Anfrage GRÜNE: Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen
| Vorlage: | 17279 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 19.10.2006 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
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Extrahierter Text
ANFRAGE Stadtrat Wolfram Jäger (CDU) Stadträtin Bettina Meier-Augenstein (CDU) vom: 04.09.2006 eingegangen: 04.09.2006 Gremium: 28. Plenarsitzung des Gemeinderates Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.10.2006 836 12 öffentlich Dez. 3 Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen Stellungnahme des Bürgermeisteramtes Zu 1. und 2. In den vergangenen Jahren wurden durch das Jugendamt der Stadt Karlsruhe folgende Inobhut- nahmen durchgeführt: 2000: 108 Fälle 2001: 93 Fälle 2002: 71 Fälle 2003: 42 Fälle 2004: 61 Fälle 2005: 46 Fälle Nicht erfasst sind die Fälle, bei denen der Aufenthalt nur wenige Stunden betrug. Zu 3. und 4. Die Gründe für die Inobhutnahme sind meist mehrschichtig, häufig sind die Eltern überfordert, zum Teil liegen Schul- oder Ausbildungsprobleme zugrunde, von Älteren werden auch Beziehungs- probleme angegeben. Im Jahr 2005 lag die durchschnittliche Betreuungszeit bei sieben Tagen. Zu. 5. Grundsätzlich bleibt der Soziale Dienst mit Karlsruher Kindern und Jugendlichen im Kontakt. Im letzten Jahr gingen 27 Minderjährige wieder in die Familie zurück, die Beratung wurde fortgesetzt. Drei gingen zurück in das Heim, das sie zuvor schon besuchten. Für neun wurden erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses eingerichtet, drei gingen in sonstige stationäre Hilfen. Zwei wurden von einem anderen Jugendamt übernommen und für zwei andere waren keine an- schließenden Hilfen erforderlich. Von der Gesamtzahl in 2005 waren 7 Kinder unter 9 Jahren, 14 bis 14 Jahre und 25 bis 18 Jahre alt. Die Geschlechterverteilung war ausgeglichen, 23 zu 23. 29 Minderjährige waren Deutscher Herkunft. Dass Kinder oder Jugendliche aus Familien, Pflegefamilien oder Heimen ausbrechen, ist nicht selten. Die Karlsruher Fallzahlen nehmen eher ab. Dies liegt auch daran, dass hier eine Vielzahl niedrigschwelliger Beratungs- und Kontaktmöglichkeiten besteht, von den Jugendhäusern des Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe angefangen, über das Kinderbüro bis hin zu den verschie- denen Fachdiensten. Es ist das Ziel der Verwaltung, diese Angebote auszubauen und verstärkt zu publizieren. Stadt Karlsruhe – Hauptamt: Stellungnahme des BMA – Anfrage Fassung: JAN 2006; Intranet RHIN: Formulare/Gemeinderat
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ANFRAGE Stadtrat Wolfram Jäger (CDU) Stadträtin Bettina Meier-Augenstein (CDU) vom: 04.09.2006 eingegangen: 04.09.2006 Gremium: 28. Plenarsitzung des Gemeinderates Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.10.2006 836 12 öffentlich Dez. 3 Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen Stellungnahme des Bürgermeisteramtes Zu 1. und 2. In den vergangenen Jahren wurden durch das Jugendamt der Stadt Karlsruhe folgende Inobhut- nahmen durchgeführt: 2000: 108 Fälle 2001: 93 Fälle 2002: 71 Fälle 2003: 42 Fälle 2004: 61 Fälle 2005: 46 Fälle Nicht erfasst sind die Fälle, bei denen der Aufenthalt nur wenige Stunden betrug. Zu 3. und 4. Die Gründe für die Inobhutnahme sind meist mehrschichtig, häufig sind die Eltern überfordert, zum Teil liegen Schul- oder Ausbildungsprobleme zugrunde, von Älteren werden auch Beziehungs- probleme angegeben. Im Jahr 2005 lag die durchschnittliche Betreuungszeit bei sieben Tagen. Zu. 5. Grundsätzlich bleibt der Soziale Dienst mit Karlsruher Kindern und Jugendlichen im Kontakt. Im letzten Jahr gingen 27 Minderjährige wieder in die Familie zurück, die Beratung wurde fortgesetzt. Drei gingen zurück in das Heim, das sie zuvor schon besuchten. Für neun wurden erzieherische Hilfen außerhalb des Elternhauses eingerichtet, drei gingen in sonstige stationäre Hilfen. Zwei wurden von einem anderen Jugendamt übernommen und für zwei andere waren keine an- schließenden Hilfen erforderlich. Von der Gesamtzahl in 2005 waren 7 Kinder unter 9 Jahren, 14 bis 14 Jahre und 25 bis 18 Jahre alt. Die Geschlechterverteilung war ausgeglichen, 23 zu 23. 29 Minderjährige waren Deutscher Herkunft. Dass Kinder oder Jugendliche aus Familien, Pflegefamilien oder Heimen ausbrechen, ist nicht selten. Die Karlsruher Fallzahlen nehmen eher ab. Dies liegt auch daran, dass hier eine Vielzahl niedrigschwelliger Beratungs- und Kontaktmöglichkeiten besteht, von den Jugendhäusern des Stadtjugendausschuss e. V. Karlsruhe angefangen, über das Kinderbüro bis hin zu den verschie- denen Fachdiensten. Es ist das Ziel der Verwaltung, diese Angebote auszubauen und verstärkt zu publizieren. Stadt Karlsruhe – Hauptamt: Stellungnahme des BMA – Anfrage Fassung: JAN 2006; Intranet RHIN: Formulare/Gemeinderat
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28. ÖFFENTLICHE PLENARSITZUNG DES GEMEINDERATES AM 24. OKTOBER 2006 Vorlage Nr. 836 ANFRAGE Zu TOP 12 ------------------------------------------ A N F R A G E des Stadtrats Wolfram Jäger und der Stadträtin Bettina Meier-Augenstein (CDU) sowie der CDU-Gemeinderatsfraktion vom 4. September 2006 Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen Wie viele Kinder und Jugendliche wurden im Jahr 2005 in Karlsruhe in Obhut genommen? Wie hat sich die Zahl der Inobhutnahmen in den vergangenen fünf Jahren entwickelt bzw. verändert? Was sind die häufigsten Gründe für eine Inobhutnahme? Wie lange werden die Kinder und Jugendlichen im Regelfall in Obhut genommen? Welche Erkenntnisse liegen der Stadtverwaltung bezüglich der Zeit nach der Inobhutnahme vor? Sind regelmäßig Verbesserungen in der Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen feststellbar und stehen die betroffenen Kinder und Jugendlichen weiter in Kontakt mit den zuständigen Behörden? Sind konkrete Maßnahmen denkbar, mit Hilfe derer die Zahl der Inobhutnahmen gegebenenfalls gesenkt werden könnte? Sachverhalt/Begründung: Nach den kürzlich veröffentlichten Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2005 in Deutschland 25.400 Kinder und Jugendliche von Jugendämtern in Obhut genommen. Im Jahr 2004 waren rund 300 Inobhutnahmen mehr zu verzeichnen. Eine Inobhutnahme ist eine kurzfristige Maßnahme des Jugendamts zum Schutz von Kindern und Jugendlichen. Etwa 30 % der Kinder und Jugendlichen wurden 2005 auf eigenen Wunsch in Obhut genommen; 61 % der Kinder und Jugendlichen waren älter als 14 Jahre und 56 % Mädchen. Die häufigsten Gründe für eine Inobhutnahme waren Vernachlässigung, Anzeichen für Misshandlung und Überforderung der Eltern. Als weitere Anlässe wurden Integrationsprobleme im Heim oder der Pflegefamilie, Probleme in der Schule, Kriminalität und Suchtprobleme verzeichnet. Auffällig ist, dass die Zahl der überforderten Eltern innerhalb eines Jahres um neun Prozent gestiegen ist. gez. Wolfram Jäger gez. Bettina Meier-Augenstein Hauptamt - Sitzungsdienste - 13. Oktober 2006 Stellungnahme: