes Angebot an Pflegeplätzen: Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 29 39 Häuser mit 3.144 Pflegeplätzen, getragen von 25 Trägern, mit einer hohen Versorgungsquote: 5,8 Plätze pro 100 älteren Personen. (Bedarfseckwert der Rahmenplanung für Baden-Württemberg bezogen auf Karlsruhe für das Jahr 2010: 2.650 Pflegeplätze). Die laufende Umfrage in den Heimen ergibt, dass pro Stichtag 60 – 70 Heimplätze frei sind. Eine Förderung im Rahmen des Landespflegegesetzes Baden-Württemberg kommt für die Stadt Karlsruhe nur noch für Generalsanierungen und Ersatzneubauten in Stadtteilen ohne Senioreneinrich- tungen infrage, wobei die Landesförderung voraussichtlich 2010 ohnehin beendet wird. Derzeit in Planung sind bereits 8 Neubauten bzw. Ersatzneubauten sowie 2 große Generalsanierungen. Mit diesen Neubauprojekten, Ersatzneubauten und Generals- anierungen werden 312 neue Pflegeplätze in den nächsten 5 – 6 Jahren zusätzlich hinzukommen. Es ist zu erwarten, dass in den nächsten Jahren die Hälfte der Plätze, 1.875 Plätze (54,3 % aller Plätze), in einem hochwertigen baulichen Zustand sein werden. Städtische Förderung der Investitionen 1.381.940 Euro (2007 und 2008 insg.) Grundsätzliche Weiterentwicklungsperspektiven für die stationären Pflegeein- richtungen: - Der Reformvorschlag zur Pflegeversicherung, eine verstärkte aktivierende und rehabilitative Pflege zu honorieren, wird diese Zielausrichtung in den Pflegehei- men verstärken. - Trotz hoher körperlicher, geistiger und psychischer Beeinträchtigungen sind den noch verbliebenen Kompetenzen und Potenzialen der Menschen in Heimen Gel- tung und Gestaltungsmöglichkeiten verstärkt einzuräumen. - Eine verstärkte qualitative Ausrichtung auf individuelle Wohnorientierung und Gruppenpflege bis hin zur Schaffung von Hausgemeinschaftsmodellen, wie z. B. im Seniorenzentrum Karlsruher Weg, Nordweststadt, ist trotz finanzieller Begren- zungen anzustreben. - Die weitere breite Personalqualifizierung für die spezifische Förderung der Lebensqualität für Demenzerkrankte ist hilfreich. Einige Häuser interessieren sich für die Einbindung ihres Hauses in integrierte Versorgungsnetze im Gesundheits- bereich. - Die Suche nach adäquaten Betreuungs- und Begleitungsformen für Menschen, die ständig bettlägerig sind oder die in ihrer Sterbephase sind, hat begonnen und wird breit zu diskutieren sein. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 30 - Die Veränderungen des in Zukunft auf Landesebene verankerten Heimgesetzes werden zu beachten sein. - Die Angehörigen sind als zentrale Partner in der psychosozialen Begleitung der Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner mehr ins Blickfeld zu rücken. Konkrete Mitwirkungsmöglichkeiten sind für sie zu entwickeln. - Für die Öffnung von Pflegeheimen entwickeln sich teilweise neue Kombinationen mit ambulanten und offenen Unterstützungsdiensten. - Das bürgerschaftliche Engagement für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen ist weiter auszubauen. Diese Zielsetzung braucht vielfältige Wer- bungsimpulse im Vorfeld der Einrichtungen und eine explizite Förderung und Ge- staltung des partnerschaftlichen Zusammenwirkens in den Heimen durch Leitung und Mitarbeiterschaft. - Langfristig muss mit einem Fachkräftemangel aufgrund von fehlendem Nach- wuchs und frühem Berufsausstieg gerechnet werden: Bereits heute gibt es Be- strebungen, das Image der Pflege und dieses Berufsfeldes zu verbessern. Die bereits erarbeiteten Strategievorschläge sind aufzugreifen. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 31 2.5 Spezielle Unterstützung für an Demenz erkrankte ältere Menschen und ihre Familien Folgende Angebote haben sich für die spezielle Betreuung, Unterstützung und Pflege demenzerkrankter Menschen und ihrer Angehörigen ausgerichtet: a) Spezielle medizinisch/therapeutische Angebote bieten: - Niedergelassene praktische und fachärztliche Praxen - Spezialisierte Praxen für Ergotherapie - Akut-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin und Tagesklinik für Ältere des Städtischen Klinikums Karlsruhe - Geriatrisches Zentrum Karlsruhe des Diakonissenkrankenhauses Karlsruhe- Rüppurr - Psychiatrischer Bereich des Krankenhauses Karlsbad-Langensteinbach b) Beratungsstellen, die auf die besonderen Fragestellungen dieser Zielgruppe eingehen können: - Seniorenfachberatung von Stadt und Verbänden - Fachstelle für demenzkranke Menschen und deren Angehörigen des Diakoni- schen Werks Karlsruhe Weitere Beratungsstellen für Betroffene und deren Angehörigen mit z. T. unter- schiedlichen Schwerpunkten: - Beratungsstelle templus – Zeit zum Leben: Schwerpunkt Früherkennung - Geronto-psychiatrischer Betreuungs- und Beratungsdienst für pflegende An- gehörige und Pflegebedürftige, Frau Keetmann: Schwerpunkt Angehörigenbe- ratung und Schulung - Betreuungsbehörde der Stadt Karlsruhe und Betreuungsvereine: Regelungen nach dem Betreuungsgesetz - mark gGmbH – mobile ambulante Rehabilitation Karlsruhe: Schwerpunkt Wohnberatung bei Demenz c) Betreuungsgruppen zur meist wöchentlichen stundenweisen Betreuung, häufig einschließlich Beratung der Angehörigen 3 Gruppen im Treff für Ältere im Höchstenhof des Diakonischen Werks 1 Gruppe des Caritasverbandes städtische Förderung des Diakonischen Werks und Caritasverbandes als niederschwelliges Betreuungsangebot mit insg. 15.600 Euro 2 Gruppen im Geriatrischen Zentrum 1 Gruppe mit ausgewählten Terminen der Zukunftswerkstatt Demenz e. V. in den Räumen der Arche NOAH d) Spezielle Betreuungsdienste zu Hause Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 32 - „Mehr vom Leben“: AWO Karlsruhe städt. Förderung als niederschwelliges Betreuungsangebot 10.600 Euro - „SAM“ – Seniorenforum für aktives Miteinander - „Wohnen wie zu Hause“ vom Seniorenzentrum am Klosterweg im Sinne einer Art offener Wohngemeinschaft e) Gesprächskreise und Kurse für pflegende Angehörige, angeboten von: - Klinikum - Kranken-/Pflegekassen - Verbänden der freien Wohlfahrtspflege - privaten Trägern häufig in Verbindung mit Betreuungsangeboten. Speziell: - Alzheimer-Angehörigengruppe Karlsruhe: Diakonisches Werk Karlsruhe und - Spezielles Schulungsangebot: „Umgang mit dementen Menschen: Neue We- ge der Problembewältigung“: Diakonisches Werk und AWO Karlsruhe. f) Tagespflege: Die 10 Tagespflegeeinrichtungen mit insgesamt 149 Plätzen in Karlsruhe be- treuen meist Besucher, die an Demenz erkrankt sind. g) Pflegedienste: Alle Pflegedienste in Karlsruhe haben unter ihren Patienten an Demenz erkrankte Menschen und müssen sich mit diesem Krankheitsbild auseinandersetzen sowie die pflegenden Angehörigen unterstützen. 3 Pflegedienste in Karlsruhe haben sich auf dieses Krankheitsbild spezialisiert. Diese Dienste bieten bei Bedarf auch „Rund um die Uhr Betreuung“ an: - KAP – Ambulante Pflege (auch speziell für psychisch Kranke) - Privater Pflegedienst D. Toll GmbH & Co. Baden KG - Humanis Pflege- und Betreuungsdienst h) Pflegeheime: In allen Pflegeheimen in Karlsruhe werden an Demenz erkrankte Menschen auf- genommen. In 8 Häusern sind spezielle geronto-psychiatrische Wohnbereiche eingerichtet mit offenen, beschützenden und geschlossenen Wohnbereichen. Erste grundsätzliche Weiterentwicklungsperspektiven für die spezifische Unterstützung von an Demenz Erkrankten: - Gemeinsame Analyse der aktuellen Defizite und Problemlagen für diesen Perso- nenkreis sowie Entwicklung von Lösungsansätzen im Rahmen der Erarbeitung Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 33 einer speziellen Konzeption zur Absicherung von Demenzerkrankten und ihrer Angehörigen. Dazu gehören u. a.: - Diskussion um Chancen einer verstärkten Vernetzung der Anbieter aus dem medizinischen, pflegerischen und betreuungsbezogenen Bereich für eine Op- timierung der Schnittstellen, der Zusammenarbeit und der gemeinsamen fach- lichen Weiterqualifizierung. - Suche nach Wegen einer Verbesserung der alltagsunterstützenden Informati- onen und der psychosozialen Unterstützung der pflegenden Angehörigen so- wie der sozialen Netzwerke um die Erkrankten. - Wird der Reformentwurf der Pflegeversicherung mit der Ausweitung der Versiche- rungsleistung bei besonderem Betreuungsaufwand von heute 460 Euro pro Jahr auf evtl. 2.400 Euro pro Jahr umgesetzt, wird die Nachfrage nach niederschwelli- gen Betreuungsdiensten voraussichtlich deutlich ansteigen. 2.6 Besondere Berücksichtigung Älterer mit Migrationshintergrund Spezielle Angebote für ältere Menschen mit Migrationshintergrund gibt es bisher in Karlsruhe noch wenige: a) Begegnungstreff: - Treff für ältere Türken in der AWO-Tagesstätte Irma Zöller Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 34 b) Ambulante Pflegedienste haben z. T. - Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die selbst einen Migrationshintergrund haben und damit „kultursensibel“ auf besondere Bedürfnisse eingehen können. - Integrationszentrum der Russischsprechenden e. V.: Soziale, hauswirtschaftli- che, medizinische und psychologische Unterstützung in Kooperation mit Heimstiftung. Erste Weiterentwicklungsansätze zur Unterstützung dieser Zielgruppe: Die Zahl der älteren Menschen mit Migrationshintergrund ist hier in Karlsruhe noch relativ begrenzt, so dass noch kein Nachfragedruck deutlich wird. Längerfristig dürfte sich dies jedoch verändern und die ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen müssen sich zunehmend auf die spezifischen Bedürfnisse dieser vielfältigen Perso- nengruppen einstellen. - Erste spezifische Informationsangebote über das deutsche Unterstützungsnetz werden nachgefragt und mit fremdsprachlichem Informationsmaterial sowie ers- ten Informationsveranstaltungen berücksichtigt. - Eine bereits 2004 gegründete Arbeitsgruppe wird längerfristig ihren Erfahrungs- und Ideenaustausch wieder aufnehmen. - Die Vereine der ausländischen Kulturgruppen sind wichtige Partner in der Zusammenarbeit. 2.7 Auseinandersetzung um die spezifische Unterstützung alt werden- der Menschen mit lebenslanger Behinderung Für die in den nächsten Jahren wachsende Zahl von Menschen mit lebenslanger Behinderung sind Antworten und Lösungen für die - hier nicht abschließend genann- ten - anstehenden Herausforderungen gemeinsam mit Behindertenbeirat, Trägern der Einrichtungen der Eingliederungshilfe und der Altenhilfe zu entwickeln: Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 35 - Auseinandersetzung um die relevanten Umstellungserfordernisse in den Wohn- heimen und den ambulanten Wohngruppen für Behinderte im Blick auf den suk- zessive zunehmenden Anteil der älteren Bewohnerinnen und Bewohner. - Entwicklung adäquater Unterstützungsmöglichkeiten in der Tagesstrukturierung für ältere Behinderte, die bisher in den Werkstätten für Behinderte mitgearbeitet haben. - Klärung der offenen Finanzierungsfragen zwischen den Regelungen der Einglie- derungshilfe und der Pflegeversicherung sowie SGB XII. - Klärung der spezifischen fachlichen Anforderungen, die hochbetagte Menschen mit lebenslanger Behinderung in der ambulanten und stationären Altenpflege stellen werden. 2.8 Begleitung in der Sterbephase Der Wunsch nach einem würdevollen Sterben wird häufig kaum formuliert und besprochen. Es ist jedoch hilfreich, mit verschiedenen Ansätzen konkret zu versu- chen, ihn auch zu realisieren. Wichtige bestehende Dienste wirken bereits in Karlsru- he: - Beratung zur Patientenverfügung durch Seniorenbüro, Betreuungsbehörde, Betreuungsverein und ähnliche Institutionen, - ambulanter Hospizdienst des Diakonischen Werkes und des Caritasverbandes Karlsruhe e. V., Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 36 - stationäre Hospizeinrichtung Arista in Ettlingen für die Bürgerschaft aus Land- und Stadtkreis Karlsruhe, - Palliativstation im Städtischen Klinikum, - Unterstützung der Angehörigen in der Trauerphase durch Angebote des Fried- hofsamtes. Grundsätzliche Weiterentwicklungsansätze: Die würdevolle, mitmenschlich getragene Gestaltung dieser Lebensphase hat eine zentrale Bedeutung im hohen Alter für die alten Menschen, aber auch für die Ange- hörigen. Der Stellenwert dieser Gestaltungsaufgabe ist nicht gering zu schätzen. - Zum Ausbau der persönlichen Beratung im relativ komplexen, schwierigen Umgang mit der Patientenverfügung kann evtl. der Aufbau eines ehrenamtliches Beratungsdienstes analog der „Esslinger Initiative e. V.“ überlegt werden. - Informationen und Nutzung von schmerztherapeutischen und ähnlichen therapeu- tischen Unterstützungsmöglichkeiten sind für eine offene, konstruktive Gestaltung der Sterbephase hilfreich. - Die Entwicklung einer besonders gestalteten Sterbekultur in den Pflegeheimen sollte weiter ausgebaut werden. - Die Hospizarbeit im ambulanten wie stationären Bereich ist zu unterstützen. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 37 2.9 Spezielle Information, Beratung der älteren Menschen und ihrer Familien Spezielle Information und Beratung in Entscheidungsprozessen zur Auswahl der geeigneten Unterstützungsangebote leisten folgende Dienste: a) In Karlsruhe bietet das Seniorenbüro der Stadt zusammen mit Fachkräften der Verbände der freien Wohlfahrtspflege einen aktuellen Überblick über die viel- fältig bestehenden Angebote mit ihren Regelungen der Inanspruchnahme sowie persönliche intensive Hilfestellung in schwierigen Entscheidungssituationen als - zentrales Informationsangebot des Seniorenbüros mit Broschüren, Internet- Wegweiser, persönlicher und telefonischer Informationsangebote, - Seniorenfachberatung zur persönlichen intensiven Beratung in komplexen Problemsituationen Zuschuss der Stadt für Seniorenfachberatungskräfte der freien Wohlfahrtspflege 58.290 Euro/2006 b) Beratung für den individuellen Pflegebedarf wird im Rahmen der konkreten Pflegeplanung von jedem ambulanten Pflegedienst geleistet. c) Weitere Beratungsdienste mit speziellen Schwerpunkten: - Beratungsstellen der Pflegekassen - Betreuungsbehörde und Betreuungsvereine - Verbraucherzentrale Baden-Württemberg/Patientenberatungsstelle Karlsruhe - Sozialverband VdK (insbesondere juristische Fragen) - Ambulanter Hospizdienst vom Diakonischen Werk und Caritasverband - insbesondere für die Pflegeüberleitung im Krankenhaus: - Pflegefächer: Beratungsdienst im Zusammenschluss privater ambulanter Träger - Pflege direkt: Kooperationsprojekt von Heimstiftung und weiteren ambulan- ten und stationären Trägern - Infocenter Friedhof Karlsruhe für Vorsorge und Trauerfall - speziell für Demenz s. 2.6 - Aktivbüro: Beratung über Möglichkeiten des bürgerschaftlichen Engagements Grundsätzliche Weiterentwicklungsperspektiven für die spezielle Informati- on und Beratung: - Fertigstellung des neuen Seniorenwegweisers im städtischen Internet- Informationsangebot mit differenzierter Leistungsbeschreibung aller Angebote. - Weiterentwicklung des spezifischen Arbeitsprofils der Seniorenfachberatung im Sinne der Eigenvorsorge und Selbsthilfe der Familien – auch in Abstim- mung mit den weiteren Beratungsangeboten. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 38 - Kommunale Beratungskräfte haben zentrale Steuerungsfunktionen bei der „Fallsteuerung“ nach dem Grundsatz „ambulant vor stationär“. - Kooperationsförderung zwischen den vielfältigen Beratungsdiensten und An- sprechpartner für ältere Menschen. - Ausbau der generellen Öffentlichkeitsarbeit über zukünftige konstruktive Bilder des Alters und des Alterns. Dafür z. B. auch verstärktes Zusammenwirken mit Angeboten der (neuen) offenen Seniorenarbeit in den zukünftigen Bürgerbe- gegnungszentren. 2.10 Finanzielle Absicherung durch SGB XII Ältere Menschen erhalten in Form der Grundsicherung und als Hilfe in der besonde- ren Lebenslage der Hilfe- und Pflegebedürftigkeit finanzielle Absicherung durch SGB-XII-Leistungen, wenn die Rentenzahlungen, sonstige Einnahmen und Vermö- genswerte zur Finanzierung nicht mehr ausreichen. § 11 SGB XII fordert zu diesen Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 39 finanziellen Leistungen die persönliche Beratung sowie auch die Unterstützung und Aktivierung der Leistungsberechtigten zur Stärkung der Selbsthilfe und zur Teilnah- me am Leben in der Gemeinschaft. 2006 erhielten 3.000 Personen Grundsicherung in Höhe von 16.196.000 Euro 196 Personen ambulante Hilfe zur Pflege in Höhe von 1.767.240 Euro 951 Personen stationäre Hilfe zur Pflege in Höhe von 9.876.236 Euro. Die Einnahmen zu den Hilfen in besonderen Lebenslagen können bisher noch nicht direkt zugeordnet werden. Grundsätzliche Weiterentwicklungsperspektiven für SGB-XII-Leistungen für alte Menschen: - Das Aktivierungsziel gem. § 11 SGB XII wird mit vielfältigen Qualifizierungsmaß- nahmen und organisatorischen Regelungen gezielt verfolgt und ausgebaut. - Die Fallsteuerung nach dem Grundsatz „ambulant vor stationär“ ist als expliziter Arbeitsauftrag der Begleitung der zu unterstützenden Person und der Zusam- menarbeit mit den Unterstützungsdiensten weiter zu etablieren. - Die Datenbasis über die Entwicklung der Fallzahlen und die Nettoausgaben soll ausdifferenziert und aktualisiert gestaltet werden. 2. Aktuelle Prioritätensetzung für die kommunale Seniorenpolitik Die vorangehende Auflistung von Weiterentwicklungszielen zeigt ein breites Spekt- rum verschiedenster Bereiche mit langfristigen Zielen bis hin zu konkreten Themen- feldern, die bereits in Bearbeitung sind. Von Seiten der kommunalen Mitwirkung gilt es, die aktuellen Entwicklungstendenzen in allen Gestaltungsfeldern im Blick zu behalten und sich mit Anregungen aus gesamtstädtischer, kommunaler Sozial- planungssicht bei aktuellen Einzelthemen einzubringen. Die Gesamtübersicht über Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 40 die bestehenden Angebote mit ihren spezifischen Leistungen ist laufend zu aktuali- sieren. Der aktuell dringende Bedarf für eine vertiefte Bearbeitung durch die kommunale Seniorenpolitik bzw. Sozialplanung für ältere Menschen ist für die einzelnen Gestal- tungsfelder unterschiedlich einzuordnen. Für den Bereich der ambulanten und stationären Fachpflege werden die zentralen Rahmenbedingungen durch die Kranken- und Pflegeversicherung gesetzt. Erst mit Umsetzung der Pflegeversicherungsreform in den nächsten Jahren werden hier voraussichtlich konkrete Veränderungsmaßnahmen im Einzelnen relevant werden. Die Entwicklung im stationären Pflegeheimsektor wird vorwiegend von den Trägern im Blick auf ihre einzelne Einrichtung vorangetrieben – heute auch weitgehend ohne städtische finanzielle Förderung. Mit der Aktualisierung der Gesamtübersicht über die Entwicklungen in diesem Bereich stellt die kommunale Sozialplanung Informationen für diese Trägerentscheidungen zur Verfügung. Auch bei weiteren inhaltlichen Einzelthemen zur Weiterentwicklung der stationären Pflege sind Anregungen in den Gesprächen mit den jeweiligen Trägern möglich. Bei einzelnen Neubauprojekten kann in Zusammenhang mit der Grundstückswahl und der städtebaulichen Ausge- staltung die städtische Position eine Rolle spielen. Als wichtige aktuelle Zielbereiche, für die Problemanzeigen gegenüber der kommu- nalen Sozialplanung und Seniorenpolitik besonders deutlich werden, rücken in den Vordergrund: 1. Erste Priorität: Umbau der offenen Seniorenarbeit i. S. der Förderung der Potenziale der älteren Generation, ihrer Eigengestaltung und ihrer Vorsorge für ihre soziale Integration und das Miteinander im Stadtteil, einschließlich der Eigen- vorsorge für gesundheitliche Stabilität und Absicherung der privaten Haushalts- führung. Damit eng verknüpft: Förderung des bürgerschaftlichen Engagements von und für Ältere einschließlich dem Aufbau und der gezielten Unterstützung zur deutlich verstärkten Partizipation und Mitgestaltung der älteren noch rüstigen Ge- neration an gesellschaftlichen Aufgaben. In der Entwicklung der erfolgreichen Konzeptionen der Bürgeraktionszentren zu- sammen mit den Trägern und Engagierten werden die Chancen dieser Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 41 Kristallisationszentren für eine Vielfalt von Aktivitäten und Dienstleistungen von und für Ältere und Familien im sozialen Umfeld konkretisiert werden können. Die Bündelungsfunktion der zu entwickelnden Bürgeraktionszentren kann auch im Blick auf niederschwellige Dienstleistungsangebote zur hauswirtschaftlichen Un- terstützung – z. T. durch bürgerschaftliches Engagement mitgetragen – ausge- dehnt werden. Damit kann auch dieser wichtige und dringliche Unterstützungsbe- reich bearbeitet werden 2. Zweite Priorität: Mit zweiter Priorität für die kommunale Sozialplanung wird der Einsatz für ein gemeinsam entwickeltes Arbeits- und Weiterentwicklungs- konzept zur Unterstützung Demenzerkrankter und ihrer Familien angesetzt. In diesem Prozess übernimmt die kommunale Sozialplanung die Moderation, die schriftliche Ausarbeitung unter Einbringung der weiteren inhaltlichen Ergebnisse von Fachdiskussionen und generellem gerontologischem Entwicklungstrends in diesem Bereich. 3. Dritte Priorität: Förderung altersgerechtes Wohnen i. S. von altersgerecht und sozial integriert im Privathaushalt bis hin zur Weiterentwicklung der Betreuungs- konzepte in Wohnanlagen mit Service in den vorne beschriebenen vielfältigen Ausrichtungen. D Konkreter spezifischer Einsatz des Seniorenbüros für die Weiterentwicklungsziele Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 42 Das spezifische Engagement der Sozial- und Jugendbehörde für die Strukturentwick- lung im Bereich der Seniorenarbeit und der Altenhilfe umfasst - die Sozialplanungstätigkeit des Seniorenbüros durch Frau Safian mit dem generellen Auftrag für die Sozialplanung für alte Menschen, insbesondere auf- bauend auf der ständigen Aktualisierung der Daten zur Angebotsstruktur unter Mitwirkung der Mitarbeiterinnen - den Einsatz der Abteilung ST der Sozial- und Jugendbehörde für die Absicherung der Aktivierung in der Sozialhilfe. Im Rahmen dieser Zielsetzung werden einzelne Strukturentwicklungsfragen speziell für die Zielgruppe des SGB XII mit angegan- gen. Aktuell besteht für das Seniorenbüro ein deutlicher Weiterentwicklungsbedarf. Ab 1. Mai 2007 reduzierte sich der Arbeitskräfteumfang von 4 Vollzeitkräften neben einer Sekretariatsstelle auf 3 Fachstellen (4 Personen), dies entspricht einer 25%igen Fachstellenreduzierung. Die bisherige Mitarbeiterin, Frau Hilverling, war eingesetzt für die Arbeitsfelder - Informationssammlung, -aufbereitung und -beratung über den gesamten Be- reich der offenen Seniorenarbeit für Bürgerschaft und Einrichtungen (s. Bro- schüre „Gemeinsam aktiv im Alter“). - Zusammenarbeit mit dem Stadtseniorenrat und den Gruppen der offenen Se- niorenarbeit im Sinne von inhaltlichen Anregungen, Unterstützung der Arbeits- gruppen u. Ä. - Organisation der Veranstaltungen des Seniorenbüros: Drei Kulturveranstal- tungen in Durlach, Daxlanden und im Weinbrennersaal sowie diverse Fach- veranstaltungen und Aktionen für die Öffentlichkeitsarbeit. - Rechnungswesen für die Zuschüsse im Rahmen der offenen Altenhilfe. Ein Teil von diesen nicht zu streichenden bzw. zeitlich deutlich zurückzustellen- den Aufgaben wurde von den Mitarbeiterinnen zu Lasten der Beratung und ande- ren Aufgaben zwangsläufig übernommen, für einen weiteren Teil von begrenzten Aktionen konnten vorerst Mitstreiterinnen und Mitstreiter des Stadtamtes Durlach, des Seniorenorchesters, des Bürgervereins Daxlanden und des Sonntagscafés gewonnen werden. Die Begleitung für die Gruppen und die Organisation der Fachtagungen sowie Aktionen zur Öffentlichkeitsarbeit können bei dieser deutlichen Personalreduzie- rung vorerst nicht erbracht werden. Auch die Initiierung und Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 43 Unterstützung neuer Ideen, Aktivitäten und Projekte kann nicht geleistet werden. Der Einsatz für eine zukunftsweisende Umstrukturierung und Weiterentwicklung der offenen Seniorenarbeit ist nicht leistbar. Eine Wiederbesetzung der Stelle war nicht möglich, weil sie sich als überplanmä- ßig herausstellte. Von Seiten des Teams des Seniorenbüros wird dringend um einen Ausgleich dieser Personalreduzierung gebeten. Diese offene Stellensituation gibt auch Anlass, nicht nur die Wiederbesetzung, sondern das zukünftig sinnvolle und notwendige Arbeitsprofil für den Gestal- tungsbereich der offenen Seniorenarbeit auf der Grundlage der hier vorgelegten Eckpunkte der kommunalen Seniorenpolitik zu erörtern. Nach intensiver interner Prüfung werden zwei zentrale Arbeitsfelder mit unterschiedlichen Qualifikations- anforderungen als notwendig erachtet: a) Für die laufende Informationssammlung und -weitergabe über die vielfälti- gen Aktivitätsangebote, die praktische Unterstützung der Aktivitätsgruppen und für die organisatorischen Aufgaben für die Kulturveranstaltungen ist weiterhin der Einsatz einer geeigneten Kraft mit mindestes 50 % Arbeitszeitvolumen erfor- derlich. b) Um die beschriebenen Weiterentwicklungsziele im Bereich des Umbaus der offenen Seniorenarbeit von Seiten der kommunalen Ebene deutlich voran- zutreiben und mit den zu beteiligenden Trägern auszuformulieren, ist der Einsatz einer Fachkraft mit einem vollen Stellenvolumen notwendig. Ohne diesen Personaleinsatz kann dieses Gestaltungsfeld der kommunalen Sozialplanung inhaltlich nicht bearbeitet werden. Folgende Arbeitsfelder sollten die Schwerpunkte dieser neuen Fachstelle zur Strukturentwicklung der offenen Seniorenarbeit ausmachen: - Förderung von zukunftsweisenden themenbezogenen Angeboten für die älte- re Bevölkerung für Aktivität, Begegnung, Kultur, Bildung, Gesundheitsvorsorge und ehrenamtlicher Einsatz im Sinne der Förderung der Eigengestaltung, der Selbsthilfe und im Sinne des sozialen Miteinanders sowie der Prävention. Da- zu gehören im Einzelnen: 1. Fachliche Begleitung der Gruppen und Projekte durch - Impulse und Begleitung in der Startphase für neue Themengruppen, neue Projekte und Angebote, z. B. Ausbau der Zeitzeugenarbeit u. Ä. - fachliche Unterstützung der bestehenden Projekte, Gruppen, engagierte Personen in jeweils aktuellen Fragen, 2. Gezielte Förderung des bürgerschaftlichen Engagements von und für Älte- re, z. B. durch Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 44 - enge Zusammenarbeit mit den Bürgermentoren, evtl. auch Ausweitung der Gewinnung und Qualifizierung speziell für den Einsatz in der Seniorenar- beit, - Einsatz verschiedener Formen zur breiten thematischen Auseinanderset- zung mit den Chancen und förderlichen Umsetzungsschritten des ehren- amtlichen Engagements von und für Ältere, z. B. Durchführung von Zu- kunftswerkstätten, Workshops u. Ä., - Förderung von Bildungsangeboten verschiedenster Art und Form hinsicht- lich erfolgreichen Alterns: Aufbau einer Informations-/Bildungsreihe: „Er- folgreiches Altern hier in Karlsruhe“. 3. Förderung der verstärkten Partizipation der Älteren durch - Unterstützung des Stadtseniorenrates in seiner politischen Interessensver- tretung durch Mitwirkung in Arbeitsgruppen, fachlichen Anregungen und Zusammenarbeit zu einzelnen inhaltlichen Themenbereichen, - Aufbau von Seniorenforen in den Stadtteilen in Zusammenarbeit mit en- gagierten Personen und Trägern, Projekten und Diensten in dem jeweili- gen Stadtteil. 4. Entwicklung der im Masterplan angestrebten Bürgeraktionszentren mit: - Konzeptions- und Strategieerarbeitung für den erfolgreichen Aufbau der generationsübergreifenden Bürgeraktionszentren und Initiierung erster Modellprojekte: dazu: - Zusammenarbeit mit dem Brunhilde-Baur-Haus als Modelleinrichtung für ein Mehrgenerationenhaus: Gemeinsame Nutzung der Erfahrun- gen für generationsübergreifende Aktivitäten, - Bestandsanalysen zu den bereits bestehenden Gruppen und Initiati- ven hinsichtlich ihrer Mitwirkungsbereitschaft für den Aufbau eines Bürgeraktionszentrums, jeweils bezogen auf sinnvolle Stadtteilberei- che/Sozialräumen, - Organisation und Moderation der gemeinsamen Erörterung der Kon- zeptziele mit den Verbänden, Trägern und Gestaltungspartnern der of- fenen Seniorenangebote stadtweit und in den relevanten Stadttei- len/Sozialräume, - Zusammenarbeit mit dem Kinderbüro und den Initiativen im Kinder- und Jugendbereich i. S. des generationsübergreifenden Konzeptan- satzes. Eckpunkte kommunale Seniorenpolitik Juli 2007 45 Diese Arbeitsfelder erfordern die fachliche Qualifikation für Sozialarbeit/- Pädagogik mit Berufserfahrung und Kompetenz der Struktur- und Projektarbeit. Es wird um zustimmende Kenntnisnahme dieses Bedarfs an 1,5 Personalstellen zur Förderung der zukunftsweisenden offenen Seniorenarbeit im Seniorenbüro gebeten.