Anfrage CDU: Jüdische Friedhöfe in Karlsruhe
| Vorlage: | 17189 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 21.09.2006 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Daxlanden, Grötzingen |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Anfrage Stadtrat Wolfram Jäger (CDU) Stadtrat Günther Rüssel (CDU) Stadtrat Dr. Hans-Jürgen Vogt (CDU) vom: 10.07.2006 eingegangen: 11.07.2006 27. Sitzung des Gemeinderates am 26.09.2006 TOP 26 Vorlage Nr. 807 Öffentlich Nichtöffentlich verantwortlich: Dez. 2 Jüdische Friedhöfe in Karlsruhe Stellungnahme des Bürgermeisteramtes: 1. Sämtliche Grabstätten auf dem liberalen und dem orthodoxen jüdischen Friedhof an der Haid-und-Neu-Straße, dem jüdischen Friedhof in Grötzingen sowie dem alten jü- dischen Friedhof an der Kriegsstraße sind mittlerweile katalogisiert. Die Katalogisie- rungen der 3 letztgenannten Friedhöfe wurden bereits in den Jahren 1992 - 1995 durch das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg durchgeführt. Die Dokumentation über den liberalen jüdischen Friedhof, der aktuell belegt wird, fand in den Jahren 2001 - 2003 statt. Alle Aufzeichnungen befinden sich im Archiv des Friedhofs- und Bestattungsamtes. Eine Dokumentation über den alten Friedhof an der Kapellenstraße wurde bisher noch nicht erstellt. Im Hinblick auf den stadtgeschichtlichen und friedhofshistorischen Wert ist ein entsprechendes Projekt unbedingt anzustreben. Grundlage hierfür könn- ten die vorhandene Aufzeichnungen über die Belegung des Friedhofs aus dem 19. Jahrhundert darstellen. 2. Die Katalogisierung der ca. 1.050 Grabstätten in den Jahren 2001 - 2003 war mit Kosten in Höhe von ca. 25.000 Euro verbunden, die teilweise über einen Landeszu- schuss finanziert wurden. In Anbetracht der Größe und der Anzahl der Bestatteten auf dem alten Friedhof an der Kapellenstraße ist eine entsprechende Auswertung mit mindestens dem doppelten Betrag zu veranschlagen. Aufgrund des teilweise kriti- schen Zustandes der alten Dokumente könnte sich dieser Aufwand aber auch noch wesentlich erhöhen. 3. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsgymnasium an der Friedrich-List-Schule und dem Stadtarchiv arbeitet das Friedhofs- und Bestattungsamt derzeit an einer Grund- lage für eine Projektarbeit im Fach Geschichte für die 11. bzw. 12. Klassen. Dieses Projekt muss pädagogische Ziele verfolgen und wird sich deshalb in erster Linie auf Biographien von bestatteten Persönlichkeiten beziehen. Zeitintensive Erfassungsar- beiten und die Aktualisierung der vorhandenen Archivunterlagen können hier nicht erwartet werden. Die Verwaltung ermittelt derzeit den voraussichtlich entstehenden Aufwand für eine entsprechende digitale Aufarbeitung und überprüft in diesem Zusammenhang, ob von anderen Trägern und Einrichtungen Zuschüsse hierfür gewährt werden können. Ergänzende Erläuterungen: Seite 2 von 2 4. Die Erstellung von Gedenktafeln für sämtliche Bestatteten auf den Friedhöfen an der Kriegsstraße bzw. Kapellenstraße wäre sehr kostenintensiv und ist vor dem Hinter- grund der großen Datenmenge nicht zu befürworten. Vergleichsweise ist zu erwäh- nen, dass die Realisierung der Gedenktafel für die während des Dritten Reiches er- mordeten Juden auf dem jüdischen Friedhof an der Haid-und-Neu-Straße, die knapp tausend Namen ohne Geburts- und Sterbedatum enthält, im Jahr 2000 zu Ausgaben in Höhe von ca. 70.000 Euro führte. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Bürgerverein Daxlanden erstellt das Friedhofs- und Bestattungsamt derzeit auf dem Stadtteilfriedhof Daxlanden eine Stele, auf der die Daxlander Friedhofsgeschichte dargestellt wird. Nach Abschluss dieses Projekts Ende September 2006 kann mit den entsprechen- den Erfahrungen ein Vorschlag über die Erstellung ähnlicher Hinweistafeln auf den genannten Friedhöfen erarbeitet werden, der dann im Ausschuss für öffentliche Ein- richtungen beraten werden sollte. Stadt Karlsruhe – Haupt amt: Stellungnahme des BMA – Anfrage Fassung: JAN 2006; Intranet RHIN: Formulare/Gemeinderat
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Anfrage Stadtrat Wolfram Jäger (CDU) Stadtrat Günther Rüssel (CDU) Stadtrat Dr. Hans-Jürgen Vogt (CDU) vom: 10.07.2006 eingegangen: 11.07.2006 27. Sitzung des Gemeinderates am 26.09.2006 TOP 26 Vorlage Nr. 807 Öffentlich Nichtöffentlich verantwortlich: Dez. 2 Jüdische Friedhöfe in Karlsruhe Stellungnahme des Bürgermeisteramtes: 1. Sämtliche Grabstätten auf dem liberalen und dem orthodoxen jüdischen Friedhof an der Haid-und-Neu-Straße, dem jüdischen Friedhof in Grötzingen sowie dem alten jü- dischen Friedhof an der Kriegsstraße sind mittlerweile katalogisiert. Die Katalogisie- rungen der 3 letztgenannten Friedhöfe wurden bereits in den Jahren 1992 - 1995 durch das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg durchgeführt. Die Dokumentation über den liberalen jüdischen Friedhof, der aktuell belegt wird, fand in den Jahren 2001 - 2003 statt. Alle Aufzeichnungen befinden sich im Archiv des Friedhofs- und Bestattungsamtes. Eine Dokumentation über den alten Friedhof an der Kapellenstraße wurde bisher noch nicht erstellt. Im Hinblick auf den stadtgeschichtlichen und friedhofshistorischen Wert ist ein entsprechendes Projekt unbedingt anzustreben. Grundlage hierfür könn- ten die vorhandene Aufzeichnungen über die Belegung des Friedhofs aus dem 19. Jahrhundert darstellen. 2. Die Katalogisierung der ca. 1.050 Grabstätten in den Jahren 2001 - 2003 war mit Kosten in Höhe von ca. 25.000 Euro verbunden, die teilweise über einen Landeszu- schuss finanziert wurden. In Anbetracht der Größe und der Anzahl der Bestatteten auf dem alten Friedhof an der Kapellenstraße ist eine entsprechende Auswertung mit mindestens dem doppelten Betrag zu veranschlagen. Aufgrund des teilweise kriti- schen Zustandes der alten Dokumente könnte sich dieser Aufwand aber auch noch wesentlich erhöhen. 3. In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsgymnasium an der Friedrich-List-Schule und dem Stadtarchiv arbeitet das Friedhofs- und Bestattungsamt derzeit an einer Grund- lage für eine Projektarbeit im Fach Geschichte für die 11. bzw. 12. Klassen. Dieses Projekt muss pädagogische Ziele verfolgen und wird sich deshalb in erster Linie auf Biographien von bestatteten Persönlichkeiten beziehen. Zeitintensive Erfassungsar- beiten und die Aktualisierung der vorhandenen Archivunterlagen können hier nicht erwartet werden. Die Verwaltung ermittelt derzeit den voraussichtlich entstehenden Aufwand für eine entsprechende digitale Aufarbeitung und überprüft in diesem Zusammenhang, ob von anderen Trägern und Einrichtungen Zuschüsse hierfür gewährt werden können. Ergänzende Erläuterungen: Seite 2 von 2 4. Die Erstellung von Gedenktafeln für sämtliche Bestatteten auf den Friedhöfen an der Kriegsstraße bzw. Kapellenstraße wäre sehr kostenintensiv und ist vor dem Hinter- grund der großen Datenmenge nicht zu befürworten. Vergleichsweise ist zu erwäh- nen, dass die Realisierung der Gedenktafel für die während des Dritten Reiches er- mordeten Juden auf dem jüdischen Friedhof an der Haid-und-Neu-Straße, die knapp tausend Namen ohne Geburts- und Sterbedatum enthält, im Jahr 2000 zu Ausgaben in Höhe von ca. 70.000 Euro führte. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und dem Bürgerverein Daxlanden erstellt das Friedhofs- und Bestattungsamt derzeit auf dem Stadtteilfriedhof Daxlanden eine Stele, auf der die Daxlander Friedhofsgeschichte dargestellt wird. Nach Abschluss dieses Projekts Ende September 2006 kann mit den entsprechen- den Erfahrungen ein Vorschlag über die Erstellung ähnlicher Hinweistafeln auf den genannten Friedhöfen erarbeitet werden, der dann im Ausschuss für öffentliche Ein- richtungen beraten werden sollte. Stadt Karlsruhe – Haupt amt: Stellungnahme des BMA – Anfrage Fassung: JAN 2006; Intranet RHIN: Formulare/Gemeinderat
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27. ÖFFENTLICHE PLENARSITZUNG DES GEMEINDERATES AM 26. SEPT. 2006 Vorlage Nr. 807 ANFRAGE Zu TOP 26 ------------------------------------------ A N F R A G E der Stadträte Wolfram Jäger, Günther Rüssel und Dr. Hans-Jürgen Vogt (CDU) sowie der CDU-Gemeinderatsfraktion vom 10. Juli 2006 Jüdische Friedhöfe in Karlsruhe Wie wäre es nach Ansicht der Stadtverwaltung möglich, die Gräber auf dem Jüdischen und dem Alten Friedhof zeitnah und umfassend zu katalogisieren? Welchen zeitlichen und personellen Aufwand würde eine solche Katalogisierung mit sich bringen? Welche Kosten würden entstehen? Wäre es denkbar, dass die Katalogisierung in Zusammenarbeit mit Karlsruher Schulen - zum Beispiel im Rahmen einer Projektarbeit im Fach Geschichte - vorgenommen wird? Wie könnte eine Hinweis-/Gedenktafel am Eingang der beiden Friedhöfe aussehen? Mit welchen Kosten wäre zu rechnen? Wäre ein Sponsoring denkbar? Sachverhalt/Begründung: Der Jüdische Friedhof steht unter Denkmalschutz. Die Grabsteine auf dem Friedhof verwittern immer mehr. Bevor eine vollständige Verwitterung eingetreten ist und die Inschriften der Grabsteine nicht mehr erkennbar sind, sollte eine Katalogisierung der Gräber erfolgen. Wir würden es außerdem begrüßen, wenn vor dem Eingang des Friedhofs eine Hinweistafel, aus der sich die Namen der Verstorbenen und die jeweilige Lage des Grabes ergeben, aufgestellt werden würde. Auf dem Alten Friedhof sind viele Inschriften ebenfalls kaum noch erkennbar. Daher sollte auch dort zumindest eine Katalogisierung vorgenommen werden. gez. Wolfram Jäger gez. Günther Rüssel gez. Dr. Hans-Jürgen Vogt Hauptamt - Sitzungsdienste - 15. September 2006 Stellungnahme: