Antrag GRÜNE: Bilanz Klimaschutz in Karlsruhe

Vorlage: 17275
Art: Beschlussvorlage
Datum: 19.10.2006
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: _Fachbereich Datenübernahme
Erwähnte Stadtteile: Hohenwettersbach, Knielingen, Neureut

Beratungen

  • Gemeinderat

    Datum: 24.10.2006

    TOP: 7

    Rolle: unbekannt

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP 7
    Extrahierter Text

    ANTRAG GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 22.08.2006 eingegangen: 22.08.2006 Gremium: 28. Plenarsitzung des Gemeinderats Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.10.2006 831 7 öffentlich Dez. 2 Bilanz Klimaschutz in Karlsruhe Stellungnahme des Bürgermeisteramtes - Kurzfassung - Die Stadt Karlsruhe hat im Bereich des Klimaschutzes vielfältige Aktivitäten entwickelt. Die im AGENDA 21 Handlungsprogramm „Energie und globaler Klimaschutz“ genannten Ziele sind - soweit sie von der Stadt selbst beeinflusst werden können - weitgehend erfüllt und in einigen Bereichen sogar übertroffen worden. Für die Zukunft sind zahlreiche weitere Projek- te vorgesehen bzw. bereits in Planung. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Ergänzende Erläuterungen: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit VOLKSWOHNUNG GmbH und Stadtwerke Karlsruhe GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 von 9 Der Gemeinderat hat bisher folgende konkreten Beschlüsse zur Reduzierung von Kohlendioxid gefasst.: 30.06.1992 Beitritt zum ICLEI: Minderung der Treibhausgase aus eigenen Aktivitäten innerhalb von 10 Jahren um 20 % 29.03.1995 2. Weltbürgermeistergipfel in Berlin Reduzierung der kommunalen CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 um 20 % gegenüber 1990 26.10.1999 AGENDA 21 Handlungsprogramm „Energie und globaler Klimaschutz“ - Reduzierung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 auf 4,331 Mio. t gegenüber 1990 mit 4,988 Mio. t. - Reduzierung in der Emittentengruppe Hausbrand und Industrie um 1 % pro Jahr (15 % bis 2005) und - Stabilisierung bei Emittentengruppe „Verkehr“ auf Niveau von 1990. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 von 9 Die vom Statistischen Landesamt Stuttgart veröffentlichten Zahlen (Stand 11/2005) zeigten folgende Ergebnisse: CO2 Emisssionen in Karlsruhe in 1000 t 1990 1995 2000 2002 Differenz gegen- über 1990 in % Industrie 6739 6206 5401 6337 -6 Hausbrand 633 707 533 564 -11 Verkehr 617 644 657 633 3 Gesamt 7990 7557 6591 7534 - 6 Ein Vergleich im Bereich „Industrie“ mit früher erstellten Berichten (z. B. AGENDA 21 Handlungsprogramm „Energie und globaler Klimaschutz“) ist dabei nicht mehr mög- lich, da nunmehr auch die „Kraftwerke“ in dieser Gruppe mit enthalten sind. Bei der Emittentengruppe „Hausbrand“ wäre nach diesen Zahlen somit die Zielvor- gabe (1% pro Jahr) eingehalten, im Bereich „Verkehr“ noch nicht ganz. Bei der Interpretation dieser Werte sind allerdings wichtige Einschränkungen zu be- achten:  Es handelt sich nicht um Messwerte, vielmehr werden sie aus Modellrech- nungen und Umrechnungen aus Verbrauchsmengen u.ä. gewonnen.  Die LUBW veröffentlicht z. B. für das Jahr 2002 im Stadtkreis Karlsruhe fol- gende CO2-Emissionen: Industrie, Gewerbe u. sonst. Einricht.: 5.996 Tsd t Kleinfeuerungsanlagen 612 Tsd t Verkehr 572 Tsd t Ergänzende Erläuterungen Seite 4 von 9  Man kann aus den Daten nur sehr bedingt Rückschlüsse ziehen auf die An- strengungen und Erfolge der Stadt Karlsruhe zur CO2-Minderung. Denn sie sind in großen Teilen durch Faktoren bedingt, auf die die Stadt keinen oder nur sehr begrenzt Einfluss hat. Der Bau eines neuen Kraftwerkes (z. B. EnBW) oder die Stilllegung eines alten werden die CO2-Bilanz mehr beein- flussen, als alle Maßnahmen in den anderen Emittentengruppen „Haushalt“ und „Verkehr“ bewirken könnten. Und selbst im Bereich „Verkehr“ können Än- derungen des Verkehrsaufkommens auf der A5 die mit Karlsruhe in ursächli- chem Zusammenhang stehenden Verkehrsemissionen maßgeblich überla- gern. Das Aktivitäten der Stadtverwaltung und der städtischen Gesellschaften wer- den nachfolgend dargestellt: Volkswohnung Eine genaue Berechnung, der von der Volkswohnung in ihrem Gebäudebericht er- reichten CO2-Minderungen, ist relativ aufwendig und erfordert eine gebäudegenaue Betrachtungsweise (Sanierungsmaßnahmen, Wechsel des Energieträgers, Nut- zungsänderungen, Zubau/Rückbau, Belegungsänderungen u. ä.) Ansatzweise soll- ten relativ detaillierte Zahlen vorliegen, sobald die Erstellung des Energieausweises für die Gebäude der Volkswohnung abgeschlossen ist, dies wird jedoch noch einige Zeit dauern. Die Volkswohnung ist daran interessiert, diese Energieausweise auch dazu zu benützen, eine fundiertere Übersicht über die aktuelle Energieeffizienz ihrer Liegenschaften zu erhalten. Für eine erste Bilanz der CO2-Minderungsmaßnahmen der Volkswohnung soll zu- nächst eine Abschätzung der Änderungen durch die Sanierungsmaßnahmen in den großen Mehrfamilienhäusern seit 1990 vorgenommen werden. Diese Maßnahmen sind sicher für den Löwenanteil der erzielten Emissionsverringerungen verantwort- lich. Hier wurden insgesamt 5.600 Wohneinheiten (330.000 m² saniert, wobei sich der Energiebedarf für die Beheizung (nicht für die Warmwasserbereitung!) durchschnitt- lich um ca. 50 % reduziert hat. Die Reduzierung der CO2-Emissionen macht noch mehr aus, weil darunter auch viele Gebäude mit Kohle-Einzelfeuerungen waren, die im Verhältnis von etwa 60:40 auf Fernwärme bzw. Erdgas umgestellt wurden. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 von 9 Unter Nutzung der Emissionsfaktoren von GEMIS ergibt sich daraus eine erzielte Emissionsminderung um 19.130 Tonnen CO2 pro Jahr. Da sich durch die Sanierung auch Änderungen bei der Warmwasserbereitung ergeben haben, die in dieser Rechnung nicht enthalten sind, dürfte diese Zahl „auf der sicheren Seite“ liegen. Die Volkswohnung hat ferner seit 1990 BHKWe mit einer Gesamtleistung von ca. 1.300 kW errichtet. Diese ermöglichen eine CO2-Minderung um ca. 2.800 t/a, ge- rechnet gegen den deutschen Strommix. Somit ergibt sich eine Gesamtreduktion von ca. 22.000 t CO2-Äquiv. pro Jahr als erste grobe Abschätzung. Eine weitere Vertiefung dieser Berechnung ist im Zuge der Erstellung der Energieausweise im Jahr 2006 geplant. Gebäudewirtschaft Im „Energiebericht 2005“ der Gebäudewirtschaft werden für 2005 ein heizungsbe- dingte CO2-Emission von städtischen Liegenschaften von 20.119 t/a berechnet, dies stellt bezogen auf das Basisjahr 1990 eine Reduzierung um 19,6% dar. Damit wur- de für diesen Bereich die AGENDA 21 Zielvorgabe (Minderung um 15% gegenüber 1990 bis 2005) deutlich überschritten und das 1992 anlässlich des Beitritts zu ICLEI beschlossene Ziel (innerhalb 10 Jahren Reduzierung um 20%) fast erreicht. Amt für Abfallwirtschaft Quantitativ herausragend mit derzeit rund 8 bis 9 Mio kWh/a ist die Stromerzeugung aus Deponiegas. Wegen abklingender Deponiegasproduktion dürfte sich die Strom- erzeugung langfristig rückläufig entwickeln. (Man rechnet mit Halbwertszeiten der Gasproduktion in Hausmülldeponien von knapp 10 Jahren). Die Anlagen auf der Deponie West werden vom Amt für Abfallwirtschaft (zwei Block- heizkraftwerke - BHKW) bzw. von einer Projektgesellschaft unter Beteiligung der Stadtwerke (ein BHKW) betrieben. Besonders günstige Voraussetzungen sind an diesem Standort durch die Nutzung der BHKW-Abwärme im benachbarten VBK- Betriebshof gegeben (Kraft-Wärme-Kopplung). Am Standort Deponie Ost wird zusätzlich Biogas aus der Verwertung von Bioabfäl- len genutzt. Zusammen mit einer Holzfeuerung wird Wärme für das Wohngebiet „50 Morgen“ in Hohenwettersbach erzeugt. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 von 9 Stadtwerke Vor allem durch die Phovoltaik-Initiative der Stadtwerke (gestartet im Mai 2005) mit maßgeschneiderten Angeboten für Privatleute und Gewerbe gelang es, die solare Stromerzeugungskapazität in Karlsruhe in einem Jahr zu verdoppeln. Damit trägt die Photovoltaik mittlerweile auch quantitativ in relevantem Umfang zur Stromerzeugung in Karlsruhe bei. Das Beratungs- und Vermittlungsangebot „PV-Privat“ führte bis zum Jahresende 2005 zum Zubau von ca. 40 privaten PV-Anlagen mit einer Peakleistung von rund 70 kW. Eine vergleichbar hohe Anzahl von Anlagen wurde ohne direktes Zutun der Stadtwerke errichtet, wofür in erheblichem Umfang die von der Stadtwerke-Aktion erzeugte „PV-Publicity“ Ursache sein dürfte. Mit dem Solarpark I, der noch in diesem Jahr auf insgesamt rund 800 kW peak ausge- baut werden soll, wurde Privatpersonen, die selbst über keine geeignete Dachfläche verfügen, die Möglichkeit gegeben, sich zumindest finanziell am Ausbau der So- larkapazität zu beteiligen. Die Projektgesellschaft wurde mit Kommanditanteilen in Höhe von 2.000,- EURO als „Bürgerbeteiligungsgesellschaft“ konzipiert und ver- spricht attraktive Eigenkapitalrenditen. Mit insgesamt 40 % sind aber auch die Stadt selbst und die Stadtwerke beteiligt. Die PV-Initiative wird auch im laufenden Jahr fortgesetzt, ein weiterer Ausbau ist zu erwarten. Derzeit wird das Interesse an einem zweiten Solarpark eruiert. Erste Inte- ressensbekundungen liegen bereits vor. Wärmeerzeugung aus Erneuerbaren Energiequellen Neben der Stromerzeugung ist die Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärmeer- zeugung zu erwähnen. Im Rahmen der Förderprogramme der Stadtwerke wurden bislang  seit 1993 rund 1.000 thermische Solaranlagen vor allem zur Brauchwasser- erwärmung in Haushalten mit einem Gesamtfördervolumen von über 1,4 Mio. € gefördert und Ergänzende Erläuterungen Seite 7 von 9  seit 1999 rund 50 Wärmepumpen zur Nutzung oberflächennaher Erdwärme („Flache Geothermie“) zur Raumwärmeerzeugung in Privathaushalten mit ei- nem Gesamtfördervolumen von über 50.000 € gefördert (bzw. Anträge bewil- ligt). Die Tendenz ist stark steigend, noch in diesem Jahr könnte die Förder- summe auf bis zu 100.000 € ansteigen. Die Stadtwerke arbeiten derzeit an der Konzeption einer Wärmepumpen- Initiative. In Zusammenarbeit mit erfahrenen Planungspartnern und dem lokalen Handwerk soll ein Festpreisangebot für Privatkunden für Beratung, Planung und Er- stellung des Heizsystems für Ein- und Zweifamilienhäuser, ausgedrückt in €/kW, an- geboten werden. Eingeschlossen ist die Unterstützung des Kunden bei allen erfor- derlichen Genehmigungs- bzw. Anzeigeverfahren. Nutzung der Tiefen Geothermie Auf der „Tiefen Geothermie“ (Erdwärme in Tiefen von mehreren km) ruhen große Hoffnungen. Derzeit werden konzeptionelle Überlegungen zur Wärmeversorgung des Forschungszentrums Karlsruhe (FZK) mit Erdwärme aus der Tiefe angestellt. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des FZK, der Firma HotRock sowie der Stadtwerke Karlsruhe gegründet. Im FZK stehen mittelfristig alte Wärmeversor- gungsanlagen zum Ersatz an. Zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit ist an eine durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz begünstigte Stromerzeugung, möglicherweise nach dem Kalina-Prinzip (Dampfturbinen-Kreislauf auf dem zur Verfügung stehen- den relativ niedrigen Temperaturniveau), gedacht. Die erforderlichen Tiefbohrungen zur Exploration und bei Erfolg zur Förderung von Heißwasser verursachen bei ho- hem Risiko des Fehlschlags enorme Kosten. Derzeit sind noch keine konkreten Aussagen zu den Realisierungschancen am Standort FZK und zum Zeitplan mög- lich. AGENDA 21-Handlungsprogramm Die im AGENDA 21 Konzept genannten Maßnahmen sind gegenwärtig auf folgen- dem Stand: Ergänzende Erläuterungen Seite 8 von 9 Maßnahme 1: Reduzierung des Energieverbrauchs Hierzu wird auf die umfangreichen Ausführungen im „Energiebericht 2005“ der Ge- bäudewirtschaft sowie den obenstehenden Teil der Volkswohnung verwiesen. Mit der Einführung des Gebäudepasses durch die Bundesregierung wird eine verstärkte Aktivität auch im Bereich des privaten Gebäudebestandes erwartet. Maßnahme 2: Erhöhung des Anteils an erneuerbaren oder nachwachsen- den Energiequellen Zur Zeit werden in Karlsruhe jährlich rund 14 bis 15 Mio. kWh elektrischer Strom aus Erneuerbarer Energie erzeugt. Das entspricht dem Verbrauch von bis zu 5.000 Durchschnitts-Haushalten. Neben sonstigen Emissionen der Verbrennungspro- zesse werden der Atmosphäre erhebliche Mengen an Kohlendioxid-Emissionen er- spart. Bei Zugrundelegung des deutschen Energieträgermixes der Stromerzeugung sind dies etwa 9.000 t CO 2 pro Jahr. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Strom- mix der Stadtwerke Karlsruhe lag im Jahr 2004 bei 12,7 %. Im Vergleich dazu lag der Mix für die Bundesrepublik bei nur 10 %. Für das Jahr 2005 ist mit rund 13 % in Karlsruhe zu rechnen (vorläufiger Zahlenwert). Regenerative Energie in Karlsruhe (kWh) 2003 2004 2005 Windkraft 3.692.245 4.429.812 ~4.500.000 Solarstrom 290.985 285.515 ~600.000 Bioenergie 8.088.214 8.215.509 ~9.000.000 Wasserkraft 127.362 135.750 ~200.000 Summe 12.198.806 13.066.596 ~14.300.00 Quelle: ZDEE 19.04.06 und für 2005 Stadtwerke KA Ergänzende Erläuterungen Seite 9 von 9 Zielvorgaben gemäß AGENDA21-Konzept Stand 2002 lt. AGENDA- Konzept in kWh Ziel bis 2005 in kWh Stand 2005 In kWh Zielerrei- chungsgrad Windkraft 110.000 3.710.000 4.500.000 120% Fotovoltaik 5.000 157.000 600.000 382% Bioenergie 1.293.000 11.959.000 9.000.000 75% Wasserkraft 100.000 300.000 200.000 67% Summe 1.508.000 16.126.000 14.300.000 89% Die vorgenannten Daten beinhalten nur die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Eine Wärmeauskoppelung ist in dieser Statistik nicht enthalten, stellt aber einen erheblichen Anteil dar. Die zwischenzeitlich vielfach angewandte Geothermie war im seinerzeitigen AGEN- DA Handlungsprogramm noch nicht enthalten. Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Zielvorgaben des AGENDA- Handlungskonzeptes schon allein durch Stromerzeugung fast erfüllt sind. Mit der darüber hinaus praktizierte Nutzung thermischer Energie aus den unterschiedlichen erneuerbaren Quellen (Geothermie, Bioenergie, Solarenergie), werden die Zielvor- gaben mit Sicherheit überschritten. Gegenwärtig befinden sich verschiedene weitere Projekte in Vorbereitung bzw. kurz vor der Fertigstellung. So z. B. eine Holzhackschnitzelverbrennungsanlage im Be- reich der ehemaligen Kaserne Neureut, die geplante Nutzung von Abwärme aus der MiRO im Bereich ehemalige Kaserne Knielingen, eine Biomasseanlage im Bereich Lindenstraße, der weitere Ausbau des Solarparkes I und die Entwicklung des Solar- parkes II der Stadtwerke.

  • Vorlage TOP 07: Antrag GRÜNE: Bilanz Klimaschutz in Karlsruhe
    Extrahierter Text

    ANTRAG GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 22.08.2006 eingegangen: 22.08.2006 Gremium: 28. Plenarsitzung des Gemeinderats Termin: Vorlage Nr.: TOP: Verantwortlich: 24.10.2006 831 7 öffentlich Dez. 2 Bilanz Klimaschutz in Karlsruhe Stellungnahme des Bürgermeisteramtes - Kurzfassung - Die Stadt Karlsruhe hat im Bereich des Klimaschutzes vielfältige Aktivitäten entwickelt. Die im AGENDA 21 Handlungsprogramm „Energie und globaler Klimaschutz“ genannten Ziele sind - soweit sie von der Stadt selbst beeinflusst werden können - weitgehend erfüllt und in einigen Bereichen sogar übertroffen worden. Für die Zukunft sind zahlreiche weitere Projek- te vorgesehen bzw. bereits in Planung. Finanzielle Auswirkungen nein ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatori- schen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Ergänzende Erläuterungen: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein ja abgestimmt mit VOLKSWOHNUNG GmbH und Stadtwerke Karlsruhe GmbH Ergänzende Erläuterungen Seite 2 von 9 Der Gemeinderat hat bisher folgende konkreten Beschlüsse zur Reduzierung von Kohlendioxid gefasst.: 30.06.1992 Beitritt zum ICLEI: Minderung der Treibhausgase aus eigenen Aktivitäten innerhalb von 10 Jahren um 20 % 29.03.1995 2. Weltbürgermeistergipfel in Berlin Reduzierung der kommunalen CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 um 20 % gegenüber 1990 26.10.1999 AGENDA 21 Handlungsprogramm „Energie und globaler Klimaschutz“ - Reduzierung der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 auf 4,331 Mio. t gegenüber 1990 mit 4,988 Mio. t. - Reduzierung in der Emittentengruppe Hausbrand und Industrie um 1 % pro Jahr (15 % bis 2005) und - Stabilisierung bei Emittentengruppe „Verkehr“ auf Niveau von 1990. Ergänzende Erläuterungen Seite 3 von 9 Die vom Statistischen Landesamt Stuttgart veröffentlichten Zahlen (Stand 11/2005) zeigten folgende Ergebnisse: CO2 Emisssionen in Karlsruhe in 1000 t 1990 1995 2000 2002 Differenz gegen- über 1990 in % Industrie 6739 6206 5401 6337 -6 Hausbrand 633 707 533 564 -11 Verkehr 617 644 657 633 3 Gesamt 7990 7557 6591 7534 - 6 Ein Vergleich im Bereich „Industrie“ mit früher erstellten Berichten (z. B. AGENDA 21 Handlungsprogramm „Energie und globaler Klimaschutz“) ist dabei nicht mehr mög- lich, da nunmehr auch die „Kraftwerke“ in dieser Gruppe mit enthalten sind. Bei der Emittentengruppe „Hausbrand“ wäre nach diesen Zahlen somit die Zielvor- gabe (1% pro Jahr) eingehalten, im Bereich „Verkehr“ noch nicht ganz. Bei der Interpretation dieser Werte sind allerdings wichtige Einschränkungen zu be- achten:  Es handelt sich nicht um Messwerte, vielmehr werden sie aus Modellrech- nungen und Umrechnungen aus Verbrauchsmengen u.ä. gewonnen.  Die LUBW veröffentlicht z. B. für das Jahr 2002 im Stadtkreis Karlsruhe fol- gende CO2-Emissionen: Industrie, Gewerbe u. sonst. Einricht.: 5.996 Tsd t Kleinfeuerungsanlagen 612 Tsd t Verkehr 572 Tsd t Ergänzende Erläuterungen Seite 4 von 9  Man kann aus den Daten nur sehr bedingt Rückschlüsse ziehen auf die An- strengungen und Erfolge der Stadt Karlsruhe zur CO2-Minderung. Denn sie sind in großen Teilen durch Faktoren bedingt, auf die die Stadt keinen oder nur sehr begrenzt Einfluss hat. Der Bau eines neuen Kraftwerkes (z. B. EnBW) oder die Stilllegung eines alten werden die CO2-Bilanz mehr beein- flussen, als alle Maßnahmen in den anderen Emittentengruppen „Haushalt“ und „Verkehr“ bewirken könnten. Und selbst im Bereich „Verkehr“ können Än- derungen des Verkehrsaufkommens auf der A5 die mit Karlsruhe in ursächli- chem Zusammenhang stehenden Verkehrsemissionen maßgeblich überla- gern. Das Aktivitäten der Stadtverwaltung und der städtischen Gesellschaften wer- den nachfolgend dargestellt: Volkswohnung Eine genaue Berechnung, der von der Volkswohnung in ihrem Gebäudebericht er- reichten CO2-Minderungen, ist relativ aufwendig und erfordert eine gebäudegenaue Betrachtungsweise (Sanierungsmaßnahmen, Wechsel des Energieträgers, Nut- zungsänderungen, Zubau/Rückbau, Belegungsänderungen u. ä.) Ansatzweise soll- ten relativ detaillierte Zahlen vorliegen, sobald die Erstellung des Energieausweises für die Gebäude der Volkswohnung abgeschlossen ist, dies wird jedoch noch einige Zeit dauern. Die Volkswohnung ist daran interessiert, diese Energieausweise auch dazu zu benützen, eine fundiertere Übersicht über die aktuelle Energieeffizienz ihrer Liegenschaften zu erhalten. Für eine erste Bilanz der CO2-Minderungsmaßnahmen der Volkswohnung soll zu- nächst eine Abschätzung der Änderungen durch die Sanierungsmaßnahmen in den großen Mehrfamilienhäusern seit 1990 vorgenommen werden. Diese Maßnahmen sind sicher für den Löwenanteil der erzielten Emissionsverringerungen verantwort- lich. Hier wurden insgesamt 5.600 Wohneinheiten (330.000 m² saniert, wobei sich der Energiebedarf für die Beheizung (nicht für die Warmwasserbereitung!) durchschnitt- lich um ca. 50 % reduziert hat. Die Reduzierung der CO2-Emissionen macht noch mehr aus, weil darunter auch viele Gebäude mit Kohle-Einzelfeuerungen waren, die im Verhältnis von etwa 60:40 auf Fernwärme bzw. Erdgas umgestellt wurden. Ergänzende Erläuterungen Seite 5 von 9 Unter Nutzung der Emissionsfaktoren von GEMIS ergibt sich daraus eine erzielte Emissionsminderung um 19.130 Tonnen CO2 pro Jahr. Da sich durch die Sanierung auch Änderungen bei der Warmwasserbereitung ergeben haben, die in dieser Rechnung nicht enthalten sind, dürfte diese Zahl „auf der sicheren Seite“ liegen. Die Volkswohnung hat ferner seit 1990 BHKWe mit einer Gesamtleistung von ca. 1.300 kW errichtet. Diese ermöglichen eine CO2-Minderung um ca. 2.800 t/a, ge- rechnet gegen den deutschen Strommix. Somit ergibt sich eine Gesamtreduktion von ca. 22.000 t CO2-Äquiv. pro Jahr als erste grobe Abschätzung. Eine weitere Vertiefung dieser Berechnung ist im Zuge der Erstellung der Energieausweise im Jahr 2006 geplant. Gebäudewirtschaft Im „Energiebericht 2005“ der Gebäudewirtschaft werden für 2005 ein heizungsbe- dingte CO2-Emission von städtischen Liegenschaften von 20.119 t/a berechnet, dies stellt bezogen auf das Basisjahr 1990 eine Reduzierung um 19,6% dar. Damit wur- de für diesen Bereich die AGENDA 21 Zielvorgabe (Minderung um 15% gegenüber 1990 bis 2005) deutlich überschritten und das 1992 anlässlich des Beitritts zu ICLEI beschlossene Ziel (innerhalb 10 Jahren Reduzierung um 20%) fast erreicht. Amt für Abfallwirtschaft Quantitativ herausragend mit derzeit rund 8 bis 9 Mio kWh/a ist die Stromerzeugung aus Deponiegas. Wegen abklingender Deponiegasproduktion dürfte sich die Strom- erzeugung langfristig rückläufig entwickeln. (Man rechnet mit Halbwertszeiten der Gasproduktion in Hausmülldeponien von knapp 10 Jahren). Die Anlagen auf der Deponie West werden vom Amt für Abfallwirtschaft (zwei Block- heizkraftwerke - BHKW) bzw. von einer Projektgesellschaft unter Beteiligung der Stadtwerke (ein BHKW) betrieben. Besonders günstige Voraussetzungen sind an diesem Standort durch die Nutzung der BHKW-Abwärme im benachbarten VBK- Betriebshof gegeben (Kraft-Wärme-Kopplung). Am Standort Deponie Ost wird zusätzlich Biogas aus der Verwertung von Bioabfäl- len genutzt. Zusammen mit einer Holzfeuerung wird Wärme für das Wohngebiet „50 Morgen“ in Hohenwettersbach erzeugt. Ergänzende Erläuterungen Seite 6 von 9 Stadtwerke Vor allem durch die Phovoltaik-Initiative der Stadtwerke (gestartet im Mai 2005) mit maßgeschneiderten Angeboten für Privatleute und Gewerbe gelang es, die solare Stromerzeugungskapazität in Karlsruhe in einem Jahr zu verdoppeln. Damit trägt die Photovoltaik mittlerweile auch quantitativ in relevantem Umfang zur Stromerzeugung in Karlsruhe bei. Das Beratungs- und Vermittlungsangebot „PV-Privat“ führte bis zum Jahresende 2005 zum Zubau von ca. 40 privaten PV-Anlagen mit einer Peakleistung von rund 70 kW. Eine vergleichbar hohe Anzahl von Anlagen wurde ohne direktes Zutun der Stadtwerke errichtet, wofür in erheblichem Umfang die von der Stadtwerke-Aktion erzeugte „PV-Publicity“ Ursache sein dürfte. Mit dem Solarpark I, der noch in diesem Jahr auf insgesamt rund 800 kW peak ausge- baut werden soll, wurde Privatpersonen, die selbst über keine geeignete Dachfläche verfügen, die Möglichkeit gegeben, sich zumindest finanziell am Ausbau der So- larkapazität zu beteiligen. Die Projektgesellschaft wurde mit Kommanditanteilen in Höhe von 2.000,- EURO als „Bürgerbeteiligungsgesellschaft“ konzipiert und ver- spricht attraktive Eigenkapitalrenditen. Mit insgesamt 40 % sind aber auch die Stadt selbst und die Stadtwerke beteiligt. Die PV-Initiative wird auch im laufenden Jahr fortgesetzt, ein weiterer Ausbau ist zu erwarten. Derzeit wird das Interesse an einem zweiten Solarpark eruiert. Erste Inte- ressensbekundungen liegen bereits vor. Wärmeerzeugung aus Erneuerbaren Energiequellen Neben der Stromerzeugung ist die Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärmeer- zeugung zu erwähnen. Im Rahmen der Förderprogramme der Stadtwerke wurden bislang  seit 1993 rund 1.000 thermische Solaranlagen vor allem zur Brauchwasser- erwärmung in Haushalten mit einem Gesamtfördervolumen von über 1,4 Mio. € gefördert und Ergänzende Erläuterungen Seite 7 von 9  seit 1999 rund 50 Wärmepumpen zur Nutzung oberflächennaher Erdwärme („Flache Geothermie“) zur Raumwärmeerzeugung in Privathaushalten mit ei- nem Gesamtfördervolumen von über 50.000 € gefördert (bzw. Anträge bewil- ligt). Die Tendenz ist stark steigend, noch in diesem Jahr könnte die Förder- summe auf bis zu 100.000 € ansteigen. Die Stadtwerke arbeiten derzeit an der Konzeption einer Wärmepumpen- Initiative. In Zusammenarbeit mit erfahrenen Planungspartnern und dem lokalen Handwerk soll ein Festpreisangebot für Privatkunden für Beratung, Planung und Er- stellung des Heizsystems für Ein- und Zweifamilienhäuser, ausgedrückt in €/kW, an- geboten werden. Eingeschlossen ist die Unterstützung des Kunden bei allen erfor- derlichen Genehmigungs- bzw. Anzeigeverfahren. Nutzung der Tiefen Geothermie Auf der „Tiefen Geothermie“ (Erdwärme in Tiefen von mehreren km) ruhen große Hoffnungen. Derzeit werden konzeptionelle Überlegungen zur Wärmeversorgung des Forschungszentrums Karlsruhe (FZK) mit Erdwärme aus der Tiefe angestellt. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des FZK, der Firma HotRock sowie der Stadtwerke Karlsruhe gegründet. Im FZK stehen mittelfristig alte Wärmeversor- gungsanlagen zum Ersatz an. Zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit ist an eine durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz begünstigte Stromerzeugung, möglicherweise nach dem Kalina-Prinzip (Dampfturbinen-Kreislauf auf dem zur Verfügung stehen- den relativ niedrigen Temperaturniveau), gedacht. Die erforderlichen Tiefbohrungen zur Exploration und bei Erfolg zur Förderung von Heißwasser verursachen bei ho- hem Risiko des Fehlschlags enorme Kosten. Derzeit sind noch keine konkreten Aussagen zu den Realisierungschancen am Standort FZK und zum Zeitplan mög- lich. AGENDA 21-Handlungsprogramm Die im AGENDA 21 Konzept genannten Maßnahmen sind gegenwärtig auf folgen- dem Stand: Ergänzende Erläuterungen Seite 8 von 9 Maßnahme 1: Reduzierung des Energieverbrauchs Hierzu wird auf die umfangreichen Ausführungen im „Energiebericht 2005“ der Ge- bäudewirtschaft sowie den obenstehenden Teil der Volkswohnung verwiesen. Mit der Einführung des Gebäudepasses durch die Bundesregierung wird eine verstärkte Aktivität auch im Bereich des privaten Gebäudebestandes erwartet. Maßnahme 2: Erhöhung des Anteils an erneuerbaren oder nachwachsen- den Energiequellen Zur Zeit werden in Karlsruhe jährlich rund 14 bis 15 Mio. kWh elektrischer Strom aus Erneuerbarer Energie erzeugt. Das entspricht dem Verbrauch von bis zu 5.000 Durchschnitts-Haushalten. Neben sonstigen Emissionen der Verbrennungspro- zesse werden der Atmosphäre erhebliche Mengen an Kohlendioxid-Emissionen er- spart. Bei Zugrundelegung des deutschen Energieträgermixes der Stromerzeugung sind dies etwa 9.000 t CO 2 pro Jahr. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Strom- mix der Stadtwerke Karlsruhe lag im Jahr 2004 bei 12,7 %. Im Vergleich dazu lag der Mix für die Bundesrepublik bei nur 10 %. Für das Jahr 2005 ist mit rund 13 % in Karlsruhe zu rechnen (vorläufiger Zahlenwert). Regenerative Energie in Karlsruhe (kWh) 2003 2004 2005 Windkraft 3.692.245 4.429.812 ~4.500.000 Solarstrom 290.985 285.515 ~600.000 Bioenergie 8.088.214 8.215.509 ~9.000.000 Wasserkraft 127.362 135.750 ~200.000 Summe 12.198.806 13.066.596 ~14.300.00 Quelle: ZDEE 19.04.06 und für 2005 Stadtwerke KA Ergänzende Erläuterungen Seite 9 von 9 Zielvorgaben gemäß AGENDA21-Konzept Stand 2002 lt. AGENDA- Konzept in kWh Ziel bis 2005 in kWh Stand 2005 In kWh Zielerrei- chungsgrad Windkraft 110.000 3.710.000 4.500.000 120% Fotovoltaik 5.000 157.000 600.000 382% Bioenergie 1.293.000 11.959.000 9.000.000 75% Wasserkraft 100.000 300.000 200.000 67% Summe 1.508.000 16.126.000 14.300.000 89% Die vorgenannten Daten beinhalten nur die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Eine Wärmeauskoppelung ist in dieser Statistik nicht enthalten, stellt aber einen erheblichen Anteil dar. Die zwischenzeitlich vielfach angewandte Geothermie war im seinerzeitigen AGEN- DA Handlungsprogramm noch nicht enthalten. Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Zielvorgaben des AGENDA- Handlungskonzeptes schon allein durch Stromerzeugung fast erfüllt sind. Mit der darüber hinaus praktizierte Nutzung thermischer Energie aus den unterschiedlichen erneuerbaren Quellen (Geothermie, Bioenergie, Solarenergie), werden die Zielvor- gaben mit Sicherheit überschritten. Gegenwärtig befinden sich verschiedene weitere Projekte in Vorbereitung bzw. kurz vor der Fertigstellung. So z. B. eine Holzhackschnitzelverbrennungsanlage im Be- reich der ehemaligen Kaserne Neureut, die geplante Nutzung von Abwärme aus der MiRO im Bereich ehemalige Kaserne Knielingen, eine Biomasseanlage im Bereich Lindenstraße, der weitere Ausbau des Solarparkes I und die Entwicklung des Solar- parkes II der Stadtwerke.

  • Vorlage TOP 07: Antrag GRÜNE: Bilanz Klimaschutz in Karlsruhe
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    28. ÖFFENTLICHE PLENARSITZUNG DES GEMEINDERATES AM 24. OKTOBER 2006 Vorlage Nr. 831 ANTRAG Zu TOP 7 ------------------------------------------ A N T R A G des Stadtrats Klaus Stapf und der Stadträtin Bettina Lisbach (GRÜNE) sowie der GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 22. August 2006 Bilanz Klimaschutz in Karlsruhe Die Stadtverwaltung möge dem Gemeinderat öffentlich berichten, wie sich die kommunalen CO2-Emissionen seit 1990 entwickelt haben ob die u. g. Ziele erreicht wurden (Zielzeitpunkte waren 2003 und 2005) inwieweit die im Agenda-21-Konzept genannten Maßnahmen inzwischen umgesetzt sind falls die Ziele nicht erreicht wurden, warum nicht und mit welchen Maßnahmen die Ziele bis wann erreicht werden welche weiteren Ziele zum Klimaschutz die Stadtverwaltung vorschlägt Sachverhalt/Begründung: Klimaschutz ist aktueller denn je - global wie lokal. Ein zentraler Punkt dabei ist die Reduzierung von CO2-Emissionen. Karlsruhe hat sich deshalb in den 90er Jahren zu einigen Zielen verpflichtet. Karlsruhe hat sich bereits im November 1993 der Initiative "Städte für den Klimaschutz” angeschlossen und sich damit verpflichtet, die örtlichen Emissionen von Treibhausgasen über einen Zeitraum von 10 Jahren um 20 Prozent zu reduzieren sowie die Bürger entsprechend zu informieren, zu beraten und zu motivieren. sich 1995 anlässlich des zweiten Weltbürgermeistergipfels zum Klimaschutz in Berlin wiederum verpflichtet, die kommunalen CO2-Emissionen bis zum Jahr 2005 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken. seit 1999 ein Agenda-21-Konzept "Energie und globaler Klimaschutz", womit bis 2005 in den Quellgruppen Hausbrand und Industrie gegenüber 1990 eine 15%ige Reduktion und in der Quellgruppe Verkehr eine Stabilisierung auf dem Niveau von 1990 erreicht werden soll. Die GRÜNE-Gemeinderatsfraktion sieht den aktuellen und sich weiter abzeichnenden Folgen der Klimaverände-rungen mit großer Sorge entgegen und stellt deshalb obigen Antrag. gez. Klaus Stapf gez. Bettina Lisbach Hauptamt - Sitzungsdienste - 13. Oktober 2006 Stellungnahme: