Antrag GRÜNE: Förderung der Geothermie
| Vorlage: | 16872 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 23.03.2006 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | _Fachbereich Datenübernahme |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
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Extrahierter Text
Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 03.02.2006 eingegangen: 03.02.2006 22. Sitzung des Gemeinderates am 28.03.2006 TOP 16 Vorlage Nr. 622 Öffentlich x Nichtöffentlich verantwortlich Dez. 4 Förderung der Geothermie Stellungnahme des Bürgermeisteramtes - Kurzfassung - Stadtwerke, Wirtschaftsförderung und Karlsruher Messe- und Kongress GmbH befassen sich schon seit längerer Zeit mit der Thematik. – Siehe Erläuterungen – Finanzielle Auswirkungen nein x ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belas- tung (Folgekosten mit kal- kulatorischen Kosten ab- zügl. Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein x ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein x ja abgestimmt mit FFormatänderungen der Wordvorlage sind nicht zulässig ! Stadt Karlsruhe – Hauptamt: Stellungnahme des BMA – Antrag Fassung: JAN 2006; Intranet RHIN: Formul a re/Gemeinderat Ergänzende Erläuterungen Seite 2 von 4 Die Wirtschaftsförderung hat bereits im Jahr 2000 die Gründung des Unternehmens HotRock GmbH durch den damaligen Geschäftsführer Dr. Johannes Gottlieb unter- stützt. Dies geschah zum einen in Form von Beratungsleistungen zur Firmengrün- dung durch die Kontaktstelle für Existenzgründung sowie durch Vermittlung von Kon- takten zu potentiellen Kapitalgebern. Aus der HotRock GmbH heraus entstand - ebenfalls durch Herrn Dr. Johannes Gottlieb initiiert - die Montanes GmbH. Heute verfügt Karlsruhe über gebündelte Fachkompetenz auf dem Gebiet der Ge- othermie: - die Montanes GmbH widmet sich der Erschließung geothermischer Energiequel- len sowie der Projektentwicklung und Planung von Erdwärmekraftwerken - die HotRock Engineering GmbH baut und betreibt Geothermiekraftwerke - das Steinbeis-Transferzentrum für Geothermie, das Forschungszentrum Karlsru- he und die Technische Universität forschen auf diesem Gebiet. Bereits im vergangenen Jahr fand im Schlosshotel Karlsruhe ein Geothermisches Business-Meeting zur Thematik "Risiko-Reduktion in der Tiefengeothermie durch neue seismische Methoden" statt, an dem rund 30 Projektentwickler und Finanziers aus ganz Deutschland teilgenommen haben. Initiator war das Steinbeis- Transferzentrum für Geothermie mit Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung. Zur Zeit realisiert die HotRock Engineering GmbH in Offenbach an der Queich ein erstes Geothermiekraftwerk. Die hieraus gewonnenen Erfahrungen machen Mut für das mit finanzieller Unterstützung des Landes geplante erste Geothermiekraftwerk in Baden-Württemberg. Mit diesem, auf dem Gelände des Forschungszentrums Karls- ruhe geplanten Großprojekt, an dem sich auch die Stadtwerke Karlsruhe beteiligen, kann sich Karlsruhe an die Spitze der Geothermiestandorte in Deutschland setzen. Ein weiterer Kraftwerksstandort in Karlsruhe wäre ein Grundstück südlich der MiRO, das als gewerblich nutzbare Baufläche ausgewiesen ist. Der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH ist es unter Vermittlung der Wirtschafts- förderung und über die HotRock Engineering GmbH gelungen, eine der wichtigsten Geothermie-Veranstaltungen mit begleitender Fachausstellung ins Kongresszentrum Ergänzende Erläuterungen Seite 3 von 4 Karlsruhe zu holen: Die Jahrestagung der Geothermie-Vereinigung vom 15.- 17.11.2006 mit ca. 300 – 400 Teilnehmern. Karlsruhe soll nun als Gastgeber für die europäische Geothermietagung ins Ge- spräch gebracht werden. Über weitergehende Möglichkeiten bezüglich der Entwick- lung und Durchführung einer eigenen, wiederkehrenden „Karlsruher“ Geothermie- veranstaltung wird die KMK mit den Verantwortlichen des GtV bzw. Karlsruher Keyplayern aus der Branche das Gespräch suchen. Das Thema Geothermie und der Veranstaltungsmarkt wurden dazu von der KMK aktuell recherchiert. Kontakte in die Branche fanden daraufhin statt. Der Veranstaltungsmarkt im Bereich Geothermie spiegelt ein bereits vorhandenes, vielseitiges, oft jedoch auch regionales Angebot. Die Wirtschaftsförderung und die KMK werden die weiteren Entwicklungen im Be- reich Geothermie verfolgen und die Vernetzung der Handelnden weiter vertiefen. Ziel ist dabei eine internationale Positionierung und Vermarktung einer Zukunfts- technologie; hier gibt es erste ausländische Anfragen, u. a. aus der griechischen Energieregion Kozani. Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH bearbeiten ebenfalls die Thematik der Geothermie, und zwar sowohl bezogen auf die „Tiefe Geothermie“ (bis zu 4.000 m) für die groß- technische Nutzung zur Strom- und Wärmeerzeugung, als auch auf die „flache Ge- othermie“ (bis zu etwa 200 m) zur Nutzung mit Wärmepumpen. Im Rahmen Ihrer bereits seit 1999 bestehenden Wärmepumpen-Förderung wurden von über 100 Förderanträgen für elektrische oder gasbetriebene Pumpen in Privat- haushalten, Kommunen und Gewerbebetrieben im Versorgungsgebiet mit bis zu 15 kW Heizleistung mit 150 € pro kW, jedes weitere kW mit 50.- € in 26 Fällen Förder- mittel ausbezahlt und in weiteren 8 Fällen die Förderung bewilligt (Stand 24.02.2006). Der Höchstbetrag je Einzelanlage beträgt 3.000 €. Die SWK entwickeln darüber hinaus zur Zeit eine Initiative zur verstärkten Verbrei- tung und Förderung von elektrischen Wärmepumpen für verschiedene Anwen- dungsbereiche. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 von 4 Die SWK werden auch Gespräche mit interessierten Bauträgern führen. Im Einzugs- bereich der leitungsgebundenen Heizenergieträger Erdgas und Fernwärme sollte diesen umweltschonenden Energien allerdings Vorrang eingeräumt werden.
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Antrag GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom: 03.02.2006 eingegangen: 03.02.2006 22. Sitzung des Gemeinderates am 28.03.2006 TOP 16 Vorlage Nr. 622 Öffentlich x Nichtöffentlich verantwortlich Dez. 4 Förderung der Geothermie Stellungnahme des Bürgermeisteramtes - Kurzfassung - Stadtwerke, Wirtschaftsförderung und Karlsruher Messe- und Kongress GmbH befassen sich schon seit längerer Zeit mit der Thematik. – Siehe Erläuterungen – Finanzielle Auswirkungen nein x ja Gesamtaufwand der Maßnahme Einnahmen (Zuschüsse u. Ä.) Finanzierung durch städtischen Haushalt Jährliche laufende Belas- tung (Folgekosten mit kal- kulatorischen Kosten ab- zügl. Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Haushaltsmittel stehen nicht zur Verfügung. Finanzposition: Ergänzende Erläuterungen: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) nein x ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften nein x ja abgestimmt mit FFormatänderungen der Wordvorlage sind nicht zulässig ! Stadt Karlsruhe – Hauptamt: Stellungnahme des BMA – Antrag Fassung: JAN 2006; Intranet RHIN: Formul a re/Gemeinderat Ergänzende Erläuterungen Seite 2 von 4 Die Wirtschaftsförderung hat bereits im Jahr 2000 die Gründung des Unternehmens HotRock GmbH durch den damaligen Geschäftsführer Dr. Johannes Gottlieb unter- stützt. Dies geschah zum einen in Form von Beratungsleistungen zur Firmengrün- dung durch die Kontaktstelle für Existenzgründung sowie durch Vermittlung von Kon- takten zu potentiellen Kapitalgebern. Aus der HotRock GmbH heraus entstand - ebenfalls durch Herrn Dr. Johannes Gottlieb initiiert - die Montanes GmbH. Heute verfügt Karlsruhe über gebündelte Fachkompetenz auf dem Gebiet der Ge- othermie: - die Montanes GmbH widmet sich der Erschließung geothermischer Energiequel- len sowie der Projektentwicklung und Planung von Erdwärmekraftwerken - die HotRock Engineering GmbH baut und betreibt Geothermiekraftwerke - das Steinbeis-Transferzentrum für Geothermie, das Forschungszentrum Karlsru- he und die Technische Universität forschen auf diesem Gebiet. Bereits im vergangenen Jahr fand im Schlosshotel Karlsruhe ein Geothermisches Business-Meeting zur Thematik "Risiko-Reduktion in der Tiefengeothermie durch neue seismische Methoden" statt, an dem rund 30 Projektentwickler und Finanziers aus ganz Deutschland teilgenommen haben. Initiator war das Steinbeis- Transferzentrum für Geothermie mit Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung. Zur Zeit realisiert die HotRock Engineering GmbH in Offenbach an der Queich ein erstes Geothermiekraftwerk. Die hieraus gewonnenen Erfahrungen machen Mut für das mit finanzieller Unterstützung des Landes geplante erste Geothermiekraftwerk in Baden-Württemberg. Mit diesem, auf dem Gelände des Forschungszentrums Karls- ruhe geplanten Großprojekt, an dem sich auch die Stadtwerke Karlsruhe beteiligen, kann sich Karlsruhe an die Spitze der Geothermiestandorte in Deutschland setzen. Ein weiterer Kraftwerksstandort in Karlsruhe wäre ein Grundstück südlich der MiRO, das als gewerblich nutzbare Baufläche ausgewiesen ist. Der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH ist es unter Vermittlung der Wirtschafts- förderung und über die HotRock Engineering GmbH gelungen, eine der wichtigsten Geothermie-Veranstaltungen mit begleitender Fachausstellung ins Kongresszentrum Ergänzende Erläuterungen Seite 3 von 4 Karlsruhe zu holen: Die Jahrestagung der Geothermie-Vereinigung vom 15.- 17.11.2006 mit ca. 300 – 400 Teilnehmern. Karlsruhe soll nun als Gastgeber für die europäische Geothermietagung ins Ge- spräch gebracht werden. Über weitergehende Möglichkeiten bezüglich der Entwick- lung und Durchführung einer eigenen, wiederkehrenden „Karlsruher“ Geothermie- veranstaltung wird die KMK mit den Verantwortlichen des GtV bzw. Karlsruher Keyplayern aus der Branche das Gespräch suchen. Das Thema Geothermie und der Veranstaltungsmarkt wurden dazu von der KMK aktuell recherchiert. Kontakte in die Branche fanden daraufhin statt. Der Veranstaltungsmarkt im Bereich Geothermie spiegelt ein bereits vorhandenes, vielseitiges, oft jedoch auch regionales Angebot. Die Wirtschaftsförderung und die KMK werden die weiteren Entwicklungen im Be- reich Geothermie verfolgen und die Vernetzung der Handelnden weiter vertiefen. Ziel ist dabei eine internationale Positionierung und Vermarktung einer Zukunfts- technologie; hier gibt es erste ausländische Anfragen, u. a. aus der griechischen Energieregion Kozani. Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH bearbeiten ebenfalls die Thematik der Geothermie, und zwar sowohl bezogen auf die „Tiefe Geothermie“ (bis zu 4.000 m) für die groß- technische Nutzung zur Strom- und Wärmeerzeugung, als auch auf die „flache Ge- othermie“ (bis zu etwa 200 m) zur Nutzung mit Wärmepumpen. Im Rahmen Ihrer bereits seit 1999 bestehenden Wärmepumpen-Förderung wurden von über 100 Förderanträgen für elektrische oder gasbetriebene Pumpen in Privat- haushalten, Kommunen und Gewerbebetrieben im Versorgungsgebiet mit bis zu 15 kW Heizleistung mit 150 € pro kW, jedes weitere kW mit 50.- € in 26 Fällen Förder- mittel ausbezahlt und in weiteren 8 Fällen die Förderung bewilligt (Stand 24.02.2006). Der Höchstbetrag je Einzelanlage beträgt 3.000 €. Die SWK entwickeln darüber hinaus zur Zeit eine Initiative zur verstärkten Verbrei- tung und Förderung von elektrischen Wärmepumpen für verschiedene Anwen- dungsbereiche. Ergänzende Erläuterungen Seite 4 von 4 Die SWK werden auch Gespräche mit interessierten Bauträgern führen. Im Einzugs- bereich der leitungsgebundenen Heizenergieträger Erdgas und Fernwärme sollte diesen umweltschonenden Energien allerdings Vorrang eingeräumt werden.
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22. ÖFFENTLICHE PLENARSITZUNG DES GEMEINDERATES AM 28. MÄRZ 2006 Vorlage Nr. 622 ANTRAG Zu TOP 16 ------------------------------------------ A N T R A G der Stadträtin Dr. Gisela Splett und des Stadtrats Andreas Ruthardt (GRÜNE) sowie der GRÜNE-Gemeinderatsfraktion vom 3. Februar 2006 Förderung der Geothermie 1) Der Gemeinderat beauftragt die Stadtverwaltung und - über die Stadt als Gesellschafterin - auch die zuständigen städtischen Gesellschaften (KMK, Stadtmarketing, Stadtwerke), sich verstärkt mit der Förderung des Wirtschaftszweiges Geothermie und Geotechnik zu befassen und Karlsruhe zu einem zentralen Standort dieses Bereiches zu machen. Hierbei soll das ganze Spektrum geeigneter Instrumente der klassischen Wirtschaftsförderung und des Standortmarketings zur Anwendung kommen. Als erste, konkrete Maßnahmen gilt es, die Gründung einer lokalen Sektion Süddeutschland der deutschen geothermischen Vereinigung mit Sitz in Karlsruhe anzustreben, sowie sich um die Durchführung fachspezifischer Kongresse , Messen und Veranstaltungen in Karlsruhe zu bemühen. 2) Die Stadtverwaltung bemüht sich in nächster Zeit als Vermittlerin und “Motor” verstärkt darum, dass mindestens ein Bauträger eines großen gewerblichen Neubauprojekts die Gebäudeheizung und -kühlung mittels oberflächennaher Geothermie realisiert. Eventuell erforderliche Festsetzungen sind in den entsprechenden Bebauungsplänen einzufügen. Mit solchen Modellprojekten kann die technische Beherrschung und Rentabilität dieser Technik demonstriert werden . Sachverhalt / Begründung: Karlsruhe bietet ideale Vorrausetzungen, um eine zentrale Adresse in der Geothermie zu werden. Einige Firmen sowie Institute sind hier bereits ansässig, darüber hinaus sind im Oberrheingraben die geologische Vorraussetzungen zur Anwendung sowohl der oberflächen-nahen als auch der tiefen Geothermie sehr günstig – in Deutschland gibt es nur im Voralpenland ähnlich günstige Vorraussetzungen. Die Stadt profitiert doppelt von den Aktivitäten dieser Firmen – einerseits als Wirtschaftsstandort, andererseits bei lokal realisierten Projekten durch die positiven Auswirkungen auf die Umwelt. In der Geothermie unterscheidet man zwischen der tiefen Geothermie ab 400m und der oberflächennahen Geothermie. Die tiefe Geothermie wird zur Stromerzeugung eingesetzt – mit Nutzung der Abwärme in Nahwärmenetzen. Das Potential liegt darin, dass der Strom als Grundlaststrom konstant über das ganze Jahr erzeugt wird. Hier besitzt in Karlsruhe eine Privatfirma die erforderlichen Bergrechte, die Stadt kann momentan nur unterstützend tätig werden. Die oberflächenahe Geothermie wird zur Wärmeversorgung eingesetzt. Die Technik ist ausgereift und wird sowohl in Privathäusern als auch in gewerblichen Bauten (Hotels) eingesetzt. Bei gewerblichen Neubauprojekten wird auch die Realisierung der Gebäudekühlung mittels Geothermie interessant – gerade in Anbetracht der stetig steigenden Stromkosten. Beide Formen der geothermischen Nutzung sind bei geeigneten Vorraussetzungen eine zukunftsträchtige Ergänzung im Bereich der regenerativen Energien und sollten daher gerade in Karlsruhe verstärkt genutzt werden. gez. Dr. Gisela Splett gez. Andreas Ruthardt Hauptamt - Sitzungsdienste - 16. März 2006 Stellungnahme: