Anfrage CDU: Fachpersonalmangel im akademischen/wissenschaftlichen Bereich
| Vorlage: | 17190 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 21.09.2006 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Anfrage Stadtrat Wolfram Jäger (CDU) Stadtrat Tilman Pfannkuch (CDU) vom: 10.07.2006 eingegangen: 11.07.2006 27. Sitzung des Gemeinderates am 26.09.2006 TOP 27 Vorlage Nr. 808 Öffentlich Nichtöffentlich verantwortlich: Dez. 4 Fachpersonalmangel im akademischen/wissenschaftlichen Bereich Stellungnahme des Bürgermeisteramtes: Vorbemerkung: In den Betriebsbesuchen von Wirtschaftsdezernat und Wirtschaftsförderung berich- ten Unternehmer und Führungskräfte regelmäßig über ihre aktive Mitarbeitersuche gerade im akademischen und wissenschaftlichen Bereich. Insbesondere IT- Unternehmen in der TechnologieRegion Karlsruhe haben eine erhebliche Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern, die nicht oder nur ungenügend gedeckt werden kann. Die Stadtverwaltung hat daher in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren aus Karlsruhe und der Region diese Thematik beleuchtet und erste Maßnahmenansätze entwickelt. Erläuterungen: Zu 1: Genaue Zahlen, welche und wie viele Unternehmen Fachpersonal suchen, liegen derzeit nicht vor. Die Agentur für Arbeit wurde in diesem Zusammenhang um eine Stellungnahme gebeten, doch die Ergebnisse lassen eher darauf schließen, dass ein Großteil dieses Stellenmarktes nicht über die Agentur abgewickelt wird: Beispiels- weise sind dort derzeit lediglich 188 offene Stellen für Informatiker gemeldet. Dies könnte aber auch daran liegen, dass Unternehmen, die mittelfristig einen Ausbau ihrer Kapazitäten planen, diesen Stellenbedarf nicht als offene Stellen melden. Einzelne Unternehmer haben erklärt, dass sie bis zu 100 Stellen schaffen könnten, ihnen jedoch die Bewerber fehlen bzw. die Vorstellungen der Bewerber sich nicht mit den Möglichkeiten eines mittelständischen Unternehmens in Einklang bringen las- Ergänzende Erläuterungen: Seite 2 von 3 sen. Allein der Stellenmarkt unter www.cyberforum.de beinhaltet derzeit über 100 Stellen verschiedenster Profile. Gesucht werden beispielsweise Webdesigner, Ent- wicklungsingenieure, Softwarearchitekten oder Projektleiter. Die Problematik erstreckt sich auch auf andere Branchen. Einer Umfrage der IHK Karlsruhe aus dem 3. Quartal 2005 zufolge haben derzeit insgesamt rund 20 % der Industrieunternehmen der Region Probleme offene Stellen zu besetzen. In Einzelge- sprächen mit Unternehmen und Führungskräften ergibt sich dann oft, dass es sich hier vor allem um Stellen für Ingenieure handelt. Besonders gefragt sind der Bereich Maschinenbau und Elektrotechnik. Zu 2: Mögliche Hintergründe sind: - Es stehen generell zu wenige akademische/wissenschaftliche Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Zu berücksichtigen ist hierbei auch die demo- graphische Entwicklung. Die Arbeitsmarktsituation hat überdies in den letzten Jahren das Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Studiengän- gen schwinden lassen. - Die Unternehmen in Karlsruhe können sich im überregionalen Wettbewerb um qualifiziertes Personal nicht immer durchsetzen. Speziell im IT-Bereich können die mittelständisch strukturierten Unternehmen mit den Gehaltsangeboten der großen Player nicht mithalten. Außerdem suchen hochqualifizierte Fachkräfte in der Regel Arbeitsplätze dort, wo ihnen weitere Karrierechancen und ein breites Spektrum an Beschäftigungsalternativen in der Branche geboten werden. In der TechnologieRegion Karlsruhe ist dies durchaus der Fall. Wichtig ist es daher, Karlsruhe bei dieser Zielgruppe als eine Stadt zu positionieren, die nicht nur gute Karriereaussichten im IT-Bereich bietet, sondern auch den Angehörigen der Fachkräfte weitere Beschäftigungschancen sowie eine hohe Lebensqualität am Standort. Zu 3: Auf Initiative von Wirtschaftsförderung, KMK und des IT-Netzwerkes CyberForum fand im Frühjahr dieses Jahres unter Beteiligung des Stadtmarketing am 8. August 2006 ein Treffen zum Thema „New in Town“ beim CyberForum statt. Mitarbeiter su- chende Unternehmen, Vertreter der TechnologieRegion, der Kammern, des Stadt- Ergänzende Erläuterungen: Seite 3 von 3 marketings und der Stadtverwaltung tauschten hierbei Informationen aus und be- sprachen mögliche Maßnahmen. Die betroffenen Unternehmen sind ihrerseits be- müht, bei den Karlsruher Studierenden schon während des Studiums eine Bindung an ihre Firma über Diplomarbeiten oder Praktika herzustellen. Darüber hinaus be- treiben sie auch über die TechnologieRegion hinaus aktive Mitarbeitersuche über Internetstellenbörsen und Anzeigen. Die Firmen betonen, dass bei der Mitarbeiter- suche zunächst auch die Firmen und Stellenprofile im Vordergrund stehen. Aber ei- ne Unterstützung in Form einer guten, unkonventionellen Handreichung mit Informa- tionen zu Karlsruhe in intelligenter Vernetzung wäre ausgesprochen hilfreich bei der Gewinnung von Mitarbeitern. Die KMK hat hierzu das geplante Leistungspaket für Neubürger „New in Town“ vorgestellt, das eine gute und weiter zu verfolgende Mi- schung aus Information und Dienstleistung darstellt. Es wurde vereinbart, die begonnenen Gespräche unter Moderation der Wirtschafts- förderung fortzuführen, die ersten Ideen weiter auszuarbeiten und gemeinsam weite- re Instrumente und Werbemittel zur Gewinnung von Fachkräften zu entwickeln. Dar- über hinaus wird es eine Aufgabe der politischen Vertreter der Stadt sein, auf Lan- desebene den Ausbau der einschlägigen Studienangebote zu initiieren bzw. weiter voranzutreiben. Erste Gespräche mit Vertretern aus dem Hochschulbereich sind be- reits geführt worden und sollen in nächster Zeit intensiviert werden. Über die weiteren Ergebnisse wird die Verwaltung jeweils im Wirtschaftsförderungs- ausschuss berichten.
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Extrahierter Text
Anfrage Stadtrat Wolfram Jäger (CDU) Stadtrat Tilman Pfannkuch (CDU) vom: 10.07.2006 eingegangen: 11.07.2006 27. Sitzung des Gemeinderates am 26.09.2006 TOP 27 Vorlage Nr. 808 Öffentlich Nichtöffentlich verantwortlich: Dez. 4 Fachpersonalmangel im akademischen/wissenschaftlichen Bereich Stellungnahme des Bürgermeisteramtes: Vorbemerkung: In den Betriebsbesuchen von Wirtschaftsdezernat und Wirtschaftsförderung berich- ten Unternehmer und Führungskräfte regelmäßig über ihre aktive Mitarbeitersuche gerade im akademischen und wissenschaftlichen Bereich. Insbesondere IT- Unternehmen in der TechnologieRegion Karlsruhe haben eine erhebliche Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern, die nicht oder nur ungenügend gedeckt werden kann. Die Stadtverwaltung hat daher in Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren aus Karlsruhe und der Region diese Thematik beleuchtet und erste Maßnahmenansätze entwickelt. Erläuterungen: Zu 1: Genaue Zahlen, welche und wie viele Unternehmen Fachpersonal suchen, liegen derzeit nicht vor. Die Agentur für Arbeit wurde in diesem Zusammenhang um eine Stellungnahme gebeten, doch die Ergebnisse lassen eher darauf schließen, dass ein Großteil dieses Stellenmarktes nicht über die Agentur abgewickelt wird: Beispiels- weise sind dort derzeit lediglich 188 offene Stellen für Informatiker gemeldet. Dies könnte aber auch daran liegen, dass Unternehmen, die mittelfristig einen Ausbau ihrer Kapazitäten planen, diesen Stellenbedarf nicht als offene Stellen melden. Einzelne Unternehmer haben erklärt, dass sie bis zu 100 Stellen schaffen könnten, ihnen jedoch die Bewerber fehlen bzw. die Vorstellungen der Bewerber sich nicht mit den Möglichkeiten eines mittelständischen Unternehmens in Einklang bringen las- Ergänzende Erläuterungen: Seite 2 von 3 sen. Allein der Stellenmarkt unter www.cyberforum.de beinhaltet derzeit über 100 Stellen verschiedenster Profile. Gesucht werden beispielsweise Webdesigner, Ent- wicklungsingenieure, Softwarearchitekten oder Projektleiter. Die Problematik erstreckt sich auch auf andere Branchen. Einer Umfrage der IHK Karlsruhe aus dem 3. Quartal 2005 zufolge haben derzeit insgesamt rund 20 % der Industrieunternehmen der Region Probleme offene Stellen zu besetzen. In Einzelge- sprächen mit Unternehmen und Führungskräften ergibt sich dann oft, dass es sich hier vor allem um Stellen für Ingenieure handelt. Besonders gefragt sind der Bereich Maschinenbau und Elektrotechnik. Zu 2: Mögliche Hintergründe sind: - Es stehen generell zu wenige akademische/wissenschaftliche Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Zu berücksichtigen ist hierbei auch die demo- graphische Entwicklung. Die Arbeitsmarktsituation hat überdies in den letzten Jahren das Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Studiengän- gen schwinden lassen. - Die Unternehmen in Karlsruhe können sich im überregionalen Wettbewerb um qualifiziertes Personal nicht immer durchsetzen. Speziell im IT-Bereich können die mittelständisch strukturierten Unternehmen mit den Gehaltsangeboten der großen Player nicht mithalten. Außerdem suchen hochqualifizierte Fachkräfte in der Regel Arbeitsplätze dort, wo ihnen weitere Karrierechancen und ein breites Spektrum an Beschäftigungsalternativen in der Branche geboten werden. In der TechnologieRegion Karlsruhe ist dies durchaus der Fall. Wichtig ist es daher, Karlsruhe bei dieser Zielgruppe als eine Stadt zu positionieren, die nicht nur gute Karriereaussichten im IT-Bereich bietet, sondern auch den Angehörigen der Fachkräfte weitere Beschäftigungschancen sowie eine hohe Lebensqualität am Standort. Zu 3: Auf Initiative von Wirtschaftsförderung, KMK und des IT-Netzwerkes CyberForum fand im Frühjahr dieses Jahres unter Beteiligung des Stadtmarketing am 8. August 2006 ein Treffen zum Thema „New in Town“ beim CyberForum statt. Mitarbeiter su- chende Unternehmen, Vertreter der TechnologieRegion, der Kammern, des Stadt- Ergänzende Erläuterungen: Seite 3 von 3 marketings und der Stadtverwaltung tauschten hierbei Informationen aus und be- sprachen mögliche Maßnahmen. Die betroffenen Unternehmen sind ihrerseits be- müht, bei den Karlsruher Studierenden schon während des Studiums eine Bindung an ihre Firma über Diplomarbeiten oder Praktika herzustellen. Darüber hinaus be- treiben sie auch über die TechnologieRegion hinaus aktive Mitarbeitersuche über Internetstellenbörsen und Anzeigen. Die Firmen betonen, dass bei der Mitarbeiter- suche zunächst auch die Firmen und Stellenprofile im Vordergrund stehen. Aber ei- ne Unterstützung in Form einer guten, unkonventionellen Handreichung mit Informa- tionen zu Karlsruhe in intelligenter Vernetzung wäre ausgesprochen hilfreich bei der Gewinnung von Mitarbeitern. Die KMK hat hierzu das geplante Leistungspaket für Neubürger „New in Town“ vorgestellt, das eine gute und weiter zu verfolgende Mi- schung aus Information und Dienstleistung darstellt. Es wurde vereinbart, die begonnenen Gespräche unter Moderation der Wirtschafts- förderung fortzuführen, die ersten Ideen weiter auszuarbeiten und gemeinsam weite- re Instrumente und Werbemittel zur Gewinnung von Fachkräften zu entwickeln. Dar- über hinaus wird es eine Aufgabe der politischen Vertreter der Stadt sein, auf Lan- desebene den Ausbau der einschlägigen Studienangebote zu initiieren bzw. weiter voranzutreiben. Erste Gespräche mit Vertretern aus dem Hochschulbereich sind be- reits geführt worden und sollen in nächster Zeit intensiviert werden. Über die weiteren Ergebnisse wird die Verwaltung jeweils im Wirtschaftsförderungs- ausschuss berichten.
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Extrahierter Text
27. ÖFFENTLICHE PLENARSITZUNG DES GEMEINDERATES AM 26. SEPT. 2006 Vorlage Nr. 808 ANFRAGE Zu TOP 27 ------------------------------------------ A N F R A G E der Stadträte Wolfram Jäger und Tilman Pfannkuch (CDU) sowie der CDU-Gemeinderatsfraktion vom 10. Juli 2006 Fachpersonalmangel im akademischen/wissenschaftlichen Bereich Welche Erkenntnisse liegen der Stadtverwaltung darüber vor, welche und wie viele Karlsruher Unternehmen auf der Suche nach Fachpersonal aus dem akademischen oder wissenschaftlichen Bereich sind? Was könnten aus Sicht der Stadtverwaltung die Gründe - differenziert nach Berufssparten - dafür sein, dass auch in unserer Stadt ein Mangel an akademischem/ wissenschaftlichem Fachpersonal besteht? Welche Maßnahmen sind seitens der Stadt - zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Stadtmarketing GmbH, der Wirtschaftsförderung und der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH - denkbar, um mehr fachlich qualifiziertes Personal in Karlsruhe anzusiedeln? Sachverhalt/Begründung: Immer wieder wird bemängelt, dass Unternehmen akademisches oder wissenschaftliches Fachpersonal fehlt. Karlsruhe ist Mitglied der Technologierregion, in der etwa 750 IT- Unternehmen angesiedelt sind. In unserer Stadt befinden sich darüber hinaus eine renommierte Informatik-Fakultät und das Forschungszentrum. Ende Juni 2006 fand die IT-Mittelstandsmesse “Midvision” hier statt. Wir haben somit die besten Voraussetzungen, um qualifiziertes Fachpersonal gerade aus dem IT-Bereich in unsere Stadt zu locken oder Universitätsabsolventen hier zu halten. Mittels gezielter und vor allem überregionaler Marketing-Aktivitäten könnten in der IT-Sparte und in anderen Berufsfeldern sicherlich entsprechende Erfolge erreicht werden. Um den Wirtschaftsstandort Karlsruhe weiter stärken und ausbauen zu können, ist es unerlässlich, dass Unternehmen ihren Bedarf an Fachpersonal aus dem akademischen oder wissenschaftlichen Bereich decken können. gez. Wolfram Jäger gez. Tilman Pfannkuch Hauptamt - Sitzungsdienste - 15. September 2006 Stellungnahme: